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Gott: Unsere einzige Zuflucht

  1. Besiege durch die Hingabe an Gott und Seine Gnade alles, was dich von einem Leben des Lichts und des Friedens ablenkt.
  2. Kultiviere wieder und wieder göttliche Liebe. Lass Liebe so natürlich durch dich und aus dir strömen, wie der Duft von Jasmin ausströmt.
  3. Wenn du Gott einen Schritt entgegengehst, so kommt Er dir zehn Schritte entgegen.
  4. Para Bhakti (höchste Liebe) und Para Vairagya (Nicht-Anhaftung, höchste Leidenschaftslosigkeit und Gleichmütigkeit) folgen nach der Selbstverwirklichung.
  5. Para Bhakti ist die Krönung der Hingabe.
  6. Was Gott zufrieden stellt, ist deine reine und aufrichtige Liebe, nicht aber die Menge an materiellen Opfergaben.
  7. Gott ist durch Liebe zu allen Wesen zu verwirklichen, durch Dienst an Seinen Kindern.
  8. Die Kraft der Natur ist die Kraft von Gott Selbst.
  9. Der Tod des Glaubens an Gott ist der Tod deines spirituellen Lebens.
  10. Gott beobachtet all deine Gedanken. All deine Gedanken spiegeln sich in Seinem Bewusstsein wieder.
  11. Das Auge Gottes ist an jedem Ort und wacht über die Bösen und die Guten.
  12. Alle Menschen der Welt wünschen sich, ihr Wesen zu verwirklichen, indem sie zu dem höchsten Guten oder zu Gott werden.
  13. Gott offenbart Sich verschiedenen Aspiranten auf verschiedene Weise.
  14. Gott ist der Besitzer deines Körpers, deiner Sinne, deines Geistes und Intellekts. All diese sind dir nur geliehen.
  15. Erinnere dich, dass all deine Begabungen, all dein Reichtum und all deine Besitztümer Gottes Gaben sind. Gott hat sie dir gegeben, damit du den Armen, den Mittellosen und den Leidenden dienst.
  16. Nur Gott allein ist dein. Du hast sonst nichts, was du dein Eigen nennen kannst.
  17. Nun, da du eine menschliche Geburt erlangt hast – eine seltene und gesegnete Inkarnation –, solltest du danach streben, Gott und nur Ihn zu kennen, bevor du diese sterbliche Hülle aufgibst.
  18. Gott ist in Deinem Herzen. Er ist in dir und du bist in Ihm. Suche nach Ihm in deinem Herzen.
  19. K r i sh n a: „K“ wehrt den Tod ab, „R“ wehrt die Sünde ab, „Sh“ wehrt böse Geister ab, „N“ wehrt Krankheiten ab und „A“ vertreibt Unruhe und schenkt tiefen Frieden.

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Der Meister über sich selbst:

Es war am 23. März 1947. Ein Schüler unterhielt sich mit dem Meister über das spirituelle Wachstum des Meisters. „Was waren die ersten Zeichen, die Swamiji Maharaj in Bezug auf seine spirituelle Mission erhielt?“
„Ich erhielt keinerlei Zeichen, weder innerlich noch äußerlich, für irgendeine spirituelle Mission.“
„Wann und unter welchen Umständen wurde Swamiji von dem intensiven Wunsch, der Menschheit zu helfen, ergriffen?“, war die nächste Frage, die der Schüler stellte.
„Das ist meine eigentliche Natur. Von früher Kindheit an fand ich eine unerklärliche Freude daran, anderen zu dienen. Dies wurde während des Sannyas-Lebens nur noch weiter entwickelt.“
„Hatte Swamiji irgendeine Art von Vorahnung darüber, wer sein Diksha Guru (spiritueller Lehrer, der Diksha, die Einweihung, gibt) sein würde? Was waren Swamijis Gefühle, als er seinem Guru von Angesicht zu Angesicht begegnete?“
„Ich hatte keinerlei Vorahnung. Ich traf meinen Guru, Swami Vishwanandaji, am Ufer des Ganges gleich an dem Tag, als ich in Rishikesh ankam. Von dort nahm er mich mit zu seiner Hütte. Ich war zum Kalikamliwala Almosenhaus gegangen, um dort um Essen zu bitten. Jedoch weigerte man sich dort, mir Speisung zu geben, da ich kein Sannyasin (Entsagter) war. Als ich nach dieser Abweisung zurückging, traf mich der alte Mönch, Swamiji Vishwanandaji, auf dem Weg und verspürte sofort den Drang, mich in Sannyas einzuweihen. Noch am gleichen Tag erhielt ich von ihm das ockerfarbene Gewand.“
Der Schüler fragte weiter: „Was waren die Faktoren, die Swamiji während seines Sadhana (spirituelle Praxis) leiteten? Wurde die Natur seines Sadhana eher durch seinen Guru oder durch persönliches Nachforschen bestimmt, eher durch eine innere Stimme oder durch intuitive Impulse?“
„Ich habe dir gesagt, wie ich Sannyas empfing. Gleich am nächsten Tag machte sich Swami Vishwanandaji auf den Weg nach Haridwar. Er hatte keine Zeit, mir Anweisungen für mein Sadhana zu geben. Er schrieb mir aus Haridwar und gab mir Anweisungen über Sannyas Dharma (die Pflichten eines Entsagten). Während meines Sadhana leitete mich meine eigene Umsicht bei jedem Schritt. Ich war mir immer bewusst, in die richtige Richtung zu gehen.“
„Was waren die herausragenden Meilensteine oder besonderen spirituellen Erfahrungen während der Sadhana-Periode?“
„Ich hatte keine herausragenden spirituellen Erfahrungen während meiner Sadhana-Periode. Es gab keine äußeren oder inneren Hindernisse für den Fortschritt meines Sadhana. Das war das einzige herausragende Merkmal. Ich machte Meditation – tiefe Meditation – zum Grundton meines inneren Sadhana. Das führt zu einem reibungslosen stetigen Fortschritt und schnellem Erreichen der höchsten Erfahrung.“
„Kann Swamiji bitte den Ort und das Datum der letztendlichen Erleuchtung bekannt geben?“, erkühnte sich der Schüler zu fragen.
Der Meister antwortete prompt: „Die Upanishaden sprechen eindeutig über dieses Thema. Niemand sollte über den Ort und das Datum der Erleuchtung sprechen. Wenn irgendjemand sagt, er habe an dem und dem Ort und an dem und dem Datum Erleuchtung erlangt, ist das unangemessen, kann man ihm nicht glauben. Es ist ein Geheimnis Gottes. Ich kann es nicht preisgeben.“

