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Statements

Yoga Vidya e. V. zur kritischen Berichterstattung (Statement 18.10.2023)

Yoga heißt Einheit. Yoga heißt Harmonie. Yoga ist ein Weg zu höheren Ebenen des Bewusstseins. Der Yoga-Weg beinhaltet auch eine hohe Ethik. Daher trifft uns die Berichterstattung von ARD, SZ und WDR stark, denn sie verstößt gegen unser Selbstverständnis und unsere Intention. Wir finden aber, dass wir aus der Kritik auch lernen und wachsen können. 

So hat Yoga Vidya die Beiträge von ARD (5.9.2023, Das Erste) und Süddeutsche Zeitung (SZ, 5.9.2023) zum Anlass genommen, die Sanierung des Mahameru-Gebäudes in Bad Meinberg mit größter Sorgfalt zu überprüfen. Wir sind zum Ergebnis gekommen: Die Berichterstattung durch ARD und SZ hat die Baumaßnahmen teilweise falsch dargestellt. Ergänzend zu unserer Pressemitteilung (5.9.2023) halten wir folgende Fakten zum Bauprojekt fest: 

Bei der Sanierung des Mahameru Gebäudes war uns die Sicherheit und Gesundheit aller Beteiligten wichtig. So fördern wir nicht nur durch Yoga Übungen die Gesundheit, sondern achten bei allem, was wir tun, auf einen bewussten Umgang mit potenziell gesundheitsgefährdenden Situationen. Daher ließen wir uns von Architekten, Ingenieuren und Schimmelsanierern gründlich beraten. Wir gaben Gutachten in Auftrag und arbeiteten mit Fachfirmen zusammen. Es wurde ein Renovierungsteam aus 10 - 15 Sevakas (Gemeinschaftsmitglieder) sowie mehreren Angestellten gebildet. Auf ehrenamtliche Helfer wurden nur in geringem Umfang zurückgegriffen. Der einzige ehrenamtliche Helfer, der von Anfang bis zum Ende dabei war, war vom Fach. Für seine Begleitung, auch mit wichtigen Tipps und Hinweisen, sind wir sehr dankbar.

Mahameru war vorher eine Kurklinik (die sogenannte Lippeklinik), gebaut in den 1970er Jahren. Laut Aussage des Architekten, der Ingenieure und Fachfirmen wies sie weniger Schadstoffe als damals üblich auf. Da das Gebäude seit ca. 1999 leer stand, die Dächer teilweise undicht waren und wir der Bad Meinberger Feuerwehr das Gebäude für Lösch-Übungszecke unentgeltlich zur Verfügung gestellt hatten, gab es einige Wasserschäden, die zu teilweise starkem Schimmelbefall geführt hatten.

Die Bauphase begann im Jahr 2017. Ein Gutachten gab vor, dass die Entschimmelung des Gebäudes höchste Priorität hatte. Insbesondere war wichtig, dass alle Schimmelsporen unschädlich gemacht wurden, bevor weitere Arbeiten durchgeführt wurden. Bei der Entschimmelung kamen keine Karma Yogis zum Einsatz. Vielmehr wurde eine professionelle Firma zur Entschimmelung beauftragt. Diese bestätigte, dass Ende Dezember/Anfang Januar der Schimmel im gesamten Gebäude gebunden und sich keine Schimmelsporen mehr in der Luft befanden. Die Fachfirma setzte, auch aus Rücksichtnahme auf die Gesundheit und die Umwelt, ein hochwirksames Entschimmelungsmittel ohne Chlor ein. Wegen des Verzichts auf Chlor waren die Nachwirkungen wie Schimmelflecken noch nach der Entschimmelung sichtbar, aber ab Ende Januar 2018 gab es keine Schimmelsporenbelastung mehr in der Luft. 

