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Shiva Samhita

 

1. Kapitel

 

Nur eine Existenz

  1. Die Erkenntnis allein ist ewig, sie ist ohne Anfang und Ende. Es existiert keine andere wirkliche Substanz. Verschiedenheiten, die wir in der Welt sehen, sind Ergebnisse unserer Sinne. Wenn letztere aufhören, bleibt nichts übrig als Erkenntnis allein.
  2. Ich, Ishvara1, der diejenigen liebt, die Ihm ergeben sind und der geistige Befreiung allen Lebewesen schenkt, erkläre somit die Wissenschaft des Yoga. In ihr sind alle Irrlehren weggelassen.
  3. Sie dient der geistigen Befreiung von Personen, deren Denken nicht zerstreut und ganz auf mich (Herr des Universums) gerichtet ist.

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Unterschiedliche Meinungen

  1. Einige rühmen Wahrheit, andere Reinheit und Askese, manche Vergebung, andere Gleichmut und Aufrichtigkeit.
  2. Einige preisen das Vergeben von Almosen, andere loben Opfer zu Ehren der Vorfahren, einige rühmen Karma2 (Handlungen), andere glauben Vairagya (Leidenschaftslosigkeit) sei das Beste.
  3. Einige Weise loben die Durchführung von Pflichten eines Hausherrn, andere Autoritäten halten das Feueropfer für das Höchste.
  4. Einige preisen Mantra Yoga3, andere häufiges Aufsuchen von Pilgerstätten. So verschieden sind die Wege, von denen die Menschen glauben, dass sie zur Erlösung führen.
  5. Durch all diese unterschiedlichen Ansichten werden selbst jene, die ohne Makel sind - und sehr wohl Gut und Böse zu unterscheiden wissen -, verunsichert.
  6. Menschen, die diesen Lehren folgen, sich aber weiterhin von guten und schlechten Bedürfnissen und Handlungen abhängig machen, werden weiterwandern in den Welten der Wiedergeburten.
  7. Die Klügeren unter den Vielen erforschen eifrig und ergeben das Übersinnliche und erklären, dass die Seelen viele, ewig und überall gegenwärtig sind.
  8. Andere sagen: „Man kann nur von Dingen, die durch die Sinne begriffen werden können, behaupten, dass sie wirklich existieren und nichts sonst.“ Das ist ihre feste Überzeugung.
  9. Andere wiederum glauben, die Welt sei ein Bewusstseinsstrom und keine Materie. Einige nennen „die Leere“ das Wichtigste. Wieder andere glauben an zwei Wirklichkeiten (Polarität): Prakriti4 (Materie) und Purusha5 (Geist).
  10. Alle, die an unterschiedliche Lehren glauben, wenden ihre Gesichter vom höchsten Ziel ab. Sie denken gemäß ihrem Ziel und ihrer Erziehung, dass dieses Universum ohne Gott ist.
  11. Andere glauben, es gibt einen Gott und gründen ihre Behauptung auf verschiedene nicht widerlegbare Argumente. Sie gründen diese auf (heilige) Texte, die den Unterschied zwischen der Seele und Gott erklären. Sie sind voller Eifer, die Existenz Gottes zu beweisen.
  12. Diese und viele andere Propheten, unter verschiedenen Namen bekannt, wurden in den Shastras (Lehrbüchern) bezichtigt, den menschlichen Geist in die Täuschung zu leiten. Es ist nicht möglich, alle Lehren dieser auf Streit und Wetteifer so stolzen Personen vollends zu beschreiben.
  13. Auf diese Weise wandern die Menschen in diesem Universum. Sie werden fortgetrieben vom Pfad der Erlösung.