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Meditation in der Höhle:

Am 23. März 1947 ging der Meister in die Kaivalya Guha (eine unterirdische Kammer), um dort zu meditieren. Ein Steinmetz, der am Bau der Yajnashala (Platz für Feuerrituale) arbeitete, kam nun mit Hammer und Meißel und begann, die Steine gleich neben der Wand der Kaivalya Guha und direkt auf ihrer Terrasse zu brechen. Es erzeugte rundherum ein donnerndes Geräusch.
Ein Schüler beobachtete die Szene, und da er wusste, dass der Meister in der Höhle war, begann er sich zu fragen, wie er mit so einem Lärm direkt über dem Raum, in dem er saß, in Ruhe meditieren konnte.
Als der Meister nach einer halben Stunde wieder auftauchte, traten die versammelten Schüler vor und entboten ihre Grüße. Er war in seiner üblichen lächelnden Stimmung und fing an, sich zu unterhalten und Witze zu machen. Einer der Schüler lenkte die Aufmerksamkeit des Meisters auf den Steinmetz und den Lärm, den dieser verursacht hatte. Er fragte, wie es denn möglich sei, unter solchen Umständen zu meditieren.
„Wann hat der Steinmetz mit seiner Arbeit begonnen?“, fragte der Meister. „Ich habe ihn nicht gesehen, als ich in die Guha ging und gehört habe ich ihn auch nicht.“
Alle waren erstaunt über die Intensität der Konzentration des Meisters.

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Zigarettenverkäufer:

Der Eifer des Meisters, den Namen Gottes zu verbreiten, war grenzenlos. Während der 1938er Kumbha Mela (großes spirituelles Fest) in Haridwar kam eine Gruppe von Zigarettenverkäufern nach Rishikesh und spielte weltliche Musik. Der Meister sah sie. Er rief sofort nach Tee, Obst und Keksen, bot diese den Verkäufern an und überredete sie dann, Kirtan (Mantragesänge) zu singen.
„Ohji, ihr habt genug Zigaretten verkauft. Ihr habt genug über die Herrlichkeiten des Tabaks gesungen. Warum singt ihr jetzt nicht die Namen Haris (oft generelle Bezeichnung für Gott; speziell für Vishnu und Krishna)? Kommt, singt mit mir.“ Der ganze Ort hallte bald wieder mit den Namen Gottes.
Der Meister gab der Gruppe dann ein Geschenk von fünf Rupien und viel spiritueller Literatur. Und er bat sie: „Singt zusammen mit euren Zigarettenliedern auch ein paar Kirtans. Verteilt zusammen mit der Zigarettenwerbung auch diese spirituellen Traktate.“

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Für den Körper sorgen:

Eines Winters stellte ein nepalesischer Aristokrat nach dem Abendsatsang (gemeinsame Meditation) in der Bhajan-Halle des Ashrams fest, dass die Küchenfeuer sogar zu dieser späten Stunde hell brannten. Er wandte sich an den Meister: „Swamiji, du scheinst an alles zu denken! Oben ist der Akhand Kirtan (ununterbrochenes Mantrasingen), und hier unten findet die ‚Akhand’-Küche statt!“
„Das hast du richtig bemerkt“, war die ernsthafte Antwort des Meisters. „Tatsächlich glaube ich sowohl an ‚Akhand’-Küche als auch an Akhand Kirtan. Denn das letztere kann nicht ohne das erstere existieren, solange man einen physischen Körper hat, mit dem man sich befassen muss. Der ‚Akhand’-Tee, die ‚Akhand’-Milch, das ‚Akhand’-Obst und die ‚Akhand’-Puris (Fladenbrote), mit denen ich all die fleißigen Arbeiter nähre, sind das, was zu der wunderbaren Arbeit geführt hat, die die Divine Life Society überall leistet.“

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Erinnerungen:

