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Yoga als eine universelle Wissenschaft

Yoga als eine universale Wissenschaft


   Vorwort

Swami Sivananda

Yoga als eine Universale Wissenschaft

Swami Krishnananda


Herausgegeben von:
THE DIVINE LIFE SOCIETY
- Zweigstelle Hannover -
Germany

Erste deutsche Ausgabe: 2001
Erschienen im Internet bei Yoga Vidya: 2000

(erste englische Ausgabe 1996)
„Yoga as a Universal Science“
von Swami Krishnananda

übersetzt von:
Shri Divya Jyoti


Hans-J. Schröer
c/o THE DIVINE LIFE SOCIETY
- Zweigstelle Hannover -
Kopenhagener Str. 40

D-30457 Hannover


© THE DIVINE LIFE Trust SOCIETY
P.O. Shivanandanagar 249192
Dist. Tehri-Garhwal, U.P.
Himalayas, INDIA

Yoga als eine Universale Wissenschaft

Swami Krishnananda

Vorwort


PATANJALI ist ein bedeutender Name im überlieferten Schriftgut Indiens. Er war ein großartiger Weiser.

Yoga ist heutzutage ein höchst missverstandener und missbrauchter Begriff, der - richtig verstanden - ein heiliges Wort ist, das beides bezeichnet, sowohl Mittel als auch Zweck. Yoga ist der Weg und das Ziel der menschlichen Existenz schlechthin. Yoga gemäß zu leben, ist der Sinn des Lebens. Durch ein geheimnisvolles Missgeschick ist der Mensch vom Himmel gefallen und von Gott getrennt worden. Die Frage nach dem „Warum“ ist ein göttliches Geheimnis. Richtig praktiziertes Yoga verspricht dem Menschen den Wiedergewinn des verlorenen König-reiches und sichert ihm die erneute Wie¬dervereinigung mit der Absoluten Wirklichkeit zu.

Es dürfte jedermann klar sein, dass Yoga nicht nur aus dem Beugen und Strecken von Gliedmaßen in unterschiedlichen Körperhaltungen besteht; auch nicht aus bloßem Glöckchenläuten oder Zimbelnschlagen, geschweige denn aus dem auf eine Kerze oder auf einen Fleck an der Wand starren. Nicht, dass diese prozessartigen Dinge bedeutungslos wären, - doch sie dienen mehr zur Vorbereitung und als anfängliche Hilfe auf dem sehr langen Marsch des Yoga-Schülers auf der Suche nach der Wirklichkeit.

Yoga ist nicht nur eine bestimmte Praxis oder ein Bündel von verschiedenen Praktiken, sondern die gesamte Wissenschaft des Lebens schlechthin. Wir leben im Allgemeinen ein dumpfes Leben, wohingegen uns Yoga das vollkommene Leben anbietet. Yoga verspricht all unsere Krankheiten zu heilen, - körperliche, geistige, emotionale und spirituelle -, einfach alle. Yoga verspricht Vollkommenheit und ewige Glückseligkeit, frei von aller Not.

Die weltlichen Freuden sind mit zwei wesentlichen Mängeln behaftet. Nicht nur, dass naturge-mäß alle irdischen Freuden fließend und vergänglich sind, so sind sie darüber hinaus auch mit einem gewissen Anteil an Leid verbunden. Yoga garantiert am Ende der anstrengenden Reise anhaltende und gänzlich sorgenfreie Glückseligkeit. Ist das nicht der Mühe wert? Tatsächlich zielt jegliches menschliche Streben, sei es bewusst oder unbewusst, ausschließlich auf den Zustand andauernder und unendlicher Glückseligkeit hin. Das grundlegende Ziel allen menschlichen Bemühens ist dasselbe, obwohl dieses Bemühen häufig falsch kanalisiert ist und zu falschen Ergebnissen führt.

