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Autobiographie von Swami Sivananda

 

   Kapitel 5 - Mein Glaube, seine Methodik und Verbreitung

 

Die "Divine Life"-Bewegung

Ich liebe die Abgeschiedenheit. Manchmal muß ich mich zurückziehen. Ich sehne mich nicht nach Ansehen und Ruhm. Ich habe nie viel Zeit für das eingehende Studium der Schriften und Weltreligionen aufgewendet, nur um aufsehenerregende Vorträge vorzubereiten. Ich liebte es nie, Zeit mit geschliffenen Abhandlungen für Buch- oder Zeitungsveröffentlichungen zu verbringen. Es erfreute mich nicht, wenn die Leute mich "Mahatma" oder "Guru Maharaj" nannten. Ich hatte nie vor, eine Einrichtung zu gründen, um meinen Namen zu verewigen. Aber Gott wollte es anders. Die ganze Welt kam voll göttlicher Herrlichkeit und Glanz zu mir. Vielleicht ist das auf die innigen Gebete Tausender ernsthafter Wahrheitssucher zurückzuführen, in Verbindung mit meinen ureigensten Neigungen, alles was ich habe, mit anderen zu teilen und der Welt allgemein zu dienen zur Erlangung von Licht, Frieden, Wissen und Macht.

Ich fand geeignete Einrichtungen und geschickte Hände, die Arbeit weiterzuführen; das veranlaßte mich, die Divine Life Society ins Leben zu rufen. Ich brachte die Botschaft der Weisen und Heiligen und lehrte die Welt den Weg zu Frieden und Glückseligkeit. Dank der Beliebtheit der Divine Life Society kamen viele gelehrte, fromme Seelen von weither zu mir. Sie teilen die Liebe zum selbstlosen Dienst mit mir und leisten wertvolle Arbeit bei der Verbreitung des rechten Wissens, das allein dauerhaften Frieden und Glück verleihen kann. Viele Außenstellen der Divine Life Society im Ausland drucken Teile meiner Werke neu und verteilen sie kostenlos in ihren Einzugsgebieten.
 
 
Das Gebot der Stunde

Wenn der Mensch in Selbstsucht, Gier und Leidenschaft verstrickt ist, vergißt er Gott natürlich ganz. Er denkt ständig an seinen Körper, seine Familie und seine Kinder. Er kümmert sich nur um sein Essen, Trinken und um seine Bequemlichkeit. Er ertrinkt im Meer von Geburt und Tod (Samsara). Materialismus und Skeptizismus beherrschen ihn. Er läßt sich von Kleinigkeiten aus der Ruhe bringen und fängt an zu streiten. Überall herrscht Ruhelosigkeit, Elend, panische Angst und Durcheinander. Die Welt scheint derzeit im Griff rein materialistischer Denk- und Handlungsweisen zu sein. Die Erfindung neuer Bomben ruft überall Schrecken hervor. Die Menschen haben den Glauben an die heiligen Schriften und die Lehren der Weisen und Heiligen verloren. Aufgrund falscher Erziehung und schlechter Einflüsse sind sie gottlos geworden.

Die umwälzenden Ereignisse seit Beginn des 20. Jahrhunderts verfehlten ihre Wirkungen auf alle spirituell gesinnten Menschen, Entsagte (Sannyasins), Heilige und Diener Gottes nicht. Die Schrecken der Weltkriege bewegten sie aufs äußerste. Die darauf folgenden verhängnisvollen Seuchen und der weltweite Niedergang rührten ihre mitleidvollen Herzen. Sie sahen, daß die Leiden der Menschheit größtenteils durch deren eigene Taten hervorgerufen worden waren. Das Gefühl verstärkte sich, es sei ein dringendes Gebot der Stunde, den Menschen ihre Irrtümer und Torheiten bewußt zu machen und sie dazu zu bringen, die eingeschlagene Richtung zu korrigieren, um ihr Leben voller Begeisterung für wertvollere Ziele einzusetzen.

Millionen suchten dringend nach einer solchen Führung. Dieses stille Gebet wurde erhört und ich erlebte das Enstehen der Divine Life Mission mit ihrer Aufgabe, die Menschen den Kräften der Unmenschlichkeit und Gewalttätigkeit zu entreißen und ihr Leben auf dieser Erde göttlich zu machen.

Genau zu diesem kritischen Zeitpunkt rief ich die Divine Life Society ins Leben. Heute gilt sie als Segen für die Welt. Sie basiert auf dem Kern der Lehren aller Religionen, Heiligen und Propheten der Welt. Ihre Grundsätze sind universell und allumfassend und stehen im Einklang mit Wissenschaft und Vernunft. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, die Menschen über die Sorgen und den Jammer ihres weltlichen Lebens zu erheben, indem sie ihnen ermöglicht, die glückselige Göttlichkeit zu erkennen, die sich hinter allen äußeren Erscheinungen verbirgt.

Gute Gedanken durchdringen und beeinflussen alle guten Menschen. Die von der Divine-Life-Bewegung geschaffenen Gedankenströme übten ihre entsprechende Wirkung auf die Menschen in Europa und Amerika aus. Nun herrscht überall auf der Welt großes Verlangen nach Frieden. Millionen fürchten die rasche Vernichtung der ganzen Menschheit durch Atomwaffen.

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Allumfassende Ideale für spirituelle Vollkommenheit

Die Divine Life Society ist eine offene allumfassende Institution; ihre Zwecke, Ideale und Ziele sind breitgefächert und universell. Sie lehnt keine Grundsätze und Lehren irgendeines Glaubens ab. Sie schließt die Grundprinzipien aller Religionen und Glaubensrichtungen ein und kennt keine bevorzugten oder einseitigen, sektiererischen Glaubenslehren. Sie führt die Menschen auf den spirituellen Weg und versetzt sie in die Lage, ein an göttlichen Grundsätzen orientiertes Leben zu verwirklichen, auch wenn sie ganz normal in der Welt leben und einer bestimmten Religion oder Glaubensrichtung angehören.

