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Wiederburt ins Tierreich?

Alte indische Schriften halten sogar eine Wiedergeburt im Tierkörper für möglich, wenn man im Moment des Todes sehr stark an ein Tier denkt oder sehr starke Wünsche hat, die im Tierkörper leichter befriedigt werden können.

Sind Tiere Sachen?

Wenn westliche Menschen von Wiedergeburt ins Tierreich hören, schütteln sie oft sehr vehement den Kopf, auch wenn sie sonst gegenüber dem Reinkarnationsgedanken ganz offen sind. Das hat sicherlich auch ideengeschichtliche Hintergründe. In der westlichen Zivilisation wurde eine große Trennungslinie gezogen zwischen Tieren und Menschen. Vom Standpunkt vieler christlicher Theologen haben Tiere keine Seele. Nur der Mensch hat eine Seele. Descartes hat behauptet, Tiere hätten kein Bewusstsein und könnten keinen Schmerz empfinden. Wenn Tiere schreien, wenn sie gequält würden, sei das wie das Quietschen einer Maschine. Laut BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) sind Tiere Sachen, die man besitzt, die aber eines besonderen Schutzes bedürfen. Man kann Tieren die Freiheit nehmen, sie bis zu einem gewissen Grad quälen, für Tierversuche missbrauchen, schlachten und essen. Glücklicherweise hat ein gewisser Tierschutz schlimmsten Missständen einen Riegel vorgeschoben. Glücklicherweise sind sich Haustierbesitzer sehr wohl bewusst, dass Tiere eine Seele haben. Aber leider werden so viele Tiere oft sinnlos im Namen von Wissenschaft und Medizin gequält. Am Skandalösesten aber ist das Einsperren der Tiere in Massentierhaltung und das Schlachten nur für den menschlichen Gaumen.


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Unterschiede zwischen Mensch und Tier sind nicht so groß

Interessanterweise sind die Erkenntnisse der modernen Biologie zum Unterschied zwischen Mensch und Tier den Aussagen der Yogis erheblich näher als der traditionellen westlichen Philosophie, Theologie und Jurisprudenz. Der biologische Unterschied zwischen Mensch und Tier scheint gar nicht einmal so groß zu sein. Menschen und Schimpansen haben zu 98,7% die gleiche Erbsubstanz. Sogar mit Insekten sind über 70% der Gene identisch. Auch Tiere, ganz sicher Säugetiere, haben Emotionen. Tiere haben Gefühle wie Freude, Ärger, Angst und Trauer. Tiere können Hass empfinden, Mitgefühl haben, sich für andere aufopfern, sogar ihr Leben für ihre Nachkommen darbringen. Tiere können treu bis zum Tod sein. Tiere können Schmerzen genauso empfinden wie Menschen. Auch Fische an der Angel empfinden Schmerzen wie ein Mensch, den man mit einem Fleischerhaken am Gaumen auf dem Boden entlang schleift. Mindestens legen das Messungen von Hirnreaktionen beim Fisch nahe. Ein Tier kann das eine Exemplar seiner Gattung mögen und das andere nicht. So sind die Unterschiede zwischen Menschen und Tieren auf all diesen Ebenen nicht sehr gravierend. Hauptunterschiede zwischen Mensch und Tier sind das Selbstbewusstsein (auf Sanskrit Ahamkara) und die Vernunft (auf Sanskrit Buddhi). Durch diese beiden hat der Mensch die Befähigung zu freiem Willen, Unterscheidungsvermögen, systematisch an sich selbst zu arbeiten, zu planen, aber auch zu lügen, zu betrügen, vorausschauend zu denken und Instrumente zu benutzen. Sogar diese Unterschiede scheinen eher graduell zu sein und eher durch die Kultur, insbesondere die Sprache, errungen worden zu sein als durch einen fundamentalen genetischen Unterschied.