Der Meister legte immer größten Wert auf das Thema Gesundheit. Über dieses Thema sprach er eines Morgens in den späten vierziger Jahren zu seinen Schülern: „Geld oder kein Geld, ihr müsst für euren Körper sorgen. Wenn ihr euch nicht um dieses Werkzeug Gottes kümmert, dann verehrt ihr Mutter Durga nicht richtig. Die beste Verehrung Durgas besteht darin, diesen Körper in einem guten Zustand zu halten, um es ihm zu ermöglichen, Seinen Willen auf die bestmögliche Weise auszuführen.“
Indem er so sprach, versenkte sich der Meister in Erinnerungen an seine Tage im Swarg Ashram und verglich die Entsagungen, die er damals praktiziert hatte, mit den Annehmlichkeiten, die er nun im Ananda Kutir genoss.
„Als ich im Swarg Ashram war, rührte ich niemals Öl an. Nun muss ich etliche Arten von Ölen bereithalten. Alle Zellen meines Körpers vibrieren so schnell, dass es eine starke Hitze gibt. Als ich im Swarg Ashram war, schlief ich auf dem Boden, aber jetzt habe ich ein bequemes Bett; das ist wesentlich für die Arbeit, die geleistet werden muss. Ich härte den Körper schon manchmal ab; und um die Entsagung weiterzuführen, reibe ich ihn an den Wänden. Aber oft habe ich nicht einmal dafür genug Zeit. Es gibt Arbeit zu erledigen.
Ihr seid alle gewaltige Kopfarbeiter. Der selbstlose Dienst stellt jetzt größere und dringlichere Anforderungen an euch. Alles, was euer Körper braucht, müsst ihr ihm geben. Ihr habt genug Entsagung praktiziert. Wenn ihr aber auf die gleiche Weise weitermacht, wird euer Körper zusammenbrechen; ihr werdet nutzlos werden. Ihr müsst nahrhaftes Essen zu euch nehmen. Ihr müsst fässerweise Fruchtsaft trinken. Jetzt habe ich zwanzig Flaschen mit verschiedenen Medikamenten – manche für meinen Diabetes, manche für meinen Magen usw. Ich habe verschiedene Dinge zum Reinigen der Zähne – Mundwasser, Zahnpulver usw.“

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Das Zimmer des Meisters:

Es war Anfang Winter 1949. Der Meister führte einen Besucher durch seine Räume. „Von hier aus hat man einen großartigen Blick auf den Himalaja und den Ganges“, kommentierte der Meister, als sie beide seine Hütte betraten. „Wenn man auf der Veranda sitzt oder selbst wenn man in den Räumen ist, hört man ständig den Pranava Nada (den Klang des „Om“) der Ganga (Ganges).“ Dann gingen die beiden in die Innenräume. „Du lebst in dieser Hütte, Swamiji?“, fragte der überraschte Besucher. „Wieso nur, sie ist so schlecht belüftet wie eine Gefängniszelle. Du hast kein Licht in den Räumen, außer am Mittag. Das sind keine Räume, es sind Höhlen und sogar dafür sind sie zu klein. Und du arbeitest in diesem Zimmer? Es reicht nicht einmal aus, um deine Manuskripte und Bücher unterzubringen. Man kann sich nicht darin bewegen, ohne auf etwas zu treten oder über etwas anderes zu stolpern. Das Schlafzimmer ist feucht und man kann nicht einmal darin atmen. Ich frage mich, wie du darin lebst!“ Und der Besucher fuhr fort: „Obwohl ich ein positives Gefühl des spirituellen  Erhobenseins habe, während ich hier bin, glaube ich, dass ich nicht in der Lage sein würde, auch nur für sechs Monate Körper und Seele zusammenzuhalten, wenn ich in dieser Hütte leben würde. Warum wechselt du nicht in bessere Räume, Swamiji?“
„Nein, nein, es geht mir gut hier“, versicherte der Meister.
Der Besucher verneigte sich und ging.

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Gott in allen sehen:

Die Sonne war untergegangen, der Mond noch nicht aufgegangen. Der Meister kam aus seiner Hütte, um zum Abendsatsang zu gehen. Ein liebevolles Lächeln ließ sein kindliches Gesicht erstrahlen. Eine große Gruppe von Aspiranten versammelte sich am Straßenrand und begrüßte ihn mit gefalteten Händen. Ein Gruppe von Besuchern aus Tiruttani rief hingebungsvoll: „Muruga! Vadivela!“ Der Meister antwortete mit einem spontanen Ausbruch göttlichen Lobpreises: „Muruga! Muruga! Om Sharavanabhavaya Namah! Om Sharavanabhavaya Namah!“ (Grußformeln mit Namen für Skanda bzw. Subramanya, Sohn Shivas in der indischen Mythologie)

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Faulheit:

Ein Brief wurde dem Meister überreicht. Er war von einem Bewohner, dem der Sekretär des Ashrams mitgeteilt hatte, er müsse ausziehen. Der Brief war in der Art einer Bitte geschrieben: „Du bist meine Zuflucht. Wohin kann ich denn gehen?“
Der Meister, der normalerweise sehr gütig und verständnisvoll war, tat die Bittschrift mit der scharfen Bemerkung „Fauler Mann!“ ab.

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Sei still:

Ein Sanskrit-Professor aus Gwalior kam im Ashram an. Er hatte das Buch des Meisters über Brahmacharya (Enthaltsamkeit) gelesen und hatte großen Nutzen daraus gezogen. Im gleichen Zusammenhang erwähnte er das Buch „Conquest of Mind“ (Sieg über den Geist). Der Meister gab dem Professor, der sagte, dass es ihm sehr dabei helfen würde, einen Studenten anzuleiten, seine Thesen für eine Doktorarbeit zu schreiben, ein Exemplar.
„Bist du mein Lehrer oder Schüler?“, fragte der Meister.
„Du bist mein Lehrer; ich bin dein Schüler“, kam die Antwort.
„Nein du bist Fakultätsleiter!“ – „Vielleicht dort, doch nicht hier!“
Als der Meister von seinem Sitz aufstand und begann, sich langsam durch die Reihen der Aspiranten zu bewegen, die seinen Weg säumten, platzte ein Besucher mit ein paar Zeilen von Thayumanavar heraus: „Oh Gott, gib mir diesen Zustand, in dem der Geist schmilzt, in dem die Handlungen aufhören, in dem alles still ist.“
„Ja, sei ruhig, sei still“, sagte der Meister. „Aber lass die Hände arbeiten. Gib den Geist Gott und die Hände der Arbeit. Still im Innern, aktiv nach außen. Sei ein Zeuge des Weltgeschehens.“
Und langsam kehrte der Meister zurück zu seinen Räumen. Er murmelte dabei Gebete und Mantras. Am Eingang zu seiner Hütte verabschiedete er sich von den Aspiranten mit gefalteten Händen und kurzen Gebeten aus den verschiedenen Religionen.

