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Bholanath (Ramani Mohan) und Shri Ma

Bholanath hatte Ma als ein freundliches, fröhliches, absolut wahrheitsliebendes Mädchen kennengelernt, das den älteren Verwandten unbedingt gehorchte. Ihre Mutter hatte sie angewiesen, Bholanath zu achten und ihm zu gehorchen wie ihren Eltern. Das war der Grundton in ihrer Beziehung zu Bholanath. Solange er lebte, tat sie nie etwas ohne seine Erlaubnis oder sein Einverständnis. Er seinerseits lernte bald, ihr Kheyala zu respektieren und stellte sich ihm selten, oder zumindest nie sehr lange, entgegen.

Als Ma nach Ashtagram kam, um ihm den Haushalt zu führen, fragte er sie einmal neugierig, ob sie sich nie im geringsten danach gesehnt hätte, von ihm zu hören. Er stellte diese Frage, weil sie zwar alle seine Briefe gewissenhaft beantwortet hatte, aber wie er ganz richtig vermutete, waren sie ihr in Kheora von den Eltern und in Narundi oder Shripur von Pramoda Devi diktiert worden. Ma verneinte, sie habe nie das Kheyala gehabt, an ihn zu denken. Bholanath fragte hartnäckig weiter: »Wenn ich fortginge oder krank würde, oder wenn ich gar stürbe, würde dir das überhaupt nichts ausmachen?« Ma antwortete: »Was sollte es mir ausmachen? Gäbe es denn einen Unterschied?«
      Dieser Gleichmut kränkte oder betrübte Bholanath nicht, aber er sagte einigermaßen erstaunt: »Du bist unschuldig wie ein Kind. Wenn du erwachsen bist, wird sich das legen.« Als Ma sich an diese Begebenheit erinnerte, fügte sie lächelnd hinzu: »Aber es scheint, als wäre ich nie aufgewachsen.«
      In ernsterer Stimmung erinnerte sich Ma einmal an ihr frühes Zusammenleben mit Bholanath: »Letztlich war dieser Körper ihm anvertraut; er konnte mit ihm tun, was er wollte. Aber er sah, daß schon der geringste weltliche Gedanke ihn abstieß. Schon eine leichte Änderung seines Betragens ihm gegenüber führte eine todesähnliche Starre herbei. Das ängstigte Bholanath, und er begann dann sofort mit Nama-Japa, um ihn wieder zu seinem Normalzustand zu bringen. Er verhielt sich immer mustergültig; er war ausschließlich auf mein Wohlergehen bedacht.«
      Daß Bholanath ständig in der Nähe einer so strahlenden Reinheit lebte, muß sein ganzes Wesen grundlegend gewandelt haben. Gewiß brachte er aber auch schon eine sehr gute Disposition mit, denn kein anderer hätte die Aufgabe eines Beschützers und Bollwerks für Ma in ihren Jahren der Hausarbeit und des Sadhana-Lila so gut erfüllen können. Er war ganz offenbar die auserwählte Person für diese ehrenvolle Position, die er bis zu seinem Samadhi im Jahre 1938 ohne Mühe und mit großem Geschick bekleidete.
      Auf die Frage, warum Ma die legitimen Freuden eines jungen Ehepaars verschmäht habe, gab sie einmal folgende bedeutsame Antwort:
      »Für diesen Körper geht es nicht um genießen und verschmähen. Was auch mit ihm geschieht, ist für euch alle nötig - und vielleicht ist dieser Aspekt des Lebens nicht so wichtig.«
      Können wir aus diesen Worten ein neues Menschenbild herauslesen? Aus der dominierenden Freiheit von weltlichen Lockungen leiten sich unmittelbar alle ihre anderen Vanis ab, wie z.B.: »Der Mensch hat eine einzige Pflicht: sich ständig an Gott zu erinnern.«
      Nach fast vier Jahren in Ashtagram wurde Bholanath nach Bajitpur versetzt. Bevor er dort seine Arbeit aufnahm, entschlossen sie sich zu einem kurzen Besuch in Vidyakut. Bholanath und Ma waren gut befreundet mit Madhu Babu und seiner Frau; sie luden sie ein, auf diese Reise mitzukommen. Die Fahrt fand in einem Boot statt. In der Mitte des Flußes rief man ihnen von einem anderen Boot zu, man brauche ein wenig Feuer. Bholanath und Madhu Babu waren gewarnt worden, daß es auf diesem Flußabschnitt Piraten gebe. So forderten sie ihre eigenen Bootsleute auf, schneller zu rudern, um dem ihnen folgenden Boot zu entkommen. Ihr eigenes Boot war mit viel Gepäck beladen, da beide Familien gerade umzogen. Wie damals üblich, trugen die Frauen eine Menge Schmuck. Es war fast Abend, und es begann ein wenig zu regnen.
      Bald war es ziemlich dunkel, doch das große Boot folgte ihnen schnell. Ma gab Bholanath Zeichen, er solle die Bootsleute in einen schmalen Kanal rudern lassen, der im Dunkeln gerade erkennbar war. Dies geschah, und leise rudernd kamen sie zu einem Fischerdorf. Auf dem großen Boot war dieses Manöver offenbar nicht bemerkt worden. Die Dorfbewohner sagten ihnen, sie seien im letzten Moment entkommen, denn es gebe keinen Zweifel, daß sie von Räubern verfolgt worden waren. Sie verbrachten die Nacht in dem Dorf und kamen am nächsten Morgen in Vidyakut an. 

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