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Yoga, die einzig wahre Methode

  1. Hat man alle Shastras gelesen und gut über sie nachgedacht und zwar mehrmals, so findet man heraus, dass diese Yoga Shastra die einzig wahre und unverrückbare Lehre ist.
  2. Weil durch Yoga all dies wahrhaftig als Gewissheit erkannt worden ist, sollte man jede Anstrengung auf sich nehmen, es zu lernen. Wozu sind noch andere Lehren nötig?
  3. Diese Yoga Shastra, die jetzt durch uns erklärt wird, ist eine Geheimlehre, die nur denen offenbart werden darf, die sich innerhalb der drei Welten ernsthaft darum bemühen.

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Karma Kanda

  1. Man findet in den Veden zwei Systeme: Karma Kanda (Rituelle Anleitungen) und Jnana Kanda (Erkenntnis). Diese beiden sind wiederum in zwei Teile unterteilt:
  2. Das Karma Kanda ist zweifach, es besteht aus Vorschriften und Verboten.
  3. Tut man Verbotenes, so bringt das verstärkt Probleme mit sich. Aus der Durchführung von bestimmten Verhaltensregeln ergeben sich schneller Verdienste.
  4. Diese sind dreistufig: Naimittika (gelegentlich), Nitya (regelmäßig) und Kamya (freiwillig, innerer Wunsch). Wer alltägliche Riten nicht regelmäßig, sondern bloß gelegentlich oder gar nicht ausführt, entwickelt sich nur langsam weiter. Durch Nitya allein erreicht man allerdings keine wirklichen Verdienste. Die tägliche Praxis ist eine Selbstverständlichkeit, die nur mit Kamya zu Erfolg führen kann.
  5. Die Früchte der Taten sind entweder erfreulich oder unangenehm. Es gibt unterschiedliche Stufen von beidem.
  6. Sie bewirken als natürliches Ergebnis das Karma.
  7. Manche Lebewesen vergnügen sich in den höheren Welten, während andere in den Schattenreichen unerträgliches Leid erdulden müssen.
  8. Sündhafte Taten bewirken Leid, achtbare hingegen Glück. Um es zu erringen, streben die meisten Menschen stets danach, gute Taten zu vollbringen.
  9. Wenn das Leid aufgrund selbstsüchtiger Taten abgelaufen ist, findet sicherlich Wiedergeburt statt. Wenn die Früchte guter Taten aufgebraucht sind, ebenfalls. Wahrlich, das Ergebnis ist dasselbe.
  10. Sogar in den höheren Welten erfährt man Leid, weil man die noch größeren Freuden anderer sieht. Es gibt keinen Zweifel: Die ganze Welt ist voller Sorgen.
  11. Zur Erläuterung des Begriffes Karma teilt man Handlungen in ‘gute’ und ‘schlechte’ Taten. Sie bringen die inkarnierten Seelen in wirkliche Abhängigkeit, jede auf ihre Weise.
  12. Diejenigen, die nicht danach streben, in dieser oder in einer anderen Welt an den Früchten ihrer Taten zu haften, sollten sich aller Handlungen enthalten, die, mit einem Auge nach dem Erfolg schielend, getan werden. Wenn sie die Anhaftung an triviale und alltägliche Tätigkeiten aufgegeben haben, sollten sie sich mit dem Üben von Yoga beschäftigen.