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Musik ist Yoga:

Einige Leute kritisierten den Meister dafür, dass er Musik, Gesang und Schauspiel beim Satsang im Ashram eingeführt hatte. Er begegnete ihrer Kritik, indem er ihnen eine vollkommen rationale Erklärung für seine Handlung lieferte: „Musik ist nicht eine Art der Unterhaltung, wie weltliche Menschen es denken mögen“, sagte er. „Musik ist Yoga. Sie ist Bhakti Yoga (Yoga der liebenden Hingabe zum Göttlichen) oder Sankirtan Yoga (Yoga des gemeinsamen Singens der Namen Gottes). Heilige wie Thyagaraja erlangten allein durch die Musik bereits Gottverwirklichung. Im Satsang werden die Lieder von Thyagaraja, Surdas, Mira und anderen Heiligen sowie Kirtan (Mantragesänge) und der Name Gottes gesungen. Sein Name ist ein großartiges Reinigungsmittel. So ist Sankirtan Yoga der beste Yogaweg für die große Mehrheit der Menschen, denn er führt zur Reinheit und entwickelt Hingabe und Konzentration. Daneben erlaubt die Musik dem Geist, sich zu entspannen, wenn er tiefer Philosophie wie den Brahma Sutras zugehört hat. Sankirtan inspiriert und erhebt die Menschen und bringt sie Angesicht zu Angesicht mit Gott. Viele Menschen kommen nach der harten Arbeit des Tages, um am Satsang teilzunehmen. Die Musik hat dann eine heilsame Wirkung auf ihre müden Nerven. Leute, die mit ihren geistigen Sorgen oder Unzulänglichkeiten zum Ashram kommen, ziehen großen Nutzen aus der Musik und den Bhajans (spirituelle Lieder). Sie kehren gesünder an Körper und Geist zurück. Die Leute können nicht lange Zeit am Stück einem Vortrag zuhören. Sie verlieren nach einiger Zeit die Konzentration und danach wird der Vortrag langweilig und nutzlos. Kirtan oder Musik zwischen den Vorträgen ist nützlich, um dies zu lindern. Es erfrischt den Geist der Menschen und macht sie bereit, weiteren Vorträgen zuzuhören. Musik ist ein Stärkungsmittel für den Geist und die Nerven und auch Nahrung für die Seele.“

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Göttliche Liebe:

Es begab sich vor langer Zeit in den späten dreißiger Jahren. Ein christlicher Freund des Meister war in den Speisesaal des Ashrams zum Essen eingeladen worden. Als die dort speisenden Hindus ihn aber erblickten, hörten sie sogleich auf zu essen und gingen mitten in ihren Mahlzeiten hinaus. Als der Meister später von diesem Vorfall hörte, brachte er den Christen am nächsten Tag in die Küche, breitete dort eine Matte für ihn aus und servierte ihm dann selbst das Essen. Als die Bewohner dies sahen, brachten sie fortan keine Einwände mehr vor.
Bei einer anderen Gelegenheit musste Essen den Hügel hinauf zu dem muslimischen Aufseher gebracht werden, der den Bau des Ashram-Tempels überwachte. Der Schüler, der für die Küche verantwortlich war, schickte ihm den Reis und die Rotis (Fladenbrote) lediglich in ein Blatt gewickelt und die Suppe in einem schlichten Tonbecher. Auch hier erfuhr der Meister davon. Gleich am nächsten Tag war er zur Essenszeit in der Küche und sorgte dafür, dass das Essen des Aufsehers auf einem Teller und in Schüsseln geschickt wurde, statt in einem Blatt und einem Tonbecher. Dem Schüler, der die Oberaufsicht über die Küche hatte, sagte er: „Gott fragt einen Mann nicht nach seiner Kaste oder seinem Glaubensbekenntnis, sondern nur danach, ob Liebe in seinem Herzen ist.“

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Äußerliche Formalitäten:

Subramanyam, ein ehrenamtlicher Arbeiter, kam auf seinem Fahrrad zum Ashram. Als er den Meister aus seiner Hütte kommen sah, stieg er sogleich ab, nahm das Handtuch um seinen Kopf ab und richtete seinen Dhoti (indisches Kleidungsstück für Männer) ordentlich.
Der Meister, der dies sah, lächelte und sagte: „All diese Formalitäten sind für mich nicht notwendig, denn Liebe und Respekt haben ihren Sitz im Herzen; dort sollte auch die Liebe und die Ehrfurcht für Ältere wohnen. Das kann ich erkennen. Äußerliche Formalitäten aber haben für mich keine große Bedeutung.“
Und er fuhr fort: „Du bewegst dich in der heißen Sonne, um Einkäufe in Rishikesh zu machen und die Bauarbeiten zu überwachen. Zögere nicht, alles zu nehmen, was du brauchst. Du musst jetzt ein kaltes Getränk trinken und in einer halben Stunde solltest du ein heißes Getränk zu dir nehmen. Wenn dir danach ist, etwas Obst mitzunehmen, zögere nicht. Du brauchst nicht einmal eine Rechnung vorzulegen. Du hast freie Hand, alles zu tun, um deinen Körper bei vollkommener Gesundheit zu erhalten.“

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Ratschläge für die Verwaltung:

