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Die Kraft der Gedanken

 

Die Kraft der Gedanken - Ihre Gesetze und ihre Dynamik

 

Der Gedanke - Architekt des Schicksals

Wenn der Geist fortweilend bei einem einzigen Gedanken verweilt, bildet sich eine Furche, in die die Gedankenkraft automatisch läuft; eine solche Denkgewohnheit überlebt den Tod, und da sie zum Ego gehört, wird sie zum nächsten Erdenleben als eine gedankliche Tendenz und Kapazität weitergeführt.
Jeder Gedanke, das darf nicht vergessen werden, hat sein geistiges Bild. Die Essenz der verschiedenen Geistbilder, die im Laufe eines physischen Lebens geformt wurden, wird auf geistiger Ebene ausgearbeitet. Sie bildet die Grundlage für das nächste physische Leben.
So wie in jeder Geburt ein neuer physischer Körper geformt wird, so werden auch in jeder Geburt ein neuer Geist und ein neuer Buddhi geformt.
Es ist kein leichtes Unterfangen, das genaue Wirken von Gedanken und Schicksal zu erklären. Jedes Karma hat eine zweifache Wirkung, einerseits auf den individuellen Geist und andererseits auf die Welt. Der Mensch kreiert die Umstände seines künftigen Lebens durch die Wirkungen seiner Handlungen auf andere.
Jede Handlung hat eine Vergangenheit, die zu ihr führt; jede Handlung hat eine Zukunft, die sich aus ihr ergibt. Eine Handlung setzt einen Wunsch voraus, der zu ihr geführt hat, und einen Gedanken, der sie gestaltet. Jeder Gedanke ist ein Glied in einer endlosen Kette von Ursache und Wirkung, jede Wirkung wird zu einer Ursache, und jede Ursache war eine Wirkung. Und jedes Glied der endlosen Kette ist geschweißt aus drei Komponenten - Wunsch, Gedanke und Tat. Ein Wunsch stimuliert einen Gedanken; ein Gedanke verkörpert sich zu einer Tat. Die Tat webt das Schicksal.
Selbstsüchtige Gelüste nach dem Besitz anderer, auch wenn niemals ein tatsächlicher Betrug in der Gegenwart begangen wurde, machen den Menschen zum Dieb in einem späteren Erdenleben, und heimlich gehegte Gedanken von Hass und Rache sind die Samen, aus denen ein Mörder entsteht.
Selbstlose Liebe hingegen bringt als Ernte den Menschenfreund und Heiligen; und jeder Gedanke des Mitgefühls hilft, das zarte und barmherzige Wesen entstehen zu lassen, das einem Menschen zueigen ist, der aller Geschöpfe Freund ist.
Der Weise Vasishta hieß Rama, Purusharta auszuführen, um Tapferkeit und Selbstdisziplin unter Beweis zu stellen. Sei kein Fatalist. Das macht träge und faul. Nimm die große Macht der Gedanken zur Kenntnis. Bemühe dich durch richtiges Denken und schaffe dir ein großes Schicksal.
Prarabdha ist Purushartha der letzten Geburt. Du säst eine Handlung und erntest eine Gewohnheit. Eine Gewohnheit, die gesät wurde, endet in einem Charakter. Säe einen Charakter und du erntest ein Schicksal. Der Mensch ist Herr seines Schicksals. Man schafft sich sein Schicksal selbst durch die Kraft der Gedanken. Wenn man will, kann es ungeschehen gemacht werden. Alle Fähigkeiten, Energien und Kräfte liegen in dir verborgen. Entfalte sie und werde frei und groß.

