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Autobiographie von Swami Sivananda

 

   Kapitel 12 - Spirituelle Erfahrungen

 

Anbruch eines neuen Lebens

Ich war dieses trügerischen Lebens sinnlicher Vergnügen müde
Dieses Gefängnis meines Körpers widerte mich an.
Ich suchte die Gesellschaft großer Meister
Und saugte ihre nektargleichen Unterweisungen in mich auf.
Ich durchstreifte den grauenvollen Wald von Liebe und Haß.
Ich wanderte weit jenseits der Welt von Gut und Böse
Ich kam zum Grenzland erstaunlicher Stille
Und erhaschte den Glanz der Seele in mir.
All mein Leid ist jetzt vorbei
Mein Herz fließt über vor Freude
Frieden ist in meine Seele eingezogen
Ich wurde plötzlich herausgehoben
Ein neues Leben brach an.
Ich erfuhr die innere Welt der Wirklichkeit
Das Unsichtbare erfüllte meine Seele und mein Herz.
Ich badete in einer Flut unaussprechlichen Glanzes
Und sah Gott hinter allen Namen und Gestalten
Und erkannte, daß ich das Licht bin.
 
 
Spirituelle Anfangserfahrungen

I.
Mehr und mehr Leidenschaftslosigkeit und Unterscheidungskraft
Mehr und mehr Sehnsucht nach Befreiung,
Frieden, Heiterkeit, Zufriedenheit,
Furchtlosigkeit, unerschütterliches Gemüt,
Glänzende Augen, angenehmer Körpergeruch;
Schöner Teint, liebliche, kräftige Stimme,
Wunderbare Gesundheit, Schwung, Lebenskraft und Vitalität,
Freiheit von Krankheit, Trägheit und Niedergeschlagenheit,
Leichtigkeit des Körpers, Wachheit des Geistes,
Kraftvolles Verdauungsfeuer (Jatharagni),
Eifer, lange sitzend zu meditieren
Abneigung gegen weltliche Gespräche und die Gesellschaft weltlich
gesinnter Menschen
Fühlen der Gegenwart Gottes überall
Liebe zu allen Geschöpfen,
Gefühl, daß alle Gestalten Erscheinungsformen Gottes sind
Daß die Welt Gott Selbst ist
Fehlen jeglicher Abneigung (Ghrina) gegenüber irgendeinem Wesen,
Selbst solchen gegenüber, die schmähen und verletzen
Kraft des Gemüts, Beleidigungen und Kränkungen zu ertragen,
Gefahren und Unglück zu begegnen
Sind einige spirituelle Anfangserfahrungen.
Sie zeigen an, daß man auf dem
Spirituellen Weg voranschreitet.
 

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II.
Weiße Lichtkugeln, bunte Lichter
Sonne, Sterne während der Meditation
Divya Gandha (Göttlicher Geruch), Göttlicher Geschmack,
Vision Gottes im Traum
Außergewöhnliche, übermenschliche Erfahrungen,
Sicht Gottes in menschlicher Gestalt
Manchmal in Gestalt eines Brahmanen,
alten Mannes, Aussätzigen oder zerlumpten Kastenlosen
Mit Gott reden,
Sind spirituelle Anfangserfahrungen.
Dann folgt kosmisches Bewußtsein oder Savikalpa Samadhi
Das Arjuna erfahren hat.
Schließlich tritt der Aspirant
In Nirvikalpa Samadhi, den höchsten überbewußten Zustand ohne
Dualität, ein
Wo es weder Sehenden noch Gesehenes gibt
Wo man nichts sieht und nichts hört.
Man wird eins mit dem Ewigen.

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Ich habe das Spiel des Lebens gewonnen

Durch die Gnade Gottes und des Sat-Guru
Bin ich ungebunden und frei.
Alle Zweifel und Täuschungen sind geschwunden.
Ich bin frei und glückselig für immer
Ich bin frei von Furcht,
Da ich in diesem nicht-dualen Zustand ruhe.
Furcht entsteht aus Dualität.
Ich bin berauscht von Brahman.
Ich habe Vollkommenheit und Freiheit erlangt.
Ich lebe im reinen Bewußtsein.
Ich habe das Spiel des Lebens gewonnen.
Ich habe gewonnen! Ich habe gewonnen!! Ich habe gewonnen!!

