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Sei ehrlich zu dir selbst

Man sollte immer zurückhaltend bleiben

Wenn ihr als Suchende in die Meditation eintretet, um göttliches Bewusstsein zu erlangen, wird dieser natürliche Impuls euch heimsuchen und sagen, dass ihr nichts gegen diese Wünsche tun könnt. Was macht ihr dann? Erinnert ihr euch, was Kaikeyi dem König Dasaratha erzählt hat? Wenn ihr für lange Zeit ein zurückgezogenes Leben geführt habt, nehmen diese Impulse andere Formen an, und sie werden euch sagen, dass sie auch noch vorhanden sind. Sie werden euch piesacken und von verschiedenen Seiten angreifen. Ihr fühlt euch schlecht, ihr werdet den Platz verlassen und nach Hause gehen, doch ihr kommt kaum darauf, dass diese Dinge von innen herkommen. Wenn ihr andererseits zu Hause in angenehmer Atmosphäre seid, glaubt ihr, dass ihr keine Wünsche habt und alles gut ist. Doch wenn ihr irgendwo allein seid, dann schaut hin, was euer Herz euch sagt.

Wenn ihr am Ertrinken seid, und euch klar ist, dass ihr in kürzester Zeit nicht mehr atmen könnt und der Tod bereits an eurer Tür klopft, woran denkt ihr dann? Dieser Gedanke ist hier und jetzt nicht fassbar, weil ihr im Augenblick nicht ertrinkt und auch nicht an den Tod denkt, denn der Tod steht nicht unmittelbar vor der Tür. Ihr befindet euch nicht in der entsprechenden Situation, und damit kommen auch nicht jene Todesängste und Gedanken auf. Wenn ihr alles verloren habt, und man hat euch den Boden unter den Füßen weggezogen, woran denkt ihr dann? Ihr könnt euch dies jetzt auch nicht vorstellen, weil es in diesem Augenblick nicht stattfindet, doch kann es eines Tages möglich sein. Ihr solltet euch auf solch eine Situation innerlich vorbereiten. Wenn euch niemand in dieser Welt sehen möchte, was macht ihr dann?

Als intelligente Menschen müsst ihr euch jetzt innerlich darauf einstellen, dass euch niemand in der Welt zu sehen wünscht. Ihr habt niemanden hier als Freund. Warum sollte man sich auf solch eine Situation für die Zukunft einstellen? Ihr könnt eueren Kopf benutzen und unter der Bedingung in die Zukunft schauen, dass möglicherweise niemand für euch da ist. Ihr könnt euch geistig die Situation vor Augen führen, wo euch niemand sehen will und euch niemand beisteht. In dem Augenblick seid ihr wirklich in der Lage zu erfahren, wer oder was euch helfen wird.

Wenn alles verschwindet, dann kommt Gott; wenn etwas da ist, dann hält ER Distanz. Es gibt darüber eine kleine Geschichte, wann und wie ER kommt und wie nicht. Shri Krishna war in Dwaraka. Er saß gerade beim Mittagessen; Rukmini servierte ihm das Essen. Nachdem Shri Krishna die Hälfte seines Essens verzehrt hatte, stand er plötzlich auf und nahm sich einen Stock, der sich in der Ecke des Raumes befand. Rukimni  fragte: „Was ist mit dir los? Wen willst du jetzt, während deines Essens, mit dem Stock attackieren?“ Er blieb die Antwort schuldig. Er behielt den Stock und fing wieder an zu essen. „Was ist los?“ fragte Rukmini. Shri Krishna sagte: „Im Augenblick geschieht Folgendes: Irgendwo weit weg, in der Mitte von Rajasthan, - weit weg von Dwaraka, - ist ein Pilger, der von Räubern angegriffen wird. Ich glaubte, ich müsste ihn beschützen. Doch als ich etwas unternehmen wollte, nahm dieser Pilger seinen Stock und schlug auf seinen Angreifer ein. Darum habe ich beschlossen, dass der Pilger seine Arbeit selber verrichtet. Warum sollte ich eingreifen?“

Wenn ihr euch eurer Größe in dieser Welt sicher seid, dann lasst es gut sein. Warum solltet ihr euch um Gott kümmern? Lasst IHN sich um seine Geschäfte kümmern. Wenn ihr ohne IHN leben könnt, seid ihr frei davon, mit euch selbst glücklich zu werden. Doch seid wachsam!