Das Gebäude hatte leider, wie viele Gebäude aus den 1950er bis 1980er Jahren auch, schwach oder stark gebundenen Asbest. Laut Expertenaussage gelangt dieser nicht in die Raumluft, sofern keine Arbeiten daran ausgeführt werden. Wir entschieden uns dennoch, einen großen Teil davon abzubauen, um kein Risiko für die Zukunft zu haben. Das wurde, unter größten Sicherheitsmaßnahmen vorgenommen: Einsatz von Asbeststaubsaugern und Luftreinigern, um ein staubarmes Sanieren zu gewährleisten; volle Arbeitsschutzkleidung; Einhausungen; Hinweisschilder und Absperrungen der schadstoffbelasteten Bereiche. Die Asbest-Arbeiten wurden von dem Bauleiter selbst und von wenigen, von ihm gründlich eingewiesenen Personen durchgeführt. Zuvor hatte der Bauleiter einen Asbest-Zertifikatslehrgang mit Zusatzmodulen absolviert. Die Asbest-Entsorgung führte ein zertifiziertes Entsorgungsunternehmen aus. Für den Abbau der Mineralwolle verfügte der Bauleiter über das erforderliche Zertifikat. Er versicherte uns, dass unter größten Sicherheitsmaßnahmen von speziell darin eingewiesenen Personen gearbeitet wurde. Des Weiteren wurden vom ihm oder seinem Stellvertreter täglich morgendliche Sicherheitseinweisungen durchgeführt.  

Hohe Sicherheitsstandards während der Sanierungsarbeiten galten insbesondere auch für die mithelfenden Seminarteilnehmer*innen, die als 45-Minuten-Karma-Yogis ab März 2018 mithalfen. Sie wurden bei den Sanierungsarbeiten einzig in Räumlichkeiten eingesetzt, in denen nach fachgerechter Entsorgung der abzubauenden Schadstoffe keine Belastung mehr bestand. Von jeglichen Tätigkeiten mit schadstoffrelevantem Gefahrenpotential wurden sie ferngehalten. Dies versicherte uns der Bauleiter eidesstattlich.
Die in dem ARD-Beitrag gezeigten Videoaufnahmen, die als vermeintliche Belege für fahrlässigen Einsatz von Mithelfenden angeführt werden, sind aus dem Kontext gerissen und ordnen die Sachverhalte falsch ein. Richtig ist vielmehr: Zahlreiche in den Videos gezeigten Sanierungsarbeiten sind nicht in schadstoffbelasteten Räumen entstanden. Szenen wie der Umgang mit einem Schleifgerät waren z. T. gestellt.

Des Weiteren wird in dem TV-Beitrag eine Ausbildungsteilnehmerin zitiert, die angeblich mitbekommen habe, dass Asbest-belastete Gegenstände in einer blauen Tüte verstaut worden sein sollen. Diese Behauptung ist ebenfalls falsch: Asbest wurde ausschließlich nur in für den Zweck explizit vorgesehenen Big Packs entsorgt; diese waren entsprechend markiert. Die ordnungsgemäße und fachgerechte Entsorgung der Schadstoffe übernahm ein professioneller und mehrfach ausgezeichneter Containerdienst. Mitarbeiter der Bezirksregierung Detmold waren während der Sanierungsarbeiten zweimal vor Ort und hatten keine Beanstandungen. 

 

Klare Ethikrichtlinien und sorgfältige Prüfung von Verstößen

Darüber hinaus möchten wir die Gelegenheit ergreifen, um auf weitere Vorwürfe in der Berichterstattung sowie die damit verbundene Kritik an Yoga Vidya einzugehen. Es ist uns wichtig, allen Mitgliedern unserer Gemeinschaft einen sicheren und wertebewussten Raum zu bieten.

Wir möchten an dieser Stelle nochmals betonen, dass sich Yoga Vidya klar und bedingungslos zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland bekennt. Dies ist in den verpflichtenden Ethikrichtlinien des Vereins verankert, die wir aktiv in unserem Verein leben und die von allen angehenden Seminarleitern bestätigt werden müssen.

Sie sind unter yoga-vidya.de/compliance zu finden.