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Gedanken meißeln den Gesichtsausdruck

Das Gesicht ist wie eine Schallplatte. Alles, was man denkt, steht im Gesicht geschrieben. Jeder lasterhafte Gedanke dient als Meißel oder Nadel, um den Gedanken im Gesicht einzugraben. Das Gesicht ist von Narben und Wunden übersät, die von lasterhaften Gedanken wie Hass, Zorn, Lust, Eifersucht und Rache zurückbleiben.
Aus der Art der Narben im Gesicht kann sofort der Zustand des Geistes abgelesen werden. Die Krankheiten des Geistes können sofort diagnostiziert werden.
Wer denkt, er könne seine Gedanken verbergen, ist ein Dummkopf reinsten Wassers. Er ist wie der Vogel Strauß, der, wenn Jäger hinter ihm her sind, seinen Kopf in den Sand steckt in der Meinung, nun von niemandem gesehen werden zu können.
Das Gesicht ist der Anzeiger des Geistes. Es ist die Schablone des Geistes. Jeder Gedanke gräbt eine Furche ins Gesicht. Ein göttlicher Gedanke erhellt das Gesicht. Ein böser verdunkelt das Gesicht. Fortgesetzte göttliche Gedanken vermehren die Aura, den Heiligenschein.
Fortgesetzte böse Gedanken vertiefen dunkle Eindrücke, so wie das ständige Schlagen eines Gefäßes gegen den Brunnenrand beim Hochziehen von Wasser eine immer größere Delle im Gefäß entstehen lässt. Der Gesichtsausdruck zeigt wahrhaft den inneren Geisteszustand an, den wahren Gehalt des Geistes.
Das Gesicht ist die Anzeigetafel, auf der zu lesen ist, was im Geiste vorgeht. Gedanken, Gefühle, Verhaltensweisen und Emotionen hinterlassen ihre starken Eindrücke auf dem Gesicht.
Im Gesicht sind die Gedanken schwerlich zu verbergen. Man mag vielleicht irrtümlich meinen, die Gedanken seien ein Geheimnis. Die Gedanken von Lust, Gier, Eifersucht, Zorn, Rache, Hass, usw. hinterlassen sogleich tiefe Eindrücke im Gesicht.
Das Gesicht ist ein verlässliches Empfangsgerät, ein sensibler Speicherapparat, der alle Gedanken aufzeichnet, die im Geist sind.
Das Gesicht ist ein blanker Spiegel, der die Beschaffenheit des Geistes und seinen Inhalt in einem bestimmten Moment zeigt.

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Gedanken gestalten den physischen Ausdruck

Der Geist ist die subtile Form des physischen Körpers. Der Körper ist die äußere Manifestation der Gedanken. Wenn also der Geist bearbeitet wird, wird es auch der Körper.
Wie ein Mensch von grobem Äußeren im Allgemeinen keine Liebe und kein Mitleid bei anderen hervorruft, so kann auch ein grobgeistiger Mensch bei niemandem Liebe und Mitgefühl erwecken.
Der Geist widerspiegelt deutlich sichtbar auf dem Gesicht die verschiedenen Zustände, die von einem klugen Menschen sehr leicht abzulesen sind.
Der Körper folgt dem Geist. Wenn der Geist daran denkt, dass er aus großer Höhe fällt, stellt sich der Körper sofort darauf ein und zeigt äußerliche Zeichen. Furcht, Angst, Kummer, Heiterkeit, Ausgelassenheit, Zorn, all das hinterlässt Eindrücke auf dem Gesicht.

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Die Augen verraten die Gedanken

Die Augen, Fenster der Seele, verraten Zusammensetzung und Zustand des Geistes.
In den Augen befindet sich ein telegraphisches Instrument, das die Botschaften oder Gedanken von Verrat, Niedergeschlagenheit, Schwermut, Hass, Fröhlichkeit, Frieden, Harmonie, Gesundheit, Kraft, Stärke und Schönheit überträgt.
Wenn man die Fähigkeit besitzt, in den Augen anderer zu lesen, kann man sofort den Geist lesen. Man kann den Haupt- oder dominierenden Gedanken eines Menschen lesen, wenn man aufmerksam die Zeichen in seinem Gesicht betrachtet, seine Rede und sein Verhalten. Man braucht dazu etwas Beherztheit, Scharfsinn, Training, Intelligenz und Erfahrung.