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In Ihm finde ich mein Alles

Endlich ist Seine Gnade auf mich herabgekommen
Ich schaute und schaute Ihn an
Ich verlor mich in diesem wundervollen Anblick Gottes.
Seine Gnade füllte den Becher meines Herzens.
Ekstatische Schauer überwältigten mich
In Seinem Willen liegt mein Frieden
Sein Name ist ein Himmel der Ruhe
In Ihm finde ich mein Alles.
Alles Wissen ruht in Seinem Schoß
Die ganze Schöpfung entsteht und vergeht in Ihm
Er ist die Höchste Quelle aller Erscheinungen.
Er ist die Hauptstütze aller Welten.
Er ist der Eine Heilige, vollkommen in Weisheit,
Die Ursache dieser Welt, der Retter!

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Im Meer der Glückseligkeit

Oh Mahadeva, Oh Keshava
Mit dem Schwert Deiner Gnade
Habe ich alle meine Fesseln durchtrennt
Ich bin frei, ich bin glückselig
Alle Wünsche sind vergangen
Nun strebe ich nach nichts
Als nach Deinen gesegneten Füßen
Ich habe alle meine Gedanken verloren
In Dir, oh Narayana.

Ich hatte Deine wunderbare Vision
Ich ging auf in Verzückung
Ich wurde sofort verwandelt
Ich ertrank
Im Göttlichen Bewußtsein
Im Meer der Glückseligkeit
Heil, Heil, oh Vishnu, mein Gott.

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Ich bin das Unsterbliche Selbst

Nur ein ewiges, unendliches Wesen allein existiert
Jiva (die individuelle Seele) ist eins mit diesem Wesen
Leid ist unwirklich; es kann nicht bestehen
Glückseligkeit ist wirklich; sie kann nicht vergehen.
Der Geist ist unwirklich; er kann nicht leben,
Die Seele ist wirklich; sie kann nicht sterben.
Freiheit kommt mit der Kenntnis des Selbst
Freiheit ist Vollkommenheit, Unsterblichkeit und Glückseligkeit
Freiheit ist die unmittelbare Verwirklichung des Selbst
Freiheit ist Erlösung von Geburt und Tod
Ich bin weder Geist noch Körper
Die ganze Welt ist mein Körper
Die ganze Welt ist mein Zuhause
Nichts ist, nichts gehört mir
Das Unsterbliche Selbst bin ich.

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Jenseits der Sprache

In der vollkommen namenlosen, gestaltlosen Leere,
In der grenzenlosen Weite von Wonne
In der Region gegenstandsloser Freude ohne Gedanken
Im Reich des zeitlosen, formlosen, gedankenlosen Raums
In der transzendentalen Wohnstatt süßer Harmonie
Wurde ich eins mit dem Höchsten Glanz
Der Gedanke, wir seien ein oder zwei, verschwand
Ich überquerte den Ozean der Wiedergeburten für immer.
Das alles dank der Gnade Gottes
Der in Brindavan unter rhythmischen Klängen tanzte
Der den Govardhan-Berg zum Schutz der Kuhhirten anhob.

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Ich bin Das geworden

Die von Maya hervorgerufene Welt ist jetzt geschwunden
Der Geist ist völlig zugrundegegangen
Das Ego ist zu Staub geworden
Die uneinnehmbaren Festungen sind niedergerissen worden.
Namen und Formen sind verschwunden
Alle Unterscheidungen und Verschiedenheiten sind vergangen
Die alte individuelle Seele ist ganz dahingeschmolzen
Der Strom von Wahrheit, Weisheit und Wonne
Hat alles erobert
Brahman allein strahlt überall
Der eine gleiche Geist der Freude durchdringt alles
Ich bin Das geworden. Ich bin Das geworden.
Shivoham. Shivoham. Shivoham.

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Die große Bhuma-Erfahrung des Unveränderlichen

Ich ging auf in großer, nicht endender Freude
Ich schwamm im Ozean unsterblicher Wonne
Ich trieb im Meer unendlichen Friedens
Das Ich schmolz, die Gedanken ergaben sich
Der Verstand stand still
Die Sinne waren zurückgezogen
Ich war mir der Welt nicht mehr bewußt
Ich sah mich selbst überall
Es war eine einheitliche Erfahrung
Es gab weder innen noch außen
Es gab weder "dies" noch "das"
Es gab weder "er", "du" noch "ich" oder "sie"
Es gab weder Zeit noch Raum
Es gab weder Subjekt noch Objekt
Es gab weder den Wissenden noch das zu Wissende noch Wissen
Wie kann man diese transzendentale Erfahrung beschreiben?
Die Sprache ist begrenzt, Worte sind unzureichend;
Verwirkliche es selbst und sei frei.