Um Abweichungen und Verstöße von unseren Richtlinien frühzeitig entgegenzuwirken, bieten wir verschiedene Kontaktstellen für Sevakas, ehrenamtliche Mithelfer*innen und Gäste: 

 

•    Compliance-Stelle: yoga-vidya.de/complianceE-Mail: compliance(at)yoga-vidya.de
•    Santosha-Beschwerdemanagement: E-Mail: santosha(at)yoga-vidya.de
•    Ombudsstelle: yoga-vidya.de/ombudsstelle; E-Mail: ombudsstelle(at)byv.de oder Tel: 05234 87 2113
•    verschiedene interne Dialogformate
•    extra eingerichtete Website mit allen relevanten Kontaktmöglichkeiten inklusive unserer Ethikrichtlinien:
     yoga-vidya.de/compliance
•    Briefkasten an der Rezeption bei Yoga Vidya Bad Meinberg: Meldung von Verstößen jeglicher Art, schriftlich und anonym

 

Werden konkrete Verstöße festgestellt, prüft Yoga Vidya diese sorgfältig und ergreift Maßnahmen (vom persönlichen Gespräch über die Abmahnung bis zum Ausschluss), um die Einhaltung unserer Richtlinien sicher zu stellen. In Gefährdungsfällen werden offizielle Stellen wie die Polizei, Rettungsdienst etc. involviert. 

In Übereinstimmung mit unseren Ethikrichtlinien und Wertvorstellungen positionieren wir uns aktiv gegen jegliche Form extremistischer Äußerungen oder extremistischen Gedankenguts. Das zeigt auch unsere Initiative „Yoga für Demokratie“, welche wir 2020 zusammen mit anderen Einrichtungen gegründet haben und sich entschieden gegen rechtsradikale und verschwörungstheoretische Strömungen einsetzt. Wenn Vorwürfe substantiiert sind, beenden wir die Zusammenarbeit. Wir bedauern, dass wir in ca. zwei oder drei Fällen nach heutiger Kenntnis zu lange gebraucht haben, um die Zusammenarbeit zu beenden. Inzwischen legen wir, anders als früher, auch an Gastgruppenleiter gleiche Maßstäbe an wie an Seminarleiter. Wir wollen immer wieder von Neuem lernen. 

Intern beschäftigen wir eine Sozialpädagogin als Ahimsa-Beauftragte. Ihre Beratung steht Sevakas im Falle von Verstößen gegen unsere Richtlinien kostenlos zur Verfügung. Außerdem führt sie Schulungen für alle Gemeinschaftsmitglieder zu relevanten Themen durch. Wir wenden uns auch an externe Psycholog*innen. Sie führen ebenfalls entsprechende Schulungen durch. Zusätzlich stehen sie zur Supervision der internen Therapeut*innen und im Falle psychischer Erkrankungen Einzelner zur Verfügung. Des Weiteren tragen verschiedene Gremien zur Konfliktklärung bei, wie z. B. Vertrauenspersonen, Shanti-Rat (Berufungsinstanz für Sevakas), Rakshakas (Konfliktmanager zur Deeskalation in schwierigen Situationen), Seva-Büro (interne Anlaufstelle), Team- und Bereichsleiter. Die Resonanz auf die Berichterstattung hat uns nach sorgfältiger Prüfung gezeigt, dass wir in Zukunft diese Maßnahmen noch besser kommunizieren müssen.

Wir sprechen uns auch entschieden gegen weitere ungerechtfertigte Vorwürfe in der Berichterstattung aus, insbesondere im Hinblick auf die Bedingungen des Seva-Dienstes.

 

Gestaltung der Seva-Dienste

Das Feedback unserer Mitglieder hat in unserer Yoga Vidya Lebensgemeinschaft einen zentralen Stellenwert und fließt in die Gestaltung der Seva-Dienste ein. Um ihre Anregungen zu erfassen, bieten wir unseren Sevakas wöchentliche Sevaka-Gespräche und -Versammlungen, Team-Meetings und Mitgliederversammlungen an. 

Wir bedauern, dass wenige ehemalige Sevakas und Mithelfer*innen im Nachhinein ihre Zeit bei Yoga Vidya negativ beurteilen, wie der Ex-Sevaka Christian K. Seine in den Beiträgen verwendeten selektiven, einseitigen Äußerungen suggerieren, er wäre nach seinem Fahrradunfall dazu aufgefordert worden, den Ashram zu verlassen, da er aus gesundheitlichen Gründen seine Seva-Dienste nicht leisten konnte. Der Beitrag erweckt damit fälschlicherweise den Eindruck, dass Yoga Vidya die Leistung im Seva über das Wohl seiner Gemeinschaftsmitglieder stelle.