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Negative Gedanken vergiften das Leben

Gedanken von Sorge und Gedanken von Furcht sind fürchterliche Feinde. Sie vergiften die Quellen des Lebens und zerstören Harmonie, ständige Leistungs- fähigkeit, Vitalität und Kraft. Die entgegengesetzten Gedanken von Fröhlichkeit, Freude und Mut hingegen heilen und beruhigen, anstatt zu verwirren, fördern enorm die Leistungsfähigkeit und vervielfachen die geistigen Kräfte. Sei immer frohgemut. Lächle! Lache!

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Psycho- physische Unausgewogenheiten

Gedanken haben einen Einfluss auf den Körper. Kummer im Geist schwächt den Körper. Andererseits beeinflusst der Körper auch den Geist. Ein gesunder Körper macht den Geist gesund. Wenn der Körper krank ist, erkrankt auch der Geist. Wenn der Körper stark und gesund ist, wird auch der Geist stark und gesund. Heftige Zornausbrüche fügen den Gehirnzellen ernsthaften Schaden zu, ergießen giftige chemische Substanzen in das Blut, erzeugen einen allgemeinen Schock und  Niedergeschlagenheit und hemmen die Sekretion von Magensäure, Galle und anderer Verdauungssäfte, verzehren Energie und Vitalität, führen zu vorzeitigem Altern und verkürzen das Leben.
Wenn man zornig ist, verwirrt sich der Geist. Ebenso, wenn der Geist verstört ist, kommt es auch zu Störungen im Körper. Das ganze Nervensystem ist erregt. Man leidet unter Erschöpfung. Beherrsche Zorn durch Liebe. Der Zorn ist eine starke Energie, die mit dem praktischen vyavaharischen Buddhi nicht beherrscht werden kann, sehr wohl jedoch mit dem reinen Verstand (sattviger Buddhi) - Viveka-Vichara.

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Die kreativen Kräfte der Gedanken

Der Gedanke erschafft die Welt. Gedanken bringen die Dinge ins Sein. Gedanken entwickeln die Wünsche und entfachen die Leidenschaften. So wirken die ent- gegengesetzten Gedanken, nämlich Wünsche und Leidenschaften zu zerstören, gegen die früheren Vorstellungen, die Wünsche befriedigen zu wollen. Wenn also ein Mensch davon durchdrungen ist, wird ihm ein gegensätzlicher Gedanke helfen, diese Leidenschaften und Wünsche zu zerstören.
Denke an einen Menschen als einen guten Freund, und schon entsteht diese Wirklichkeit. Denke an ihn als einen Feind, und der Geist wird auch das zur Wirklichkeit werden lassen. Wer die Wirkungsweise des Geistes kennt und ihn durch Übung kontrolliert hat, ist wirklich glücklich.

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Gleiche Gedanken ziehen einander an

Auch in der Gedankenwelt gilt das Gesetz ›Gleich und gleich gesellt sich gern‹. Menschen mit ähnlichen Gedanken fühlen sich zueinander hingezogen. Daher gilt folgender Grundsatz: »Vögel gleichen Gefieders scharen sich zusammen.« »Wie ein Mensch ist, erkennt man an seinen Freunden«. Einen Arzt zieht es zu einem anderen Arzt. Ein Dichter fühlt sich zu einem anderen Dichter hingezogen. Ein Sänger liebt einen anderen Sänger. Ein Philosoph mag einen anderen Philosophen. Ein Vagabund schätzt einen anderen Vagabunden. Der Geist besitzt die Kraft der Anziehung.
Ständig werden von sichtbarer wie von unsichtbarer Seite Lebenskräfte, Gedanken, Einflüsse und Bedingungen angezogen, die den eigenen Gedanken und Linien am meisten ähneln.
In diesem Reich der Gedanken ziehen einander Menschen mit ähnlichen Gedanken ständig an. Dieses universelle Gesetz ist immer wirksam, mögen wir uns dessen bewußt sein oder nicht.
Trage jeden beliebigen Gedanken mit dir herum, und solange du ihn hast, gleichgültig, wo du dich zu Lande oder auf dem Meer bewegst, wirst du ständig, wissentlich oder unbemerkt, ganz genau das anziehen, und nur das, was deinen vordringlichsten Gedanken entspricht. Gedanken sind Privatbesitz, und sie sind zu lenken, damit sie vollständig dem Geschmack entsprechen, vorausgesetzt man nimmt zu Kenntnis, dass man es kann.
Es liegt gänzlich in deinen Händen, die Art deiner Gedanken zu bestimmen und somit die Art des Einflusses, den du anziehst, und nicht ein Geschöpf zu sein, das den Umständen ausgeliefert ist, natürlich nur unter der Bedingung, dass du es willst.

