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8. Kapitel Makara Shankranti

Verehrung dem Höchsten Gott, der ursprünglichen Kraft, die das Jahr in die vier Jahreszeiten teilt. Verehrung Surya, dem Sonnengott, der an diesem großartigen Tag seine Reise nach Norden beginnt.

Das Sanskritwort Shankramana bedeutet: „anfangen, sich zu bewegen“. Der Tag an dem die Sonne beginnt, sich nach Norden zu bewegen, wird Makara Shankranti genannt. Er fällt in Indien gewöhnlich in die Mitte des Monats Januar.

Bei den Tamilen in Südindien heißt dieses Fest Pongal und ist gleichzeitig der Anfang des neuen Jahres. Zum ersten Mal bereitet man mit frisch geerntetem Korn eine Mahlzeit zu. Man feiert fröhlich in der Familie. Diener, Bauern und Arme erhalten Nahrung, Kleidung und Geldgeschenke. Am nächsten Tag wird die Kuh als Symbol der Heiligen Mutter verehrt. Vögel und Tiere werden gefüttert.

Indem er so mit den offenen Armen der Liebe zuerst den ganzen Haushalt, dann die Nachbarn, die Diener und die Armen, die Kuh und alle lebenden Geschöpfe umarmt, öffnet sich im Laufe des Festes das Herz des Menschen. Ohne sich dessen überhaupt bewusst zu werden, wird das Herz so weit, dass das ganze Universum darin Platz findet.

Da an Shankranti nach dem Mondkalender ein neuer Monat beginnt, opfern die Priester den verstorbenen Ahnen. So finden alle vorgeschriebenen Opferhandlungen ihren Platz bei diesem großartigen Fest. Durch all diese Rituale wird Gott auch in seiner Form als kosmische Gestalt verehrt, so dass indirekt alle Menschen daran teilnehmen, ohne sich dessen bewusst zu sein.

Dieser Tag hat für Aspiranten (Sucher auf dem spirituellen Weg) eine besondere Bedeutung. Für sie ist das Halbjahr, in dem die Sonne ihre nördliche Bahn durchläuft, am besten geeignet für ihr Streben zum Ziel des Lebens. Es ist so, als ob sie mühelos mit dem Strom zum Allerhöchsten hinfließen. Paramahamsa Sannyasins (Entsagte, die die Gottverwirklichung erreicht haben), gehen in dieser Zeit auf Wanderschaft und vertreiben die Dunkelheit in den Herzen aller. Devas(Engelswesen) und Rishis (Seher) freuen sich auf den Beginn der neuen Jahreszeit und helfen den Aspiranten bereitwillig.

Der große Bhishma, der Großvater der Pandavas, der während des Krieges tödlich verwundet worden war, lag auf seinem Totenbett aus Nägeln und wartete auf den Beginn dieser Jahreszeit, bevor er die physische Ebene verließ33. Lasst uns ihm an diesem großen Tag huldigen und uns bemühen, selbst Menschen mit fester Entschlusskraft zu werden!

In Südindien ist das Pongal-Fest eng mit der Landwirtschaft verbunden. Für die Bauern ist das ein Tag des Sieges und der Freude, nachdem sie die Ernte eingebracht haben. Es war Aufgabe und Pflicht des Bauern, die Felder zu bestellen, zu bearbeiten. Die Früchte werden nun, ganz im Geist des Karma-Yoga34, Gott dargebracht. Man soll nicht die ganze Ernte für sich selbst behalten. An Pongal35 verteilt der Grundbesitzer an seine Arbeiter Essen, Kleidung und Geld. Dieses Ideal und diese Einstellung sollte man auch im Alltag beibehalten, nicht nur der Form halber am Pongal-Tag.

Sei wohltätig. Sei großzügig. Behandle deine Angestellten wie deine besten Freunde und Kollegen. Das ist der Hauptgedanke des Pongal-Festes. So wirst du ihre Treue und beständige Liebe ernten.

Der Tag vor Makara Shankranti ist das sogenannte Bhogi-Fest. Alte, abgenutzte, schmutzige Sachen werden ausrangiert und verbrannt. Die Häuser werden gereinigt und weiß getüncht, die Straßen sauber gekehrt und liebevoll mit Mustern aus Reismehl verziert.

Denke aber daran, dass es nicht mit Äußerlichkeiten allein getan ist. Dringend notwendig ist die Reinigung des Geistes von den alten Denkgewohnheiten. Um von nun an weiter zu wachsen in Wahrheit, Liebe und Reinheit, musst du deine bisherige Geisteshaltung weise und entschlossen ändern. Das ist der tiefere Sinn von Pongal im Leben des spirituellen Aspiranten.

