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Der weise Mungo

Nachdem das große Mahabharata (großes Epos) vorüber war, und nach dem Tod von Bhishma (Name eines der Kriegshelden), war Yudhisthira (Name des ältesten der Pandavas in der Bhagavad Gita) durch das Gemetzel seiner Verwandten und anderer tief im Herzen getroffen. Er wollte sein Königreich aufgeben und sich in den Wald zurückziehen. Krishna (achte Inkarnation des Gottes Vishnu) und Vyasa rieten ihm ein Opfer genannt „Aswamedha Yahna“ darzubringen. Es galt als äußerst reinigend. Also brachte er das Opfer im großen Stil dar. Alle Menschen, einschließlich der Brahmanen, lobten das Opfer. Während die Brahmanen Yudhisthiras Opfer lobten, erschien ein Mungo vor ihnen und sagte: „Dieses Opfer ist nicht so viel wert, wie das Geschenk von Gerstenmehl, das der großzügige Brahmane von Kurukshetra (Schlachtfeld) der das Unchcha Gelübde abgelegt hatte, machte.“ Die Brahmanen waren sehr verwundert. Sie baten den Mungo um eine Erklärung.

„Ich werde euch eine Geschichte erzählen,” sagte der Mungo „im heiligen Land Kurukshetra lebte ein Brahmane, der das Unchcha Gelübde abgelegt hatte. Dieses Leben ist wie das Leben einer Taube. Er verdiente seinen Lebensunterhalt indem er Körner von den abgeernteten Feldern einsammelte. Er lebte mit Frau, Sohn und Schwiegertochter zusammen und tat Buße. Im Allgemeinen nahm die Familie alle sechs Tage eine Mahlzeit zu sich. Wenn sie am sechsten Tag keine Mahlzeit hatten, aßen sie am zwölften Tag und wenn sie am zwölften Tag keine Mahlzeit bekamen, aßen sie am achtzehnten Tag. Einst gab es eine Hungernot im Lande. Als sie sich zu ihrer Mahlzeit niederlassen wollten, erschien ein Gast. Der Brahmane machte ihm seine Aufwartung. Er gab dem Gast einen Teil seines Gerstebreis, den er gerade essen wollte. Der Gast aß dies, jedoch war sein Hunger noch nicht gestillt. Die Frau des Brahmanen bot ihm ihren Teil. Ihr Mann sagte ihr: ‘Selbst bei den Insekten, Würmern und Tieren werden die Weibchen sorgfältig genährt. Ich verliere meine Ehre, wenn ich es zulasse, dass du deinen Teil abgibst. Du bist schon mager. Du bist nur Haut und Knochen. Ich werde dem Gast den Rest meines Teils geben, so dass er seinen Hunger stillen kann.’ Die Frau bestand jedoch darauf ihren Teil dem Gast zu geben und so geschah es.

Der Gast aß, war aber immer noch hungrig. Der Brahmane, sein Sohn und seine Schweigertochter, einer nach dem anderen gab seinen ganzen Teil ab. Nun war der Gast vollkommen zufrieden. Er sagte: „Ich bin hoch erfreut über dieses reine Geschenk, ein Geschenk von dem Getreide, das ehrlich von euch erworben wurde und das ihr großzügig nach den Regeln der Tugend gegeben habt.“ Der Gast fuhr fort: „Mit diesem Geschenk aus Gerstemehl habt ihr die ewigen Gefilde von Brahman (das Allumfassende) erobert. Oh erster der Zweimalgeborenen! Ein himmlisches Wagen steht für euch bereit. Er kommt aus dem Himmel, geführt von den Devas (Gottheiten) und Apsaras (himmlische Wesen). Besteigt den Wagen und fahrt in die himmlischen Gefilde. Seht mich!“ Daraufhin machte sich der Brahmane mit seiner Frau, seinem Sohn und der Schwiegertochter auf den Weg zu den himmlischen Gefilden.“

Der Mungo fügte hinzu: „Ich kam aus dem Loch und fand dort auf dem Boden ein wenig von dem Gerstemehl. Ich rollte mich darüber und fand dann, dass mein Kopf und eine Seite meines Körpers, die mit dem Gerstemehl in Berührung gekommen waren, golden geworden waren. Ich wollte auch die andere Seite golden haben. Ich ging zu vielen Stellen, an denen große Opfer stattgefunden hatten und rollte mich an diesen Orten, aber vergebens. Sie hatten nicht so großen Verdienst wie das geschenkte Gerstenmehl. Ich hatte erwartet, dass die goldene Färbung meines Körpers bei dem Yudhisthira Opfer vervollständigt würde, aber meine Farbe hat sich nicht verändert. Das zeigt ganz deutlich, dass kein so großer Verdienst diesem Opfer inne wohnt, wie bei dem aufopfernd geschenkten Gerstenmehl des armen Brahmanen und seiner Familie.“ Reichtum und Glanz sind nicht die wirklichen Kriterien nach denen der Wert eines Opfers beurteilt wird. Der Brahmane und seine Familie haben mit dem Geschenk von wenig Gestenmehl das großartigste Opfer gebracht. Sie haben die edelste und feierlichste Selbstaufopferung gezeigt.

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