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Spanische Grippe und Ansteckung durch Gedanken

Geistiges Handeln ist das eigentliche Handeln. Der Gedanke ist die wahre Handlung. Er ist eine dynamische Kraft. Es ist zu bedenken, dass der Gedanke sehr ansteckend ist; sogar noch ansteckender als die spanische Grippe.
Ein Gedanke der Sympathie lässt einen Gedanken der Sympathie in anderen entstehen, mit denen man Kontakt hat. Ein Gedanke des Zorns schafft eine ähnliche Schwingung in den Menschen, von denen man umgeben ist. Er verlässt das Gehirn des einen und betritt das Gehirn anderer Menschen, die weit entfernt leben, und erregt sie. Ein freudvoller Gedanke in dir schafft einen freudvollen Gedanken in anderen. Man ist voll Freude und erfüllt von intensivem Vergnügen, wenn man ein paar Kinder fröhlich spielen und voller Freude herumspringen sieht.
Ein freudvoller Gedanke in uns erzeugt gleichermaßen einen Gedanken der Freude in anderen. Ebenso verhält es sich mit erhabenen und erhebenden Gedanken.
Bringe einen guten und ehrenhaften Mann mit einem Dieb zusammen. Er wird zu stehlen beginnen. Bringe einen nüchternen Menschen in die Gesellschaft eines Trunkenboldes. Er wird zu trinken beginnen. Gedanken sind ansteckend.

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Anwendung eines psychologischen Gesetzes

Bewahre ein junges Herz. Denke nicht: »Ich bin alt geworden.« Zu denken: »Ich bin alt geworden«, ist eine schlechte Gewohnheit. Habe nicht diesen Gedanken. Mit sechzig denke: »Ich bin sechzehn.« So wie du denkst, so wirst du. Das ist ein fundamentales psychologisches Gesetz des Geistes.
»Wie ein Mensch denkt, so wird er«. Das ist eine große Wahrheit, ein Sprichwort. Denke: »Ich bin stark«, und du wirst stark sein. Denke: »Ich bin schwach«, und du wirst schwach sein. Denke: »Ich bin ein Narr«, und du wirst ein Narr sein. Denke: »Ich bin ein Weiser, ich bin Gott«, und ein Weiser, Gott, wirst du sein.
Der Gedanke formt und gießt den Menschen. Der Mensch lebt immer in einer Gedankenwelt. Jeder Mensch hat seine eigene Gedankenwelt. Die Vorstellung wirkt Wunder. Gedanken haben eine gewaltige Kraft.
Gedanken sind, wie schon gesagt, etwas Solides. Ihr Vorhandensein ist das Ergebnis früherer Gedanken, und die Zukunft wird den jetzigen Gedanken entsprechen. Wenn du richtig denkst, wirst du richtig sprechen und richtig handeln. Wort und Tat folgen einfach den Gedanken.

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Verstehe die Gesetze der Gedanken

