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Sei ehrlich zu dir selbst

Die Doktrin der Bhagavad Gita

Für den spirituellen Sucher zeigen die Kapitel der Bhagavad Gita den schrittweisen Weg hin zum Ziel. Wenn man zu Anfang mit offenen Augen auf die Dinge schaut, sieht man ein Durcheinander, - einen historischen Konflikt zwischen einer Sache und allem Anderen.

So sehen wir die Welt. Alles ist in einem heillosen Durcheinander, niemand vertraut niemandem, jeder will jeden ausnutzen, jeder misstraut allen Anderen. Jeder muss sich vor jedem schützen, obwohl es richtig ist, dass man die Gegenwart einer solchen Vielzahl von unterschiedlichen Menschen und Massen in der Welt nicht völlig ignorieren kann. Dieses ist das Bild des Schlachtfeldes.

Jeden Augenblick sehen wir uns solchen Situationen gegenübergestellt. Dies ist eine Schlacht, die innerlich stattfindet, obwohl sie sich äußerlich darstellt; etwas Unwiederbringliches offenbart sich als körperlich und als wirkliche Schwierigkeit. Dies widerfährt uns jeden Tag von morgens bis abends, von einem Augenblick zum anderen. Wir müssen aufpassen und uns umschauen, um zu sehen was geschieht, und um zu erkennen, wie wir uns auf die sich täglich und mehrfach am Tage verändernden Bedingungen einstellen können. Wir sehen uns einer Welt gegenüber, die wie ein Gegensatz erscheint. Warum sollen wir uns ihr stellen? Weil wir in ihr sind. Wir haben ein Feld betreten, indem wir uns selbst befinden. Wir können uns nicht dagegen verschließen und müssen uns der Situation wohl oder übel in angemessener Form stellen.

Dies nennt man, der Pflicht genüge tun. Die Pflichten sind das, was man von uns unter den gegebenen Umständen erwartet, wobei sich die Pflichten auch in Farbe, Kontur und Struktur sowie in Verbindung mit dem Ort, der Zeit und den Umständen ändern. Die Pflichten von einem Ort müssen nicht notwendigerweise die Pflichten von einem anderen Ort sein. Das Gleiche gilt für die Zeit und die verschiedenen anderen Bedingungen. Desha, kala, paristhiti (Ort, Zeit und Bedingungen) bestimmen unsere Handlungsweise. Darum können wir kein Nachschlagewerk zur Hand nehmen, um die notwendigen Maßnahmen für irgendeine Situation irgendwo in der Welt nachzuschlagen und diese Maßnahmen danach richtig zu ergreifen. Wir müssen unseren gesunden Menschenverstand, unsere Gefühle und unseren Verstand einsetzen. Das Verständnis ist das, was wir brauchen, um durch die Kapitel der Bhagavad Gita voranzuschreiten. Das Wort buddhi, Verstand, muss immer wieder hervorgehoben werden.

Sehr oft stellen wir fest, dass uns die Welt zu viel wird. Die vielen Menschen, die ganze Menschheit steht uns gegenüber, starrt uns an und sagt uns, dass wir wachsam sein müssen: Nehmt euch in Acht! Manchmal sehen wir viel kleiner als die Welt aus, was mehr ist, als die Kaurava-Armee, die größer als die Pandava-Gruppe ist. Die objektive Welt ist in Raum und Zeit größer als wir Individuen, die Persönlichkeiten. Wir scheinen der Welt, die wie ein Ozean vor uns ist, nur allein gegenüberzustehen.

Auch wenn immer wieder betont wird, dass wir uns der Welt stellen müssen, so fühlen wir doch, dass es keine einfache Aufgabe ist. Wie kann man als Einzelner, der sich in dieser weiten Welt in Raum und Zeit der ganzen Menschheit gegenübersieht, bestehen? Doch es wird immer wieder gesagt, sich aufzumachen und die Last zu schultern. Dies bedarf nicht nur eines inneren Verstehens, sondern auch einer geeigneten Führung.

Vielleicht haben wir noch kein rechtes Verständnis für die vorherrschen­den Umstände, denn wir wollen das Heft selbst in Hand nehmen. Es gibt Menschen, die glauben, dass sie die ganze Natur erobern, sich der Menschheit stellen und die Welt regieren, Könige, Eroberer und Diktatoren sein könnten. Solche Gefühle haben einige Menschen, doch diese Gefühle entspringen nur einer Anfangseuphorie.

Letztendlich hat noch kein Diktator die Welt unter seine Kontrolle bringen können. Sie wurden alle durch die historischen und politischen Umstände, sowie durch soziale Katastrophen aus ihrer Macht entfernt. In solchen Situationen, wo man sich nicht sicher sein kann, ob es möglich ist, in dieser Welt überhaupt etwas zu bewirken, möchte man die Waffen strecken: „Ich werde keine Mühen aufwenden, solange ich keine inneren Beziehungen zur machtvollen Menschheit und zur Welt der Natur habe. Dies ist nichts für mich.“ Dies ist das schlimmste Verhalten, was den Menschen überkommt, obwohl er glaubte, viele Dinge tun zu können.

Spirituelle Sucher, die am Anfang eine große Hinwendung zu Gott fühlen, glauben, dass sie sich, um Gott in diesem Leben zu erreichen, von der Welt und der Arbeit zurückziehen müssten. Dies fühlte auch Arjuna: „Lass die Kauravas wissen, wer ich bin.“

Wir können uns die Ausführungen von Arjuna auf Seiten der Pandavas anschauen, die in der Udyoga Parva der Mahabharata beschrieben wurden und vor dem Kriegsausbruch entstanden sind: „Wer glauben die, wer sie sind? Sie kennen nicht die Macht meines Gandiva. Lass mich meinen Bogen spannen und sehen, wie ihr Mut sinkt.“ All dies wurde in der vorbereiteten Diskussion in einer Audienz getönt, doch als die Konfrontation unmittelbar bevorstand, schwand das Vertrauen und die Tapferkeit löste sich wie Dunst in der Sonne auf. Derselben Persönlichkeit, die zuvor den Bogen spannen wollte, um die Herzen seiner Gegner zu brechen, überkam eine völlig andere Stimmung.

Die eigentliche Konfrontation richtet uns. Wir erkennen uns erst, wenn wir der gegnerischen Partei gegenüberstehen. Wenn uns niemand stellt, wissen wir nicht, wer wir sind. Selbst die Macht Gottes kann nur erkannt werden, wenn wir uns ihr gegenübersehen. Es gab Menschen, die begegneten Vishnu, Narayana. Erst dann offenbarte ER sich als furioser Löwenmensch, Narasimha oder als Rama oder Krishna.

Wenn wir uns der Welt stellen, zeigt sie ihre Stärke. Auch wir werden erst dann unsere wahre Stärke zeigen, wenn wir mit ihr konfrontiert werden. Wenn wir alles verlieren, werden wir alle Anstrengungen unternehmen, um uns selbst zu retten.

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