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Buddha

Buddha bedeutet "der Erwachte". Die Bezeichnung "Erwachter" bezieht sich auf Buddhas Samadhi-Meditation, die "tiefe Erleuchtung". Insbesondere der historische Siddhartha Gautama wird als Buddha bezeichnet. Im Hinduismus wird Buddha als einer der Avatare von Vishnu angesehen, identisch mit dem historischen Siddhartha Gautama Buddha.

Leben von Gautama Siddharta

Die historische Person Gautama Siddartha bildet den Ausgangspunkt des Buddhismus, welcher im 6. Jahrhundert vor Christus seinen Anfang genommen hat.

Wie keine andere Persönlichkeit Ostasiens, hat Gautama Siddartha durch sein Vorbild und seine Lehre gewirkt. Während seines Lebens hat er keinen Biographen gefunden. Von ihm gibt es dementsprechend auch keine historisch getreue Lebensbeschreibung, die sich auf Augenzeugen stützen kann. Die meisten Mönche, die ihm gefolgt waren, hatten nicht das geringste Interesse an seiner Biographie.

Der Gründer des Buddhismus hat viele Namen. Die historische Gestalt heißt nach seiner Familie Gautama. Seine Eltern gaben ihm den Namen Siddhartha (Herr oder Erhabener). Wichtige religiöse Ehrentitel sind "Bodhisattva" (Erleuchtungswesen) und vor allem "Buddha". Den ersten Titel trägt er vor, den zweiten nach seiner Erleuchtung.

Ein reiches Elternhaus und tiefere Fragen

Siddhartha wurde um 560 v. Chr. als Sohn eines Fürsten aus dem Geschlecht der Schakjas geboren. Das Reich seines Vaters war ein kleiner Staat im Vorgebirge des Himalaja. Siddhartha genoss eine hervorragende adelige Erziehung und lebte in Pracht und Herrlichkeit. Er wurde im Reiten, Bogenschießen, Fechten und Ringen ausgebildet. Doch in diesen kriegerischen Disziplinen war sein Eifer eher gering. Dafür konnte er vortrefflich lesen und schreiben.

So weit wie möglich wurde Leid aus seinem Leben ferngehalten. Was es an Luxus gab, wandte der Vater auf, um den Knaben dem weltlichen Leben zu erhalten. Der Vater war überzeugt davon, dass nichts mehr Siddhartha dazu bringen würde, die Welt mit ihrer Pracht zu verlassen. Doch der Sohn ließ sich auf Dauer nicht vom Luxus beeindrucken. Er geriet in eine tiefe Lebenskrise, weil sich ihm Fragen aufdrängten, auf die ihm niemand Antwort gab. Manchmal begann er, darüber nachzudenken, ob und wie er der Welt entfliehen könne.

Von den Ausfahrten

Einmal fuhr Siddhartha in seinem Wagen in die Parkanlagen der Umgebung. Dort traf er auf einen abgezehrten Greis, der sich auf einen abgenutzten Stab stützte. Sein Anblick schockierte ihn, da er an Haaren und Zähnen, Händen und Füßen die Zeichen der Vergänglichkeit bemerkte. Siddhartha fragte seinen Wagenlenker, was mit dieser Gestalt los sei. Dieser erwiderte, dass das Alter jeden Menschen treffen könne. Für keinen gibt es eine Ausnahme. Der Erhabene erschütterte und fragte sich, was ihm Spiele und Liebesvergnügen noch bedeuten sollten, wenn das Alter von ihm Besitz ergreife.

Auf der zweiten Ausfahrt traf Siddhartha einen Kranken, der unter starken Schmerzen litt. Wieder belehrte ihn sein Wagenlenker, dass alle Menschen dem Gesetz der Krankheit unterworfen sind und niemand jeder Krankheit entkommen kann.

Auf der dritten Ausfahrt schließlich traf er einen Toten. Dieser hatte die Welt verlassen und eine andere Welt erreicht. Nun war die Erschütterung des Bodhisattva noch größer und er fragte sich, ob man Alter, Krankheit und Tod ewig ausgesetzt sei, oder ob es einen Ausweg gebe.

Bei der vierten Ausfahrt sah er einen Mönch, der nur eine Bettelschale besaß und ein einfaches, braunrotes Gewand trug, aber eine edle Haltung an den Tag legte und würdevoll aussah. Der Wagenlenker erklärte ihm, dass dies ein Asket sei, der aus der Heimat in die Heimatlosigkeit gezogen sei, um Ruhe für sein Inneres zu finden und von aller Leidenschaft und von jedem Hass frei zu werden. Darauf gründe sich sein Heil. So hoffe er auf ein seliges Leben in Wonne und Unsterblichkeit. Diese Tatsache machte den Bodhisattva sehr nachdenklich.

Der Weg zum Erwachen

Im Anschluss zu den Ausfahrten beschloss Siddartha die Welt zu verlassen, da war er gerade 29 Jahre alt. Eines Nachts, in dem Moment als sein Sohn geboren wurde, ritt er heimlich aus der Stadt. In einem nahen Wald schnitt er sich seine langen Haare ab und tauschte seine kostbaren Gewänder gegen die damals übliche Kleidung der Bettler aus. Seitdem trug er nur noch das ärmliche gelbbraune oder orange Tuch.

Nun begann für Gautama eine schwere Zeit. Es sollte noch sechs Jahre dauern, bis er endlich zur Erleuchtung kam. Für die erste Zeit ging er zu dem Brahmanen Alara Kalama in die Lehre, um dessen Yogapraxis kennenzulernen. Aber hier fand er nicht das, was er suchte.

