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Raghavan und seine Frau

Raghavan war der Sohn eines sehr reichen Zamindar (Grundbesitzer) von Chidambaram in Südindien. Er war mit Pankajam, der Tochter eines Grundeigentümers in Mayavaram verheiratet. Raghavan und seine Frau lebten einige Jahre glücklich zusammen. Sie hatten drei Söhne und zwei Töchter. Eines Tages verlor Raghavan durch Geschäftsspekulationen einigen Besitz. Ausgerechnet in diesem kritischen Zeitpunkt bat Pankajam ihren Mann ihr eine Halskette mit Diamanten und Rubinen zu kaufen, aber Raghavan konnte ihr den Wunsch nicht erfüllen und so stritten sie sich täglich. Schließlich wurde Raghavan der ständigen Streitereien seiner Frau überdrüssig und sagte eines Tages zu ihr:

„ Pankajam, da du täglich mit mir streitest, werde ich das Haus verlassen und in Benares Sannyasa (Mönchsstand) annehmen.“ Pankajam setzte trotz der Warnung ihres Mannes die Streiterei fort. Da verließ Raghavan das Haus und ging nach Cuddalore. Dort blieb er eine Woche und als er zurückkam, sagte er zu seiner Frau: „ Pankajam, ich verlasse jetzt das Haus für immer. Ich nehme Sannyasa an. Aber ich möchte dir noch eins sagen: kümmere dich sorgfältig um das Haus, den Besitz, die Kühe und die Kinder.“ Raghavan verließ das Haus und ging direkt nach Benares. Er wandte sich an Sri Swami Ankara Bharati und bat ihn: „Swamiji, bitte gib mir Sannyasa. Ich werde dir mit Hingabe dienen. Aber Swamiji, du musst mir morgens früh und nachmittags Kaffee und gesalzenes Halwa (Konfekt) geben und auch Sambar (Sauce) und Rasam (Suppe). Ich habe meiner Frau, meinem Besitz und meinen Kindern entsagt, aber ich habe noch nicht dem Kaffee entsagt, eine Gewohnheit, die ich seit fünfundvierzig Jahren pflege.“

Sri Sankara Bharati war ein frommer und leidenschaftsloser Mahatma (‘große Seele’, Ehrenbezeichnung für einen spirituellen Führer). Er lebte von Almosen. Wie hätte er Raghavan mit Kaffee, Halwa, Sambar und Rasam versorgen können? Der Swamiji sagte: „Raghavan, du musst wohl zu deinem Haus zurückkehren. Ich lebe hier von Almosen. Ich kann dir diese Dinge nicht bieten. Du bist noch nicht bereit für Sannyas. Kontrolliere deine Zunge. Übe Japa (Wiederholung eines Mantra) und Entsagung für einige Jahre und komme dann wieder, wenn du nur von trocken Brot leben kannst.“ Nun war Raghavan in der Klemme. Er bekam kein Sannyasa von dem Swamiji denn sein Geist war bei seinem Besitz, der Frau und den Kindern verblieben. Also ging er unverzüglich zurück nach Chidambaram. Sannyas ist aus strengem Holz geschnitzt. Wer der Welt aufgrund von privaten Schwierigkeiten entsagt, wer seine Sinne nicht unter Kontrolle hat oder seinen Geist nicht diszipliniert hat, wer nicht über die vier Mittel der Erlösung, Friede, Reinheit und die anderen göttlichen Tugenden verfügt, wer nicht die Unreinheiten und Schwankungen des Geistes durch selbstloses Dienen und Anbetung beseitigt hat, der wird keinen Nutzen aus der Entsagung der Welt haben. Der muss das Schicksal unseres Freundes Raghavan teilen.

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