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Jnana Kanda

  1. Der weise Yogi, der die Wahrheit des Karma Kanda verwirklicht und Tugend und Laster hinter sich gelassen hat, sollte ihnen entsagen und sich eifrig für Jnana Kanda einsetzen.
  2. Die vedischen Texte, „der Geist sollte gesehen werden“, „man sollte davon hören“ usw., sind die wahren Retter und spenden wahres Wissen. Sie müssen mit großer Sorgfalt studiert werden.
  3. Diese Intelligenz, die alle Bestrebungen zur Tugend oder zum Laster hin anregt, bin ich, Shiva6. Das ganze Universum, ob beweglich oder unbeweglich, existiert durch mich. Für alle Dinge habe ich gesorgt. Alle Dinge werden in mich absorbiert (in der Zeit des Pralaya7), weil nichts als Geist existiert und ich bin dieser Geist. Es gibt nichts anderes.
  4. Auch wenn in unzähligen mit Wasser gefüllten Tassen die Sonne zu sehen ist, so ist es doch nur ihr Abbild. Die Sonne gibt es nur einmal. Ähnlich verhält es sich mit den unzähligen Seelen: Den Geist, der sie belebt, gibt es ebenfalls nur einmal.
  5. Wie im Traum schöpft dieser Geist durch bloße Willenskraft viele Dinge. Aber im Erwachen verschwindet alles bis auf Ihn. Das ist die Realität unseres Universums.
  6. Wie die Illusion, dass ein Seil wie eine Schlange erscheint oder Perlmutt wie Silber, überblendet dieses (materielle) Universum das Paramatma8.
  7. Wenn man erkannt hat, dass es ein Seil ist, verschwindet die falsche Annahme, es sei eine Schlange. Sobald die Erkenntnis des Selbst in uns aufsteigt, verschwindet das (materielle) Universum, das nur in unserer Einbildung existiert.
  8. Wenn man erkannt hat, dass es Perlmutt ist, verschwindet die falsche Annahme, es sei Silber. Das Wissen vom Geist entschleiert die Welt der Täuschung.
  9. Wenn man aus Froschfett Collyrium bereitet und damit die Augen bestreicht, erscheint ein Bambus wie eine Schlange. So ähnlich erscheint uns die Welt im Paramatma (das höchste Selbst), verursacht durch Täuschungen, wie Gutgläubigkeit und Einbildung.
  10. Wenn man erkennt, dass es ein Seil ist, weiß man, dass die Schlange eine Täuschung war. Auf ähnliche Weise wird durch geistiges Wissen diese Welt zur Illusion. Durch Gelbsucht erscheint das Weiße im Auge gelb. Ähnlich ist die Krankheit der Unwissenheit (die falsche Vorstellung von der Wirklichkeit) ein Irrtum, den man nur sehr schwer beseitigen kann.
  11. Ähnlich, wie der Kranke wieder normal aussieht, wenn die Gelbsucht überwunden ist, verflüchtigt sich die Unwissenheit, sobald die wahre Natur des Geistes sich gefestigt hat.
  12. Wie ein Seil niemals eine Schlange werden kann, egal ob in der Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft, so kann der reine Geist, der jenseits aller Gunas (Eigenschaften) ist, niemals das Universum (Materie) werden.
  13. Einige weise Männer, Rishis, die sich in den Schriften gut auskennen, erhielten geistige Kenntnisse und erklärten, dass sogar Götter wie Indra9 usw. nicht ewig (in ihrem Körper verweilen), sondern ebenfalls Geburt und Tod unterworfen sind.
  14. Gleich einer Luftblase, die Aufgrund des Windes im aufgewühlten See emporsteigt, entsteht diese vergängliche Welt durch den Geist.
  15. Die Einheit existiert immer, die Vielfalt hingegen nicht. Es kommt eine Zeit, wo sie (die Trennung) aufhört: zweifache, dreifache und vielfache Unterscheidungen bilden sich durch die Illusion.
  16. Was immer war, ist oder sein wird, ob geformt oder formlos - kurz: das gesamte Universum umhüllt den höchsten Geist.
  17. Suggestionen von den Meistern der Täuschung bringt Avidya (Unwissenheit). Diese sind aus Unwahrheit geboren, die gesamte Substanz ist nicht real. Wie kann die Welt auf solch einer Grundlage wahr sein?