Die Divine-Life-Gesellschaft hat ein nachdrückliches Erwachen auf der ganzen Welt ausgelöst und viel zu einem neuen Leben in Handlungsfreiheit, einem Leben in Ausgeglichenheit inmitten weltlicher Umtriebe und einem Leben in Glückseligkeit durch geistige Nicht-Verhaftung und inneres Abstandgewinnen von Wünschen, Selbstsucht und Besitzdenken beigetragen. Die Grundsätze, Ziele und Ideale der Gesellschaft und ihre Vorgehensweise stoßen auf allgemeine Wertschätzung. Sie betont nachdrücklich die praktische Seite der Spiritualität und erklärt den ganzheitlichen Yoga (Yoga der Synthese) auf vernünftige, wissenschaftliche Weise. Menschen aus verschiedensten Institutionen und Vereinigungen auf der ganzen Welt werden Mitglieder der Divine Life Society und schreiben mir, um spirituelle Führung zu erhalten. Ich kümmere mich besonders um sie und erteile ihnen Unterweisung auf dem Postweg für ihren geistigen Fortschritt und ihr Wohlergehen. Die Divine Life Society erklärt, daß jeder Mensch in seinen eigenen Lebensumständen Weisheit erlangen kann, egal, ob er enthaltsam lebt (Brahmachari), im Berufs- und Familienleben steht (Grihastha), Rentner ist (Vanaprastha) oder sich von der Welt zurückgezogen hat (Sannyasi), sei es ein Straßenkehrer, Brahmane (Priester, oberste Kaste), Shudra (Diener, Angehöriger der niedrigsten Kaste) oder Kshatriya (Krieger), ob er vielbeschäftigt im Alltagsleben steht oder sich als Sadhaka (Übender) in den Himalaya zurückgezogen hat. Göttliches Wissen ist kein Vorrecht von Entsagten (Sannyasins) und Einsiedlern.

Sie erklärt ebenfalls, daß, obwohl der Yoga des Wissens (Jnana Yoga), die Vedanta-Philosophie, die zentrale Grundlage bildet, es nötig ist, auch die anderen Yoga-Arten auszuüben: Den Yoga des selbstlosen Handelns (Karma Yoga) zur Reinigung von Gemüt und Herz, den Yoga der Körperstellungen (HathaYoga), um gute Gesundheit und Kraft aufrechtzuerhalten, die Lebensenergie (Prana) zu reinigen und den Geist zu festigen, den Yoga der Geistesbeherrschung (RajaYoga), um die Gedanken (Sankalpas) zur Ruhe zu bringen und Konzentrationsfähigkeit in der Meditation herbeizuführen, und den Yoga des Wissens (JnanaYoga), um den Schleier der Unwissenheit zu lüften und für immer in seiner eigenen ursprünglichen Natur von Sein-Wissen-Glückseligkeit (SatchidanandaSwarupa) zu ruhen.
 
 
Der kritische Punkt

Die Studenten wurden ungläubig,

verloren den Glauben an die Religion

unter dem Einfluß der Wissenschaft.

Sie vernachlässigten Pflicht und rechtes Handeln (Dharma),

begannen zu rauchen und zu spielen.

Junge Frauen richteten sich nach der Mode,

Offiziere waren nur noch auf ihren eigenen Vorteil bedacht.

Die Gesundheit der Menschen verschlechterte sich.

Die Menschen kümmerten sich nicht mehr um die Schriften,

der Materialismus übernahm die Herrschaft.

An diesem kritischen Punkt,

um die Herrlichkeit Gottes wieder aufleben zu lassen,

das Wissen über Yoga zu verbreiten,

den ganzheitlichen Yoga zu lehren,

den Menschen Hingabe und Glauben einzuflößen,

den spirituellen Aufschwung der Menschheit zu fördern,

Frieden und Glück in jedes Heim zu bringen,

rief ich die Divine Life Mission ins Leben

und gründete die Yoga VedantaForest University,

an einem geheiligten, reizenden Ort im Himalaya,

am Ufer des Heiligen Ganges in Rishikesh.

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Das schnelle Wachstum der Mission

1936 rief ich die Divine Life Society ins Leben zur spirituellen Erhebung der Menschheit. Ich bildete viele ernsthafte Yogaschüler aus. Zu ihrer raschen Entwicklung führte ich die morgendlichen gemeinschaftlichen Gebetsstunden und Gruppenasanas ein. Bedürftigen und Tausenden von Pilgern leistete ich ärztliche Hilfe durch ein kostenloses Ambulatorium. Ich sandte Fachkundige an verschiedene Zentren, wo sie Vorlesungen über Bhakti, Yoga und Vedanta hielten. Ein kleiner Tempel für Gebete und Gottesdienste wurde errichtet. Als dann viele Schüler kamen, mußten Verpflegungs- und Unterkunftsmöglichkeiten für sie und die Besucher geschaffen werden; so entstand der Sivananda-Ashram.