Das Gegenteil ist richtig: Im Falle persönlich belastender Lebenssituationen gewähren wir besondere Flexibilität in der Ausgestaltung des Sevas. Langzeiterkrankte Sevakas nehmen Krankengeld in Anspruch, das Yoga Vidya seit einigen Jahren auf die ursprüngliche Höhe des Taschengeldes aufstockt. Christian K. war nach seinem Fahrradunfall einige Monate erkrankt und lebte weiter in der Gemeinschaft. Die Gemeinschaft kümmerte sich um ihn, z.B. indem sie Arztfahrten übernahm, ihm Essen auf sein Zimmer brachte u. ä. Christian K. bezog  entgegen der in der Mitgliedschaft getroffenen Vereinbarungen während seiner Sevaka-Zeit zudem bereits Rente und Bezüge aus einer anderen Erwerbstätigkeit bei einem Reinigungsdienst.

Aufgrund seines fortgeschrittenen Alters und seines Unfalls wäre es nicht zumutbar für ihn gewesen, ein normales Seva zu leisten. Daher boten wir ihm an, bei Yoga Vidya Bad Meinberg in den Sevaka-Rentenstatus überzuwechseln. Denn langjährige Sevakas haben lebenslanges Wohnrecht bei Erreichen der Rentenphase. Nach anfänglicher Zustimmung entschied er sich jedoch überraschend dagegen und klagte gegen Yoga Vidya. Zudem wies er erhebliche Mängel bei der Ausführung der ihm anvertrauten Aufgaben und bei der für Sevakas essenziellen spirituellen Praxis auf. Christian K. zog sich merklich aus der Gemeinschaft zurück, nahm selten an Satsangs und Yogastunden teil. Beim Beitritt in die Glaubens- und Lebensgemeinschaft entschied er sich jedoch aus freien Stücken bewusst für unsere vollkommen transparenten Mitgliedsbedingungen.

Abfällige, unsachliche Bemerkungen über Yoga Vidya ließen das Vertrauensverhältnis zu ihm als zunehmend zerrüttet erscheinen. Wir bedauern es sehr, dass sein langjähriges Sevaka-Dasein so zu Ende gegangen ist. Jede einzelne Person, die im Groll gegen Yoga Vidya geht, geht uns zu Herzen – auch wenn es glücklicherweise nicht so viele sind. 

Uns hat sehr betroffen, dass manche Zuschauer*innen nach der TV Dokumentation ihrer Empörung per Mail und in den sozialen Medien Ausdruck verliehen haben. Denn: So viele Menschen setzen sich bei Yoga Vidya seit Jahren, zum Teil Jahrzehnte dafür ein, mehr Frieden, mehr Gesundheit, mehr Harmonie, mehr Spiritualität, mehr Liebe, Verständnis, Wertschätzung in die Welt zu bringen. Wir bilden uns ein, wir setzen uns von ganzem Herzen, mit all unserem Sein dafür ein, Gutes in die Welt zu bringen. Wir verzichten auf vieles, zum Wohl von anderen – und zur spirituellen Entwicklung. Wir haben hohe Ideale, orientieren uns an anspruchsvoller Ethik. Dennoch bewirken wir anscheinend manchmal auch das Gegenteil von dem, was wir beabsichtigen: ein Leuchtturm und Vorbild für andere zu sein. Wir bitten dich darum, unsere Fehlbarkeiten und Unzulänglichkeiten zu entschuldigen. 

Danke den Hunderten, die uns in den letzten Wochen per Email, auf Facebook, per WhatsApp, Messenger oder auch persönlich ihre Dankbarkeit ausgedrückt haben, uns geschildert haben, wie viel sie bei Yoga Vidya gelernt, erfahren haben. Danke den vielen Gästen, Ausbildungsteilnehmer*innen, Mithelfer*innen, Ex-Sevakas, Seminarleiter*innen für ihr Feedback, das uns darin bestätigt: So viel Gutes wird bei Yoga Vidya bewirkt.