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Der Geist

  1. Das ganze Universum, egal ob beweglich oder unbeweglich, ist aus dem Bewusstsein (Geist) entstanden. Weise alles andere zurück und suche nur in Ihm Zuflucht.
  2. So wie ein Gefäß von Luft gefüllt und umgeben ist, gibt es auf ähnliche Weise innerhalb und jenseits dieses ewig sich wandelnden Universums einen universellen Geist.
  3. So wie die Luft die fünf illusorischen Zustände der Materie durchdringt, sich aber nicht mit ihnen vermischt, so vermischt sich der Geist nicht mit diesem ewig sich wandelnden Universum.
  4. Vom feinstofflichen bis herunter zu diesem grobstofflichen Universum ist alles von diesem einen Geist durchdrungen. Es gibt ein einziges Satchidananda (Sat-Chit-Ananda = Sein-Wissen-Seligkeit).
  5. Da der Geist nicht durch etwas anderes erhellt wird, ist er sozusagen selbstleuchtend, und weil er aus sich selbst leuchtet, ist seine wahre Natur Licht.
  6. Der Geist ist in seiner Beschaffenheit nicht durch Zeit oder Raum begrenzt. Er ist unendlich, alldurchdringend und absolut.
  7. Der Geist unterscheidet sich von der materiellen Welt (die sich aus den fünf vergänglichen Aggregatszuständen zusammensetzt) und ist ewig. Er ist unzerstörbar.
  8. Ob erlöst oder nicht, es gibt keinen anderen ‘Urgrund’. Er (der Geist) ist die wahre Existenz, alles andere ist Illusion.
  9. In dieser Welt, die aus Unwissenheit geschaffen wurde, bedeutet die Vernichtung von Kummer Gewinn an Freude. Erkenntnis macht immun gegen Sorgen; deswegen ist Geist Glückseligkeit.
  10. Erkenntnis vernichtet Unwissenheit (die Ursache des Universums). Geist ist Erkenntnis, folglich ist sie ewig und unzerstörbar.
  11. Das vielfältige Universum hat seinen Ursprung in der Zeit. Der Eine aber, der das wahrhaftige Selbst ist, bleibt durch alle Zeiten unverändert. Er ist der Eine und nicht vorstellbar.
  12. Diese äußerlichen Substanzen (Hüllen; Körper) werden im Laufe der Zeit zerfallen. Aber der Geist, den man mit Worten nicht beschreiben kann, bleibt ohne ein Zweites.
  13. Weder Äther, Luft, Feuer, Wasser, Erde noch ihre Kombinationen, noch die Devas10 sind vollkommen. Nur der Geist allein ist es.

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Yoga und Maya

  1. Sobald der Yogi alle falschen Begierden entsagt und alle falschen Ketten abgelegt hat, wird er zweifelsohne seinen eigenen Geist im Absoluten erkennen.
  2. Wer den höchsten Geist der Glückseligkeit in seinem eigenen Geist erkannt hat, vergisst das (materielle) Universum und erfreut sich der unaussprechlichen Wonne des Samadhi (tiefe Versunkenheit).
  3. Maya (Illusion) ist die Mutter des Universums. Aus keinem anderen Prinzip ist dieses Universum hervorgebracht worden. Wenn Maya zerstört wird, hört diese Welt auf zu existieren.
  4. Derjenige, für den diese Welt nur Spielplatz der Maya ist und der sie deshalb als wertlos betrachtet, kann keinerlei Freude an Reichtum, an materiellen Dingen oder an Vergnügungen finden.
  5. Die Menschen betrachten diese Welt aus drei verschiedenen Perspektiven: freundlich, feindlich oder gleichgültig. Die weltlichen Tätigkeiten sowie deren Bedeutung werden ebenfalls in gut, schlecht oder uninteressant eingeteilt.
  6. Der höchste Geist wird nur durch die Verschiedenheit (der Menschen) zu einem Sohn, einem Vater, einer Gottheit, einem abstrakten Etwas usw. Die heiligen Schriften beschreiben das Universum als eine Laune der Maya. Der Yogi vernichtet sie aus der Erkenntnis heraus, dass es sich um Adhyarupa, bloße Überlagerung handelt, die durch Apavada, dem Zurückweisen von falschen Annahmen, behoben werden kann.