Die YogaVedantaForest University entwickelte sich, als regelmäßige Kurse für alle Yogawege eingerichtet wurden. Um die Schüler weltweit zu unterstützen, wurde der Universitätsverlag mit automatischen Maschinen eingerichtet, um die nötigen Werke über die praktische Seite des Yoga und ein halbes Dutzend Zeitschriften zu drucken. Die kleine Ambulanz wuchs zu einer großen medizinischen Einrichtung, mit einem Allgemeinen Krankenhaus und eigenen Gebäuden. Obwohl die Divine Life Society weiterhin die Hauptorganisation bleibt, mußten viele andere Einrichtungen gegründet werden, um die verschiedenen Bereiche abzudecken, die sich im Laufe der Zeit herausgebildet haben, um gezielte Arbeit leisten zu können. Jetzt ist der Ashram eine sehr große spirituelle Siedlung und sieht aus wie eine riesige Fabrik vor dem Hintergrund des wundervollen, unbeschreiblichen Friedens des Himalaya. Anwärter, die in den Ashram kommen und ein paar Monate oder Jahre hierbleiben, finden Spielraum für ihren spirituellen Fortschritt sowohl als Mitarbeiter in den verschiedenen Ashram-Einrichtungen als auch als stille Meditierende in der Umgebung des Tempels oder in den Einsiedeleien im nahen Urwald. Jeder wählt die ihm entsprechende Lebensweise.
 
 
Die Grundsätze

Mehr als danach zu streben, nach diesem Leben den Himmel zu erreichen, versuchen die Gefolgsleute der Divine-Life-Gesellschaft, himmlische Zustände auf Erden herrschen zu lassen. Die Grundsätze der Divine Life Society sind absolut unsektiererisch und allgemeingültig. Die Grundlage dieser Bewegung ist die Befolgung der drei Ideale Wahrhaftigkeit, Gewaltlosigkeit und Reinheit – also die allen Religionen der Welt gemeinsamen Maximen. Daher genießt die Divine-Life-Bewegung die bereitwillige Unterstützung der Völker aller Glaubensrichtungen und Kulturen. Ihr Lebensentwurf und -ziel ist allgemeinverbindlich und für alle auf der Erde annehmbar, die sich über das Leid erheben und dauerhafte Wonne erlangen wollen. Das also ist die Divine-Life-Bewegung.
 
 
Keine Geheimlehren

Praktisch angewandte Spiritualität im Sinne der Divine Life Society ist nichts anderes als das Wesentliche aller Yogaarten und die Grundzüge aller Religionen. Hier findet jeder ethische Prinzipien, die mit seinem eigenen Glauben übereinstimmen. Es bedarf heute mehr denn je der tatkräftigen und nachdrücklichen Umsetzung dieser Ideale, denn die jüngsten Entwicklungen in Wissenschaft, Politik und Soziologie sind geneigt, die Menschheit näher als je zuvor an den Rand des gefährlichen Abgrunds von völligem Agnostizismus und gewaltsamer Selbstzerstörung zu führen. Haß und Gewalt, Unwahrheit und Betrug, Laster und Unreinheit sind an der Tagesordnung.

Nur eine starke Gegenkraft kann diesen Abwärtstrend vielleicht bis zu einem gewissen Grad ausgleichen. Die Divine Life Society wurde gegründet, um diesen wuchernden negativen Einflüssen Widerstand zu leisten und den Strudel, in dem die Menschheit dem Ruin entgegentreibt, aufzuhalten. Ich bringe die Botschaft von Frieden, Wohlwollen, Brüderlichkeit und Verwirklichung geistiger Einheit. Die Divine-Life-Bewegung kennt weder kleinliche Regeln noch Geheimlehren noch abgegrenzte Bereiche nur für Eingeweihte. Wer die Wahrheit liebt, erkennt ihre Fülle, unendliche Schönheit, Erhabenheit und Herrlichkeit. Sie bietet Platz und Zuflucht für alle. Sie versetzt einen in die Lage, die Religion des Herzens, die Religion der Einheit, zu verwirklichen.

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Was ist wahrer Glaube

Religion kann man nicht durch reine Beweisführung oder Erörterungen lehren. Man kann niemanden nur durch Vorschriften oder moralische Regeln zur Religion bekehren. Einen spirituellen Anwärter kann man nicht mit dem Hinweis auf Stapel hochgeistiger Lektüre oder Wunder seines Meisters gewinnen. Übe Religion praktisch aus, lebe nach ihren Lehren, wenn du dich entwickeln und das Ziel des Lebens verwirklichen willst. Was immer deine Religion, dein Prophet, deine Sprache und dein Land, dein Alter oder Geschlecht sein mögen, du kannst dich leicht entwickeln, wenn du weißt, wie du das Ego und die niedere Natur des Geistes zerstören und Körper, Sinne und Geist beherrschen kannst. Das habe ich als Weg zu wahrem Frieden und ewiger Wonne erkannt. Daher versuche ich nicht, die Leute durch hitzige Streitgespräche zu überzeugen.

Wahrer Glauben ist der Glaube des Herzens. Das Herz muß zuerst gereinigt werden. Wahrhaftigkeit, Liebe und Reinheit sind die Grundlage wirklichen Glaubens. Unterwerfung der niederen menschlichen Natur und Beherrschung des Geistes, Pflege von Tugenden, Dienst an der Menschheit, Wohlwollen, Kameradschaft und gegenseitige Freundschaft bilden die Grundfesten wahrer Religion. Diese Ideale gehören zu den Leitmotiven der Divine Life Society. Ich nehme es mit der Verbreitung dieser Ideale auf breiter Basis sehr genau.

Ich verschwende keine Zeit damit, passende maßgebende Stellen in den Schriften zu suchen, um die Neugier von spirituellen Anwärtern zu befriedigen. Ich führe ein praktisches Leben und versuche, den Schülern ein Beispiel zu geben, um ihr Leben zu formen. Wisse, daß wahrer Glauben beginnt, wenn du das Körperbewußtsein überschreitest. Der Kern der Lehren aller Weisen und Heiligen und die Grundlagen aller Religionen und Glaubensbekenntnisse sind gleich. Die Menschen streiten sich ohne Notwendigkeit über Unwesentliches und verfehlen das Ziel.

