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Ma und die Besucher aus dem Ausland

Wer jedoch weniger Freude an den Lichtern und Klängen prunkvoller Feste hatte, dem ermöglichte Ma auch ruhige, kontemplative Phasen. An diesen gelegentlichen Einkehrtagen nahmen überwiegend Europäer teil; oft verbrachten sie Weihnachten mit Ma in Vindhyachala, Rajgir, Bhimpura oder an anderen abgelegenen Orten. Ma‘s erster Kontakt mit dem Westen kam schon 1937 durch Mrs. Jennings zustande, die an der Konferenz der Weltreligionen bei der Ramakrishna Mission in Calcutta teilnahm. Seitdem kamen regelmäßig westliche Ausländer, die spirituelle Führung suchten.
      Alle Ausländer erinnern sich gewiß an Atmananda (Blanca Schlamm), die bei der Korrespondenz mit ihnen so hilfreich war und die bis an ihr Lebensende die Zeitschrift ›Ananda Varta‹ herausgab. Sie war in Österreich geboren und wurde während des Krieges in Indien als Angehörige eines feindlichen Landes interniert. Dies war ihr aber nur recht, weil sie Indien und seine Kultur von Kindheit an sehr liebte. Sie stand Ma sehr nahe und konnte mit ihr auch ohne Worte ›kommunizieren‹. Wenn Ma auf Wunsch der ausländischen Besucher meditierte, ließ sie Atmananda, manchmal auch Billo, neben sich sitzen, denn sie wußte, diese beiden würden nicht, wie die meisten anderen Gefährtinnen, einschlafen, sobald sie still zu sitzen hatten.
      Andere Europäer, die hinzukamen und und sich dem Kreis der Devotees anschlossen, waren Swami Vijayananda (Dr. A. Weintrob aus dem Elsaß), Jayananda (Jack Unger aus Amerika), Premananda (Colin Turnbull aus England), Satyananda (Henri Petit aus Frankreich) und viele andere. Arnaud Desjardins und seine Frau Denise wurden regelmäßige Gäste. Ihre Tochter Muriel war ein liebenswertes kleines Mädchen. Sie wäre gern dunkelhäutig gewesen, wie ihre Freundinnen in Indien. Um sie zu darüber hinwegzutrösten, sagte Ma zu ihr auf Englisch: »Du bist schön.« Muriel liebte Didima sehr. Oft pflückte sie in Vindhyachala wilde Blumen und legte den Strauß Didima zu Füßen. Didima legte dem Kind immer segnend ihre Hand auf den Kopf. Auch Muriel kam als erwachsene junge Frau wieder nach Indien und brachte ihren Mann mit.
      Es gibt Familien in Frankreich, Amerika, Spanien, Deutschland, Italien und England, die Ma so nahestehen wie irgendeine indische Familie, die nie ins Ausland gereist ist. Die Leser des Ananda Varta kennen die Beiträge von Melitta Maschmann, Richard Lannoy, Jean Herbert und anderen. Das in Varanasi bei Motilal Banarsidas erschienene Buch über Ma von Alexander Lipsky ist bis heute lesenswert. Unter allen diesen Gefährten ragt Vijayananda als ein Mann heraus, von dem Ma selbst sagte: »Sein Gesicht hat den Ausdruck eines Rishi. « Statt mit Ma herumzureisen, um täglich ihren Darshan zu haben, hielt er sich lieber an ihre Worte und übte im Himalaya Tapasya. In Dhawalchina befolgte er fast dreizehn Jahre lang Ma‘s Aufruf zu unbeirrtem zielgerichteten Streben. Er blieb, bis Ma selbst ihn aus den Bergen zurückrief.

