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Kollektives Karma

Manchmal liest man über sogenanntes „kollektives Karma“. Da wird dann darüber gesprochen, dass z.B. ein Volk, eine Nation, ein kollektives Karma hat. Manchmal wird sogar behauptet, dass ein bestimmtes Volk ein Unrecht verdient haben muss, weil es selbst vorher vielleicht Verbrechen begangen hat.

Ich halte diese Interpretation von „kollektivem Karma“ für großen Unsinn. Karma heißt, dass jemand lernen und wachsen soll, zur Befreiung kommen soll. Kein „Volk“ wird als Ganzes die Erleuchtung erlangen. Es sind Individuen, die spirituell wachsen. Und Menschen inkarnieren sich in unterschiedlichen Völkern.

Wer in diesem Leben Deutscher ist, war vielleicht in einem früheren Leben Gujarati (in Indien), in einem noch früheren Leben Suaheli (Afrika) und davor Lakota-Indianer. Das ist ja eine der schönen Aussagen der Reinkarnationslehre, dass sie uns hilft, über Identifikation mit Volk, Familie, Geschlecht, sozialer Schicht, Rolle etc. hinauszuwachsen. Wenn 10.000 Menschen gemeinsam in einem Erdbeben umkommen, hat nicht die Stadt früher etwas Falsches gemacht. Vielmehr haben sich 10.000 individuelle Seelen so inkarniert, dass ihr physisches Leben an einem bestimmten Tag zu Ende ist. Und es ist unsere Aufgabe zu helfen, soweit es in unseren Möglichkeiten steht.

Karmische VerbindungKollektives Karma ist etwas anderes: Menschen inkarnieren sich oft über mehrere Inkarnationen zusammen. In diesem Sinn kann eine Gruppe von Menschen, die in einem früheren Leben gemeinsam in einem Dorf in Namibia gelebt hat, in diesem Leben gemeinsam eine Firma aufbauen. Oder eine frühere Familie in Australien inkarniert sich jetzt als Familie in Südamerika. Der frühere Großvater wird zum Enkel, die Mutter zur Tante etc. Wenn sie dann gemeinsam eine Herausforderung zu bewältigen haben, ernten sie nicht das Karma ihrer südamerikanischen Familie, sondern ihr eigenes Karma aus einem früheren Leben.

Gemeinsame Inkarnation von Schüler und Meister

Ebenso inkarnieren sich auch die Schüler eines Lehrers über mehrere Inkarnationen zusammen mit ihrem Meister. Swami Vishnu-devananda sagte einmal in einem kleinen Kreis seiner engsten Schüler, dass er uns in einem früheren Leben allein gelassen hätte, um sein Leben ganz der Meditation zu widmen. Deshalb hätte er sich nochmals inkarnieren müssen, um uns alles sehr gründlich beizubringen. In diesem Leben wolle er den gleichen Fehler nicht nochmals machen. In diesem Sinne haben Schüler und Meister ein kollektives Karma.

Karmische Verbindungen?

Manchmal trifft man einen Menschen, mit dem man sich gut versteht und von dem man glaubt, ihn/sie schon einmal gesehen zu haben. Vielleicht hatte man in einem früheren Leben etwas miteinander zu tun. Es muss aber nicht sein, dass das Karma auch für dieses Leben ein Zusammenleben vorsieht. Man sollte sich bemühen herauszufinden, was das Dharma (Aufgabe) in diesem Leben ist: Sieht dieses Dharma ein Zusammensein vor? Oder fühlt man sich einfach vertraut, aber in diesem Leben ist da kein besonderes Karma mehr zusammen auszuarbeiten?

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