Möge die Divine-Life-Bewegung als Vorbotin von Frieden, Harmonie und erhabenem Leben ihren Glanz und ihre Herrlichkeit über die ganze Welt verbreiten.

Das Evangelium Göttlichen Lebens

Die Welt der Erscheinungen stellt sich uns mit vielen Schwierigkeiten in den Weg bei jedem Schritt, den wir unternehmen, um zum Ziel – Nirwana – zu gelangen, das Buddha nach Jahren entschlossener, beständiger Anstrengung erreichte. Die Menschen von heute haben weder die nötige Zeit noch die Geduld für strenge Askese (Tapas) und harte religiöse Praktiken, von denen manche sogar als Aberglauben abgetan werden. Um der heutigen Generation den Nutzen religiöser Askese zu vermitteln, ihnen ihre wahre Bedeutung klarzumachen und sie gründlich von deren Wirksamkeit und Nützlichkeit zu überzeugen, lehrte ich mein Evangelium vom "Göttlichen Leben". Divine Life ist ein ganzheitliches System für eine spirituelle Lebenseinstellung für jeden, die von jedem Angestellten und Arbeiter gleichermaßen ohne übermäßige Beeinträchtigung ihrer täglichen Pflichten umgesetzt werden kann. Die Schönheit des "Göttlichen Lebens" liegt in seiner Einfachheit und praktischen Anwendbarkeit im täglichen Leben normaler Menschen. Man kann den Lehren seiner eigenen Religion treu bleiben und gleichzeitig die Grundsätze des "Göttlichen Lebens" befolgen und sich so schnell spirituell weiterentwickeln.

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Die praktische Seite

Der durchschnittliche Sucher nach Wahrheit wird oft von den Launen seines Geistes getäuscht. Wer den spirituellen Pfad einschlägt, wird irregemacht, bevor er das Ziel seiner Reise erreicht und unterliegt natürlicherweise der Versuchung, mit seinen Anstrengungen auf halbem Weg nachzulassen. Es gibt zahlreiche Fallgruben, aber wer sich stetig dahinschleppt und ein Leben in Gott führt, kann sicher sein, das Ziel seines Strebens, die Selbstverwirklichung, zu erreichen. In allen meinen Werken habe ich auf die Beherrschung der ungestümen Sinne und des Geistes, die Reinigung des Herzens, Erlangen von innerem Frieden und geistiger Stärke hingewiesen, entsprechend dem jeweiligen Entwicklungsstand, den persönlichen Neigungen und der Wesensart jedes einzelnen.
 
 
Die Rolle der "DivineLife"-Zweigstellen und spiritueller Aspiranten

Meine Botschaft an Aspiranten und die Zweigstellen der Divine Life Society lautet:

"Ihr seid auf die Welt gekommen, um spirituelle Vollkommenheit zu erlangen, höchste und ungetrübte Wonne. Der Zweck menschlicher Geburt ist es, Göttliches Bewußtsein zu erreichen. Das Ziel des Lebens ist Selbstverwirklichung. Der Mensch ist kein sinnliches Tier. Der Mensch ist seiner grundlegenden Natur nach ewig frei, rein, vollkommen, unsterblich. Spüre, daß du das Unsterbliche Selbst bist. Du bist Satchidananda (Sein, Wissen, Seligkeit). Denke daran: ,Ajo nityah sasvatoyam purunah‘ – du bist ungeboren, ewig, unvergänglich und uralt. In diesem erhabenen Bewußtsein zu leben heißt, in jedem Augenblick deines Lebens unbeschreibliche Freude und grenzenlose Freiheit im Geist zu erfahren. Das ist dein Geburtsrecht. Das ist der Zweck deines Lebens. Das ist das Ziel. Es ist das Hauptanliegen der Divine-Life-Bewegung, dies durch ein Leben in Wahrhaftigkeit, Reinheit, selbstlosem Dienst und Hingabe zu verwirklichen.

Im Zeitalter atomarer Massenvernichtungswaffen herrscht Furcht vor. Haß regiert die Politik weiter Teile der sogenannten aufgeklärten und zivilisierten Menschheit. Dieses Zeitalter des Fortschritts hat sich in Wirklichkeit als Zeitalter des Verfalls von Anschauungen und Werten, Idealen und Moralvorstellungen breiter Schichten der Bevölkerung entpuppt. An diesem kritischen Punkt suchen gebildete Männer und Frauen der ganzen Welt Erleuchtung und Wissen in Indien, diesem heiligen Land. Es ist eure vornehme Aufgabe, dieses Licht des spirituellen Wissens und Idealismus‘ bis in jeden Winkel dieser Erde zu verbreiten."
 
 
Die Einheit aller Menschen

"In den Upanishaden heißt es : ,All das ist wahrlich der Atman. Das Eine, glückselige Selbst wohnt in allen Wesen.‘ Die geistige Einheit der ganzen Menschheit ist eine wichtige Lektion für den Menschen von heute. Was auch immer war und in Zukunft sein wird, alles ist wahrlich das eine, ewige Wesen allein. Die Botschaft der Divine-Life-Bewegung vom Göttlichen Leben lautet: ,Sieh Gott in jedem Gesicht. Diene allen. Liebe alle. Sei freundlich zu allen. Sei mitfühlend. Fühle, daß jeder du selbst ist. Diene deinen Mitmenschen und allen Wesen im Geist der Verehrung des Göttlichen in ihnen. Dienst an der Menschheit ist in Wirklichkeit Gottesdienst.‘ Laßt diese Botschaft landauf landab die Freiheit verkünden, laßt sie in jedes Haus und jedes Herz eindringen.

