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Das Yoga System

Die spirituelle Wirklichkeit

Und was ist dieser tiefste Punkt? – Der physische Körper, der sich aus den fünf Elementen zusammensetzt, und der sich als Teil der physischen Welt außerhalb befindet, sollte wie die anderen Dinge der Welt betrachtet werden. Dieser materielle Körper, der aus diesen fünf Elementen besteht, ist ein Träger (Fahrzeug) für bestimmte Kräfte, die von innen her wirken. Unsere Handlungen sind Ausdruck der Bewegung dieser Kräfte. Innerhalb des Körpers steckt eine Energie, die sich von den Elementen unterscheidet. Diese Energie wird Prana oder Lebensenergie genannt. Prana hat viele Gesichter, die für das Funktionieren des Körpers verantwortlich sind. Die Organe der Handlung, nämlich die Sprache (Vak), die Hände (Pani), die Füße (Pada), die Genitalien (Upastha) und der Anus (Payu) werden durch die Kraft der Prana bewegt. Doch Prana ist eine blinde Energie, die richtig gelenkt werden muss. Wir wissen, dass wir nicht nur eine Sache zurzeit erledigen, sondern mit Methode und Intelligenz vorgehen. Hinter der Prana befindet sich ein steuerndes Prinzip. Bevor wir handeln, denken wir. Der Geist befindet sich darum innerhalb von Prana. Doch die Gedanken wiederum werden durch etwas Anderes gelenkt. Wir denken systematisch und folgen bei jeder Form der Kontemplation und Handlung einem logischen Weg. Diese logische Vorgehensweise bei allen unseren Lebensfunktionen wird durch den Intellekt bestimmt, der das höchste Gut des Menschen ist, und der vom Ego des Menschen untrennbar ist.

All diese Funktionen des psychologischen Apparates sind jedoch auf den Wachzustand beschränkt. Der Mensch scheint von diesem Zustand in andere Zustände zu wechseln, als da sind: Traum- und Schlafzustand. Obwohl wir eine Form des Bewusstseins im Traum kennen, so sind wir im Tiefschlaf allen Bewusstseins beraubt. Wir wissen jedoch, dass wir auch im Schlaf existieren. Dieses bedeutet, dass wir auch ohne jegliche Aktivität, selbst ohne zu denken, existieren können. Die Situation des Tiefschlafs ist ein Paradox für die Psychologie und ein Rätsel für die Yogaanalyse. Es ist befremdend, dass wir uns im Tiefschlaf nicht selbst bewusst sind, und wir wissen doch, dass wir existieren. Der Tiefschlaf ist eine reine und einfache Erfahrung für das Bewusstsein allein, ungeachtet dessen, dass wir uns auf Grund einer sonderbaren Schwierigkeit, in die wir scheinbar eingebunden sind, dieser Situation nicht bewusst sind. Im Tiefschlaf existiert ein Bewusstsein, das sich nicht mit Objekten befasst, und doch bleiben wir befähigt, Äußeres wahrzunehmen. Gleichzeitig herrscht sogar, obwohl es eine Wahrnehmungsfähigkeit für Objekte gibt, ein Unbewusstsein über die eigene Existenz vor. Die Schlussfolgerung daraus ist, dass der tiefste Punkt im Individuum das Bewusstsein ist, das als Atman, Purusha usw. bezeichnet wird. Dies ist das wirkliche Selbst.

Was ist nun der tiefste Punkt des Kosmos? Wir haben gelernt, dass es fünf Elemente gibt. Doch dieses ist nicht das ganze Bild der Schöpfung. Es existieren Tatsachen innerhalb des körperlichen Universums, genauso wie sie im individuellen Körper zu finden sind. Genauso wie Prana, Geist, Intellekt, Ego und letztendlich Bewusstsein in der körperlichen Struktur vorhanden sind, so gibt es auch außerordentliche Wahrheiten im physischen Universum. Innerhalb der fünf Grobelemente existieren fünf Kräfte, die diese Elemente offenbaren. Diese Kräfte sind die universalen Ursachen aller körperlichen Dinge, die als Tanmatras bezeichnet werden, und die das Wesen der Objekte zum Ausdruck bringen. Hinter dem Äther, der Luft, dem Feuer, dem Wasser und der Erde stecken derartige Kräfte. Sabda oder der Klang ist die Kraft für den Äther. Doch dieser Klang unterscheidet sich von dem was wir hören. Er ist das feine Prinzip hinter dem gesamten Äther, auf Grund dessen, die Ohren erst in die Lage versetzt werden zu hören. Dieser Klang wird Tanmatra genannt. In ähnlicher Weise gibt es Tanmatras für die Luft, das Feuer, das Wasser und die Erde, die für die Berührung als Sparsa, für die Form als Rupa, für das Schmecken als Rasa und für den Geruch als Gandha bezeichnet werden. Diese Kräfte sind feine Energien, die ständig in den Elementen enthalten sind, die wiederum das physische Universum ausmachen.

