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2. Kapitel Dîpavali

Dîpavali beziehungsweise Diwali bedeutet „ Lichterkette“. Das Fest fällt auf die letzten zwei Tage der Phase des abnehmenden Mondes (also nach Vollmond, zwei Tage vor Neumond) des Monats Kartik (Oktober/November). Manche machen ein dreitägiges Fest daraus. Es beginnt mit dem Dhan-Teras am 13. Tag nach Vollmond. Am nächsten Tag folgt Narak Chaudas und am 15. Tag ist das eigentliche Dîpavali.

Über den Ursprung des Festes gibt es verschiedene Legenden. Nach einer davon wird an Dîpavali die Hochzeit von Lakshmi und Vishnu10 gefeiert. In Bengalen ist es ein Fest von Kali („die Dunkle“; Göttin der Zeit). Gleichzeitig wird mit Dîpavali auch jenes gesegneten Tages gedacht, an dem Ramanach seinem Sieg über den Dämonenkönig Ravana nach Ayodhya zurückkehrte11. Es ist auch der Tag, an dem Krishna (achte Inkarnation Vishnus) den Dämon Narakasura tötete.

In Südindien nimmt man an diesem Festtag morgens ein Bad mit Ölzusätzen und zieht neue Kleider an. Man isst Süßigkeiten und veranstaltet abends Feuerwerke als symbolische Verbrennung des Dämonen Narakasura. Bei der Begrüßung fragt man sich gegenseitig: „Hast du schon ein Bad im Ganges genommen?“ und meint damit das Ölbad am Morgen, welches als genau so reinigend angesehen wird wie ein Bad im heiligen Fluß Ganges.

Jeder vergisst und vergibt die Fehler des anderen. Überall herrscht eine Atmosphäre von Freiheit, Festlichkeit und Freundlichkeit. Das Fest verbindet die Menschen und erweckt in ihren Herzen Mitgefühl und Nächstenliebe. Familienmitglieder schenken sich neue Kleider und auch Arbeit geber kaufen neue Berufskleidung für ihre Angestellten.

Früh zu Brahmamuhurta (Morgenstunden ca. 3.00-6.00 Uhr) aufzustehen ist sehr gut für die Gesundheit, Disziplin und Leistungsfähigkeit sowie für spirituellen Fortschritt. An Dîpavali steht man allgemein sehr früh auf. Die Weisen, die diesen Brauch geschaffen haben, hatten wohl die Hoffnung, dass ihre Nachkommen den Nutzen erkennen und daraus eine regelmäßige Gewohnheit machen würden.

Gut gelaunt schlendern die Dorfbewohner durch den Ort, begegnen sich ohne Vorbehalte, vergessen alle Feindschaften und umarmen sich liebevoll. Dîpavali hat eine große einende Kraft. Wer sein inneres Gehör entwickelt hat, wird die Stimme der Weisen klar hören: „O Kinder Gottes! Vereinigt Euch und liebt Euch alle!“ Die Schwingungen, die durch dieses liebevolle Verhalten erzeugt werden, erfüllen die Atmosphäre und können eine Veränderung in den Herzen aller Menschen auf der Erde herbeiführen. Unser Herz ist oft so verhärtet, dass nur die ständige Feier von Dîpavali zu Hause, das heißt, das Bewusstsein von Dîpavali als Fest des Lichtes und der Liebe, uns dazu bringen kann, uns von dem destruktiven Weg des Hasses abzuwenden.

In Nordindien beginnt an diesem Tag für die Kaufleute das neue Geschäftsjahr und sie beten für Erfolg und Wohlstand. Die Häuser werden geputzt und geschmückt und nachts mit Öllampen aus Ton beleuchtet. Die schönsten Beleuchtungen findet man in Bombay und Amritsar. Der berühmte goldene Tempel von Amritsar wird am Abend mit Tausenden von Lichtern auf allen Stufen des großen Wasserbeckens beleuchtet. Vishnu-Verehrer zelebrieren die Govardhan-Puja (besonderes Verehrungsrituals zu Ehren Krishnas, einer Inkarnation Vishnus) und speisen die Armen großzügig.

Das Licht der Lichter, das strahlende innere Licht des Selbst leuchtet ständig in den Tiefen deines Herzens. Setze dich still hin, schließe die Augen, ziehe die Sinne zurück, richte deinen Geist auf dieses höchste Licht und erfreue dich am wirklichen Dîpavali, indem du Erleuchtung der Seele erlangst.

Er, der alles sieht, den aber niemand erblickt, der den Geist, die Sonne, den Mond, die Sterne und das ganze Universum erleuchtet, der aber von ihnen nicht erhellt werden kann, Er ist wahrlich Brahman, das Absolute, das innere Selbst. Feiert Dîpavali, indem ihr in Brahman fest verankert seid und genießt die ewige Wonne der Seele.

Dort scheinen weder Sonne, Mond oder Sterne noch Blitz und Feuer. Alle Lichter der Welt sind nicht vergleichbar mit auch nur einem einzigen Strahl des inneren Lichtes des Selbst. Verschmelze mit diesem Licht der Lichter und genieße das höchste Dîpavali.

Zahllose Dîpavali-Feste sind schon gefeiert worden. Und doch sind die Herzen der meisten Menschen so dunkel wie eine Neumondnacht. Die Häuser werden mit Lampen erhellt, aber die Herzen sind erfüllt vom Dunkel der Unwissenheit. O Mensch, erwache aus dem Schlummer der Unwissenheit! Erkenne durch Meditation und tiefe Innenschau das immerwährende Licht der Seele, welches weder auf- noch untergeht.

Möget ihr alle die volle innere Erleuchtung erlangen! Möge das höchste Licht der Lichter euer Verständnis entzünden! Möget ihr alle den unerschöpflichen spirituellen Reichtum des Selbst erlangen! Möget ihr alle Wohlstand auf der materiellen und spirituellen Ebene erfahren!

10. Lakshmi: Göttin des Wohlstands, des Glücks und der Schönheit; Vishnu: hinduistischer Gott, der
Erhalter der Schöpfung.
11.Rama: siebte Inkarnation Vishnus; als Sohn von König Dasharatha in Ayodhya, der Hauptstadt des Königreichs Ikaretu, geboren; stellt den Idealtypus eines rechtschaffenen Menschen dar.

2. Kapitel

 

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