"Wahrlich, alle großen Religionen der Welt verkünden diese göttliche Botschaft als spirituelle Grundlage menschlichen Lebens. Sie erklären die allumfassende Brüderlichkeit der Menschheit unter der Vaterschaft des Allmächtigen Gottes. Sei dir bewußt, daß das Wesentliche der Veden, das Herz der Bibel, der Kern des Korans, der heiligen Gathas (Lieder, Verse) und aller heiliger Schriften der Welt im Grunde dasselbe ist und einstimmig die liebliche Melodie von Liebe und Eintracht, Güte und Freundlichkeit, Dienst und Verehrung singt. Lege die Schranken von Namen und Formen nieder. Suche die Einheit im Herzen aller Wesen. Schließe die ganze Menschheit in deine geistige Umarmung ein. Lebe für den Frieden. Lebe für allumfassende Liebe. Lebe im Göttlichen.

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Der laute Ruf von "Divine Life"

"Eine Divine-Life-Zweigstelle ist in der heutigen Zeit ein großer Segen für die Menschheit, ein echter Segen Gottes. Sie ist ein Feld für dynamischen Yoga und angewandten Vedanta (Philosophie des Absoluten). Die Verbreitung von Divine Life ist die Hoffnung der Menschheit. Durch Divine Life werden sich die Menschen von Unwissenheit, Kummer und Leid befreien und jenseits aller Sorgen noch in diesem Leben, hier und jetzt, in das himmlische Reich von Frieden und Wonne eingehen. Divine Life bringt der Menschheit Frieden und Brüderlichkeit. Es reinigt den Menschen, veredelt seine Natur und entfaltet seine wunderbare verborgene göttliche Wesensart. Divine Life ist Indiens Geschenk an die ganze Welt."

"Laßt den Ruf der Upanishaden in jedem Dorf, in jeder Stadt erschallen. Laßt den herrlichen Gesang des göttlichen Namens in jeder Siedlung ertönen. Laßt in jedem Herzen Tugend wachsen und rechtes Handeln (Dharma) jeden Schritt im Leben bestimmen. Göttliches Leben muß praktisch umgesetzt werden. Die Ideale von Divine Life müssen in der gelebten Wirklichkeit Ausdruck finden, sich im Leben der Menschen manifestieren. Das ist wichtig. Seid ergeben. Arbeitet einträchtig zusammen. Seid anpassungsfähig. Paßt euch an, fügt euch ein, seid versöhnlich. Denkt immer daran, daß es um die Sache geht, nicht um persönliche Ansichten und Meinungen. Löst daher alle Meinungsverschiedenheiten und arbeitet zusammen zugunsten eines reinen Lebens und spiritueller Vollkommenheit."

"Vollkommenheit des Einzelnen führt schließlich zur Vollkommenheit der ganzen Menschheit. Verbreitet die Lehre vom selbstlosen Dienst. Gewinnt alle für den Yogaweg, um das Ziel des Lebens, gute Gesundheit und ein langes Leben zu erreichen."

Ich habe den Wahrheitssuchenden nicht mit Regeln, Vorschriften und Beschränkungen zu helfen versucht, sondern ihnen mittels Briefen, Zeitschriften und wertvollen Veröffentlichungen stufenweise Anleitungen gegeben, wie man durch gemeinsame Gebete, Meditation und Mantrasingen (Bhajan und Kirtan) spirituelle Schwingungen aufbaut. Für den geistigen Fortschritt kommt es nicht auf die Anzahl an. Ein einziger ergebener Schüler kann die Welt bewegen und ihr Licht und Wissen bringen.

Aus den folgenden Briefen, die ich zwischen 1936 und 1940 an meine Schüler geschrieben habe, geht deutlich hervor, wie ich eine kraftvolle Kampagne auf der ganzen Welt einleitete und über 300 Zweigstellen der Divine Life Society gründete.
 

Die Bedeutung von Gruppen-Sadhana

"Die Entwicklung beschleunigt sich durch Gruppensadhana, Massengebete und gemeinsame Meditation. Es ist nicht der Zweck der Divine-Life-Zweigstellen, Reichtum, Ansehen und Berühmtheit zu erwerben, sondern der Welt Frieden und Harmonie zu bringen, indem an verschiedenen Orten spirituelle Schwingungen erzeugt werden. Führt wöchentliche Treffen durch. Ladet spirituell gesinnte Freunde ein. Klärt die Zweifel der Anhänger. Ihr könnt eine Bücherei mit philosophischen Büchern aufbauen. Ladet Gelehrte bei euch am Ort zu Vorträgen ein. Druckt gelegentlich meinen Text "20 wichtige spirituelle Anweisungen" und andere Merkblätter und verteilt sie kostenlos. So könnt ihr den Keim für eine Divine Mission legen. Die Saat wird langsam zum Wohle der Welt aufgehen. Das wird eine Menge zu eurer eigenen Entwicklung und gleichzeitig zur Erhebung der Menschheit beitragen.

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Die Gründung einer "Divine-Life"-Gesellschaft

"Gut begonnen ist halb gewonnen". Ich lege keinen Wert auf großartige Pläne und Vorhaben. Wenn der Anfang gut gelingt und die Beteiligten aufrichtig, vertrauens- und hingebungsvoll dabei sind, ist der Erfolg gewiß. Ich schrieb an einen ernsthaften Schüler:

"Du hast sehr gut angefangen. Das Werk wird bald Wurzeln schlagen und erblühen. Du kannst die Yogastunde in einem Zimmer im Haus abhalten. Bringe auch ein Schild an. Halte einmal pro Woche Treffen ab. Bitte Freunde um ein paar Bücher und baue eine Bibliothek auf. Ich schicke Dir alle meine Werke. Für die anfallenden Kosten kannst Du von den Teilnehmern eine kleine Gebühr nehmen. Behalte die folgenden Ziele im Auge:

  •     Selbstverwirklichung durch Yoga
  •     Jugendlichen durch Yogaübungen (Asanas), Atemübungen                        (Pranayama) und ethische Werte neue Impulse zu geben
  •     das Wissen der Rishis (Seher) und Yogis weit zu verbreiten
  •     allumfassende Brüderlichkeit und kosmische göttliche Liebe zu                   entwickeln.


