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Sei ehrlich zu dir selbst

Die Verbundenheit aller Dinge

Was geschieht in der Meditation? Glaubt nicht, dass sich das Objekt außerhalb befindet. Niemand in dieser Welt befindet sich wirklich außerhalb. Ein Irrglaube, der sich in unser Gehirn eingeschlichen hat, besteht darauf, dass sich die Dinge außerhalb von uns befinden, als hätten wir keine Beziehungen mit der übrigen Welt. Unser dürftiger Egoismus will uns einreden, wir wären unabhängig und stünden isoliert dar. Dieses ist jedoch nicht der Fall. Alle Dinge in der Welt fließen andauernd in uns hinein und auch wir fließen permanent in alles in die Welt hinein. Die ganze Welt kommt in diesem Augenblick auf uns zu. Wenn dies nicht geschehen würde, könnten wir nicht einmal einen Tag lang überleben.

Wir halten dem Stand und wir fühlen, am Leben zu sein, gesund und stark, denn die Welt der Macht und der Nahrung betritt uns permanent, sei es durch die Atmung, die Nahrung, die wir zu uns nehmen, die Energie von der Sonne und viele andere Einflüsse, die auf uns aus der Atmosphäre der ökologischen Umgebung niederprasseln. Der Urwald, der uns umgibt, tritt mit seinen balsamierenden Einflüssen in uns ein.

Man sagt, es sei gut, unter einem Baum zu sitzen, wenn die Sonne vom klaren Himmel scheint, denn das Blätterdach eines weit ausladenden Baumes schützt vor den intensiven Sonnenstrahlen. Die Blätter produzieren mithilfe des Sonnenlichtes und der Fotosynthese den für die Menschen so wichtigen Sauerstoff. Darum ist es so wichtig, bei Tageslicht unter einem Baum mit grünen Blättern zu sitzen. Bei Nacht produzieren die Blätter Dioxid und darum ist es nicht gut, bei Nacht unter so einem Baum zu sitzen. Manchmal erzählen die Großmütter ihren Enkeln: „Geht nicht bei Nacht in die Nähe eines Baumes. Dort befindet sich ein Dämon.“

Die ganze Welt versucht in uns einzutreten und uns anzugreifen, doch wir wehren durch unseren Egoismus den Eintritt dieser nützlichen Kräfte ab. Wenn gut gemeinte Kräfte der Welt erzählen: „Wir werden in dich eintreten und dich beschützen“, sagen wir, „oh! Komm mir nicht zu nahe. Ich bin mir selbst genug. Ich bin bedeutender als du.“ Glaubt nicht jeder von sich, er sei wichtiger als alles Andere in der Welt? Insgeheim fühlt man so. Ihr könnt nicht einmal eine Minute lang leben, ohne dass die wohltuende Luft aus der kosmischen Schöpfung in eure Nase eintritt, eure Lungen füllt und euer Herz schützt. Wie könnt ihr mit eurem Egoismus prahlen, unabhängig von der Welt zu sein? Ihr könnt nicht einmal drei Minuten überleben, wenn die frische Luft nicht eure Körperfunktionen erhält. Woher kommt die Luft?

All diese Besonderheiten, die mit der Außenwelt verbunden sind, denen wir in unserem täglichen Leben nur wenig Respekt entgegenbringen, sind unsere lebenserhaltenden Kräfte. Die unbekannten und wenig beachteten Dinge und die ausgestoßene Welt erhalten uns am Leben. Wir haben Gott verbannt, und viele Menschen fühlen, dass sie ohne IHN auskommen können, denn sie sind sich selbst genug. Doch der mitfühlende Gott, die wohlwollende Natur, die äußere liebende Welt, segnet uns, anstatt dass wir sie wie gute Eltern behandeln, die all die Qualen und all das ungezogene Verhalten der Kinder ertragen und sie immer noch lieben, obwohl die Kinder ihre Eltern durch ihren Egoismus und ihren Hochmut verstoßen. Diese Psychologie kann auf jede Art von Beziehung zwischen uns und der Außenwelt angewendet werden. Es ist auch auf die Beziehung zwischen uns und unserem Meditationsobjekt anwendbar. Dieses gewählte Objekt repräsentiert den ganzen Kosmos. Wenn ihr das Objekt liebt, dann liebt ihr alle Dinge, die mit dem Kosmos verbunden sind. Ein Sonnenstrahl ist wie die ganze Sonne; eine Inkarnation ist wie alle Gottheiten. Das Absolute ist auf dieses Einzelobjekt konzentriert.