Uns ist es ein Anliegen, dass alle, die zu Yoga Vidya kommen, ihre Zeit bei Yoga Vidya als Bereicherung empfinden. Leider gelingt uns das nicht immer. Wir wollen gerne mit eurer Hilfe daraus lernen: Hast du Vorschläge? Willst du mitwirken, Yoga Vidya weiter zu entwickeln? Ist dir etwas bekannt, dass deiner Ansicht nach nicht in Ordnung ist? Lass es uns wissen.

Hier findest du unsere Kontaktmöglichkeiten: yoga-vidya.de/compliance

Danke für die Vorschläge, die schon eingegangen sind.

 

Statement zu den Vorwürfen hinsichtlich Rechtsextremismus am 05.09.2023

Unsere Ethikrichtlinien und Wertvorstellungen leben wir aktiv in unserem Verein. Potenziellen Verstößen gehen wir nach und prüfen diese sorgfältig. Werden Verstöße festgestellt, ergreift Yoga Vidya unmittelbar Maßnahmen, um die Einhaltung unserer Richtlinien sicher zu stellen. 

Dies gilt auch für den im Beitrag der ARD „Cash und Karma?“ (5.9.2023, Das Erste) und der Süddeutschen Zeitung (SZ) „Immer schön dankbar sein“ (5.9.2023) geschilderten Einzelfall eines Seminarleiters. Wir haben unmittelbar und fristlos unsere Partnerschaft mit ihm gekündigt, sobald sich einzelne Hinweise zu konkreten Beweisen verdichtet haben, die seine rechtslastigen Überzeugungen belegten. 

In den Beiträgen wird auf Basis dieses Einzelfalls irreführend der Verdacht konstruiert, Yoga Vidya würde rechtsextremes Gedankengut tolerieren. Dieser Darstellung widersprechen wir entschieden. In Übereinstimmung mit unseren Ethikrichtlinien und Wertvorstellungen positionieren wir uns aktiv gegen jegliche Form extremistischer Äußerungen oder extremistischen Gedankenguts. Menschen mit solchen Überzeugungen haben keinen Platz bei Yoga Vidya.

 

Statement zu irreführender Berichterstattung am 05.09.2023

Yoga Vidya e. V. widerspricht irreführender Darstellung von ARD und SZ, weist substanzlose Vorwürfe zurück und stellt Sachverhalte richtig.

In der ARD-Dokumentation „Cash und Karma?“ (5. 9. 2023, Das Erste) sowie in dem im Rechercheverbund entstandenen Artikel „Immer schön dankbar sein“ (Süddeutsche Zeitung (SZ) vom 5.9.2023) wird Yoga Vidya e. V. ungerechtfertigt kritisiert. Beide Beiträge reißen Sachverhalte aus dem Zusammenhang, stellen Situationen verzerrt dar und unterschlagen wesentliche Informationen. Die TV-Reportage erweckt zudem auch mit suggestiv geschnittenen Bildern einen falschen Eindruck von Wesen, Wirken und Werten unserer Gemeinschaft.

Substanzlose Vorwürfe beider Beiträge rücken das Engagement unseres Vereins und seiner Vertreter*innen zu Unrecht in ein falsches Licht. Insbesondere unterstellen sie fälschlicherweise, unsere Vereinsarbeit verfolge wirtschaftliche Ziele wie Wachstum und stelle diese über das Wohl seiner Gemeinschaftsmitglieder (Sevakas) und Mithelfer*innen.

Richtig ist vielmehr:

Yoga Vidya ist eine basisdemokratisch organisierte Lebens- und Glaubensgemeinschaft in der Rechtsform eines als gemeinnützig anerkannten, eingetragenen Vereins. Wachstum ist für uns kein Selbstzweck. Unser Vereinsziel ist die Verbreitung unseres Glaubens mit den Mitteln des klassischen, hinduistischen Yoga, mit positiven Wirkungen für Praktizierende und Gesellschaft. Yoga Vidya erwirtschaftet keine Überschüsse und verwendet Vereinsgelder ausschließlich für den Vereinszweck: Die Verbreitung des integralen Yoga in der Tradition von Swami Sivananda und Sri Sankaracarya auf der Grundlage des Yoga Vedānta Bekenntnisses innerhalb des Hinduismus.

