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Vers 32

Kalaiye Patharik Katharit Thalaiyuudu
Alaiye Padumaaru Adhuvaai Vidavo
Kolaiyepuri Vedarkulap Pidithoi
Malaiye Malaikooridu Vaagaiyane


Aufgeregt die Schriften zitierend und im Intellekt
Wellen der Verwirrung jagend, soll ich das werden?
O Umarmer des weiblichen Elefanten aus der Jäger-Kaste!
O bergspaltender tapferer Herr! O Skanda, der Großartige!


„O Skanda, der Du großartig wie ein Berg bist, der den weiblichen Elefanten
(Valli Devi) aus der grausamen Jäger-Sippe umarmt hat, der den Krauncha-
Berg (mit Deinem Vel) gespalten hat und der Du die Siegesgirlanden trägst!
Die Schriften mit (fieberhafter) Aufregung schreiend, in meinem Kopf
(d.h. Gehirn oder Intellekt) Wellen (der Verwirrung) jagend, soll ich dazu
werden? (O Gott, lass es nicht geschehen.)“

Erklärung:

Lernen soll Kultur und Weisheit bringen, und aus Weisheit muss Demut entstehen. Lernen soll nicht dazu führen, dass man von Stolz aufgeblasen wird. Die Schriften versuchen, diese Wahrheiten auf viele Arten verständlich zu machen. Sie bringen Beispiele von Menschen, die wegen ihrer Eitelkeit auf ihr Lernen leiden mussten. Sie zitieren auch Beispiele großer Menschen, die demütig waren. Sie legen Verhaltenskodexe fest, Mittel für die Entwicklung von Tugenden, Methoden von Upasana und Kontemplation über das höchste Sein und sie enthüllen auch die Erfahrungen der Verwirklichung. Man muss die Schriften genau studieren, in ihrer wirklichen Bedeutung verstehen und ihren Anweisungen sorgfältig folgen, damit man Gott erreicht. Studium muss in Praxis enden und Praxis in Erfahrung. Der Zweck des Lernens ist es, das Leben wirklich zu leben, das Leben zu verstehen und Gotteserfahrung zu erlangen. Lernen muss im täglichen Leben in die Praxis umgesetzt werden. Man lernt, um das Leben zu leben und man lebt, um zu lernen. Kurz gesagt, Lernen ist Leben und Leben ist Lernen. Gott zu erlangen, Gotteserfahrung, zu haben ist der Zweck des Lebens, was auch der Zweck des Lernens ist. Der große tamilische Heilige Tiruvalluvar sagt: „Was nützt das Lernen, wenn der gelehrte Intellektuelle nicht die Lotus- Füße Gottes verehrt (und Gott erreicht)?“

Unser Lernen sollte nicht isoliert von unserem Leben bleiben. Sie müssen zusammen gehen. Wenn das Lernen unserem Leben umgesetzt wird und Teil unseres Wesens wird, dann werden wir demütig und erkennen die Größe Gottes; und dann haben wir ein wirkliches Verständnis von dem, was die Schriften durch ihre zahlreichen Lehren vermitteln wollen. Aber wenn es nicht ein Teil von uns wird, sondern nur in den Büchern und in unserem Gehirn bleibt, dann werden wir stolz und egoistisch und finden es schwierig, den Einklang zwischen den scheinbar widersprüchlichen Anweisungen zu finden. Dann beginnen wir zu streiten und führen hitzige Debatten mit ähnlichen anderen. Und was geschieht in religiösen Debatten und Streitgesprächen? Der Mensch verliert seinen Anstand. Er schreit und brüllt und bringt die Ansichten der anderen in Verruf. Er wird fassungslos, bestürzt, fiebrig aufgeregt. Sein Gehirn wird verwirrt und durcheinander. Das sieht man gewöhnlich zwischen den Hochgelehrten, bei denen das Gelernte nicht ins Herz gedrungen sondern nur in ihrem Verstand geblieben ist.

Ihr ganzes Leben vergeht, während sie die Schriften, im Hinblick darauf, Fehler darin zu finden studieren, um in Kontroversen mit anderen zu gehen und ihre Eitelkeit darzustellen. Sie verfangen sich in der Komplexität der Schriften, indem sie hitzige Streitgespräche beginnen und ihr Gelehrtsein wird zu einer Fessel; sie verlieren den Zweck des Lernens und auch das Ziel des Lebens. Deshalb bringt Arunagiri Gott ein Gebet dar, dass solch ein Los ihn nicht treffen möge, was eine Warnung und eine Ermahnung für uns ist. „Muss ich hitzige Debatten führen, aufgeregt werden, den Gegner anschreien, meinen Verstand verwirren und so in meinem Lernen und meinen Argumenten verloren sein? Gott, lass dies nicht geschehen. Lass mich nicht vergessen, dass es der Zweck des Lernens ist, Anubhuti zu erreichen. Segne mich, auf dass ich durch mein Lernen nicht zerstreut und abgelenkt sein möge.“