Stellt euch vor, ihr meditiert irgendwie blindlings und mechanisch, denn Meditation gehört zu den zwanzig Anweisungen von Gurudev, und irgendwie versucht ihr euch mühevoll und mit Schmerzen in Körper und Knien zu konzentrieren. Dieses ist keine wirkliche spirituelle Praxis. Wenn das Objekt vor euch außerordentlich erleuchtet ist, spürt ihr weder eure Gelenke noch euren Rücken oder eure Erschöpfung. Wenn ihr in der Gegenwart eurer Liebe in einem Zustand von Verzückung seid, dann werdet ihr nicht an einen schmerzenden Rücken denken. Niemand denkt daran, denn vor euch ist etwas, was euch in Verzückung versetzt.

Dieses Meditationsobjekt, was wir in den letzten zwei Tagen besprochen haben, repräsentiert die All-Gegenwart der kosmischen Macht. Was kann erleuchtender sein? Wenn ihr euch darauf konzentriert, dann konzentriert ihr euch auf die Schöpfung selbst. „Mir gehört der Kosmos, - die ganze Schöpfung.“ So hat es Krishna zu Arjuna gesagt: „Schau mich an!“ – und das ganze Universum wurde gegenwärtig. Das Objekt erzählt dir genau dasselbe; das Subjekt spricht in derselben Sprache.

Nach einer drei Tage dauernden richtigen und sorgfältig geführten Meditation werdet ihr den Unterschied spüren. Ihr fühlt innerlich ein vollkommenes Glück; ihr werdet immer lächeln. Ihr werdet keinen Kummer im Herzen spüren. Ihr werdet euch nicht mehr beklagen, unglücklich, schlecht oder dumm fühlen. So etwas existiert in der Welt nicht. Die Dummheit, das Unglück und die Dunkelheit, die man bei bestimmten Menschen und Dingen beobachten kann, entsteht auf Grund der falschen Wahrnehmung der Dinge, die in einen falschen Kontext gebracht werden, weil sie aus ihrem universalen Zusammenhang gerissen worden sind.

Der Kuhdung auf der Wiese ist eine wundervolle Sache, doch muss er sich an der richtigen Stelle befinden. Ein Dunghaufen auf dem Esstisch ist nicht ekelhaft. Die Tinte, die beim Schreiben der Schreibfeder folgt, ist wundervoll anzuschauen, wenn man einen Brief schreibt; doch dieselbe Tinte als Tintenfleck auf einem Hemd ist hässlich.

Die Charakteristik des Objektes ist die Schönheit, die in die richtige Verbindung des visualisierenden Bewusstseins gebracht wird. Durch eine verdrehte Sichtweise wird die hässliche Seite eines Objektes nur erzwungen. Auf diese Weise wird eine schöne, verzückende oder hässliche Sicht als Verbindung zum Objekt hergestellt. So sieht es bei euch und bei allen anderen Menschen aus.

Daher platziert dieses Meditationsobjekt in den richtigen Kontext und bringt es nicht hierher in einen Tempel oder in den Puja-Raum. Es findet sich nicht an jenen Örtlichkeiten, sondern hier, bei euch, in euch, um euch herum.

Wenn ihr in Meditationsstimmung seid, dann fühlt ihr es mit euch, in euch, und alles wird zu aller Zeit respektiert, selbst wenn ihr auf der Straße spazieren geht. Es beschützt euch nicht nur im Puja-Raum, sondern selbst wenn ihr auf Reisen seid. Es wird euch selbst auf dem Totenbett beschützen. Es ist euer wirklicher Freund. „Ihr werdet friedvoll, “ sagt Bhagavan Shri Krishna in der Gita, „wenn ihr wisst, dass ich euer wirklicher Freund bin. Wenn ihr Probleme habt, werde ich bei euch sein und euch beistehen.“

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