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Definition eines Parama Hansa

  1. Wenn eine Seele frei ist von den endlosen Daseins-Stadien (wie etwa: Bauer, Kaufmann, Frau, Sohn usw.), dann kann sie von sich sagen, dass sie pures und unteilbares Bewusstsein ist.

Emanation oder Evolution

  1. Der Herr war willens, seine Kreaturen hervorzubringen. Durch seinen Willen entstand Unwissenheit, die Mutter dieses falschen Universums.
  2. Dort fand die Vereinigung des Reinen Brahma11 mit der Avidya (Unwissenheit) statt, daraus entstand Brahma12 und daraus kam das Akasha13 hervor.
  3. Aus dem Akasha erstrahlte Luft, aus Luft kam das Feuer, vom Feuer das Wasser, und vom Wasser kam die Erde. Dies ist die Ordnung der feinstofflichen Ausstrahlung.
  4. Aus Äther entstand Luft, aus der Verbindung von Äther und Luft entstand das Feuer, aus der Dreifach-Verbindung Äther, Luft und Feuer entstand das Wasser, und aus der Kombination Äther, Luft, Feuer und Wasser entstand die (grobstoffliche) Erde.
  5. Die Beschaffenheit des Äthers ist der Klang, die(jenige) der Luft Bewegung und Berührung. Form ist die Beschaffenheit des Feuers, die des Wassers ist Geschmack und die der Erde Geruch. Dies ist eine Tatsache!
  6. Akasha ist aus einer Qualität entstanden, die Luft aus zwei, das Feuer aus drei, das Wasser aus vier und die Erde aus fünf Qualitäten, nämlich: Klang, Berührung, Geschmack, Form und Geruch. Dies wurde von den Weisen erklärt.
  7. Die Form wird mit den Augen wahrgenommen, der Geruch mit der Nase, die Berührung mit der Haut, der Klang mit dem Ohr.
  8. Dies sind die Wahrnehmungsorgane.
  9. Aus dem Bewusstsein heraus ist das ganze Universum entstanden, sowohl beweglich als auch unbeweglich. Egal, ob man es erfährt, oder nicht - dieses höchste Bewusstsein existiert.