Lernen soll nicht nur nicht zu Debatten und Diskussionen führen, sondern es ist auch nicht dazu gedacht, den Lebensunterhalt zu verdienen, was unglücklicherweise das Ziel der heutigen Bildung zu sein scheint. Die heutige Bildung stattet einen nicht mit dem nötigen Wissen für das Leben aus – das Wissen, das die Stärke gibt, sich dem Leben zu stellen, klar zu bleiben bei allen Problemen im Leben und das Ziel des Lebens zu erreichen. Wenn jemand die Schule oder das College verlässt, ist er verwirrt und weiß nicht, was er als nächstes machen soll. Er hat kein Ziel im Leben, weil seine Bildung ihm das nicht gegeben hat und er schwankt hier- und dorthin bei der Suche nach Arbeit. Das ist sein ganzes Ziel! Die Bildung, die er bekam, hat ihn nicht darauf vorbereitet, die Herausforderungen des Lebens anzunehmen, obwohl sie es ihm vielleicht ermöglicht hat, sich eine Arbeit zu sichern. Aber einfach eine Arbeit zu bekommen, ist nicht Ziel von Bildung und Lernen. Der Heilige Tiruvalluvar sagt: „Lerne das gut, was zu lernen ist und dann lebe es entsprechend.“ „Weisheit heißt, die Wahrheit in der eigenen Erfahrung zu erfahren, von welcher Quelle auch immer man es gehört oder gelernt hat.“ Also ist weder eine lukrative Arbeit noch das Verschwenden des Lebens mit reinem Lesen und Debattieren der Zweck, für den das Leben bestimmt ist.

Valli Devi wurde vom Jägerkönig Nambirajan gefunden und unter Jägern aufgezogen. Jäger leben davon, dass sie Tiere töten. Sie sind ihrer Natur nach grausam. Obwohl Valli unter ihnen lebte, war sie von göttlicher Natur; sie war sanft wie Elefanten, die weich gehen, ohne ein Geräusch zu machen.

Valli ist der Jivatman, die Seele und die grausamen Jäger, in deren Mitte sie lebte, sind der Geist und die Sinne. Die Natur des Jivatman unterscheidet sich erheblich von Geist und Sinnen. Während diese immer mit den wilden Spielen der Sinnenfreuden beschäftigt sind, hängt der Jiva von Gott ab, weil er zu Gott gehört. Valli wird mit einem Elefanten verglichen und Gott mit einem Berg. Berge und Bergwälder sind die Wohnorte von Elefanten. So ist Gott das wirkliche Zuhause der Jivas, nicht die Jäger oder der Geist und die Sinne (der Körper).

Velayudhan trägt Siegesgirlanden, die über seiner Brust baumeln, wegen seines Sieges über Surapadma und die anderen Asuras. Er hat seinen Vel, den Sieges-Vel. Sein Vel hat den Asura Kraunchan getötet, der von dem Heiligen Agastya dazu verflucht wurde, in Gestalt eines Berges zu bleiben, bis er von Lord Skanda zerstört würde.

Die Hände Gottes, die die Asuras getötet haben, haben auch Valli Devi umarmt. Gott ist ein Schrecken für die Bösen und ein Geliebter für die Hingegebenen. Er ist gleichzeitig Gesetz und Liebe.

Zu diesem Velayudhan betet der heilige Arunagiri: „Oh Gott! Du hast die Asuras getötet und den Krauncha-Berg und trägst Siegesgirlanden. Du hast Valli in Deine göttliche Familie aufgenommen. Ich bete, lass nicht mein Gelehrtsein (das von Dir gegeben wird, Vers 17) zu Eitelkeit und Debatten führen; lass es mir Anubhuti, Gotteserfahrung bringen.“

*

Nach der notwendigen Versöhnung und der daraus resultierenden Freude (Vers 31) sieht sich der Sadhaka jetzt einer neuen Gefahr gegenüber – zweifach in ihrer Natur – die er sehr vorsichtig vermeiden sollte. Der Aspirant könnte aufgrund dieses kurzen Blicks auf das Gottesbewusstsein (Vers 28) das Gefühl haben, dass er etwas erreicht hat und sich versucht fühlen, sein Wissen vor anderen darzustellen, indem er Streitgespräche über die Schriften mit anderen beginnt; oder Gelehrte (Pandits), die erfahren haben, dass er etwas erreicht hat, könnten sich ihm nähern, um mit ihm Debatten über die Schriften zu führen –beides würde ihn von seinem Sadhana und dem Ziel abhalten.

Hier ist deshalb das Gebet des Sadhakas an Gott – ein ernster Kampf – nicht in hitzige Diskussionen mit Leuten über die Schriften verwickelt zu werden, die unpassend sind und die scheinbar widersprüchliche Aussagen und Anweisungen beinhalten; und so nicht seine Zeit zu verschwenden, sondern vorsichtig mit seinem Sadhana voranzuschreiten und dabei an das große Ziel zu denken. „O Gott , muss ich mich in Diskussionen verwickeln und so meine Zeit verschwenden! Ich bete, rette mich davor.“

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