Am 8. Juli 1949, als der Meister von den zuständigen Leitern auf gewisse Probleme bei der Verwaltung des Ashrams aufmerksam gemacht wurde, gab er ihnen einige wertvolle Ratschläge: „Beruft häufige Treffen aller Arbeiter ein“, sagte er ihnen. „Gebt allen das Gefühl, dass sie sehr wesentlich für den Betrieb der Einrichtung sind. Ermutigt jeden, an die Arbeit zu denken. Niemand sollte sich wie das fünfte Rad am Wagen fühlen. Jede Abteilung sollte einen Leiter haben. Gleichzeitig sollte jeder dazu gebracht werden, ein liebendes Interesse an der gesamten Arbeit zu haben. Ernennt Sekretäre und Hilfssekretäre für jede Abteilung. Und man sollte niemals zulassen, dass diese Ernennung zu einer Farce wird. Das ist der Fehler, der oft von Organisatoren begangen wird, die dazu neigen, diejenigen, die sie für verantwortliche Positionen ernennen, zu ihren bloßen Marionetten zu machen! Jeder, der ein Amt innerhalb der Gesellschaft innehat, sollte die wirkliche Macht dazu haben, seine Abteilung zu leiten und die allgemeinen Angelegenheiten der Gesellschaft mitzubestimmen. Jeder sollte den anderen respektieren und so freudig zum Dienst an der Menschheit beitragen.“

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Zur Arbeit motivieren:

„Überarbeite dich nicht. Bringe andere Leute dazu, zu arbeiten“, sagte der Meister zu Jyotirmayananda, einem älteren Mönch im Ashram. „Du solltest durch Güte, Liebe und Mitgefühl bewirken, dass Arbeit geleistet wird. Aus anderen Arbeit herauszuholen ist nicht so einfach. Es verlangt die Verminderung des Egoismus. Du solltest dich auf eine niedrigere Ebene stellen und sie loben, von ihren Herrlichkeiten singen und sie respektieren. Du solltest dich anpassen und auf andere einstellen. Du solltest mit ihnen eins werden.“

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Mit allen eins sein:

Die Bauarbeiten am Vishwanath-Tempel im Ashram gingen voran. Der Meister kam zur Besichtigung. Plötzlich warf er sein Handtuch beiseite und band seinen Dhoti (Kittel) in der Weise eines Kulis hoch. Im nächsten Moment trug er Körbe voller Erde auf dem Kopf! Er mischte sich zwanglos unter die Arbeiter. Sie fanden große Freude an seiner Gemeinschaft. Er zog vielleicht noch größere Freude daraus, mit ihnen eins zu sein.
Dann fing der Meister an, mit dem durmat auf den Boden zu schlagen, um so gleichmäßigen Druck auf das Fundament auszuüben, wobei er verkündete: „Fürwahr, jeder Dienst beim Bau eines Tempels ist heilig.“

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Liebende Anerkennung:

Ein gewisser Mönch, der früher einigen nützlichen Dienst für die Institution geleistet hatte, begann ein untätiges Leben der Bequemlichkeit zu führen. Der Meister aber forderte ihn nicht zur Arbeit oder zum Verlassen des Ashrams auf. Stattdessen bemerkte er nur: „Für die Arbeit, die er geleistet hat, bin ich dazu verpflichtet, mich fünf oder sechs zukünftige Leben lang um ihn zu kümmern!“

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Um Geldmittel bitten:

Am 2. November 1956 führte der Meister eine Besuchergruppe von Ingenieuren im Ashram herum und erklärte ihnen, wie sich der gesamte Gebäudekomplex ohne einen Plan entwickelt hatte; dies aber hauptsächlich aus Mangel an Geldmitteln.
„Das Geld ist bei den Hausbesitzern“, sagte der Meister. „Wohltäter, die aus der Institution Nutzen ziehen, schicken Spenden gemäß ihren Möglichkeiten. Ich bekomme keine großen Spenden, doch ich bekomme genug. Dennoch, die Ausgaben steigen ebenfalls. Dadurch hat der Ashram immer Schulden – so um die anderthalb lakhs (150.000 Rupien)!“
Die Ingenieure schlugen vor: „Warum kannst du nicht ein paar Schüler nach Afrika schicken, wie es andere spirituelle Einrichtungen auch tun? Sie werden von dort aus Geld sammeln.“
„Ich habe nicht viele Leute. Die wenigen, die ich habe, werden hier gebraucht“, antwortete der Meister.
Auch bei vielen anderen Gelegenheiten drängten Aspiranten den Meister dazu, Reisen zu unternehmen, um Geld zu sammeln.
„Das ist unmöglich für mich“, pflegte der Meister zu sagen. Und als 1940 ausgiebige Vorbereitungen für eine große Reise durch den Punjab getroffen wurden, weigerte er sich zu gehen und schickte stattdessen den Organisatoren ein Telegramm: „Lasst mich so viel wie möglich tun, indem ich in meiner eigenen kleinen Hütte am Ufer des Ganges bleibe. Wenn der Honig hier ist, werden die Bienen von selbst kommen. Meidet rücksichtslos den Wunsch nach Geld.“

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Der Schlüssel zum Frieden:

Am 15. Januar 1956 sprachen die Ashram-Autoritäten mit dem Meister über die überhöhten Kosten, die eine Druckerei von außerhalb für den Druck eines kleinen Buches in Rechnung gestellt hatte. Das allgemeine Gefühl war, dass die Druckerei die Gesellschaft betrogen hatte.
Die Bemerkung des Meisters kam wie der Blitz: „Stellt euch doch einfach vor, dass euch das Geld durch diejenigen zugute kommt, die euch betrogen haben. Denn in Wirklichkeit sind sie nichts anderes als euer eigenes Selbst. Das ist der Schlüssel zu Frieden und Glück.“

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Ein Schüler, der fortging:

