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Wahres Karma-Yoga

Ein Schuh und ein Stück Halwa (Konfekt) gingen einst zu einem Weisen und trugen ihm ihr Leid vor. Der Schuh sagte: „Oh verehrungswürdiger Weiser! höre mein bedauernswertes Los. Ich trage meinen Herrn Tag und Nacht über schmutzige, steinige und dornige Wege. Wegen seines Gewichtes bin ich ständig abgelaufen. Aber mein Herr besitzt nicht die Höflichkeit mich in sein Haus zu nehmen. Er lässt mich immer draußen vor der Tür. Ich kann diese Beleidigung nicht länger ertragen. Mein Herr würdigt meine Dienste nicht im Geringsten.“ Der Weise antwortete: „Geliebter Schuh, du bist in der Tat ein großer Karma-Yogi. Du dienst deinem Herrn unter großen persönlichen Opfern. Du schützt die Füße deines Herrn vor Dornen und Steinen indem du seinen Fuß mit deiner selbst bedeckst und dieses harte Leben erträgst. Du bist sicher die Verkörperung der Aufopferung. Dir gebührt alle Ehre!

Aber du scheinst die Methode des Karma-Yoga (Yoga der Tat) nicht ganz verstanden zu haben. Ein Karma-Yogi sollte seine Arbeit im Geiste göttlicher Anbetung verrichten, ohne je persönlichen Nutzen oder auch nur Würdigung für die getane Arbeit zu erwarten. Ein Karma-Yogi sollte das Gefühl haben Gott in der Person, die er bedient, zu dienen. Statt Anerkennung von der Person, der er dient zu erwarten, sollte ein Karma-Yogi dieser Person dankbar sein, dass sie ihm die Gelegenheit gibt, Gott zu dienen. „Du darfst nicht das Gefühl haben, den Füßen deines Herrn zu dienen, du musst das Gefühl haben, Gott in Form deines Herrn zu dienen. Denn Gott ist in allen Gestalten. Alles ist nur Manifestation Gottes. Meide daher Ehre und Achtung. Ein Karma-Yogi sollte Ehre und Unehre gleichermaßen behandeln. Er sollte in allen Situationen einen ausgeglichenen Geist beibe halten. Wenn du weiterhin alle Arbeit als die Verehrung Gottes behandelst, keine Früchte, oder gar Anerkennung erwartest, Ehre und Unehre, Schmerzen und Freude, Gewinn und Verlust gleichermaßen behandelst wirst zu zweifellos Gottes größte Gnade erlangen und ewige Wonne erfahren. Gehe daher zurück zu deiner Arbeit.“

Dann trug das Stück Halwa seine Beschwerden dem Weisen vor. Es sagte „Oh verehrter Weiser! Höre meine mitleiderregende Geschichte. Ich sehe im Süßwarengeschäft appetitlich aus und dufte köstlich. Jeder Passant wirft mir einen wohlwollenden Blick zu. Die Leute mögen mich so sehr, dass mein Duft oder auch nur die Erwähnung meines Namens ihnen das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt. Kein großes Fest, keine Feier findet ohne mich statt. Aber, ach je, welche seltsame Wandlung findet mit mir statt, wenn man mich gegessen hat. Einige Stunden nachdem ich gegessen wurde, werde ich in einer veränderten schmutzigen und übelriechenden Form weggeschafft. Die Menschen meiden mich. Sie spucken auf die Erde oder halten sich die Nase zu, wenn sie mich sehen. Ich kann diese Beleidigung nicht ertragen.“

Der Weise antwortete: „Oh geliebtes Konfekt! Auch du bist ein großer Karma-Yogi wie der Schuh. Mit deinen Nährstoffen dienst du denen, die dich essen. Du opferst deine Schönheit, deinen lieblichen Duft, diene Ehre und sogar deine Form selbst, um Menschen zu ernähren und ihren Gaumen zu befriedigen. Welche Verkörperung selbstlosen Dienens du bist! Weine jedoch nicht über die Veränderung, die deine physische Form erfährt, du bist nicht diese physische Form. Du bist weder das schöne, ansprechende Halwa noch das übelriechende Exkrement. Du bist die Verkörperung des Geistes des selbstlosen Dienens. Dieser Geist lebt durch die Zeiten und wird von vielen großen Seelen als Ideal erstrebt. Er bleibt unberührt von Änderungen und Unreinheiten der physischen Form. Identifiziere dich nicht mit der materiellen Form, sei Zeuge ihrer Funktionen und diene den Menschen weiterhin mit deinen nahrhaften und schmackhaften Eigenschaften. Ein Dienst, der ohne Gedanke an das Handeln sondern als Zeugnis geleistet wird ist das Ideal eines Karma Yogi. Es ist ein unsterbliches Ideal, das dich sehr glücklich macht. Die Identifizierung mit der physischen Form ist die Wurzel allen Leidens und allen Kummers.“ So getröstet gingen der Schuh und das Stück Halwa wieder in ihre Bleibe, dienten den Menschen, wie es ihnen der Weise aufgetragen hatte und beklagten sich nie wieder.

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