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Vers 30

Sevvaanuruvil Thigazh Velavan Anru
Ovvaadhadhena Unarvittha Adhu Thaan
Avvaaru Arivaar Arigindradhu Alaal
Evvaaru Oruvarkku Isaivippadhuve


Der dem purpurnen Himmel ähnliche Velayudhan gab mir an diesem Tag
Diese einmalige himmlische Erfahrung; welch fröhliche Erfahrung, Bevor man sie hatte  und als solche erfahren hat, - der einzige Weg –Wie kann man dies einem anderen erzählen? Ist es etwas, das man sagen kann?


„Diese himmlische Erfahrung, die Gott Vel-Murugan, dessen Gestalt wie der purpurne Himmel (bei Sonnenuntergang) strahlt, (mir) aus dem Inneren enthüllt hat, an diesem Tag, der mit nichts vergleichbar ist - wie kann man diese Erfahrung einem anderen vermitteln, bevor er diese Erfahrung selbst hat und als solche erfährt? (Es ist unmöglich, diese Erfahrung zu vermitteln.)“

Erklärung:

Der purpurrote Himmel im Westen bei Sonnenuntergang hat einen besonderen Zauber und eine Schönheit, die nicht in Worten ausgedrückt werden kann. Er ist mit nichts zu vergleichen. Er bewegt das Herz. Wenn dies schon bei einem Teil des Himmels so ist, wie viel mehr dann mit Murugans leuchtender Gestalt, bei der nicht nur die Hände und Füße, sondern das ganze Wesen von purpurner Farbe ist (Vers 25)? Er ist eine Verkörperung der Schönheit. Er ist die personifizierte Anmut. Der nächste denkbare Vergleich ist der mit dem Himmel bei Sonnenuntergang, der selbst unvergleichlich ist. Der Ruhm und die Schönheit des Unbekannten und Unsichtbaren wird so durch das Bekannte und Sichtbare zugänglich gemacht und dennoch ist es nur erfahrbar und nicht mitteilbar, die Schönheit unserer täglichen Erfahrung, die nur eine Widerspiegelung des Unsichtbaren ist.

Purpur oder Röte weist auf Vollkommenheit hin. Gott, der ganz „rot“ ist, symbolisiert Vollkommenheit. Dieser Murugan, der wie der rote Himmel leuchtet, offenbarte an diesem Tag dem heiligen Arunagiri eine Erfahrung. Es war eine Erfahrung, die von Gott nicht durch Worte gegeben wurde, sondern durch direkte innere Offenbarung. Wie kann es etwas geben, das dieser Erfahrung gleicht? Gott hat kein Gleiches, kein Vergleichbares – Er ist das Absolute, das Höchste, das Ganze, das Vollkommene. Gotteserfahrung ist also unvergleichlich und darum gibt es keine Frage nach etwas, das ihr gleicht; Gott und Gotteserfahrung sind ein und dasselbe.

Gotteserfahrung ist nicht wie Sinneserfahrung mit Gegenständen. In der Sinneserfahrung bleibt das Objekt eine von uns getrennte Sache. Es gibt den Genießenden und das Genossene. Aber in der Gotteserfahrung behalten wir nicht unsere individuelle Existenz oder erfahren Gott so, wie wir ein Objekt erfahren. Gott ist das Absolute und Göttliche Erfahrung stellt sich nur ein, wenn unsere Individualität sich darin aufgelöst hat*. Das Individuelle oder Endliche kann das Unendliche nicht erfahren, solange es ein Endliches ist. Es muss sich selbst im Unendlichen auflösen und dazu werden, ja das Unendliche sein, wo die Erfahrung dem Sein entspricht. Darum heißt Gotteserfahrung zu haben, Gott zu werden oder Gott zu sein. Darum ist diese Erfahrung einmalig, von einer besonderen, dem Sterblichen unbekannten Art.

Wann wurde Arunagiri diese Erfahrung gegeben? „ An diesem Tag“, sagt der Heilige. An welchem Tag? An dem Tag, an dem Arunagiri die Vergänglichkeit der Welt erkannte und sich in wirklicher Reue seiner Fehler vom Tempelturm stürzte, als einen Akt der Sühne, im Gedenken an Gott; als Gott ihm erschien, ihn aufhob, ihn vom Tod rettete und ihm Erfahrungs-Upadesha gab; als ein Sünder, ein völlig sinnlicher Mensch in einem Moment zu einem Heiligen wurde, gemäß den Worten von Krishna in der Bhagavad Gita: „Selbst wenn der größte Sünder mich mit ausschließlicher Hingabe verehrt, muss er als ein Weiser betrachtet werden, weil er sich richtig entschieden hat.“ (IX-30)

Was erforderlich ist, ist eine Umwandlung der inneren Persönlichkeit. Das ist wirklicher Tod – Tod der Individualität – der die Gotteserfahrung hervorbringt. Der Tod des Körpers ist kein wirklicher Tod, weil die Individualität – deren Essenz Vasanas, Samskaras und unerfüllte Wünsche sind – nicht damit sterben, sondern fortbestehen und einen anderen Körper zu ihrem Ausdruck und ihrer Erfüllung annehmen. Als Mensch zu sterben und als Mensch oder in irgendeinem anderen Schoß wiedergeboren zu werden, ist kein Tod. Wenn das Tier und der Mensch in uns stirbt, um im Selbst oder in Gott geboren zu werden, als Heiliger oder Gottesmensch, das ist der wirkliche Tod (dieser relativen Existenz), weil wir nicht mehr wiedergeboren werden.