Das Meditationsobjekt ist der Gott, den ihr euch ins Bewusstsein gerufen habt, und eure innere Stimme hört nicht auf, eure geheimsten Wünsche erfüllen zu wollen. Was macht ihr mit diesen Wünschen? Sie luken immer wieder durch die Öffnung des Geistes und versuchen, sich aus dem Hinterhalt Gehör zu verschaffen. Wenn ihr nicht darauf vorbereitet seid, steigen sie auf und packen euch beim Genick. Was könnt ihr dann machen? Ihr müsst euch dessen gewahr sein, dass sie jeden Augenblick aufsteigen können. Ihr solltet nicht glauben, dass sie nicht so bald aufkommen werden. Sie können kommen, ohne bemerkt zu werden. Was werdet ihr machen, wenn sie kommen?

Man kann den Wünschen auf verschiedenerlei Wegen begegnen. Es gibt grobe, subtile oder ganz raffinierte Wege. Der grobe Weg ist körperlich zu verstehen, wobei ihr euch nicht in den Atmosphären aufhaltet, wo möglicherweise solche Wünsche provoziert werden könnten. Meidet solche Orte. Ihr solltet euch nicht die Dinge anschauen, die euren Geist stören könnten. Der andere Weg ist psychologisch zu verstehen, was mit einer Technik geschieht, die soviel wie „Auswechseln“ bedeutet. Bei diesem Weg zeigt ihr eurem Geist Alternativen auf, wobei ihr ihm etwas Anderes gebt, als das, wonach er fragt. Es bleibt jedem Einzelnen, entsprechend der Umstände, überlassen, welche Alternativen er benutzt.

Wenn bestimmte Impulse von innen herkommen, denkt an das Gegenteil“, sagt eine Sutra von Patanjali. Denke an völlig gegensätzliche Situationen; denke an die Stärke von Bhisma, der Kraft von Hanuman, an die Herrlichkeit von Bhagavan Shri Rama oder Krishna oder andere erhebende Gefühle. Wenn ihr euch auf Grund von Wunschgedanken schlecht oder schwach fühlt, erweckt die Kräfte und die Tapferkeit von Hanuman in euch. Wenn ihr an ihn denkt, fühlt ihr euch ebenfalls ein wenig kräftiger.

Sita war schutzlos und weinte schauerlich. Zur selben Zeit saß Hanuman auf einem Baum in ihrer Nähe und besang die Herrlichkeit Ramas. Langsam stieg er herab, setzte sich vor sie hin und gab sich als Botschafter Ramas aus. „Oh Mutter, dies ist die Botschaft: Rama wird kommen und sich deiner annehmen. Doch wenn du es wünschst, kann ich dich jetzt zu ihm bringen.“ In diesem Augenblick hatte er sich zu einem kleinen Affe geschrumpft. Sita sagte: „Wer bist du? Ich habe einen so großen Körper und du siehst wie ein kleines Äffchen aus. Sag‘ mir, wie du mich tragen willst?“ Hanuman dachte bei sich: „Die göttliche Mutter weiß nicht, wer ich bin. Ich werde mich zeigen.“ Und sofort wurde er so groß wie ein Berg. „Mutter ich kann nicht nur dich, sondern das ganze Lanka zusammen mit Ravana tragen. Diese Kräfte hat mein Körper durch die Gnade von Rama.

Wenn du in einer hoffnungslosen Lage bist, denke an den unbeugsamen Bhishma. All die Kräfte der Pandavas zusammen konnten ihm nichts anhaben, da all die Kauravas Shri Krishna nicht sehen konnten.

All dies beschreibt die hoffnungslose Lage eines Suchenden. „In allen aussichtslosen Situationen oder Krisen werde ich mich offenbaren“, sagt der Herr in der Gita. Eine spirituelle Krise, die auf Grund von Wunschturbulenzen aus dem Inneren entsteht, ruft die durchdringenden Kräfte auf, um uns von den Todesqualen zu befreien. Wenn Gott den Knüppel in die Hand nimmt, kann niemand IHM widerstehen. Wendet euch mit dieser Überzeugung allein an IHN. 

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