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Der Lohn des Glaubens

Ein kleiner Prinz, reich mit Schmuck behangen, stand an einem Weiher. Ein alter bärtiger Räuber kam vorbei und sann über seine böse Absicht nach, die sein Herz ganz erfüllte. Er tat so, als ob er zusammenbrechen würde und ließ einen mitleiderregenden Schrei los. Der Prinz, gemäß seiner königlichen Natur, eilte zu dem alten Mann und erkundigte sich nach seinem Wohlergehen. „Ich sterbe vor Durst, Kind. Bring mir bitte etwas Wasser.“ „Sofort“, antwortete der Prinz und ging zum Weiher. „Aber doch nicht so, mein Kind. Das Wasser, das du gibst könnte der letzte Schluck sein, den ich in diesem Leben zu mir nehme. Leider bist du nicht eingeweiht und so hast du die Gegenwart Gottes auch noch nicht erfahren. Wenn du doch nur in das heilige Wort, das Gott dazu bringt vor einem zu erschienen, eingeweiht werden könntest, ja dann wäre dieses Wasser gesegnet und es wert von mir, einem heiligen Mann, bei seinem Abschied von dieser Welt getrunken zu werden.“ „Weihe mich doch bitte in das heilige Wort, das Mantra (Gebetsformel) ein, mein Herr“, sagte der Junge. „Geh und tauche in diesen Weiher ein, mein Sohn“, sagte der alte Mann. „Lege jedoch, ehe du gehst, diesen wertvollen Schmuck und die reichen Gewänder ab und lasse sie am Ufer. Halte den Atem an und bliebe mit dem Kopf unter Wasser bis ich dich rufe. Inzwischen werde ich die reinigenden Mantras rezitieren, das macht deine Einweihung äußerst wirkungsvoll.“

Der unschuldige Junge tat, wie ihm geheißen ward. Der Schmuck lag zu Füßen des alten Mannes und füllte sein Herz mit großer Freude. Der Junge ging ins Wasser, und wie er seinen Kopf untergetaucht hatte, nahm der Räuber den ganzen Schmuck und flüchtete. Der Junge war aber aus härterem Holz geschnitzt. Wertvolle Minuten gingen vorüber, aber der Guru rief ihn nicht. Er wollte den Kopf nicht aus dem Wasser heben bis der Guru ihn rief. Sein bewusster Kampf führte ihn fast zur Bewusstlosigkeit. Statt lebenswichtiger Luft atmete er nun das kalte Wasser ein. Die Standfestigkeit des Jungen und seine absolute Selbstaufgabe bewegten das Herz von Narayana. Er verließ seine göttliche Bleibe und eilte zu dem Prinzen. Neben dem Weiher rief der Gott zum Prinzen: „Mein Kind, ich bin Narayana der Herr, der Gott des Universums. Ich bin hoch erfreut über deine Hingabe. Komm jetzt bitte aus dem Wasser.“

Aber der Junge blieb! Er sagte er zu sich „wer auch immer du sein magst, ich kann meinen Kopf nicht aus dem Wasser heben, bis mein Guru mich ruft.“ Narayana der Gott eilte zu dem Räuber. Er tarnte sich als Polizist und Vater des Jungen. Und so fing der Gott den Räuber, bearbeitete ihn und sagte: „Du hast meinen Sohn gezwungen so lange unter Wasser zu bleiben, bis du rufen wirst und er will nicht raus kommen, bis du rufst. Gehe also! Laufe und ruf ihn sofort.“ Sie gingen beide zum Weiher zurück. Der Räuber rief zu dem Jungen: „Kind, komm! Komm jetzt aus dem Wasser.“ Als der Junge seinen Kopf hob, fiel der Räuber tot um. Der Junge aber erhielt den höchsten Lohn für seinen tiefen Glauben, seine Hingabe und seinen Geist der Selbstaufgabe. Er sah Narayana den Gott.

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