Die seltsame Reaktion des Meisters war keineswegs Ausdruck eines Furchtkomplexes. Als im Jahre 1935 die Möglichkeit eines Rechtsstreits in Bezug auf die Veröffentlichungstätigkeit des Ashrams zur Debatte stand, schrieb er einem Schüler: „Man sollte jede Erfahrung gemacht haben, nur dann werden Furcht und das Gefühl der Schande verschwinden.“
1955, als die Leiter des Ashrams zögerten, einen abreisenden Bewohner wegen Veruntreuung anzuzeigen, sagte der Meister ihnen deutlich: „Falls das das Richtige ist, tut es. Ich habe keine Angst davor, vor Gericht zu gehen. Wir sollten Unehre genauso willkommen heißen wie Ehre.“

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Schlechte Menschen bessern:

Einmal gab es einen jungen Mann von gewalttätigem Benehmen im Ashram, der Ashrameigentum zu seinem persönlichen Gewinn wegzunehmen pflegte. Der Meister bestand darauf, ihn in der Einrichtung zu behalten, indem er sagte: „Ich muss ihm dienen und ihm helfen, sich zu bessern. Lasst ihn hier bleiben.“
Von Anfang an hatte der Meister die größte Freude daran, schlechten Menschen zu dienen. In einem seiner ersten Briefe, den er in den dreißiger Jahren an einen Schüler in Madras geschrieben hatte, sagte er: „Ich möchte um mich herum jede beliebige Anzahl von Menschen, die mich beschimpfen, mich verleumden, mich beleidigen und mich sogar verletzten. Ich möchte ihnen dienen, sie unterrichten, sie erheben und transformieren.“

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Die Klärung von Zweifeln:

R.M. Karkare war Professor an der Vikram Universität in Gwalior. Als er sich für kurze Zeit im Ashram aufhielt, begann er sich zu fragen, ob dessen Bewohner nicht nützlicher für die Gesellschaft sein könnten. Er brachte seine Zweifel in Form eines Briefes an den Meister zu Papier:
„Ich bin Dir dankbar für die gütige Gastfreundschaft, die mir erwiesen wurde. Ich weiß die verschiedenen Aktivitäten Deines Ashrams sehr zu schätzen. Ich gehe auch zum Satsang und anderen Programmen.
In Bezug auf die verschiedenen Bücher, die Du in Deiner Güte geschrieben hast, habe ich noch eine große Anzahl durchzulesen. Durch das, was ich dieser Tage lese, bin ich voll großer Hoffnung, dass die Welt durch Dich Nutzen erlangen wird.
Doch ich habe schwerwiegende Zweifel bezüglich der großen Bewohneranzahl hier, die womöglich keinen konkreten Dienst an der Menschheit leisten. Wie kann es Selbstverwirklichung ohne Selbstverleugnung geben? Abgesehen von ihrem eigenen Sadhana (spirituelle Praxis), wäre es nicht besser, dass diese Leute sich ein Dorf aussuchten, in dem sie den Bedürftigen in den verschiedenen Aspekten des Lebens dienen könnten?
Indem sie hier untätig herumsitzen, dienen sie nicht der Sache der Nation, obwohl sie natürlich etwas für die Verbesserung ihrer selbst tun mögen.
Damit möchte ich nicht die Seelen kritisieren, die hier leben – sie alle sind große Männer, die ich respektiere – aber die Gedanken, die sich in meinen Geist eingeschlichen haben, verlassen mich nicht und eine Antwort auf sie möge mir gütigerweise gegeben werden, um ihre Last zu erleichtern.“
Nachdem er dem Meister den Brief überreicht hatte, blieb der Professor im Ashram, wobei er an den Nachmittagsvorträgen und den morgendlichen und abendlichen Satsang-Programmen teilnahm. Er dachte, dass der Meister ihn rufen würde, um seine Zweifel zu zerstreuen. Als das nicht geschah, dachte er, der Meister habe es vielleicht übelgenommen. Aber zu seiner beachtlichen Erleichterung schickte ihm der Meister am vierten Tag die folgende schriftliche Antwort durch seinen Sekretär:
„Selbstverwirklichung ist das Ziel eines jeden. Und obgleich die letztendliche Erfahrung universell und einheitlich ist, ist die Herangehensweise im Falle verschiedener Menschen unterschiedlich. Das hat folgenden Grund: Obgleich die letztendliche Erfahrung nur möglich ist, nachdem der Geist aufgehört hat zu arbeiten, muss Sadhana immer mit Hilfe des Geistes ausgeführt werden. Gemüter und Temperamente unterscheiden sich aber. Und daher ist auch die Weise der Annäherung an die wahre Wirklichkeit unterschiedlich.
Der Patriot, der dem Land dient, der Anwalt und der Arzt, die der Gesellschaft dienen, der Ingenieur, der Professor, der Straßenfeger und der Autofahrer – jeder von ihnen kann Selbstverwirklichung erlangen, ohne die gesellschaftliche Gruppierung zu verlassen, in die Gott ihn hineingestellt hat. Wie Du richtig gesagt hast, ist Selbstverleugnung vor der Selbstverwirklichung notwendig und jeder hat das Vorrecht, seine eigene Methode zu wählen, um diese Selbstverleugnung zu erreichen.
Die Bewohner des Ashrams sind alle im Dienst an der Menschheit beschäftigt. Arbeit für die Erhaltung der spirituellen Kultur ist genauso wichtig, wenn nicht noch mehr, wie die Arbeit auf anderen Gebieten. Tatsächlich glaube ich, dass es erst dann eine größere Chance geben wird, dass die Welt endlich Frieden genießen kann, wenn die Betonung nach und nach vom politischen zum spirituellen Standpunkt verschoben wird. Von diesem Punkt aus betrachtet, leisten diese Sannyasins (Entsagte, Mönche) einen fruchtbareren Dienst an der Nation und an der Menschheit im Allgemeinen als ihre Brüder in anderen gesellschaftlichen Gruppierungen. Es gibt praktisch keinen hier im Ashram, der nicht auf die eine oder andere Weise an dem Dienst teilhat, den die Divine Life Society an der Menschheit leistet. Dienst ist ein wesentlicher Teil der täglichen Routine der Aspiranten hier.
Aber damit soll nicht gesagt sein, dass ein Aspirant oder Sannyasin, sofern er nicht einen spektakulären Dienst leistet, eine große, unproduktive Last für die Gesellschaft ist. Es wird immer Introvertierte der extremen Sorte geben, die sich womöglich mit keinerlei Aktivität beschäftigen, sondern all ihre Zeit mit Introspektion, Selbstanalyse und Bhajan (Singen hingebungsvoller Lieder) verbringen. Auch sie werden gebraucht. Sie tun scheinbar nichts für die Welt in ihrer Gesamtheit, aber tatsächlich leisten sie einen unschätzbaren Dienst an der Menschheit, indem sie einen Aspekt der spirituellen Kultur bewahren – den introvertierten Aspekt. Sie führen die Tradition des Virakta (ein Losgelöster, von Wünschen Unabhängiger) Sannyasin fort, der auf dem unwegsamen Pfad der Verneinung der Welt den gewaltigen Ozean der Weltlichkeit überquert. Sie sind Leuchtfeuer für andere weniger entwickelte Seelen, die sonst in dem unerforschten Meer des Sadhana (spirituelle Praxis) verloren gehen würden.
Jeder, der aufrichtig nach Selbstverwirklichung strebt, welchen Pfad er auch wählt, was immer er auch zur Erreichung des Ziels und mit Ernsthaftigkeit tut, leistet der Welt in ihrer Gesamtheit einen ausgezeichneten Dienst. Er stellt eine Herausforderung an diejenigen dar, die denken, dass nur sinnlicher Genuss Freude sei und die an die feste Wirklichkeit der Welt und weltlicher Beziehungen glauben. Durch ernsthaftes Sadhana und Selbstdisziplin wirst Du in der Lage sein, Selbstverwirklichung zu erlangen, wo auch immer Du bist.“
So schloss der Meister, und seine treffenden Antworten zu den Punkten, die der Professor angesprochen hatte, wurden gut aufgenommen.