Das alltägliche Leben als Sevaka in unseren Ashrams umfasst gemäß hinduistischer Religionsauffassung unter anderem auch Seva. Seva ist uneigennütziges Dienen als Form der Gottesverehrung und gelebte Praxis in allen hinduistischen Gemeinschaften der Welt. Seva umfasst auch Tätigkeiten zum Erhalt des Vereins und zur Förderung seiner Ziele; Art und Umfang liegen im eigenen Ermessen jeder Einzelperson und erfolgen ausschließlich auf Vertrauensbasis.

Unsere Lebensform und die diesen zugrunde liegenden hinduistischen Glaubenspraktiken wurden von dem Redaktionsteam offenbar nicht verstanden und falsch interpretiert. Sevakas wirken nicht als Arbeitnehmer, sondern als Mitglieder einer geistlichen Genossenschaft. Im Einklang mit hinduistischer Tradition und Praxis verbringen sie je nach ihren individuellen Bedürfnissen kürzere oder längere Lebensabschnitte in unseren Ashrams. Beim Beitritt entscheiden sie sich aus freien Stücken bewusst auch für Seva, unter vollkommen transparenten Mitgliedsbedingungen. Wenn sie uns verlassen, was jederzeit möglich ist, unterstützen wir sie beim Übergang in ein bürgerliches Leben. Wer in finanzielle Not gerät, bekommt Geld aus der Sevaka Unterstützungskasse. Alle zentralen Entscheidungen, auch die über ihr Taschengeld, treffen Sevakas in der wöchentlichen Sevaka-Versammlung selbst. Vereinsvorstand und Vereinsvorsitzende, Bereichs- und Teamleitende besitzen einfaches Stimmrecht.

Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat einen Rechtsstreit um Mindestlohnansprüche im spezifischen Fall zweier Ex-Sevakas nach einem Berufungsverfahren zurück an das Landesarbeitsgericht (LAG) Hamm verwiesen, wo dieser nun neu verhandelt werden muss. Wir werden im Zuge dieses laufenden Verfahrens alle rechtlichen Mittel nutzen, damit unsere vom Grundgesetz garantierte Religionsfreiheit als hinduistische Glaubensgemeinschaft gerichtlich anerkannt wird, einschließlich der Praxis von Seva. Dafür bereiten wir alle erforderlichen Schritte, auch die Anrufung des Bundesverfassungsgerichts, vor.

Wir bedauern, dass einige wenige ehemalige Sevakas und Mithelfer*innen im Nachhinein ihre Zeit bei Yoga Vidya negativ beurteilen. Mangels Entbindung von der Verschwiegenheitspflicht aus einem gerichtlichen Vergleich oder ausreichender Konfrontation mit konkreten Details konnten wir einigen Darstellungen nicht vor der Berichterstattung entgegentreten; zahlreiche andere abwegige Vorwürfe, die wir durch Stellungnahme entkräften konnten, wurden nicht in die Berichterstattung aufgenommen. Gerne hätten wir den Redaktionen die tatsächlichen Umstände umfassend dargelegt. Insbesondere gilt dies für den geschilderten Fall eines Ex-Sevakas, der unsere Gemeinschaft nach einem Unfall verlassen hat, in dessen Zuge wir ihm umfassende Hilfe zukommen ließen. Dieser Fall stellt sich in Wirklichkeit anders als geschildert dar. Mehrfach werden von den Medien zudem anonyme Quellen zitiert, deren Aussagen – auch bereits mangels konkreter Konfrontation im Vorfeld der Berichterstattung – nicht überprüfbar sind. Indem die Beiträge auf selektiven, einseitigen Behauptungen Weniger aufbauen und diese verallgemeinern, zeichnen sie ein falsches Bild von Yoga Vidya und bringen unsere Glaubensgemeinschaft und deren Wirken ungerechtfertigt in Misskredit.

Dies gilt auch für die Darstellung der Sanierung des Mahameru-Gebäudes unseres Ashrams in Bad Meinberg. Dazu halten wir Folgendes fest: Die Arbeiten wurden nach unserer Kenntnis fachgerecht und den gesetzlichen Sicherheitsvorschriften entsprechend geplant und durchgeführt. Der Bauleiter war durch zertifizierte Lehrgänge befähigt, Asbest und andere Schadstoffe abzubauen und Dritte im sicheren Umgang damit anzuleiten. Das Tragen von angemessener Arbeitsschutzkleidung und das strikte Einhalten weiterer Arbeitsschutzmaßnahmen war für Helfer*innen in Risikobereichen verbindlich vorgegeben. Wären wir mit dem in dem Bericht enthaltenen Vorwurf, dass ehrenamtliche Helfer*innen auf der Baustelle gefährdet worden seien, im Detail konfrontiert worden, hätten wir die Sachverhalte überprüfen und dazu konkret erwidern können.