Mit dieser Einstellung hat Makara Shankranti eine besondere Bedeutung für dich. Denn die Sonne des Wissens, der Weisheit und des spirituellen Lichtes weicht von dir, wenn du in der Finsternis von Unwissenheit, Verblendung und Sinnlichkeit wandelst. Nun aber wendet sie sich fröhlich auf ihren Kurs nach Norden, eilt dir entgegen, strahlt noch mehr Licht und Wärme aus und erfüllt dich mit mehr Leben und Energie.

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OmDie Sonne selbst symbolisiert all das, wofür das Pongal-Fest steht. Die Botschaft der Sonne ist die Botschaft des Lichtes, der Einheit, der Unvoreingenommenheit, der wahren Selbstlosigkeit, von vollkommenem Karma Yoga. Die Sonne ist der wahre Wohltäter aller Wesen. Sie scheint für alle gleicher maßen. Ohne die Sonne würde das Leben auf der Erde verschwinden. Regelmäßig und pünktlich erfüllt sie ihre Aufgabe und fordert niemals eine Belohnung oder fleht um Anerkennung. Wenn du diese Tugenden der Sonne in dich aufnimmst, wirst du zweifelsohne in gleichem göttlichen Glanz erstrahlen!

Er, der in der Sonne lebt, den die Sonne nicht kennt, dessen Körper die Sonne ist und durch dessen Kraft die Sonne scheint, Er ist das Höchste Selbst, das, was allem innewohnt, die unsterbliche Essenz. Tat Twam Asi – „Das bist du“. Verwirkliche es hier und jetzt, an diesem heiligen Pongal- oder Makara-Shankranti-Tag und sei frei! Darum bitte ich dich.

Besonders in Südindien werden am Shankranti-Tag zu Hause Süßigkeiten, Pudding und süßer Reis zubereitet. Der Topf, in dem der Reis gekocht wird, ist mit Tumeric-Blättern und -Wurzeln, den Symbolen des Wohlergehens und Glücks, verziert. Die Frauen kochen mit besonderer Sorgfalt und Hingabe mit dem Gefühl, Gott ein Opfer darzubringen. Wenn der Milchreis zu kochen beginnt, stehen Frauen und Kinder um den Topf herum und rufen fröhlich und voller Verehrung: „Pongalo Pongal!“. In Tempeln und Häusern werden besondere Gebete rezitiert. Dann isst man in der Familie in liebevoller und festlicher Atmosphäre zusammen.

Es ist ein Familienfest, weshalb es auch als ungünstig gilt, an diesen Tagen zu reisen. Brüder erneuern den Kontakt mit verheirateten Schwestern, die jetzt woanders leben und geben ihnen Geschenke. Der Bauer wird liebevoll vom Grundbesitzer empfangen und erhält Geschenke in Form von Getreide, Kleidung und Geld.

Am nächsten Tag werden die Kühe schön geschmückt, gefüttert und verehrt. In einigen Dörfern demonstriert die Jugend ihr Können beim „den Stier bei den Hörnern packen“ (manche gewinnen dabei ihre Braut). So ist es auch für die Rinder ein besonderer Tag.

Die jungen Mädchen bereiten süßen und sauren Reis oder Reis mit Kokosnuss zu und legen ihn als Gabe für Fische, Vögel und andere Tieren ans Flussufer oder an einen Brunnen. Das ist eine besonders farbenfrohe Zeremonie. Meist kommen Krähen und holen sich einen Teil des Futters. Darin steckt eine wertvolle Lehre, nämlich: „Teile mit allen, was du hast”. Auch die Krähe ruft die anderen, bevor sie selbst anfängt zu essen.

Deine Werte werden sich verändern, wenn du Shankranti oder Pongal auf diese Weise begehst. Du fängst an zu verstehen, dass dein wahrer Reichtum das Wohlwollen und die Freundschaft deiner Verwandten, Freunde, Nachbarn und Diener ist, und dass dein wahrer Reichtum das Land ist, auf dem deine Nahrung wächst und die Rinder, die dir bei der Landwirtschaft helfen und dir Milch geben. Du entwickelst größere Liebe und Achtung für sie und für alle Lebewesen, wie Fische, Krähen und alle anderen Geschöpfe.

In Maharashtra (ind. Bundesstaat) und Nordindien hat Makara Shankranti große Bedeutung, besonders für spirituelle Aspiranten. Es ist die vom spirituellen Lehrer auserwählte Zeit, um seinen Schülern seine Gnade zu erweisen. Und auch im Süden heißt es, dass zu dieser Zeit verschiedene Rishis (Seher, Weise) durch eine glückverheißende Vision Mahadevas („großer Gott“; Name für Shiva) gesegnet wurden.

33. aus der Bhagavad Gita
34. Yoga des selbstlosen, verhaftungslosen Handelns ohne Erwartungen.
33.Pongal bedeutet wörtlich “kochen” und ist auch die Bezeichnung eines besonderen Gerichts, das an diesem Tag zubereitet wird und während einer Puja symbolisch Gott geopfert wird. So steht Pongal für Überfluß ganz allgemein.

 

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