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Ramakrishna

Sri Ramakrishna Paramahamsa (*18 February 1836; † 16 August 1886) war ein hinduistischer Heiliger, Mystiker und religiöser Anführer. Seine Philosophie gründet sich auf Einflüssen des Tantra, auf die Göttin Kali, Bhakti Yoga und Advaita Vedanta.

Kurzbiografie

Frühe spirituelle Begeisterung

Ramakrishna erblickte als Sohn einer bengalischen Brahmanenfamilie im Frühjahr 1836 das Licht der Welt. Seine Eltern gaben ihm die Erziehung eines jungen Brahmanen. Neben gründlichen Meditationsübungen, enthielt sie das Studium der Gita, des Ramayana und Mahabharata. Der junge Ramakrishna liebte religiöse Bücher so sehr, dass er Hunderte von Balladen und Gedichte der Hindus verschlang. Noch vor seinem 16. Geburtstag trat er als Gehilfe des Priesters in den Tempel ein, welcher der Göttin Kali geweiht war. 

Verehrung der Göttin Kali

Er widmete Gebeten und Meditation mehr Zeit, als es die priesterlichen Regeln verlangten und maß der Übung des Rituals kaum Wert bei. Die Göttin Kali war für Ramakrishna die göttliche Mutter. Alle Dinge werden aus ihr geboren und gehen wieder in sie ein. Der Hindu versteht das Symbol der Kali, selbst die Kinder lernen zu ihr zu beten. Die reine Klarheit in der Symbolik, das Wissen, dass Nichts in dieser Welt außer Entsagung Bestand hat, ließ Ramakrishna den leeren Prunk des bloßen Rituals durchschauen. Er verzichtete nicht nur selbst auf prunkvolle Gewänder, sondern begann auch einige der prunkvollsten Gottesdienste zu vereinfachen. Bald begann er die Göttliche Mutter anzurufen: "O Mutter, gib mir Weisheit und lass mich Dein liebendes Angesicht schauen." 

Heirat mit einer Brahmanin

Es war eine alte indische Gepflogenheit, einen Mann durch eine Ehe mit einer jungen Frau von seinen Wahnideen über das Unendliche heilen zu wollen. Dieser Versuch wurde selbst bei Buddha unternommen. Ramakrishna ließ nach einiger Zeit seine Mutter wissen, dass er bereit sei, ein junges Mädchen zu heiraten, das die göttliche Mutter ihm in seinen Meditationen gezeigt hatte. Es war die Tochter einer Brahmanenfamilie, Sri Sarada Devi, wie sie später von den Schülern liebevoll genannt wurde. 

Göttliche Erleuchtung

Im Alter von dreißig Jahren empfing Ramakrishna seine erste Erleuchtung. Er schwor, sich das Leben zu nehmen, wenn ihm nicht die Gabe der Erleuchtung zuteil würde: "Da plötzlich bewegten sich die steinernen Arme der Göttin Kali. Ihre Lippen formten sich zu einem leuchtenden Blumenkelch. Dann ergoss sich das Licht über ihr ganzes Gesicht. Ihr Haar wurde zu einem flammenden Strahlenkranz, als wäre die Sonne selbst vom Himmel herabgestiegen und stehe hinter ihrem Haupt. Nun glitt das Licht ihren Körper hinab bis zu Shiva, der unter ihren Füßen lag; aber auch hier hielt es nicht an. Wie zwei mächtige Flügel breitete sich dieses Lichtmeer über das ganze Tempelinnere aus. Selbst die kleinsten Gegenstände begannen sich tanzend zu wiegen, ergriffen von diesem überirdischen Licht. Wohin sich der Blick Ramakrishnas auch wandte, überall sah er nur Licht, Licht, Licht. Jauchzend lief er aus dem Tempel. Alle seine Wege waren erfüllt von Licht. Ramakrishna verharrte noch lange Zeit in diesem Zustand der Ekstase. In dieser Zeit aß und trank er nichts. Unaufhörlich lobpries er Gott. Manches Mal, wenn er sprach, wurde das Licht, das sein Gesicht umstrahlte so hell, dass die Menschen ihre Augen bedecken mussten, um nicht zu erblinden. 

Lehrer für Wahrheitssuchende

Im Laufe der Zeit bildete sich eine Gefolgschaft von Jüngern um ihn, die Ramakrishna unterwies und lehrte. Im Jahre 1885 erkrankte er an Halskrebs. Der Meister unterwies seinen inneren Kreis weiter trotz der Schmerzen, die ihm das Sprechen bereitete, denn er wollte nicht sterben, ohne ihnen auch die letzte Frage beantwortet zu haben. Mit übermenschlicher Anstrengung sprach er: "Warum ich euch alles offenbare, was ich weiß? Weil ich euch mit mir gebracht habe. Kein Lehrer kommt ohne seinen eigenen Kreis Getreuer auf die Erde. Sie verstehen ihn und vermitteln seine Lehre der Welt....; Ihr und ich, wir kamen auf die Erde als eine Gruppe fahrender Sänger. Sie singen vor der Tür eines jeden Hauses, dann ziehen sie weiter. Wir haben an den Pforten der Erde gesungen..." 

Ableben und Vermächtnis

Als Narendra (Swami Vivekananda) an einem dieser letzten Tage bei Sri Ramakrishnas Bett stand, kam ihm der Gedanke in den Sinn, dass er eine Inkarnation Gottes sei. Sofort wandte sich Sri Ramakrishna zu ihm und alle Kräfte sammelnd, sprach er deutlich: "O mein Naren, bist du noch nicht überzeugt? Er, der Rama und Krishna war, ist jetzt Ramakrishna." Eine Woche nach Sri Ramakrishnas Mahasamadhi standen Narendra und Harish am kleinen Teich des Gartens. Plötzlich sah Narendra eine leuchtende Gestalt langsam auf sich zukommen. Da hörte er seinen Gefährten erregt flüstern: "Was ist das?" Als die Gestalt zu einem dichten Jasminbusch gelangte verschwand sie. Nach dem Tode von Ramakrishna wurde von seinen Schülern im Jahre 1886 ein Mönchsorden gegründet, die Ramakrishna-Mission. Ihr Leiter war Swami Vivekananda, der die Botschaft des Meisters in ganz Indien und in fernen Ländern (USA) verbreitete.

Anmerkungen

Der Inhalt des folgenden Textes stammt aus den Quellen:

https://ramakrishna.de/ramakrishna/kurzbiographie.php

https://vedanta.org/our-teachers/sri-ramakrishna/

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