Jeder muss ein umfassendes Verständnis der Gesetze der Gedanken und ihrer Arbeitsweise haben. Nur dann ist es möglich, in dieser Welt reibungslos und glücklich zu leben. Man kann die hilfreichen Kräfte dazu verwenden, seinen Absichten bestmöglich zu dienen.
Dann können feindliche Kräfte und widrige Strömungen neutralisiert werden. Wie der Fisch gegen den Strom schwimmt, so wird man fähig sein, gegen die feindlichen Strömungen anzugehen, indem man sich richtig einstellt und sich durch anwendbare vorbeugende Methoden schützt.
Anderenfalls wird man zum Sklaven. Man wird hilflos hin und her geworfen durch die verschiedenen Ströme. Man treibt wie ein Stück Holz im Strom. Man ist immer sehr traurig und unglücklich, auch wenn man sehr reich ist und alles besitzt. Der Kapitän eines Dampfers, der einen Kompaß hat und auch die See, die Route und die Strömungen des Ozeans kennt, kann ruhig segeln. Anderenfalls wird sein Schiff hierhin und dorthin geworfen und zerstört werden, wenn es an einem Eisberg oder Felsen zerschellt. Ebenso kann ein weiser Segler im Ozean dieses Lebens, der eine genaue Kenntnis der Gesetze der Gedanken und der Natur hat, ruhig segeln und sein Lebensziel gut erreichen.
Wenn man die Gesetze der Gedanken versteht, kann man seinen Charakter auf jede beliebige Weise formen. Das Sprichwort: »Wie der Mensch denkt, so wird er« ist eines der wichtigsten Gesetze des Denkens. Denke, du bist rein, und du wirst rein werden. Denke, du bist edel, und du wirst edel werden.
Werde eine Verkörperung des Guten. Denke gut von allen. Handle immer gut. Diene, liebe, gib. Mache andere froh. Lebe, um anderen zu dienen. Dann wirst du Glück ernten. Du wirst günstige Umstände, Gelegenheiten und Voraussetzungen vorfinden.
Wenn du andere verletzt, wenn du schlecht über Menschen sprichst, Bös- willigkeiten sagst, klatschst, wenn du andere ausnutzt, wenn du dich des Besitzes anderer mittels übler Methoden bemächtigst, wenn du etwas tust, was anderen Schmerz bereiten könnte, wirst du Schmerz ernten. Du wirst auf ungünstige Umstände, Voraussetzungen und Gelegenheiten treffen.
Das ist das Gesetz der Gedanken und der Natur. So wie man seinen Charakter gut oder böse gestalten kann durch erhabenes oder niedriges Denken, so kann man auch seine günstigen oder ungünstigen Umstände durch gute oder schlechte Handlungen gestalten.
Ein Mensch mit Unterscheidungsvermögen ist immer sorgfältig, wachsam und umsichtig. Er beobachtet immer sorgsam seine Gedanken. Er prüft sich selbst.
Er weiß, was in seiner Geistfabrik vorgeht, welche Vritti oder Guna zu einer bestimmten Zeit die Oberhand besitzt, er lässt niemals zu, dass ein schlechter Gedanke durch das Tor seiner Geistfabrik tritt. Er erstickt ihn sofort im Keime.
Durch sein richtiges Denken, indem er die Natur seiner Gedanken durch Innen- schau beobachtet, und durch aktives edles Denken baut der Mensch mit Unterscheidung seinen edlen Charakter auf und formt sein hohes Schicksal. Er ist sorgfältig mit seinen Worten. Er spricht süße liebevolle Worte. Er spricht wenig. Er spricht süße, liebende Worte. Er spricht niemals harte Worte, die die Gefühle anderer verletzen könnten.
Er entwickelt Geduld, Barmherzigkeit und universelle Liebe. Er ist bestrebt, die Wahrheit zu sprechen. So kontrolliert er die Impulse seines Sprechens, Vag Indriya. Er gebraucht gemessene Worte. Er schreibt maßvolle Zeilen. Das erzeugt tiefe und vorteilhafte Eindrücke im Geist des Menschen.
Er praktiziert Ahimsa und Brahmacharya in Gedanke, Wort und Tat. Er praktiziert Saucha und Arjava (Geradlinigkeit). Er versucht, sein geistiges Gleichgewicht aufrecht zu erhalten und stets fröhlich zu sein. Er hält Suddha Bhava aufrecht. Er versucht, die drei Arten von Tapas körperlich, verbal und geistig durchzu- führen und kontrolliert sein Handeln. Er kann nichts Böses denken. Er kann nichts Böses tun.
Er bereitet sich darauf vor, ständig günstige Bedingungen zu haben. Wer Glück verbreitet, wird immer derart günstige Umstände antreffen, die ihm Glück bringen können. Wer anderen Leid bringt, wird zweifellos entsprechend dem Gesetz der Gedanken ungünstige Umstände haben, die ihm Kummer und Leid bringen. Der Mensch schafft also seinen Charakter und seine Voraussetzungen durch die Art seines Denkens. Ein schlechter Charakter kann durch gute Gedanken in einen guten verwandelt werden, und ungünstige Bedingungen können durch gutes Handeln verändert werden.