Laß Dich nicht entmutigen und verliere nie Dein Selbstvertrauen. Viele haben mit einer Ortsgruppe der Divine Life Society in ihrer eigenen Wohnung angefangen. Die Familienmitglieder treffen sich morgens und abends zum gemeinsamen Gebet und Mantrasingen (Kirtan). Die dabei entstehenden spirituellen Schwingungen bringen der ganzen Familie Frieden und Erfolg. Mache etwas mit ausgewählten Freunden, auch wenn ihr nur zu zweit seid."

Ich bin immer bereit, begeisterten Aspiranten, die das göttliche Wissen weiterverbreiten wollen, genaue Anweisung zu geben.

"Bringe ein paar Leute zusammen. Lies etwas aus meinen Büchern vor. Sprich über Zweifel und Fragen. Leite sie zu Japa (Mantrawiederholung), Kirtan (Mantrasingen), Meditation und zum Studium der Gita an. Sag ihnen, sie sollen ein spirituelles Tagebuch und ein Heft für LikhitaJapa (Mantraschreiben) führen. Du besitzt kostbares Wissen und Fähigkeiten, zu denen Du nicht genug Vertrauen hast oder derer Du Dir nicht einmal bewußt bist. Bringe Deine verborgenen Talente zum Ausdruck. Gib, was immer Du hast. Es wird der Welt nützen. Bilde bei Dir zu Hause eine Gruppe und rufe ähnliche Aktivitäten in verschiedenen Stadtteilen ins Leben. Schwanke nicht. Sei voller Hoffnung. Du kannst Wunder bewirken. Strahle Freude und Frieden aus. Halte Dich an eine bestimmte Arbeitsweise. Arbeite ein wenig - das reicht. So kannst Du Deine Zeit gut und nützlich verbringen. Laß die Blume erblühen. Die Bienen kommen von selbst. Es braucht keine großen Anstrengungen. Drehe einfach den Hahn auf; es wird von selbst fließen. Ich wünsche Dir Erfolg, Freiheit und Vollkommenheit.

Meditiere im Freien mit ausgewählten Freunden. Veranstalte Yoga-Asana-Vorführungen. Mache fünf Minuten lang Tratak (Augenreinigungs- und Konzentrationsübung) mit OM oder einem Bildnis Gottes. Führe an Ekadashi-Tagen (11. Tag nach Vollmond und Neumond) Fasten ein. Erkläre die Chakren (Energiezentren).

Bereite Dich jeden Abend für den Unterricht am nächsten Tag vor. Sammle Ideen und notiere sie Dir auf einem Blatt oder in einem Notizbuch. Lies vom Blatt ab, wenn Du keinen Vortrag halten kannst. Sprich langsam. Lade Dich mit leichtem Kumbhaka (Luftanhalten) und Japa (Mantrawiederholung) wieder auf. Nimm nahrhaftes Essen und Früchte zu Dir.

Wenn Du keine gute Rede halten kannst, schreibe einen Aufsatz und lies ihn mit Betonung und innerem Feuer vor. So entwickelst Du langsam Rednertalent. Wenn Du gute, wissensdurstige Menschen triffst, vermittle ihnen Ideen und rege sie an, ähnliche Gruppen bei sich zu Hause zu bilden. Das wird Deine zukünftige Arbeit erleichtern. Fordere jeden Menschen, den Du triffst, auf, täglich ein paar Shlokas (Verse) in der Gita zu lesen und das Gayatri-Mantra zu wiederholen. Weihe viele ein. Lobe die Nützlichkeit von Mantren und Japa. Führe Malas (Gebetsketten) für die Mantrawiederholung ein.

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Der spirituelle Strom muß in Fluß bleiben

Ich wache sorgfältig über die Tätigkeiten der Zweigstellen und gebe ihnen hin und wieder Anregungen und Ermutigung. Um den Strom lebendig zu erhalten und sie zu motivieren, schicke ich fähige, fortgeschrittene Aspiranten zu den Zweigstellen. Hier zum Beispiel meine Anweisungen an einen von ihnen:

"In welchem Zustand befindet sich das Zentrum jetzt? Tot, nach Luft ringend oder voller Leben? Tritt an alle Leiter höherer Schulen heran und veranstalte Lichtbildervorträge über Yoga Asanas. Mach das unbedingt. Ich habe das bei meinen Reisen in allen Schulen im Pandschab und in Uttar Pradesh gemacht. Bitte schicke mir ab und zu einen Bericht über Deine Tätigkeiten. Entschuldige Dich nicht mit falschen Vorwänden. Sei nicht schüchtern. Sei nicht feige. Deine Arbeit an Schulen und Kollegs prägt geistige Eindrücke (Samskaras) in Tausenden von Gemütern. Sie werden sich entfalten, wenn die Zeit reif ist.

Sei kühn. Auch Magister, Richter und Chirurgen sind nur Menschen. Auf weltliche Menschen mit normalen Leidenschaften wirkst Du wie ein Avatar (Inkarnation Gottes). Sei mutig und sprich edel, bescheiden und aufrichtig. Du kannst Deine Zuhörer begeistern und fesseln. Stell Dir eine andere, starke Persönlichkeit auf dem Podium vor. Bringe Feuer, Eifer und Begeisterung in Deine Äußerungen. Laß keine Gelegenheit verstreichen. Was immer Du jetzt tust, ist genug, um die Welt zu erheben. Warte nicht, bis Du ein großer Gelehrter (Pandit) geworden bist.