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Öffentlichkeitsarbeit:

Als er 1946 zusammen mit dem Meister den Hügel zum Vishwanath-Tempel hinaufstieg, fragte ein gewisser Meshana: „Swamiji, wozu muss es im Ashram das Divine Life-Magazin, das Postamt und den Verkauf von Büchern an die Allgemeinheit geben? Ist dies nicht ein Ort für heilige Meditation?“
Der Meister sagte: „Was soll man machen? In den alten Zeiten pflegten die Rajas (Könige) für die Bedürfnisse der Sannyasins (Entsagte, Mönche) zu sorgen, indem sie sie in regelmäßigen Abständen mit den notwendigen Lebensmitteln versorgten. Jetzt kümmert sich niemand darum. Wir müssen Geld verdienen, um unsere Körper zu beschützen und uns auch um unser spirituelles Wachstum kümmern. Wir füttern die Öffentlichkeit mit dem göttlichen Löffel und sie füttert uns mit dem goldenen Löffel. Was schadet das denn?“
Einige Besucher kritisierten den Apparat für Öffentlichkeitsarbeit der Institution.
„Wenn öffentliche Bekanntheit für einen selbstsüchtigen, weltlichen Zweck benutzt wird, warum sollte man sie dann nicht für einen selbstlosen, spirituellen Zweck benutzen?“, fragte der Meister. „Dank der Bekanntheit bin ich jetzt dazu in der Lage, lakhs (Hunderttausenden) von Menschen zu dienen. Ohne Öffentlichkeitsarbeit kann ich nur fünf Menschen dienen, mit ihr aber Fünfhunderttausenden.“

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Werbung für die Augenhilfe:

Während eines Augenhilfe-Camps kam der Meister in den Operationssaal. Dr. Kailas Nath, ein junger Chirurg aus dem Punjab, kümmerte sich um einen Patienten. Karina Karunakaran, ein indonesischer Aspirant, assistierte ihm.
„Ich glaube, das Dristi-Dana-Yajna („Opferzentrum für Sehhilfe“)-Zentrum ist zur Zeit etwas träge“, begann der Meister.
„Ja, Swamiji“, sagte der Doktor. „Bis jetzt haben wir in diesem Yajna (Opferzeremonie, hier im Sinne von selbstlosem Dienst) zehn Fälle von grauem Star operiert. Dank deiner Gnade und Segnungen waren wir trotz der mangelnden Zusammenarbeit der Patienten bei allen erfolgreich.“
Der Meister war nicht recht zufrieden. Er hielt beinahe eine Strafpredigt, was zugleich die Stärke seines Wunsches zu dienen und auch seine Genialität im Organisieren enthüllte.
„Ich habe darüber nachgedacht, warum nicht mehr und mehr Leute täglich hierher kommen. Außer dem Tamtam und der Verteilung von Flugblättern haben wir keine intensive Kampagne durchgeführt, um Patienten für das Augencamp herbeizubringen. Du solltest nach Rishikesh gehen, dich an einen gut sichtbaren Platz stellen und einen Vortrag über die Wichtigkeit der Gesunderhaltung der Augen und der Bewahrung des Augenlichts halten. Du solltest den Leuten die Anatomie der Augen erklären und auch ein paar allgemeine Hinweise zu ihrer Pflege und Hygiene geben. Sie werden Nutzen daraus ziehen und auch Vertrauen in dich gewinnen. Dann werden sie wissen, dass du ernsthaft daran interessiert bist, ihnen zu dienen. Sie werden sich um dich scharen.
Du solltest nicht schüchtern sein, sondern ihnen kühn versichern: ‚Kommt zu mir. Ich werde euer Augenlicht wiederherstellen. Ich werde euch neue Sehkraft geben. Bis jetzt habe ich zehn Menschen vom grauen Star geheilt. Leute, die zuvor unfähig waren, einen großen, direkt vor ihnen stehenden Elefanten zu sehen, sind jetzt in der Lage, eine Nadel einzufädeln!’ Du sollst nicht denken, das sei Eigenlob. Nein, du kannst sogar einige Dias anfertigen, die den Zustand des Patienten vor und nach deiner Operation darstellen – wie er an der Praxis ankam, indem er sich mit einem Stock vorantastete und wie er nach ein paar Tagen mit völlig wiederhergestelltem Sehvermögen fröhlich umherging. Du solltest auch einen Film vorführen, der dich beim Durchführen der Operation zeigt.
Glaube nicht, dass du dich damit selbst lobst oder prahlst. Du brauchst auch keine Angst vor Kritik zu haben. Lass die Leute dich kritisieren oder sagen, dass du prahlerisch und arrogant bist; leidende Menschen aber werden sich um dich scharen und so kannst du viel Dienst leisten. Das ist es, was gebraucht wird. Du solltest immer nach neuen Wegen des Dienens suchen und so neue Methoden finden, der Allgemeinheit zu dienen. Das ist aktives Nishkama Karma Yoga (selbstloses Dienen frei von Wünschen). Das ist meine Methode.“