Was ist das für eine Erfahrung, die Gott Arunagiri an diesem Tage gegeben hat? Diese Erfahrung hat nicht nur keinen Vergleich, sondern sie kann auch niemand anderem mitgeteilt werden, sagt Arunagiri. Warum? Weil ihm diese Erfahrung nicht durch gesprochene Worte gegeben wurde. Es war eine Offenbarungserfahrung. Gott offenbarte sich ihm. Wie kann diese Erfahrung, die nicht durch Worte erfolgte, durch Worte vermittelt werden? Darum sagt der Heilige, dass diese Erfahrung nicht anders erfassbar ist, als bis man sie als solche als innere Offenbarung hat wie er sie von Murugan hatte. Es gibt keinen anderen Weg, sie zu erreichen außer durch persönliche Erfahrung, genauso wie man die Schönheit des purpurnen Himmels selbst sehen und genießen muss. Man kann sie anderen nicht erklären. Was soll man dann erst von den höheren spirituellen Erfahrungen sagen.

Wir mögen uns fragen, was es nützt, wenn Arunagiri sagt, dass seine Erfahrung einmalig war, aber dass sie anderen nicht vermittelt werden kann? Dies geschieht, um den Geschmack in uns zu wecken, um uns eine Sehnsucht nach dieser Erfahrung einzuflößen. Obwohl die Schönheit des purpurnen Himmels nicht ausgedrückt werden kann, kann man erzählen, dass man diese Schönheit genossen und dadurch im anderen den Wunsch erzeugt hat, sie zu genießen, ihn dazu zu bringen bei Sonnenuntergang aus seiner Wohnung herauszukommen, den Sonnenuntergang zu beobachten und ihn selbst zu erleben. Arunagiri möchte Menschen, die in die Sinneserfahrung herabgesunken sind und nichts darüber hinaus kennen, zu dieser großartigen Erfahrung hinführen, indem er ihnen durch solche Verse den Wunsch nach den höheren Werten des Lebens nahe bringt.

Wenn die Seele so erweckt wurde, gibt das Werk Kandar Anubhuti die nötige Führung, damit sie die Gotteserfahrung machen kann. Dies ist in der Tat einer der besonders kostbaren Verse des gesamten Kandar Anubhuti. Große Gurus können, obwohl sie ihre Erfahrung ihren Schülern nicht mitteilen können, sie angemessen führen und sie die Erfahrung selbst machen lassen. Obwohl wir die Süße von Kandiszucker nicht erklären können, können wir jemand anderen seinen Mund öffnen lassen, ein Stück in den Mund legen und es ihn schmecken und erfahren lassen. Das ist die besondere Kraft der Meister- Seelen, der Großen, die von Gott besonders bevollmächtigt wurden und von denen der heilige Arunagiri eine seltene Seele ist.

Nicht nur muss man Kandiszucker selbst kosten, sondern die Erfahrung muss von jedem auf die gleiche Art gemacht werden, d.h. seine Süße kann man nicht schmecken, indem man ihn sieht oder riecht, sondern nur, indem man ihn in den Mund nimmt. Darum sagt Arunagiri, dass diese Erfahrung nicht auf andere Art erfahren werden kann und noch viel weniger erklärt werden kann, bis man sie auf die gleiche Weise hat wie er sie hatte, d.h. als innere Offenbarung. Gott muss gewillt sein, sie uns zu offenbaren und nur dann können wir wissen, was es ist.

*

Obwohl die Rückkehr zum Weltbewusstsein etwas belastend und unvereinbar war (Vers 29), erfüllt die Erinnerung an diesen flüchtigen Schimmer des Gottes - bewusstseins (von Vers 28) den Sadhaka mit einer inneren Freude, die ihn ein Gefühl von Dankbarkeit seinem Guru und Gott gegenüber empfinden lässt, der ihm die Unterweisung durch innere Erfahrung gab (siehe Vers 20), die ihn zu diesem flüchtigen Schimmer führte, wenn auch nur für einen Moment. Was für eine Transformation der Guru im Inneren bewirkt hat, ruft der Schüler, kann keinem anderen mitgeteilt werden; man muss sie als solche haben und als solche selbst erfahren. Es ist interessant zu bemerken, dass „ Anru“, „an diesem Tag“, sich im Falle des Sadhaka auf den Tag bezieht, als er das Erfahrungs-Upadesa von seinem Guru erhielt (Vers 20), das ihm den flüchtigen Blick auf das Gottesbewusst sein brachte (Vers 28), wofür er jetzt seine Dankbarkeit ausdrückt. Das Wort „Unarvittha Adhu“ aus diesem Vers bezieht sich auf „Upadesam Unarthiyavaa“ aus Vers 20.

*Anmerkung: Natürlich gibt es Stufen in der göttlichen Erfahrung, die der endgültigen Ein-Stimmung vorangehen und die alle auch in unterschiedlicher Intensität göttlich sind.

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