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Gesetze für höheres Denken

Wie du denkst, so wirst du. So wie deine Gedanken sind, so muss dein Leben sein. Verbessere dein Denken. Bessere Gedanken führen zu besserem Handeln. Bloßes Denken an die Dinge dieser Welt bringt Schmerz. Bindung wird bereits durch den Vorgang des Denkens hervorgerufen. Der reine Gedanke ist eine größere Kraft als die Elektrizität.
Der Geist, der durch Sinnesobjekte angezogen wird, tendiert zu Bindung, während das, was nicht dorthin angezogen wird, zur Befreiung tendiert. Der Geist ist ein Schuft. Vernichte diesen Schuft, den Geist. Du wirst für immer glücklich und frei sein. Setze alle Kraft in die Aufgabe der Überwindung des Geistes. Das ist wahres Menschsein, Purusharta.
Selbstverleugnung ist ein Mittel, um den Geist zu reinigen und zu verfeinern. Reinige und beruhige die Gedanken. Die Schichten der Unwissenheit, die die Erkenntnis überdecken, sind ohne einen ruhigen Geist nicht zu beseitigen.
Der subtile Teil der Nahrung bildet den Geist. Der Geist ist aus Nahrung gebildet. Der subtile Teil der Nahrung wird zu Geist verwandelt. Nahrung ist nicht nur das, was wir essen, sondern alles, was wir durch die Sinne aufnehmen.
Lerne es, Gott überall zu sehen. Das ist wirkliche Nahrung für das Auge. Reinheit der Gedanken ist abhängig von der Reinheit der Nahrung. Du siehst besser, hörst besser, hast bessere Geschmacksempfindungen und denkst besser, wenn deine Gedanken erhaben und göttlich sind.
Betrachte ein Ding durch ein rotes oder ein grünes Glas, und das Ding wird dir rot oder grün erscheinen. Ebenso werden die Dinge gefärbt durch die Wünsche im Geistspiegel. Alle geistigen Zustände sind vergänglich; sie schaffen Schmerz und Sorge.
Sei frei in deinen Gedanken. Befreie dich aus der Sklaverei des Vorurteils, das den Verstand täuscht und die Gedanken dumpf macht. Denke an den unsterb- lichen Atman. Das ist die richtige Methode von direktem ursprünglichem Denken. Der Atman enthüllt sich, nachdem die Gedanken gereinigt worden sind. Wenn der Geist gelassen und ohne Bedürfnis, Motiv, Sehnsucht, Wunsch oder Gedanken, ohne Zwang und ohne Hoffnung ist, dann strahlt der höchste Atman. Es ist die Erfahrung von Wonne. Lebe so wie die Heiligen leben. Das ist die einzige Möglichkeit, die Gedanken zu besiegen und auch den Geist und das niedrige Selbst; solange der Geist nicht überwunden worden ist, kann es keinen sicheren und dauerhaften Sieg geben.