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Mystische Erfahrung

Brahman oder das Ewige ist weit süßer als Honig,
Marmelade, Kandiszucker, Rasagulla oder Laddu
Ich meditierte über Brahman, das Unveränderliche
Ich erreichte den Zustand jenseits des Endlichen
Wahres Licht leuchtete in mir
Avidya, Unwissenheit, schwand dahin
Die Türen waren ganz verschlossen
Die Sinne zurückgezogen.
Atem und Geist vereinigten sich mit ihrem Ursprung
Ich wurde eins mit dem Höchsten Licht
Wahrlich eine mystische Erfahrung jenseits der Sprache
Shivoham, Shivoham, Shivoham, Soham
Sat-chit-ananda Swarupoham.

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Shivoham – Shivoham – Shivoham

Ich habe die Einheit
Von individueller Seele und Höchster Seele verwirklicht
Sat-chit-ananda ist meine wahre Natur
Mein Geist ist von allen äußeren Objekten zurückgezogen
Ich bin tief von Gott durchdrungen.

Alle Sorgen, Leid und Furcht sind geschwunden
Ich bin friedvoll und heiter für immer
Ich bin Wahrheit, Reines Bewußtsein und Glückseligkeit
Ich erstrahle als Göttliche Flamme.

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Jenes Satchidananda-Brahman,
das im Innern wohnt, der Innere Führer,
Der Schoß der Veden,
Der Schöpfer dieses Weltalls,
Die Substanz für alles,
Das den Verstand erleuchtet,
In allen Formen verborgen ist,
Von den Rishis angebetet wird,
Das die Veden verkünden,
Das die Yogis herbeisehnen, um Samadhi zu erlangen,
Der Schrecken Indras und Agnis,
Das sanft ist zum disziplinierten Yogi,
Wahrlich, dieses Brahman bin ich.
Shivoham Shivoham Shivoham!

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Samadhi, der überbewußte Zustand

Oh welche Freude! Welche Seligkeit!
Alle Wünsche sind jetzt erfüllt
Alles ist erreicht
Ich bin unsterblich, ohne Tod
Ich bin Ewiges Bewußtsein
Ich bin das Große und Hohe
Alles ist reine Befreiung (Moksha)
Überall ist nur Moksha allein
Jeder muß dies kennenlernen
Und erfahren.

Das Ego ist jetzt geschmolzen
Die Vasanas (Wünsche) sind verbrannt
Im Feuer der Weisheit
Der Geist ist überwunden (Manonasha).
Alle Unterschiede sind aufgelöst
Alle Verschiedenheiten sind verschwunden
Es gibt weder "ich" noch "du"
Alles ist wirklich Brahman
Das ist eine allumfassende Seligkeit
Diese ganzheitliche Erfahrung ist unaussprechlich
Es gibt keine Worte, diesen Zustand zu beschreiben
Fühle ihn selbst in Samadhi.

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Durch die Gnade des Gurus

Ich kenne meine wahre Natur
Ich habe den Gipfel der Vollkommenheit erreicht
Ich bin der reine unsterbliche Atman.

Alle meine Wünsche sind erfüllt
Ich bin Apta Kama, vollkommene Wunscherfüllung
Ich habe alles erreicht
Ich habe alles erledigt.

Ich habe nichts mehr zu lernen
Die Veden haben mich nichts zu lehren
Die Smritis haben mir nichts mehr beizubringen
Die Welt hat nichts, was mich anziehen könnte.

Maya versteckt sich bescheiden
Jetzt da ich alle ihre Listen und Wege kenne,
schämt sie sich, vor mir zu erscheinen.

Das alles dank der Gnade Gottes
Und dank der Gnade des Gurus
Er machte mich wie Sich selbst
Verehrung dem Guru,
Huldigung dem Guru.

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Ich bin der ich bin

Zeitlos und raumlos ist dieses Ziel
Frei von Leid und Sorge ist dieser Wohnsitz
Selig und friedlich ist diese Heimstatt
Unveränderlich und grenzenlos ist dies Dhama (Wunscherfüllung)

Ich weiß, "Ich bin Er".
Ich habe weder Körper, Geist noch Sinne
Ich unterliege weder Veränderung noch Wachstum noch Tod
Ich bin das Unsterbliche, Allesdurchdringende Brahman.

Weder Tugend noch Sünde können mich berühren
Weder Freude noch Leid mich beeinflussen
Weder Vorlieben noch Abneigungen können mir etwas anhaben
Ich bin Absolutes Sein, Absolutes Wissen und Absolute Wonne

Ich habe weder Freunde noch Feinde
Ich habe weder Eltern noch Verwandte
Ich habe weder Heimat noch Heimatland.
Ich bin der ich bin. Ich bin der ich bin.
Ich wurde nie geboren, ich sterbe nie
Ich existiere immer, ich bin überall
Ich kenne weder Furcht vor dem Tod noch vor öffentlicher Kritik

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