Anders als im Beitrag dargestellt, wurden ehrenamtliche Helfer*innen in den betroffenen Bereichen unseres Wissens erst dann für Sanierungsarbeiten eingesetzt, als die Schadstoffe bereits abgebaut und sachgerecht beseitigt waren. Für die ordnungsgemäße und fachgerechte Entsorgung der Schadstoffe hat Yoga Vidya einen professionellen und mehrfach ausgezeichneten Containerdienst beauftragt.

Yoga Vidya bekennt sich klar und bedingungslos zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland, dies ist in den verpflichtenden Ethikrichtlinien des Vereins verankert. Der Respekt gegenüber allen Menschen unabhängig ihrer religiösen, kulturellen, ethnischen Herkunft und sexuellen Orientierung ist ein zentraler Grundstein unserer Wertvorstellungen. Wir grenzen uns klar, unmissverständlich und eindeutig von Verschwörungstheorien sowie jedwedem extremistischen Gedankengut ab, halten uns an Recht und Gesetz, und haben während der Pandemie alle entsprechenden Regeln befürwortet und umgesetzt.

Yoga Vidya wird vom höchsten Priester der Hinduistischen Gemeinschaft Deutschlands K.d.ö.R. als neo-hinduistische Religionsgemeinschaft gesehen. Gutachten kommen zum selben Befund, darunter zwei des Religionswissenschaftlers Prof. Dr. Martin Mittwede der Goethe Universität Frankfurt. Professor Dr. Stefan Greiner, Direktor des Instituts für Arbeitsrecht und Recht der Sozialen Sicherheit, Universität Bonn, zeigt in einem Gutachten auf, dass Sevakas keine Arbeitnehmer sind, sondern Mitglieder einer geistlichen Genossenschaft und legt die korrekte sozialversicherungsrechtliche Behandlung dar. Schon 1987 hat das Bundesverwaltungsgericht festgestellt, dass das Sivananda Yoga Vedanta Bekenntnis innerhalb des Hinduismus ein Bekenntnis im Sinne des Grundgesetzes ist und deshalb als Religionsgemeinschaft anzusehen ist. Das nehmen wir für Yoga Vidya in Anspruch. Wir bereiten rechtliche Schritte vor, um unsere Vereinsorganisation als religiösen Lebens- und Glaubensverbund auch gerichtlich anerkennen zu lassen.

 

Pressekontakt:

Yoga Vidya e.V.                            
Yoga Vidya Bad Meinberg
Maike Czieschowitz                        
Yogaweg 7
D-32805 Horn-Bad Meinberg

E-Mail: presse(at)yoga-vidya.de 

Telefon: +49 (0) 5234 87-2206

Internet: www.yoga-vidya.de


Yoga Vidya e.V. ist eine als gemeinnütziger Verein organisierte hinduistische Glaubensgemeinschaft mit dem Ziel, die Praxis und die Techniken des klassischen, ganzheitlichen Yoga auf der Basis des Yoga Vedanta in der Tradition von Swami Sivananda und Sri Sancaracarya zu verbreiten. Yoga Vidya lehrt Yoga in seinen vielfältigen Aspekten in Kursen und Seminaren, auch zu hinduistischen Schriften wie den Upanishaden, der Bhagavad Gita, der Hatha Yoga Pradipka und den Yoga Sutras. In den Yoga Vidya Ashrams bilden tägliche Pujas, Homas, Satsangs, das Rezitieren von heiligen Mantras und das Studium der Schriften die spirituell-religiöse Grundlage. Gegründet 1992 von Sukadev Bretz mit Sitz in Horn-Bad Meinberg, hat Yoga Vidya Zentren in rund 80 deutschen Städten sowie in Österreich, den Niederlanden, Bulgarien und Spanien.