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Der Gedanke - ein Bumerang

Sei vorsichtig mit den Gedanken. Alles, was man vom Geist aussendet, kommt zurück. Jeder Gedanke, den man denkt, ist ein Bumerang. Wenn du jemanden hasst, fällt der Hass auf dich zurück. Wenn du andere liebst, fällt Liebe auf dich zurück.
Ein schlechter Gedanke ist dreifach verflucht. Zuerst verletzt er den, der ihn denkt, da er seinem Geistkörper schadet. Zweitens verletzt er den Menschen, dem er gilt. Letztlich verletzt er die gesamte Menschheit, da er die gesamte Geistatmosphäre beeinträchtigt.
Jeder schlechte Gedanke ist ein Schwert, das auf den Menschen gerichtet ist, dem er gilt. Wenn man Gedanken des Hasses hat, wird man tatsächlich zum Mörder des Menschen, gegen den man Gedanken des Hasses hegt. Man ist sein eigener Selbstmord, denn diese Gedanken kommen zurück. Ein Geist, der von schlechten Gedanken bewohnt ist, ist wie ein Magnet, um ähnliche Gedanken anderer Menschen anzuziehen und so das ursprüngliche Böse zu intensivieren.
Schlechte Gedanken, die in die geistige Atmosphäre gesandt werden, vergiften den Geist derjenigen, die sie empfangen. Wenn ein Mensch bei einem schlechten Gedanken verweilt, verliert er seine Widerstandskraft und wird dazu gedrängt, die Handlung auszuführen, die er verkörpert.

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Gedanken und Meereswellen

Gedanken sind wie Wellen auf dem Ozean. Sie sind zahllos. Anfangs verzweifelt man vielleicht beim Versuch, sie zu bezwingen.
Einige Gedanken werden aufhören, während andere wie ein Strom sich ergießen. Dieselben alten Gedanken, die einst unterdrückt worden sind, zeigen ihr Gesicht nach einiger Zeit erneut. Sei in keiner Phase deiner Praxis entmutigt. Du wirst sicher innere spirituelle Stärke erlangen. Am Ende wirst du sicher erfolgreich sein. Alle Yogis früherer Zeiten hatten dieselben Schwierigkeiten, die du nun erlebst.
Der Vorgang der Zerstörung geistiger Erscheinungsformen ist schwierig und lang- wierig. Es ist unmöglich, alle Gedanken in einem oder in zwei Tagen zu zerstören. Man darf die Praxis der Gedankenzerstörung nicht in der Mitte unterbrechen, wenn man auf Schwierigkeiten oder Stolpersteine stößt.
Zuerst kann man versuchen, die Wünsche und Bedürfnisse einzuschränken. Verringere deine Wünsche und Bedürfnisse; dann werden sich die Gedanken von selbst reduzieren. Allmählich werden alle Gedanken verlöschen.

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Farbe und Einfluss heiliger Gedanken

Der Buddha sagte: »Alles, was wir sind, ist aus unseren Gedanken errichtet.« Unsere Gedanken sind die Ursache des Rades der Geburten. Daher müssen wir stets bemüht sein, unsere Gedanken zu reinigen.
Wenn man in der Nähe eines Weisen sitzt, fühlt man eine einzigartige Ruhe; in der Gesellschaft von schlechten und selbstsüchtigen Menschen jedoch fühlen wir uns unwohl. Das kommt daher, weil von der Aura des Weisen Schwingungen von Frieden und Stille ausgehen, wohingegen von der Aura selbstsüchtiger Menschen Schwingungen von schlechten und selbst- süchtigen Gedanken ausgehen.
Der zweite Effekt des Gedankens ist, dass er eine bestimmte Form schafft. Eigenschaft und Natur eines Gedanken bestimmen Farbe und Klarheit dieser Gedankenform. Eine Gedankenform ist etwas Lebendiges und hat eine starke Tendenz, die Absichten des Denkenden auszuführen. Blaue Gedankenformen lassen auf Frömmigkeit schließen.
Die Gedankenform der Selbstaufgabe ist von allerschönstem Hellblau, durch das ein weißes Licht scheint. Gedankenformen von Selbstsucht, Stolz und Zorn sind graubraun, orange oder rot.
Wir sind immer umgeben von diesen Gedankenformen, und unser Geist wird von ihnen stark  beeinflusst. Nicht ein Viertel unserer Gedanken sind unsere eigenen, sondern werden einfach aus der Atmosphäre aufgenommen. Meist sind sie von übler Natur. Daher sollten wir stets im Geist den Namen Gottes wiederholen. Er schützt uns vor ihrem schlechten Einfluss.