Wir müssen nicht überall nach Gurus und Gottmenschen suchen, damit sie uns die Bedeutung des Wortes Yoga näher bringen. Lord Krishna, neben dem man sich schwerlich eine noch grö-ßere Autorität vorstellen kann, gibt uns in Seiner liebenswerten „Bhagavad-Gita“ mehrere Defi-nitionen. Die ganze Gita ist eine einzige Lehre Gottes an den Menschen, die von den Mitteln zum Wiedergewinn des verlorenen Königreiches und von all den Schwierigkeiten erzählt, die sich auf der Rückreise hin zum Universellen Sein einstellen können. In dieser Heiligen Schrift wird das Wort Yoga oftmals aus verschiedenen Blickwinkeln heraus beschrieben. Man findet dort einige unzweideutige Definitionen wie „Yogah Karmasu Kausalam“ (II.50), d.h. „Yoga ist die Kunstfertigkeit in der Handlung“ und „Samatvam Yoga Uchyate“ (II.,48) d.h. „Die Ausgegli-chenheit des Geistes wird Yoga genannt“. Patanjali definiert Yoga als „Chitta vritti nirodhah“ d.h. „die Kontrolle über die Veränderungen innerhalb der Denksubstanz“. Diese Definitionen von Shri Krishna und Patanjali sind geeignete Richtlinien zum Erwerb der notwendigen Mittel auf dem Wege hin zum absoluten Ziel des Yoga: Auf ewig in immer währender Vollkommenheit ruhen. Doch man findet in der Gita eine klassische Definition des Yoga, die vielleicht die verständlichste aller Definitionen ist, weil es Yoga durch das Ende (Ziel) definiert, das man durch die Praxis zu erreichen sucht. Die Mittel mögen verschieden sein, doch das Ziel bleibt dasselbe. Und dieses universale Ziel menschlicher Bestrebungen, ist das Erreichen unver-gänglicher Glückseligkeit und die Befreiung vom Schmerz erfahrungsbedingter Verstrickungen. Dies kommt durch Shri Krishna in der bemerkenswerten Definition im Kapitel VI, Vers 23, zum Ausdruck, wo ER sagt, dass Yoga „Dukhasamyoga-viyogam“ oder „die Trennung von Leid“ bedeutet. Dies ist das letzte Wort zu dem Thema: ‘Was ist Yoga’? Yoga ist das, was das Indi-viduum für immer von all seinem Leid befreit. Yoga ist das, was den Menschen von seinem Schmerz befreit und ihn in seiner eigenen Unendlichkeit gründet.

Wegen der Bequemlichkeit und wegen des klaren Verständnisses, sprechen wir zur Bewältigung der Lebensprobleme im Allgemeinen von verschiedenen Yogamethoden. Die bekannteren Methoden sind: KARMA-YOGA, BHAKTI-YOGA, RAJA-YOGA und JNANA-YOGA. Obwohl sich der Schwerpunkt der Methoden bei diesen Yogaaspekten unterscheidet, bleibt Yoga grundsätzlich dasselbe, d.h. psychische Reinigung und fortschreitende Auflösung des Ego-Prinzips, das die innerlich leuchtende WAHRHEIT umwölkt. Der praktische Yogaprozess bein-haltet alle Aspekte der nach außen hin unterschiedlichen Yogalehren. Körperliche Gesundheit, ethische Disziplin, Konzentration, Selbstlosigkeit und Entwicklung einer Universalen Sichtweise, sind allen Yogasystemen gemeinsam. Während Patanjali’s System nachdrücklich auf die Gedankenkontrolle als der Hauptaufgabe innerhalb der Dynamik der spirituellen Evolution Wert legt, umfasst es nicht nur die Gedankenkontrolle, sondern auch die gesamte Stufenleiter des spirituellen Aufstiegs. Patanjali’s Yoga ist kein geheimes System zur exklusiven Praxis in Gebirgshöhlen, in denen man zurückgezogen lebt. Wenn dies so wäre, wäre sein Wert minimal. Nein, - Patanjali’s Yoga ist für jedermann gedacht und in vielen Bereichen dem der „YOGA DER BHAGAVAD-GITA“ ähnlich. Patanjali’s YOGA-SUTRAS und die GITA sind Universale Schriften, die sich mit der Wissenschaft des Lebens und der Wirklichkeit befassen, wobei nichts und niemand außerhalb seines Blickfeldes verbleibt. Dieses Yoga ist eine, für das praktische Leben gedachte, all-umfassende Wissenschaft. Diese YOGA-SUTRAS sind unschätzbare Lehrsätze. Nicht nur die indische Kultur, sondern die ganze Menschheit ist Patanjali für sein großzügiges Geschenk in Form dieser bemerkenswerten Wissenschaft, die dazu bestimmt ist, dem Menschen seine Göttliche Heimat, seine vergessene Identität wiedergewinnen zu lassen, zu Dank verpflichtet.