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In jüngeren Jahren kamen weitere Besucher in so großer Zahl, daß sie in diesem Buch nicht aufgeführt werden können. Ma ging ebenso spontan auf sie ein wie auf jeden anderen, der direkt mit ihr sprechen konnte. In Ranchi wurde sie in einen Industriekomplex eingeladen, der in Kollaboration mit dem Ausland betrieben wurde. Ein Ingenieur aus der Tschechoslowakei sagte zu ihr: »Ich glaube nicht an die Wiedergeburt. Spielt sie wirklich eine Rolle?«
      Ma: »Du glaubst an dieses Leben, oder nicht? Es gibt nur ein wirkliches Leben, nämlich das dem Streben nach Gott gewidmete, und nur einen wirklichen Tod, der die Aufhebung des Todes selbst ist. Danach gibt es keine Geburten und Tode mehr.«
      Eine Gruppe von Besuchern aus dem Westen unterhielt sich mit Ma. Jemand fragte: »Was ist für mich das Richtige? Sollte ich ein aktives, weltliches oder ein zurückgezogenes, kontemplatives Leben führen?«
      Ma: »Welchem von beiden du dich von ganzem Herzen widmen kannst, das ist das Richtige für dich.«
      Eine junge Frau, die nach Indien gekommen war, um Buddhismus zu studieren, fragte: »Hast du mir irgendetwas zu sagen?«
      Ma: »Lebe die Lehre, zu der du dich bekennst.«
      Eine weitere Frage: »Wie kann ich vermeiden, zur falschen Zeit die falschen Worte zu sprechen?«
      Ma: »Indem du eine Pause machst, bevor du sprichst. Wenn du ein wenig innehältst, denkst du vielleicht noch einmal darüber nach, und sagst es überhaupt nicht.«
      Eine andere junge Frau, eine incognito reisende bekannte Schauspielerin, fragte: »Ich weiß, daß gewisse Leute einen schlechten Einfluß auf mich haben. Trotzdem lasse ich das zu. Kann ich mich irgendwie davon befreien?«
      Ma: »Beschränke die Zeit, die du mit ihnen zubringst, auf das Minimum.«
      »Wie kann ich das? Meine Arbeit erfordert, daß wir viele Stunden zusammen sind.«
      Ma: »Wie willst du dich dann von ihrem Einfluß lösen? Wenn du nah ans Feuer gehst, spürst du die Hitze, oder nicht? Wenn du die Hand aufs Eis legst, friert sie dann nicht?«
      Als sie Abschied nahmen, sagte der Sprecher der Gruppe: »Wir fühlen uns sehr geehrt, daß wir Matajis Darshan hatten.«
      Ma: »Geehrt? Wenn du einen Fremden kennenlernst, kannst du dich vielleicht geehrt fühlen, aber wenn du zu deinem eigenen Selbst kommst, gibt es nur Glück und Freude.«
      Gopinath Kaviraj forderte den jungen Amerikaner Mr. Phillips auf, Ma zu besuchen und seine persönlichen Fragen ihr statt ihm zu stellen. Ma hörte ihn an und sagte dann: »Du willst wissen, was in Wahrheit dein Denken und Verhalten bestimmt. Der dich erschaffen hat, ist der alleinige Herr deines Denkens und Handelns. Das ist allerdings eine innere Erfahrung, nichts, was man in Worte fassen könnte. Die Erkenntnis der Wahrheit ist nur möglich, wenn man ganz auf seinen Guru vertrauen kann.«
      Der junge Mann fragte: »Ich habe keinen Guru. Willst du die Verantwortung für mich übernehmen?«
      Ma: »Bist du verheiratet?«
      Mr. Phillips: »Ja, und ich habe zwei Kinder.«

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Ma: »Aha, mach es, wenn möglich, so: werde ein Manager, der sich sorgsam um das Eigentum eines anderen kümmert, ohne sich selbst als Eigentümer zu fühlen. Befasse dich, wenn immer du Zeit hast, mit derLektüre guter Bücher oder mit guten Gedanken. Das Verhalten muß vorbildlich sein. Meditiere regelmäßig. Auf diese Weise kannst du dir selbst einen Weg bahnen ...«
      Didi Gurupriya berichtet in ihrem Tagebuch, daß Ma einmal zu einem älteren amerikanischen Ehepaar, das sich gerade verabschieden wollte, sagte: »Euer Baby!« Sie kamen von der Tür zurück, umarmten sie und streichelten sie immer wieder. Die Frau küsste Ma wie ein Kind!
