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Sei ehrlich zu dir selbst

Formen der Liebe

Es gibt fünf Arten von Liebe, die bis ins Kleinste in den bhakti shastras, den Schriften über die göttliche Hingabe beschrieben sind. Eine Art der Liebe ist die Liebe der Eltern zu ihren Kindern. Vater und Mutter hängen an ihren Kindern, insbesondere, wenn es sich um Einzelkinder handelt, und ganz besonders, wenn dies noch ein Sohn ist. Die Eltern behüten ihr kleines Kind. Elterliche Zuneigung ist eine Art von Liebe, die man in allen Familien beobachten kann. Eine andere Art von Liebe ist die Zuneigung zu den eigenen Eltern. Ihr liebt eure Väter und Mütter auf eine Weise, die sich von der Zuneigung zu euren Kindern unterscheidet. Obwohl beides Formen der Liebe sind, so offenbaren sie sich auf unterschiedliche Weise. Eure Liebe zu euren Eltern unterscheidet sich qualitativ und inhaltlich von der Liebe zu euren Kindern. Die Liebe zu den Eltern beinhaltet eine Zuneigung, die mit Respekt und Verehrung einhergeht und sich ursächlich von der Eltern-Kind-Beziehung unterscheidet.

Es gibt eine weitere Form der Liebe, nämlich die Liebe unter Freunden (Freundschaften). Kumpel, gleich Gesinnte, Ältere sitzen beisammen, essen zusammen, sprechen, arbeiten und gehen zusammen spazieren und können nicht voneinander lassen. Sie sind im wahrsten Sinne des Wortes Busenfreunde. Der Eine empfindet eine untrennbare Liebe zu dem Anderen. Diese Form der Liebe, die man für jemand anders empfindet, unterscheidet sich von anderen Formen der Zuneigung in einer bemerkenswerten Weise. Es gibt eine vierte Variante der Liebe, nämlich, der Diener zu seinem Meister. Sie sind sehr gehorsame, sehr zuverlässige Diener, die selbst in dieser Zeit der Korruption, ihre Meister bis in den Tod lieben. Ich habe solch einen Diener beim Bundesgericht erlebt. Selbst noch Jahre nach der Pensionierung des Richters diente er ihm bis zu dessen Tod auf die immer gleiche Weise. Er liebt nicht den Richter, sondern dessen Persönlichkeit: „Er mag ein Richter gewesen sein; doch jetzt hat er, wie jeder andere, seinen Dienst quittiert. Das macht nichts. Ich liebe ihn. Er ist mein Meister, Lehrer, Beschützer und höher Stehender.“ Die Liebe, die man dem Höhergestellten entgegenbringt, bezeichne ihn als Meister oder Guru, unterscheidet sich von den vorher erwähnten.

Dann gibt es noch eine andere Form der Liebe, nämlich die Liebe zwischen Mann und Frau und umgekehrt. Dieses Phänomen wird als die Spitze aller Liebesformen betrachtet. Die Liebe unterscheidet sich in Charakteristik, in Intensität und in ihrer Bedeutung völlig von allen anderen Formen der Liebe.

Dieses sind die fünf bhavas, Gefühle oder emotionalen Leidenschaften bezogen auf die Objekte, zu denen wir uns hingezogen fühlen. Solange unsere Haut nicht vergeht und unsere Knochen nicht brechen, kann uns die Liebe nicht verlassen. Selbst wenn wir an den allmächtigen Gott als unser größtes Objekt der Hingabe und Lieben glauben, können wir es nicht anders als in Form der Liebe, einer Emotion oder eines Gefühls tun.

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