In den letzten Jahren wurden immer mehr Tierarten gefunden, die Selbstbewusstsein haben (identifiziert an der Fähigkeit, ihr Spiegelbild als sich selbst zu erkennen) und ihre Vernunft zu benutzen (identifiziert an der Fähigkeit, Schlüsse zu ziehen, vorausschauend zu denken und Instrumente herzustellen). Dazu gehören z.B. alle Menschenaffenarten, Delfine, manche Wale, manche Vögel (insbesondere Papageien und Elstern), Elefanten. Manche Tierarten, wie Schimpansen und Wale, haben tradierte Kulturgewohnheiten, die in jedem Stamm/Schwarm anders sind. Bei Walen sollen sich sogar unterschiedliche Sprachen entwickelt haben, so dass Wale der gleichen Art ihre Artgenossen in anderen Teilen der Erde nur bedingt verstehen können.
Man hat einigen Schimpansen und Gorillas Gestensprache beigebracht. Diese verhielten sich dann in vielerlei Hinsicht ganz wie ein Mensch. Sie konnten sogar neue Begriffe bilden, hatten ein Gefühl für Humor, lernten zu lügen und Mitgefühl auszudrücken. Die wenigen Kinder, die man gefunden hat, die ohne Sprache aufwuchsen, glichen Tieren mehr als die Schimpansen und Gorillas, denen man Sprache beigebracht hat.
Etwas zugespitzt könnte man sagen: Die intelligentesten Tiere sind menschenähnlicher als intelligenzgeminderte Menschen. Ich möchte hier nicht falsch verstanden werden: Selbstverständlich ist jeder Mensch gleich wertvoll. Geistig behinderte Menschen können auf bestimmten Ebenen wahre Heilige sein. Ich habe mit einigen Pflegern in Behinderteneinrichtungen gesprochen, die mir erzählten, wie viel sie von ihren Schutzbefohlenen gelernt haben. In unseren Seminarhäusern haben wir öfter Kinder mit Down-Syndrom, die eine tolle Ausstrahlung haben und vor denen ich eine sehr große Hochachtung habe. Es gibt ein wunderschönes Buch namens „Die drei Lichter der kleinen Veronika“ von Manfred Kyber. Da kommt auch ein geistig behinderter Mensch vor, der eigentlich spirituell fortgeschritten ist. Er hatte für dieses Leben bewusst eine Inkarnation als Behinderter gewählt, sodass ein Teil der intellektuellen Fähigkeiten ausgeschaltet ist und er die anderen Teile besonders gut entfalten kann, um die volle Verwirklichung zu erreichen. Wenn jemand geistig behindert ist, ist es nicht unbedingt eine Strafe für etwas Schlechtes, sondern es kann sein, dass man Heilige vor sich hat.
Warum erzähle ich all das, was vielleicht für ein schmales Reinkarnationsbuch doch etwas ausführlich ist? Hauptsächlich, weil mir ein würdiges Leben von Tieren sehr am Herzen liegt und weil ich dafür werben will, auch Tieren eine Würde zuzuerkennen und sie mit Respekt zu behandeln.

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Gibt es Wiedergeburt in einen Tierkörper?

Zurück zur Frage: Können sich Seelen, die im vorigen Leben in einem Menschenkörper waren, in einen Tierkörper inkarnieren?
Den größten Teil ihrer Zeit verbringen die meisten Menschen mit Essen, Schlafen, „Nestbau und Nestgestaltung“, sozialen Kontakten, Fortpflanzung und Verantwortung für die Familie. Hier unterscheidet sich der Mensch nicht vom Tier. Das Tier kann Vieles davon sogar besser, nämlich  ohne komplizierende Gedanken, innere Konflikte, schlechtes Gewissen, Sorge um die Figur etc. Tiere können die sinnlich-emotionalen Bedürfnisse unkomplizierter ausleben als Menschen. Angenommen, jemand hätte in diesem Leben den Wunsch, die Sinne zu befriedigen, richtig essen und trinken zu können, schlafen zu können, wann man will, keine Verantwortung und Gewissenskonflikte haben zu müssen, dann geht das in einem Tierkörper vielleicht besser als in einem Menschenkörper. Wer sich zum Beispiel als Katze im Haus Yoga Vidya inkarniert, hat hier ein nahezu ideales Leben...
Wenn ein Mensch mit großen sinnlichen Bedürfnissen und dem Verlangen nach einem unkomplizierteren Leben im letzten Moment seines Lebens an ein Tier denkt, dann, so heißt es, könnte er sich eventuell noch einmal in einem Tierleib inkarnieren.

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Reinkarnationsforschung und Wiedergeburt in Tierkörper

Das gilt aber als Ausnahme. Ian Stevenson ist in seinen Untersuchungen auf keinen Fall gestoßen, wo ein Kind sich an ein Vorleben als Tier erinnert. Viele Menschen erzählen mir ihre Erinnerungen an frühere Leben. Dabei war auch noch keiner, der sich an ein Vorleben als Tier erinnert hätte. Die Anthroposophen und manche westliche Esoteriker, deren Reinkarnationstheorie ansonsten der yogischen sehr ähnlich ist, würden sogar sagen, dass ein Mensch sich gar nicht mehr als Tier inkarniert. Die indischen Schriften im Hinduismus und Buddhismus sagen, dass, wenn die Seele sich einmal als Mensch inkarniert hat, die anschließenden Geburten normalerweise menschlicher Natur sind. Samsara Chakra, der Kreislauf von Geburt und Tod, ist eigentlich kein Kreislauf sondern eine spiralförmige Evolution, die über viele Leben zur höchsten Vollkommenheit führt. Und wenn man einmal Mensch ist, ist es wahrscheinlich, dass man im nächsten Leben Mensch bleibt. In Ausnahmefällen könnte es auch einmal anders sein, denn in der Natur läuft nichts linear. Nehmen wir ein Beispiel: Der kälteste Monat im Jahr ist normalerweise der Januar. Um den 15. Januar herum ist in Mitteleuropa die kälteste Zeit, durchschnittlich etwa -1 Grad Celsius. Ab 15. Januar wird es  dann immer wärmer, bis es um den 15. Juli am Wärmsten ist, durchschnittlich etwa 19 Grad Celsius. Aber es ist keineswegs so, dass es ab dem 15. Januar jeden Tag um 0,1 Grad wärmer wird, sondern es gibt ein gewisses Auf und Ab. Es wird mal wieder ganz warm und kalt werden, obgleich es insgesamt sechs Monate lang wärmer wird. So sind Evolution und Entwicklung in der Natur selten etwas ganz Geradliniges, sondern es geht in verschiedenen Höhen und Tiefen.

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