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Die 7 Prinzipien spiritueller Philosophie

Man muss Karma im spirituellen Kontext verstehen. Erst wenn man weiß, was spirituelles Leben bedeutet, kann man auch mit dem Konzept des Karmas gut umgehen.

Ich beschreibe Spiritualität bzw. spirituelle Philosophie gerne in 7 Begriffen. Ich glaube, dass die meisten spirituellen Traditionen die gleichen Prinzipien kennen, sie nur anders benennen. In meiner Tradition von Yoga-Vedanta werden diese Prinzipien wie folgt bezeichnet:

Karma und Philosophie1.    Brahman, das Absolute »
2.    Maya, die getäuschte Wahrnehmung »
3.    Dukha, Leiden »
4.    Kaivalya bzw. Moksha, die Befreiung »
5.    Abhyasa, eigene Bemühung »
6.    Karma, das Schicksal »
7.    Kripa, die Gnade Gottes »


Diese sieben Begriffe stehen für 7 Prinzipien spiritueller Philosophie, die ich wie folgt vereinfacht definieren will:

1. Brahman

Es gibt eine höhere Wirklichkeit, welche allem zugrunde liegt. Diese höhere Wirklichkeit kann man auf verschiedene Weisen benennen: Brahman, das Absolute, Gott, das Umgreifende, Göttliche Urmutter, Kosmische Intelligenz etc.

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2. Maya

Die Welt, wie Menschen sie wahrnehmen, existiert so nicht. Dass der Mensch sich von Gott getrennt sieht, dass er sich als von allen getrenntes Einzelwesen wahrnimmt, ist eine Illusion. Zeit, Raum, Kausalität und die 5 Sinneswahrnehmungen sind Konstrukte des Geistes und so nicht wirklich.

3. Dukha

Wer in der Maya ist, unterliegt dem Leiden. Man leidet nicht, weil man nicht das bekommt, was man will oder braucht. Vielmehr ist die Ursache des Leidens die Unwissenheit, die Täuschung. Auch wenn der Mensch alles hätte, was er sich vorstellt, wäre er immer noch unglücklich. Intuitiv weiß der Mensch, dass er eins mit dem Göttlichen ist, dass er ewig ist. Deshalb leidet er an der Vergänglichkeit, an jeglicher Form von Mangel, an der Getrenntheit.

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4. Kaivalya

Der Mensch kann die Befreiung, wahres Wissen, Unio Mystica, Nirwana, erreichen. Er kann sich von der Täuschung der Maya lösen und Brahman verwirklichen. Zu jeder Zeit haben Menschen in allen Kulturen Kaivalya erreicht – auch du kannst es erreichen. Und nur mit Kaivalya kann dem Leiden ein Ende bereitet werden, können die tiefsten Sehnsüchte des Menschen ihre Erfüllung finden.

5. Abhyasa

Eigene Bemühung (Abhyasa) ist einer der 3 Faktoren, die zur Befreiung führen. Zu Abhyasa gehören die eigenen spirituellen Praktiken (Sadhana wie Meditation, Schriftenstudium, Yoga-Übungen etc.), gemeinsame Praktiken in der spirituellen Gemeinschaft (Satsang), uneigennütziger Dienst (Seva), ein ethisch-reiner Lebensstil (Sattwa).

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6. Karma

Das, was an Lebensumständen erfahren wird, ist genau das Richtige für die spirituelle Entwicklung. Das Annehmen der Lektionen des Alltags, die Erfüllung der Lebensaufgaben, spirituelles Leben im Alltag sind notwendig für spirituelle Entwicklung.

7. Kripa

Nicht alles macht der Mensch aus eigener Anstrengung. Jede spirituelle Entwicklung, jede spirituelle Erfahrung wird immer als Gnade erlebt. Der Mensch sollte sich selbst bemühen und dann öffnen und Gott um seine Gnade bitten. Letztlich beschreiben selbstverwirklichte Meister ihre Bewusstseinserweiterungserfahrungen fast immer als göttliche Gnade.

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Karma und Spiritualität

Wenn ich also über Karma schreibe, ist das in diesem erweiterten spirituellen Kontext zu verstehen. Es geht beim Verständnis von Karma letztlich darum: Wie kann ich durch die spirituellen Lektionen des Alltags am besten wachsen? Wie kann ich so handeln, dass ich mich spirituell am schnellsten entwickle?

Es geht nicht darum, zu beurteilen, warum jemand anderem oder einer ganzen Gruppe von Menschen etwas Schlimmes zugestoßen ist. Es geht auch nicht darum, vorherzusagen, was jemandem geschieht, der eine furchtbare Handlung ausgeführt hat. Bei diesen Themenkomplexen empfehle ich Demut und Bescheidenheit.

Wichtiger ist zu verstehen, wie man spirituell wachsen kann. Dafür will ich auf den folgenden Seiten Denkanstöße geben. Wichtig ist auch, dass das Gesagte nur dann wirklich Sinn macht, wenn man selbst auf dem spirituellen Weg ist, wenn man auch spirituelle Praktiken übt, wenn man sich öffnet für eine höhere Wirklichkeit. Dann kann eine auf einem Verständnis von Karma aufbauende Lebensweise dazu beitragen, immer höhere Bewusstseinsebenen zu erreichen – und aus dem Samsara Chakra, dem Kreislauf von Geburt und Tod, auszusteigen, Kaivalya, die Befreiung, die Einheit mit Gott, zu erfahren.

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