      Ma stand ihren Schülern aus dem Westen genauso nahe wie den Indern. Sie hatten keine Schwierigkeiten, Ma ihre innersten Gefühle mitzuteilen. Die westliche Einstellung zum Leben und Geschehen ist auch gebildeten Indern oft kaum verständlich; doch Ma war über ihre Fragen nie verblüfft. Einmal erklärte ein englischer Besucher: »Auch durch Drogen kann man in Bhava-Zustände kommen. In einer solchen Euphorie kann man bleiben, solange man will.«
      Ma: »Ja, aber diese künstlichen Mittel haben ihre Nebenwirkungen, sie halten auch nicht lange an und müssen immer wieder eingenommen werden. Wirkliche Glückseligkeit transformiert den Sadhaka in seinem Wesen. Seine moralische Ausgeglichenheit und Güte zeigen, daß er auf dem Weg zu dauerhaftem Glück ist.«
      Wenn sie mit Leuten aus dem Westen sprach, wußte Ma sogleich, was sie dachten und fühlten; so konnte niemand über Kommunikationsschwierigkeiten klagen. Melitta Maschmann schreibt:
      »Als ich neulich in Poona mit einem südindischen Akademiker sprach, der sehr unter geistigen Blockaden litt, warf mir Ma einen Blick zu, dessen liebevoll ironischer Charme mir zeigte, wie komisch sie die Situation fand. Leider brachte mich das zum Lachen, ohne daß der junge Mann verstand, wieso. Er muß gedacht haben, ich amüsierte mich über seine intellektuellen Leiden, und in der Tat fand ich sie sehr komisch, obwohl er mir wirklich leid tat. Ich sagte ihm: »Sie glauben nicht, wie entspannt ich bin, seitdem ich aufgegeben habe, mit einem Seziermesser nach dem Geheinmis des Heiligen zu forschen.«
      Die Devotees aus dem Westen betrachteten Ma nicht als von der Weisheit des Ostens erfüllten Guru. Sie fanden in ihr eine Freundin, die ihre innersten Gedanken verstand und darauf einging, so daß die ›Knoten des Herzens‹ sich schon bei der ersten Begegnung lösten.
      Lynn Dalton (Jyotipriya) beschreibt ihre ersten Eindrücke von Ma. Sie hatte in ihrem Heimatland mit Devotees von Ma in Verbindung gestanden und mit Atmananda korrespondiert. Schließlich kam der Tag, an dem sie nach Indien fliegen konnte, um Ma zu besuchen. Mit einem erhebenden Gefühl der Erwartung des ersten Darshan befielen sie zugleich auch verwirrende Gedanken: Was, wenn Ma nicht die Person wäre, für die man sie hielt? Was, wenn sie bei der Begegnung überhaupt nichts empfände?
      »Endlich werde ich ihr gegenüberstehen. Wir sind am Bahnhof von Hardwar, es ist 5.30 Uhr früh. Obwohl ich erschöpft bin, verspüre ich keine Müdigkeit; Ich bin sehr nervös ... Dann blitzten die Fenster des Zuges vor mir auf. Shraddha (eine amerikanische Freundin) hatte Mutter hinter einem der Fenster entdeckt und lief neben dem Zug her. Nach kurzem Warten stieg Mutter aus.
      Meine Befürchtungen verflogen sofort und für immer. Innerlich sagte ich mir mit einem Gefühl absoluter Vertrautheit: ›Ja, da ist Mutter‹. Nie hatte ich irgendetwas als so real erlebt wie ihre Gegenwart. Ich erkannte sie sofort.«
      Nach einem persönlichen Gespräch im Ashram schrieb Lynn:
      »Als wir zu unserem Bungalow zurückgingen, lag ein Lächeln auf unseren Gesichtern. Worte können meine Erleichterung und Zufriedenheit nicht ausdrücken.
      Als Shraddha ihr Zimmer betreten wollte, hielt ich sie zurück und sagte: ›Jetzt kann ich ...‹ ›Jetzt kannst du sterben!‹ beendete sie den Satz für mich.«
      Viele Leute aus verschiedenen Ländern schrieben ihr. Atmananda konnte Briefe auf Französisch, Deutsch und Englisch lesen. Für andere Sprachen zog sie kompetente Leute zur Hilfe. Ein Brief aus dem Ausland, den sie veröffentlichte, lautet: »Mutter, sind wir Freunde? Mutter, liebst du mich? Kannst du mich hier erreichen? Du sagtest, du seiest hier, bitte zeige dich mir! Bin ich zu unrein? Bin ich nicht aufrichtig?«
      Ma‘s Antwort darauf: »Gott ist höchster Vater, Mutter, Geliebter, Freund, Gefährte. Natürlich ist Er ein Freund, Er ist der eigentliche Freund. In allen Erscheinungen manifestiert sich der Herr, Er ist der wahre Freund. Alles Leid und aller Kummer entspringen dem Gefühl des ›Ich‹ und ›Mein‹. Die Welt ist Gottes Schöpfung. Alle Dinge und alle Wesen bestehen in Gott. Wo wäre Er nicht? So ist Ma dir immer nahe, auch wenn der Körper nicht überall hingeht. Im Paramatma [höchstes Selbst] sind keinerlei Unreinheit oder Unaufrichtigkeit möglich.«

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