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Die ideale spirituelle Einrichtung:

Ein Bewunderer des Meisters bat einmal um seinen Rat bezüglich der Eröffnung eines Ashrams an seinem eigenen Heimatort. Der Brief, den der Meister als Antwort schrieb, enthielt beinahe so etwas wie eine Blaupause für eine ideale spirituelle Einrichtung. Außerdem machte er einen klaren Unterschied zwischen Sozialarbeit als solcher und Sozialarbeit, die im Geiste der Verehrung des Virat (der Universellen Form Gottes) geleistet wird.
„Die Grundlage der Aktivität sollte rein spirituell sein. Alle Aktivitäten sollten das spirituelle Wachstum fördern. Es sollte nicht nur sozial sein. Soziale Einrichtungen gibt es viele. Ohne eine spirituelle Grundlage sind soziale Einrichtungen eine bloße Leere; sie sind nur mechanische Fabriken. Überall sollte der Name Gottes gesungen werden. Die ganze Atmosphäre sollte von Liebe, Reinheit, Opfer, Dienst, Entsagung und Leidenschaftslosigkeit durchdrungen sein. Havan (Feuerzeremonie) sollte mindestens einmal im Monat durchgeführt werden. Alle Gottheiten sollten angerufen werden. Tägliche Verehrung, ununterbrochenes Kirtan (Mantrasingen), das Studium und die Rezitation des Ramayana, der Gita und des Bhagavata (verschiedene heilige Bücher), gemeinsame Meditation und gemeinsames Gebet sollten zu alltäglichen Einrichtungen des Ashrams werden. Nur dann wird er zu einer glorreichen spirituellen Institution mit sozialen Ablegern und gewerblichen Zweigen werden, um zu erleuchten, zu beleben, zu verschönern und das Göttliche in das weltliche Leben zu tragen.“

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Unsterbliche Mirabai:

Es war während der Reise des Meisters durch ganz Indien. Am 17. September 1950 hielt er eine Ansprache in einem überfüllten Saal an der Patna-Universität. Der Vizekanzler Sarangdhar Sinha führte den Vorsitz. Mitten in seiner Ansprache brach der Meister in Kirtan (Mantrasingen) aus:
Hari Ki Premi Hari Hari Bolo
Avo Pyare Milkar Gavo.
Dann bemerkte er, dass viele Studenten nicht an seinem Gesang teilnahmen. Er gab ihnen eine milde Zurechtweisung: „Ihr schließt euch mir nicht dabei an, Seine Namen zu singen. Mira (Heilige und mystische Dichterin, 1547 – 1614) tanzte auf offener Straße. Alle ihre Lieder sind unsterblich geworden. Sie lebt in unseren Herzen. Solange man sich an Krishnas Namen erinnern wird, solange wird man sich auch an ihren Namen erinnern. Ihre Lieder inspirieren Menschen, wenn sie verzweifelt sind. Sie hatte Vertrauen in Krishna. Sie lernte nicht an Schulen oder Colleges. Sie machte keinen M. A.-Abschluss. Sie unternahm keine Forschungsarbeit. Statt dessen zapfte sie direkt die Quelle an – Gott! So erwarb sie alles Wissen. Ramakrishna war kein Forscher und Gelehrter. Er zapfte ebenfalls die Quelle an. Hütet euch! Hütet euch! Hütet euch! Lasst euch nicht von diesem falschen äußerlichen Geglitzer hinreißen. Alles Wissen ist in euch. Schließt für ein paar Minuten die Augen und meditiert. Tut es jetzt.“
Als der Meister das sagte, senkte sich eine Stille, eine ungewöhnliche Stille auf die Zuhörer herab und jeder schloss sich der gemeinsamen Meditation an. Tausende meditierten in vollkommener Stille. Nicht einmal das Geräusch des Atmens war zu hören! Nach vollen zwei Minuten öffnete er seine Augen und sang ein sanftes „Om“. Die gesamte Versammlung antwortete im Chor. Dann fuhr der Meister in einem leisen, flüsternden Tonfall mit seinem Vortrag fort, von Herz zu Herz sprechend.

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