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Absorbtion oder Involution

  1. Die Erde wird feinstofflicher und geht über zu Wasser. Wasser geht in Feuer auf (verdampft durch Hitze), auf ähnliche Weise geht Feuer in Luft auf. Luft wird vom Äther absorbiert und Äther geht in die Unwissenheit zurück, die im großen Brahma mündet.
  2. Es gibt zwei Kräfte Viksepa, die hinausgehende Energie, und Avarana, die transformierende Energie, die zusammen großes Potential und große Kraft besitzen und dessen Ausdruck Freude ist. Die große Maya, die unwissend und materiell ist, hat drei Gunas (Eigenschaften): Sattwa (Rhythmus), Rajas (Energie) und Tamas (Trägheit).
  3. Die unwissende Form der Maya, verdeckt durch die Avarana-Kraft (Verschleierung), verkörpert sich als das Universum, infolge der Natur der Viksepa-Kraft (Zerstreuung).
  4. Wenn die Unwissenheit einen Überschuss an Trägheit hat, verkörpert sie sich als Durga. Die Intelligenz, die ihr übergeordnet ist, nennt man Ishvara (Herr des Universums oder Shiva).
  1. a. Wenn die Unwissenheit einen Überschuss an Sattwa hat, dann verkörpert sie sich als die schöne Lakshmi. Die Intelligenz, die ihr übergeordnet ist, nennt man Vishnu.
  1. Wenn die Unwissenheit einen Überschuss an Rajas hat, dann verkörpert sie sich als die weise Saraswati, die Intelligenz, die ihr übergeordnet ist, kennt man als Brahma.
  2. Götter wie Vishnu, Brahma, Shiva14 entspringen alle dem höchsten Geist. Alle materiellen Objekte und Körper sind die verschiedenen Erzeugnisse der Avidya (Unwissenheit).
  3. Die Weisen haben auf diese Weise die Schöpfung der Welt erklärt; Tattwas (Elemente) und Nicht-Tattwas (Nichtelemente) sind auf diese Weise hervorgebracht worden, nicht anders.
  4. Alle Dinge werden als endlich angesehen. Sie sind mit Eigenschaften ausgestattet. Daraus entstehen verschiedene Besonderheiten lediglich durch Wörter oder Namen, aber da ist kein wirklicher Unterschied.
  5. All diese Dinge existieren nicht. Nur dieses große und glorreiche Eine, das sie hervorbringt, existiert allein. Obwohl sie real erscheinen, sind sie bloß eine Reflexion des Absoluten.
  6. Dieses eine Wesen - glückselig, vollkommen und allesdurchdringend - existiert allein und nichts anderes. Derjenige, der ohne Unterlass diese Erkenntnis verwirklicht, ist vom Tode und vom Leid des Weltenrades (Wiedergeburt) befreit.
  7. Wenn durch das Wissen, dass alle Wahrnehmung illusorisch (Arupa) ist, und durch das Zurückweisen (Apavada) von anderen Doktrinen, dieses Universum in das Eine aufgelöst wird, dann existiert dieses Eine und sonst nichts; dann wird dies klar durch das Bewusstsein wahrgenommen.

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Karma bekleidet den Jiva15 mit dem Körper

  1. Die menschliche Seele wird aufgrund früherer Taten (Karma) im Annamaya Kosha, dem grobstofflichen Körper, wiedergeboren. Die Weisen halten den Körper (auch einen makellosen) für eine Bestrafung und für eine leidvolle Auswirkung früherer Karma.
  2. Dieser Tempel (der menschliche Körper) der Drangsal und Genüsse, gemacht aus Fleisch, Knochen, Nerven, Mark und Blut, durchzogen von Blutgefäßem und vieles mehr, ist nur da aus Gründen von Sorgen und Leid.
  3. Dieser Körper, der Wohnsitz Brahmas, zusammengesetzt aus den fünf Elementen und bekannt als Brahmanda (das Ei Brahmans oder Mikrokosmos), ist für den Genuss der Freude oder das Erleiden von Schmerz geschaffen worden.
  4. Durch die Kombination Bewusstsein, Shiva, Energie, Shakti sowie Materie, Prakriti und der ihnen innewohnendenden Wechselwirkung aufeinander sind alle Geschöpfe geboren worden.
  5. Von dem fünffachen Zusammenwirken aller feinen Grundstoffe in diesem Universum werden unzählig viele Dinge hervorgebracht. Das individuelle Selbst (bzw. die Seele), das in ihnen durch Karma eingeschlossen ist, nennt man Jiva. Diese ganze Welt lässt sich auf die fünf Elemente zurückführen. Jiva erfreut sich an den Früchten der Handlungen.
  6. In Anpassung an die Wirkungen des vergangenen Karma der Jivas, regele Ich (das Shiva-Bewusstsein) alle ihre Schicksale. Jiva ist nicht-materiell und ist in allen Dingen. Er kommt in den materiellen Körper (inkarniert), um sich an den Früchten des Karma zu erfreuen (bzw. diese abzuernten oder abzuarbeiten).
  7. Die Jivas erhalten verschiedene Namen, solange sie aufgrund von Karma an den Ketten der Materie gebunden sind. Sie kommen wieder und wieder in diese Welt, um die Konsequenzen ihres Karmas zu durchleben.
  8. Wenn die Früchte des Karma abgeerntet bzw. abgearbeitet wurden, wird der Jiva in den Parabrahma16aufgelöst.

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