Ich habe lobende Briefe von den Zweigstellen erhalten, die Du besucht und denen Du Deine Filme vorgestellt hast. Niemand hat je zuvor eine solche Arbeit geleistet. Sie ist beispiellos. Wenn die Arbeit Dich zu stark in Anspruch nimmt, ziehe Dich in Dein Zimmer oder an einen einsamen Ort zurück. Lade die Batterie durch stille Meditation in Abgeschiedenheit wieder auf und kehre mit doppelter Energie zurück. Bringe Deine Energie unter Kontrolle. Verbrauche nicht alles auf einmal. Ruhe Dich ausreichend aus. Lerne, Dich zu entspannen. Zieh Dich zurück."

Dienen steht höher als Meditation

"Die Arbeit, die Du zur Zeit machst, ist bedeutenderer Yoga als die wichtige sogenannte ,Meditation vieler heutiger Vedantins, nämlich schlafen und Luftschlösser bauen. Sie ist ein großes Opfer (Yajna). Arbeite wie ein Löwe. Brülle wie ein Löwe. Ich gratuliere Dir zu dem großartigen Werk, das Du in verschiedenen Zentren geleistet hast. Alles ist Seine Gnade. Fühle das. Es ist Sein Wille, der sich durch Deinen Geist, Intellekt und Körper ausdrückt. Sei Ihm immer dankbar. Bitte um Seinen Segen und Seine Gnade. Wenn Dir Deine Anhänger und Bewunderer etwas schenken, lehne es nicht in falsch verstandener Verhaftungslosigkeit (Vairagya) ab. Wir brauchen Geld für die Arbeit, für Arzneien für die Kranken und für Veröffentlichungen. Werde ein großer Entsagter (Maha Tyagi) und ein großer Genießer (Maha Bhogi). Ruhe Dich aus. Überarbeite Dich nicht. Reguliere Deine Energie. Trinke Ozon, atme viel Ozon ein. Verkehre nicht mit Leuten. Sprich nur ein wenig über wichtige Themen. Da Du hart arbeitest, achte gut auf Deine Gesundheit. Nimm viel Milch, Obst und Mandeln zu Dir. Ruhe Dich eine Woche lang aus. Ausruhen heißt, in anderer Hinsicht tätig zu sein und nicht, zu schlafen und die Zeit mit unnützen Freunden oder ziellosem Herumlaufen zu verschwenden.

Diene den Menschen aus ganzem Herzen, bereitwillig, unermüdlich, ohne zu murren, ohne auch nur gelegentlich ein saures Gesicht zu machen, als hättest Du Rizinusöl verschluckt. Das ist ziemlich schwierig. Versuche Dein Bestes. Dann wird es reiner Yoga werden. Du mußt nicht meditieren. Du mußt kein Japa (Mantrawiederholung) machen. Du mußt keine Wechselatmung machen. Wandle jede Bewegung, jeden Atemzug, jede Körperhaltung in reinen Yoga wie oben beschrieben um. Das ist Dienst an Gott. Du arbeitest, lebst und atmest nur für Ihn. Pflege dieses Gefühl (Bhava). Du wirst bald kosmisches Bewußtsein erreichen. Mache Dir ganz bewußt: Arbeit ist Gebet, Arbeit ist Meditation. Vergiß das nicht! Du mußt Dich durch Arbeit und Meditation entwickeln. Straßenkehren ist Yoga, wenn man es mit der richtigen Einstellung macht. Deine oberste Pflicht ist es, Dich vor allen Älteren, Swamis und jedem im Ashram zu verneigen, sei es ein Straßenkehrer oder Großgrundbesitzer. Spüre Einheit. Sei freudvoll. Passe Dich an. Ertrage Unrecht und Beleidigungen. Erziehe Deinen Geist zur Ausgeglichenheit unter allen Umständen und überall. Nur dann kannst Du wirklich stark sein.

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Ganzheitlicher Yoga

Ich bin nicht für eine einseitige Entwicklung, sondern dringe bei meinen Schülern darauf, alle wichtigen Yogaarten miteinander zu verbinden, unter besonderer Betonung von tatkräftigem selbstlosem Dienst und Entwicklung von Tugenden, wobei ich aber jedem vollen Spielraum für seine individuelle Wahl lasse.

"Ich bestehe nicht darauf, daß Du in den Städten bleibst. Deine Gesundheit und Dein spiritueller Fortschritt sind sehr wichtig. Sieh nur, wieviel gute Arbeit Du in so kurzer Zeit geleistet hast. Wenn Du noch Energie hast und glaubst, die Arbeit leicht bewältigen zu können, kannst Du noch eine Weile lang dortbleiben. Oder verabschiede Dich vom Stadtleben. Es liegt bei Dir."

"Du kannst Ende des Monats kommen. Bleibe nicht länger in den Städten. Es wäre schädlich für Dein Interesse und Deinen Fortschritt. Du brauchst jetzt Abgeschiedenheit. Widme auch dem Studium viel Zeit. Dein jetziges Wissen ist oberflächlich. Deine innere Natur hat sich auch noch nicht erneuert. Spirituelle Praxis (Sadhana) ist erforderlich. Du brauchst jetzt Ruhe, ein ruhiges Leben in der Atmosphäre von Ganges und Himalaya, um die Batterie wieder aufzuladen, so daß Du nachher umso tatkräftiger mit doppelter Energie und Kraft wieder arbeiten kannst. Nach einem langen Aufenthalt in den Städten muß man sich in die Abgeschiedenheit zurückziehen. Das wird Dir guttun. Bitte komme und bleibe lange hier. Flüchtige Besuche bringen keinen großen Nutzen."