Auf den folgenden Seiten erläutert Swami Krishnananda die YOGA-SU¬TRAS von Patanjali in einer erfrischend neuen Annäherung an das Thema, wobei auf den Verweis von Sanskrit als Sprache und auf die Sutras-Texte verzichtet wurde, um den meisten Lesern Unannehmlichkeiten beim Umgang mit den Original-Sutras in Sanskrit zu ersparen, was mit dem Griechischen oder Latein vergleichbar ist. Dadurch wird der Schüler schrittweise von der einfachsten Ausdrucksweise der gegenwärtigen Beschaffenheit des Menschen bis hin zur letztendlichen Stufe des höchst Erreichbaren geführt. Uns ist nicht bekannt, ob es eine ähnlich freie Erklärung zu Patanjali’s Yoga gibt, wie sie in den folgenden Kapiteln vorzufinden ist. Was diese hier vor-liegende Arbeit nebenbei auszeichnet, ist die tiefe philosophische Annäherung an das gesamte Thema. Swami Krishnananda, dessen Vorliebe der metaphysischen Philosophie gilt, schränkt diesbezügliche Diskussionen auf ein Minimum ein. Fragen erörtert und führt er nur in einem, dem YOGA-Übenden angemessenen Umfang aus. Das Hauptaugenmerk richtet sich von Anfang bis Ende auf die spirituelle Praxis, die spirituelle Disziplin, die Ausbildung des Einzelnen und dessen solide spirituelle Entwicklung bis hin zum Erreichen der ganzheitlichen Vollkommenheit. Nach der Lektüre dieses Buches, wird der Leser auf ganz natürliche Weise nachempfinden können, dass all die feinen Unterschiede zwischen Yoga, Vedanta und anderen philosophischen Systemen nebensächlich sind, und dass der Kern der Spiritualität im aktuellen Erleben des eigenen Lebens liegt. Swami Shivananda, der große Meister, betrachtete Spiritualität immer als eine Angelegenheit direkter und praktischer Erfahrung. „Ein Gramm Praxis ist besser als Tonnen der Theorie“, ist ein beliebter und praktizierter Wahlspruch Swami Shivanandas, den sich auch Swami Krishnananda, sein berühmter Schüler, zu Eigen gemacht hat.

Das vorliegende Buch ist das Ergebnis einer Reihe von unvorbereiteten Vorträgen, die Swamiji vor der vierten Ausbildungsgruppe während des dreimonatigen Yogakurses in der Yoga Vedanta Akademie der DIVINE LIFE SOCIETY gehalten hat.  Die wörtliche Übertragung der aufgezeichneten Vorträge ist weitgehend erhalten geblieben, um den innewohnenden freien Fluss von Samiji’s Vorträgen unbeeinträchtigt beizubehalten.

Die bisherigen Vortragsreihen von Swamiji Krishnananda an die erste und zweite Ausbildungsgruppe sind bereits durch die D.L.S. unter den Buchtiteln „Eine Einführung in die YOGA-Philosohie“, und „Die Philosophie der BHAGAVAD-GITA“ herausgegeben worden. Das vorliegende Buch möge von den spirituellen Suchern mit dem gleichen Eifer, wie die früheren Ausgaben, aufgenommen werden.

Die DIVINE LIFE SOCIETY ist Shri N. ANANTHANARAYAN, einer gebildeten und stillen Seele auf dem Yogapfad, für seine große Sorgfalt bei der Drucklegung des Manuskriptes zu diesem Buch sehr zu Dank verpflichtet, - ohne dessen liebevolle Arbeit diese Veröffentlichung niemals zu Stande gekommen wäre.

THE DIVINE LIFE SOCIETY


Gesegnete Seelen,

Yoga ist eine exakte Wissenschaft mit dem Ziel, Körper, Geist und Seele harmonisch zu entwickeln. Yoga schenkt Vollkommenheit, Frieden und ewiges Glück.

Praktiziere Yama und Niyama. Begib dich in eine angenehme Sitzhaltung wie Padmasana oder Siddhasana. Zügel deine Sinne, meditiere und erreiche die höchsten Sprossen auf der Yogaleiter: Nirvikalpa Samadhi oder die Einheit mit dem ABSOLUTEN SELBST über die einfachen Stufen des Yoga.

Sei demütig, einfach, sanftmütig, tolerant und dankbar. Entwickle einen Drang zur Wahrheit.

Mögest du wie ein dynamischer Yogi erscheinen.

                                                                       gez. Swami Sivananda




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