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Der Erleuchtete, der Jivanmukta

Wer vollständigen Nirvikalpa bzw. Asamprajnata Samadhi erfahren hat, erreicht Jivanmukti. Wer Jivanmukti, die Befreiung im Körper, erreicht hat, wird als Jivanmukta, lebendig Befreiter, bezeichnet. Ein Jivanmukta hat vollständig erfahren: „Aham Brahmasmi“ – „Ich bin Brahman, das universelle Bewusstsein.“ Ein Jivanmukta ist aufgewacht aus dem Traum der Unwissenheit. Ein Jivanmukta weiß dauerhaft, dass das Bewusstsein hinter allen Wesen, dass seine Essenz eins mit Gott ist. Im Alltag hat der Jivanmukta Doppelbewusstsein: Er sieht die Welt wie wir auch. Er ist sich aber gleichzeitig der Gegenwart Gottes vollständig bewusst. Ein Jivanmukta handelt nicht mehr, um irgendetwas zu erreichen. Ein Jivanmukta handelt spontan, um den Willen Gottes zu tun. Er identifiziert sich mit nichts, ist an nichts verhaftet. Er ist voll von Ananda, Freude. All seine Handlungen geschehen aus reiner Liebe.
Wenn ein Jivanmukta stirbt, wird das als Mahasamadhi, als „großartiger Samadhi“ bezeichnet. In Indien werden Verstorbene normalerweise verbrannt. Es gibt zwei Ausnahmen: Ein Swami (Mönch/Nonne) wird nach dem Tod typischerweise in einen Fluss geworfen. Ein Jivanmukta wird beerdigt und es wird ein „Samadhi Shrine“, also eine Art Mausoleum, über ihn gebaut. Man sagt auch nicht, dass ein Jivanmukta stirbt. Es gibt zwei Ausdrucksweisen dafür: „Der Meister ist in Mahasamadhi eingegangen“. Oder: „Der Meister hat seinen Körper aufgegeben.“ Kleine Anmerkung: Ursprünglich wurde der Ausdruck Mahasamadhi nur bei wirklich selbstverwirklichten Meistern verwendet. Heutzutage werden manche früher sehr spezielle Begriffe etwas „inflationär“ gebraucht. Heutzutage sprechen die Schüler bei fast jedem Meister, der seinen Körper verlassen hat, davon, dass der Meister Mahasamadhi erreicht habe.
Wenn ein selbstverwirklichter Meister in Mahasamadhi eingeht, durchläuft er zunächst die gleichen Stufen wie ein Meister, der Samprajnata Samadhi erreicht hat:

  1. Er kündigt seinen physischen Tod an.
  2. Er geht mit seinem Astralkörper in Bhur Loka ein. In den meisten Fällen erscheint er seinen engsten Schülern und führt sie in höhere Bewusstseinsebenen bzw. gibt ihnen auf subtile Weise wichtige Instruktionen.
  3. Er schafft bzw. hinterlässt ein „Sankalpa “ bzw. eine „Sukshma Swarupa“, welche zum Kanal Gottes wird und auch künftig die Schüler anleiten kann.
  4. Er löst den Astralkörper auf und geht in Swar Loka, die Kausalwelt, ein. Hier verbindet er sich mit den Urgründen des Universums, mit der Persönlichkeit Gottes, mit den Urwurzeln des Seins und hilft auf sehr subtile Weise dem Fortgang der Schöpfung.
  5. Er löst auch den Kausalkörper auf, verlässt alles Relative und verschmilzt dauerhaft mit Brahman. Er geht so in die dauerhafte Befreiung, in Nirvana, in das reine Sein ein. Auch wenn er über sein Sankalpa bzw. Sukshma Swarupa weiterhin seine Schüler inspiriert und führt, hat er aufgehört, als Individuum zu existieren. Er ist jetzt dauerhaft und vollständig erwacht.

Der Zustand der Befreiung eines Verwirklichten nach seinem Tod ist schwer zu begreifen. Einerseits hört er auf, als Individuum zu existieren – er ist zu dem geworden, was er immer war: unendliches, ewiges Bewusstsein. Auf der anderen Seite haben zahllose Menschen Visionen ihres Meisters. Ich kenne zahlreiche Menschen, die z.B. Visionen von Swami Sivananda hatten und haben. Ich selbst gehöre auch dazu. Ich hatte einige Visionen, in denen Swami Sivananda fast physisch spürbar war, mir klare Anweisungen gegeben hat, welche u.a. zur Gründung von Yoga Vidya und immer wieder neuen Entwicklungen bei Yoga Vidya geführt haben. Ähnliche Erfahrungen haben Schüler so vieler Yoga-Meister. Das ist aber auch nicht auf Yoga-Meister beschränkt. Marien-Erscheinungen und Visionen vieler Heiliger sind z.B. bei Katholiken gar nicht so selten. Dieses Phänomen wird von den Yoga Meistern erklärt mit dem „Sankalpa“, der „Sukshma Swarupa“, die der Meister geschaffen hat und durch die Gott selbst wirken kann, wenn der Schüler sich dafür öffnet. Gott spricht also zum Menschen durch diese Gedankenform, er erscheint dem Menschen durch diese Form. Letztlich sagen das die Meister sogar, wenn sie noch leben: „Wenn du durch mich irgendetwas Positives erfahren hast, war es Gottes Gnade. Nicht ich habe ein Wunder bewirkt, sondern Gott selbst.“ Sogar Jesus hat gesagt: „Dein Glaube hat dir geholfen.“

Ich habe jetzt relativ sachlich über die Erfahrung der großen Meister geschrieben. Wir müssen uns vergegenwärtigen, dass deren Erfahrung unbeschreiblich ist. Sie haben Zugang zu anderen Ebenen und Dimensionen. Wir können uns ihren Bewusstseinszustand nicht vorstellen. Meine Worte sind sicherlich ungenügend, über diese unglaublich hohen Erfahrungen zu schreiben. Sogar eine weltliche Erfahrung ist kaum zu beschreiben. Wie will ein Erwachsener einem Kind beschreiben, was Verliebtheit ist? Wie will ein Sehender einem blind Geborenen erläutern, was Farbe ist? Wie will ein Yogaübender jemandem erklären, wie sich Tiefenentspannung anfühlt? Wie will man schon eine etwas tiefere Meditation jemandem beschreiben, der noch nie meditiert hat? So ist es ganz und gar unmöglich, Nirvikalpa Samadhi bzw. die Erfahrung eines Jivanmuktas in Worte zu fassen. Es genügt zu erfahren: Nirvikalpa Samadhi, Jivanmukti, ist das Großartigste, was es auf dieser Welt geben kann. Bewusst oder unbewusst streben alle Wesen danach. Wir werden wieder und wieder wiedergeboren, bis wir diesen Zustand erreichen. So ist es gut, sich immer wieder zu vergegenwärtigen: Da möchte ich hin. Dafür möchte ich alles geben. Und es heißt: Wenn der Wunsch nach Befreiung (Mumukshutwa) größer ist als alle anderen Wünsche zusammen, dann können wir noch in diesem Leben die Befreiung erreichen.

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