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Aura und Dynamik eines entwickelten Geistes

Besonders im Kontakt mit Menschen mit hochentwickelter Gedankenkraft fühlen wir das offensichtliche Phänomen einer starken Aura.
Der fühlbare Einfluss eines hochentwickelten Geistes auf einen weniger ent- wickelten Geist muss besonders betont werden. Man kann nicht beschreiben, wie es ist, sich in Gegenwart eines Meisters oder fortgeschrittenen Schülers auf- zuhalten.
In seiner Gegenwart zu sitzen, auch wenn er kaum ein Wort sagt, bedeutet, ein aufwühlendes Gefühl zu haben und die Wirkung neuer Inspirationen zu ent- decken, die auf unseren Geist wirken.
Der Geist trägt eine Aura - die Geistaura oder psychische Aura. Der Sanskrit- begriff dafür ist ›Tejas‹. Es ist das Strahlen oder der Heiligenschein, der vom Phänomen des Geistes ausgeht. Bei Menschen, die nach voller geistiger Ent- wicklung gestrebt haben, stellen wir fest, dass es außerordentlich strahlend ist. Es hat die Fähigkeit, über weite Distanzen zu gehen und eine große Zahl von Menschen überaus nutzbringend zu beeinflussen, die den Vorzug haben, in seinen Einfluss zu gelangen. Es muss erwähnt werden, dass die spirituelle Aura weit stärker ist als sowohl die psychische wie auch die pranische oder geistige Aura.

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Dynamik von Gedanken und Stimmungen

Menschen mit düsterer Stimmung ziehen düstere Dinge und düstere Gedanken von anderen und aus der Akashachronik im psychischen Äther an.
Menschen mit Hoffnung, Vertrauen und frohem Geist ziehen Gedanken ähnlicher Art von anderen an. Sie sind immer erfolgreich in ihren Unternehmungen.
Menschen mit negativer Stimmung von Niedergeschlagenheit, Zorn oder Hass verletzen ganz sicher die anderen. Sie infizieren andere und lassen diese zer- störerischen Vrittis in anderen entstehen. Sie sind schuldig. Sie richten in der Gedankenwelt großen Schaden an.
Menschen mit glücklicher und freudvoller Stimmung sind ein Segen für die Gesellschaft. Sie bringen anderen Glück.
So wie eine schöne junge Frau ihr Gesicht bedeckt und nicht ausgeht und mit anderen in Kontakt tritt, wenn sie eine hässliche Eiterbeule auf Wange oder Nase hat, so solltest du ebenfalls nicht in die Öffentlichkeit gehen und dich mit Freunden und anderen Menschen treffen, wenn du nieder- geschlagen bist oder in einer Stimmung von Hass oder Eifersucht. Denn du wirst andere mit diesen Stimmungen anstecken. Du wirst zu einer Bedrohung für die Gesellschaft.

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Die Dynamik der Gedanken in der universellen Umgebung

Der Gedanke verlässt tatsächlich das Gehirn und zieht herum. Wenn ein Gedanke, gleich ob gut oder schlecht, den Geist eines Menschen verlässt, lässt er Schwingungen im Manas, der geistigen Atmosphäre, entstehen, die sich nach allen Richtungen hin weit und breit fortpflanzen.
Er gelangt auch in die Gehirne anderer. Ein Weiser, der in einer Höhle im Himalaya lebt, schickt einen starken Gedanken in einen Winkel Amerikas. Wer versucht, sich in einer Höhle zu reinigen, reinigt tatsächlich die Welt, hilft der Welt im allgemeinen. Niemand kann verhindern, dass seine reinen Gedanken nach außen gehen und tatsächlich zu denen gelangen, die sie wirklich wollen.
So wie die Sonne ständig jeden Tropfen Wasser in Dampf verwandelt, der sich an der Erdoberfläche befindet, und so wie der ganze Dampf, der so aufsteigt, sich sammelt in Form von Wolken, steigen alle Gedanken, die du aus deiner einsamen Ecke ausschickst, auf und treiben durch den Raum, verbinden sich mit ähnlichen Gedanken, die von Menschen ausgesandt wurden, die dir ähnlich sind, und schließlich werden all diese heiligen Gedanken mit ungeheurer Kraft niedergehen, um unerwünschte Kräfte zu vernichten.

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