Die moderne Wissenschaft scheint die Gegenwart dieser Wesenhaftigkeit im Hintergrund der Körper zu bestätigen. In früherer Zeit war man der Ansicht, dass die Welt nur aus Molekülen oder chemischen Substanzen bestünde. Weitere Untersuchungen offenbarten, dass die Moleküle nicht das letzte Wort sind, und dass die Welt eigentlich aus Atomen besteht. Weiterführende Untersuchungen haben darüber hinaus bewiesen, dass selbst die Atome aus bestimmten Substanzen gebildet werden, die einerseits den Charakter einer wellenförmigen Energie haben und andererseits energiegeladene Teilchen sind. Sie fließen wellenförmig und springen wie Teilchen. Ein großer Physiker zog es darum vor, sie als „Wellenteilchen“ zu bezeichnen. Sie wurden als Elektronen, Protonen, Neutronen usw., entsprechend ihrer Struktur und Funktion, bezeichnet. Ihre Wesenhaftigkeit ist die physische Stärke. Im Universum existiert nichts weiter als diese physische Stärke. Es gibt überall nur eine andauernde Energie. Die Tanmatras des Yogasystems sind jedoch viel feiner als die entdeckten „Energien“ der Wissenschaft, genauso wie Prana feiner als Elektrizität ist.

So wie sich hinter Prana der Geist befindet, so steckt hinter den Tanmatras der kosmische Geist. Jenseits des kosmischen Geistes ist das kosmische Ego und der kosmische Intellekt, der Letztere hat einen besonderen Namen, nämlich Mahat. Jenseits von Mahat befindet sich etwas, was man Prakriti nennt, in dem das ganze Universum, wie ein Baum in einem Saatkorn oder wie die Auswirkung seiner Ursache, existiert. Über der Prakriti befindet sich das absolute Bewusstsein, Brahman, Paramatman usw. genannt. Ob wir nun hier oder dort, in uns selbst oder in den Kosmos eintauchen, wir finden überall dasselbe, nämlich Bewusstsein. Und die Stufen der Offenbarungen im Individuum entsprechen jenen im Universum. Der Zweck des Yoga liegt darin, eine Einheit zwischen dem Individuum und den kosmischen Strukturen herzustellen und die absolute Wahrheit zu verwirklichen. Yoga breitet vor uns das Ziel der Einheit aus, worin das Unendlich und die Ewigkeit zusammenzukommen scheinen. Das Ziel des Yoga liegt darin, das Individuum auf die kosmische Ebene zu heben, und die falschen Differenzierungen zwischen dem Individuum und dem Kosmos auszulöschen. Der Kosmos schließt die Dinge und uns selbst mit ein. Das Individuum ist ein Teil des Kosmos. Warum bemühen wir uns, beides getrennt voneinander zu betrachten? Dieses ist ein Fehler, den Yoga folgerichtig korrigiert. Den Kosmos als ein äußeres Objekt zu betrachten, würde der wahren Bedeutung des Kosmos widersprechen. Uns selbst als Subjekte und den Kosmos als Objekt zu sehen, hieße das Verständnis über den Kosmos ins Lächerliche zu ziehen und sich in Seine Harmonie und Arbeit einzumischen. Yoga korrigiert diesen Fehler und dadurch wird das Sterbliche zum Unsterblichen. Da das Individuum ein Teil des Kosmos ist, sollte das Ziel nicht schwer zu erreichen sein. Das Individuum ist nicht vom Kosmos getrennt, doch das Individuum ist verwirrt, was durch die künstliche Isolation von uns selbst in Bezug auf den Rest des Universums hervorgerufen wird. Diese Verwirrung wird Ajnana oder Avidya genannt, d.h. eine Abwesenheit oder Ablehnung des wahren Wissens. Hier betreten wir das Gebiet der Tiefenpsychologie. 


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