Danach glaubte er, nur durch strengste Askese sein Heil finden zu können. Er wollte zusammen mit fünf Hinduheiligen die Wahrheit durch Askese erzwingen. Doch er erkannte, dass er auf diese Weise nie die Wahrheit erkennen könne. Als er die Askese aufgab, verließen ihn die fünf Asketen. Er setzte sich unter den Bodhibaum, wehrte sich standhaft gegen alle Versuchungen und Verlockungen. In tiefer Versenkung fand er schließlich die vier edlen Wahrheiten: Der Weg ins Nirwana stand ihm offen. Nach einigen Tagen machte er sich auf, um die Lehre zu verkünden. In Benares hielt er seinen fünf Hinduasketen die erste Predigt über die Erlösung.

Sein Leben als Lehrer

Damit setzte er das Rad der Lehre in Bewegung. Die Asketen bildeten eine Zelle des Mönchsordens. 45 Jahre predigte Buddha in Nordindien. Dem einfachen Volk predigte er die hinduistische Lehre, den Gebildeten legte er die vier Wahrheiten aus und wies ihnen den Weg zum Heil.

Im Alter von 80 Jahren überquert der Buddha zum letzten Mal den Ganges. Hier wird er zum ersten Mal wirklich krank. Alle machen sich Sorgen um seine Nachfolge. Aber der Buddha weigert sich, einen Nachfolger zu bestellen. Er hat die Lehre offen gelehrt und keine Wahrheit zurückgehalten. Er beschwört die Mönche, dass sie sich selbst Licht und Zuflucht sein müssen.

An ihm sollen sie nicht hängen, nur die Lehre soll ihr Gesetz sein. Kein Lehrer, nicht einmal Buddha selbst, steht über der Autorität der Lehre. Danach versinkt der Buddha in eine tiefe Meditation, aus der er nicht mehr zurückkehrt. Mitten in dieser Versenkung, die ihm das endgültige Verlöschen bringt, geht er in das Nirwana ein. Er ist nun am Ziel, das er immer gesucht hat.

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Sukadev über Buddha

Buddha ist der Erwachte, der Erleuchtete. Buddha kommt von Ausdruck "Bodha" oder auch "Buddhi". Bodha heißt Erwachen, Bodha heißt auch bildliche Idee. Ein Buddha ist derjenige, der erwacht ist, derjenige, der erleuchtet ist. Zweiter Wortstamm von Buddha ist Buddhi. Buddhi heißt auch, die Erkenntnis, die Vernunft. Buddha ist derjenige, der es erkannt hat. Ein Buddha ist also ein Erleuchteter, ein voll Erwachter. Buddha bezieht sich natürlich zunächst mal auf einen historischen Buddha. Man spricht im Buddhismus gerne vom historischen Buddha, also Siddhartha Gautama, der vor rund 2500 Jahren gelebt hat und der dann den Buddhismus begründet hat.

Eine interessante Lebensgeschichte

Natürlich, Buddha hat nicht eine neue [Religion] begründen wollen. Man kann sagen, Buddha war ein Reformator, im Rahmen der damaligen indischen Religion. Buddha hat eine interessante Lebensgeschichte und auf den Yoga Vidya Seiten findest du sie nacherzählt, sowohl als Text, als auch als MP3-Audio-Datei, als auch als Video-Datei. Buddha war Sohn eines Königs gewesen. Buddha hatte Frau und Kind gehabt. Eines Tages war er überkommen mit der Sehnsucht, das Höchste zu erreichen, er wollte Alter, Krankheit und Tod überwinden.

Er entsagte seinem Zuhause, er praktizierte intensiv, er versuchte, das Höchste zu erfahren durch intensives Tapas, manche sagen, durch Hatha Yoga Asanas und Pranayama, in jedem Fall durch intensive Askese, Fasten usw. Er erreichte auf diese Weise das Höchste nicht. Dann praktizierte er den Mittelweg. Schließlich setzte er sich hin unter dem so genannten Bodhi-Baum und sagte: "Ich werde nicht aufstehen, bis ich die Erleuchtung erlangt habe." Viele Tage blieb er bewegungslos sitzen, schließlich erreichte er Bodhi, die Erleuchtung und wurde Buddha genannt.

Buddha - der Erwachte

Anschließend lehrte er weiter, er wollte auch alle anderen zu Buddhas machen. Im weiteren Sinn ist nämlich Buddha jeder Erleuchtete. Und so gibt es viele Buddhas, viele Erleuchtete und auch du kannst versuchen, ein Buddha, ein Erleuchteter, zu werden. Wörtlich: Buddha – der Erwachte. Buddha – derjenige, der es erkannt hat. Buddha – einer, der Erleuchtung erlangt hat, der Erleuchtete, der Erwachte.

Zitate

"In steter Veränderung ist diese Welt. Wachstum und Verfall sind ihre wahre Natur. Die Dinge erscheinen und lösen sich wieder auf. Glücklich, wer sie friedvoll einfach nur betrachtet."

"Lass deinen Geist still werden wie einen Teich im Wald. Er soll klar werden, wie Wasser, das von den Bergen fliesst. Lass trübes Wasser zur Ruhe kommen, dann wird es klar werden, und lasse deine schweifenden Gedanken und Wünsche zur Ruhe kommen."

"Glaube nichts, weil ein Weiser es gesagt hat. Glaube nichts, weil alle es glauben. Glaube nichts, weil es geschrieben steht. Glaube nichts, weil es als heilig gilt. Glaube nichts, weil ein anderer es glaubt. Glaube nur das, was Du selbst als wahr erkannt hast."

 

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