"Du bist gesegnet. Gott lebt. Gott wohnt in allem. Gott ist der Innere Herrscher. Gott muß man erfahren. Rechtes Handeln (Dharma) führt zur Sicht Gottes. Güte führt zu Gott. Liebe führt zu Gott. Meditiere über das Ewige, Dein innerstes Selbst, den Atman. Halte an der spirituellen Praxis (Sadhana) fest. Tauche ein in Sadhana und Meditation. Tritt in die Stille ein. Werde eine Flamme Gottes. Erlange ewige Wonne durch Göttliches Leben. Wer für den Dienst an anderen lebt, ist sehr glücklich. Er ist gesegnet und erfährt Gott. Dienen reinigt das Herz und bringt göttliches Licht. Sei verwurzelt im Atman. Das ist wirkliche spirituelle Praxis. Fordere Dein Geburtsrecht ein, mitten im Schreibmaschineschreiben, Herausgeben von Büchern und Verfassen von Artikeln. Das ist besser als ein Leben in einer Höhle. Das ist tatkräftiger ganzheitlicher Yoga. Fühle auch in der Stadt, daß Du hier im Ashram im Himalaya bist. Das ist Yoga. Das ist die Probe, auf die Janaka Shri Suka gestellt hat.

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In der Aufgabe aufgehen

"Ich möchte, daß meine Schüler sind wie ich selbst, indem sie sich ganz der Verbreitung der Botschaft Gottes widmen, göttliche Eigenschaften in sich selbst entwickeln und sie anderen einschärfen."

"Wo immer Du hingehst, gib, verteile, verbreite Deine Ideen und Ideale. Strahle Deine Gefühle weit aus. Teile mit anderen. Gib, gib, gib immer. Gib allen. Erwarte nichts. Du mußt Meditation und Studium wie gewohnt aufrechterhalten. Brahman, das Absolute, allein ist wirklich. Ohne Indriyas (Handlungs- und Sinnesorgane) bist Du Brahman, ,Tat Tvam Asi‘ (,Das bist du‘). Ich werde nicht müde, das zu wiederholen. Diese Vorstellung muß in Deine Nerven, Zellen, Dein Fleisch und Blut übergehen. Hämmere sie allen in die Köpfe, zusammen mit Bhakti (Hingabe) und NishkamaKarma (selbstloser Dienst ohne Erwartungen). Bringe diese drei Ideen in Dein Unterbewußtsein (Chitta). Diese Welt, der Körper, ist nur Schein, Jalam (ein Trugbild), Swapna (ein Traum)."

"Bringe Tausenden die Asanas (Yogaübungen) bei. Trage meinen Aufsatz über Brahmacharya (Enthaltsamkeit) in allen Schulen und Kollegs vor. Demonstriere Asanas und Pranayama. Nach einer stillen Meditation von fünf oder zehn Minuten mache Kirtan und OM-Singen. Erkläre den Teilnehmern die Yoga- und Vedanta-Begriffe. Die ganze Stadt wird mit spirituellen Schwingungen geladen sein. Du kannst Deine Yogastunde aus meinen Schriften und ein paar zusätzlichen Erklärungen zu den Yoga-Begriffen aufbauen. Denke an:

  •     Mantraeinweihung von soviel Tausenden von Schülern wie möglich
  •     Einführung der JapaMala (Gebetskette)
  •     Mantrasingen (Kirtan und Bhajan)
  •     Studium von Gita (Bhagavad Gita, wichtigste indische heilige Schrift),
  •     Atma-Bodha (,Das Erwachen zum Selbst, Werk von Shankara),
  •     Viveka-Chudamani (,Das Kleinod der Unterscheidung, Hauptwerk               von Shankara),
  •     der Upanishaden (letzter, philosophischer Teil der Veden) usw.
  •     Drucken von Flugblättern zur kostenlosen Verteilung


An Ekadashi (11. Tag nach Vollmond und nach Neumond) veranstalte ein Massen-Hari-Kirtan in einer großen Halle oder einem Tempel. Organisiere kurze Vorträge bedeutender Persönlichkeiten. Verteile am Ende Prasad (Opfergaben). Triff die notwendigen Vorbereitungen eine Woche vorher. Laß die Welt aufhorchen. Das ist eine wichtige und heilige Aufgabe, wo immer Du hingehst. Es ist eine Divine-Life-Versammlung in kleinem Rahmen. Ich weiß, daß Du das kannst."

"Du leistest wirklich wundervolle Arbeit. Es ist ein schöner Anfang. Diese Verbindung von Japa, Kirtan, Yoga Asanas, Studium und Vortrag ist genau das Richtige. Nimm immer ein Notizbuch mit. Schreib Dir alles auf, was Du erledigen mußt. Durch solche Aufgaben kannst Du wachsen, Deine Denkfähigkeiten entwickeln, die Natur und ihre Wege kennenlernen. Du wirst auch dann konzentrierter sein, wenn der Geist voll beschäftigt ist. Tausende werden zu religiösen Aktivitäten angeregt werden und all das dient Dir zur Reinigung des Herzens und als Yoga.

In Einzelgesprächen kannst Du wertvolle, gediegene Arbeit im Stillen leisten. Das ist ein Bereich der Vorbereitung und Erleuchtung für Dich. Die Arbeit muß an verschiedenen Örtlichkeiten in der Stadt aufgenommen werden. Es ist keine blinde Arbeit. Es ist kein Geschäft. Es ist Sein Werk, das durch Deinen Körper und Geist vollbracht wird. Nach fünf Jahren wirst Du viele Lehrer und namhafte religiöse Führer übertreffen, wenn Du ernsthaft und beständig kraftvoll arbeitest."

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