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Hindernisse der Meditation

Hindernisse, auf die man in der Meditation trifft, sind in körperliche, geistige und höhere Hindernisse eingeteilt. Auszüge aus "Meditation und Mantras" von Swami Vishnu-devandanda (S.246 ff)

Körperliche Hindernisse

  • Zielloses Umherwandern oder die Unfähigkeit, auch nur für eine Woche an einem Ort zu bleiben.
  • Das Aufhören der spirituellen Praxis und der Mangel an Regelmäßigkeit in der täglichen Routine. Solche Unregelmäßigkeiten vor allem in der täglichen Meditation wirken sich nachteilig auf die Entwicklung aus.
  • Körperliche Krankheiten, zu langes Aufbleiben, sich zu lange unter zu vielen Menschen aufhalten, das Essen von ungesunden oder nicht sattwigen Speisen, anstrengende geistige Arbeit, ohne ausreichende Entspannung und das Fehlen von regelmäßigen Übungen. Man muss bedenken, dass der Körper das Instrument ist, um Gottverwirklichung zu erlangen. Wenn man nicht bei guter Gesundheit ist, kann man keine ernsthafte Yogapraxis oder Meditation machen.
  • Zuviel reden und besonders das Verwickeln in unnötige Kontroversen und Diskussionen. Die Stille erlaubt es uns, nach innen zu schauen. Das innere Buch der Erkenntnis wird die intuitive Weisheit zum Erblühen bringen.
  • Ungünstige Umgebung und negative Menschen verwirren den Geist. Verwicklung in stimulierende Äußerlichkeiten erregt den Geist durch Sinneseindrücke, zieht den Geist mehr nach außen und lässt den Eindruck entstehen, dass die äußere Wirklichkeit die einzige Wirklichkeit ist, anstatt es uns zu ermöglichen, die eine Wahrheit zu sehen, die allen Formen und Namen zugrunde liegt.
  • Suchen nach Fehlern in anderen. Das erzeugt Negativitäten und ist der eigenen Reinigung nicht förderlich. Sehr viel Zeit wird mit Tratsch vertan. Die Zeit ist höchst kostbar. Daher kläre deine eigene geistige Fabrik, und du wirst großen Frieden im äußeren Tumult finden.
  • Die Gewohnheit, sich zu rechtfertigen, schadet der Entwicklung von Konzentration ebenfalls. Ständiges Sprechen über sich selbst führt zu falschen Behauptungen und anderen negativen Gewohnheiten.
  • Das Fehlen eines spirituellen Lehrers. Wisse, dass der spirituelle Pfad dornig und steil ist. Er ist buchstäblich auf jeder Stufe voller Schwierigkeiten. Die Führung durch einen Guru, der den Pfad schon beschritten hat, ist unerlässlich.

Mentale Hindernisse

  • Zorn und alle seine Variationen wie Verstimmung, Entrüstung, Wut oder Reizbarkeit. Zornig werden heißt, geistig und körperlich die Kontrolle zu verlieren, und das wirkt sich auf die Meditation aus. Zorn wird durch Wiederholung stärker. Tue positive Handlungen, um ihm entgegenzuwirken.

  • Depression ist ein weiteres Hindernis. Sie entsteht in Anfängern als Resultat vieler Dinge, einschließlich früherer Neigungen, dem Einfluss von Astralwesen, schlechter Gesellschaft, bewölkten Tagen usw. Ihr kann entgegengewirkt werden durch einen raschen Spaziergang, Laufen an der frischen Luft, Singen göttlicher Lieder, das laute Singen von OM oder einem Spaziergang am Meer oder an einem Fluss.

  • Zweifel ist ein großes Hindernis auf dem Weg zur Selbstverwirklichung. Er versperrt den spirituellen Fortschritt. Reinige das Herz durch intensives Japa und Meditation. Meditiere regelmäßig. Der Innere Lehrer ist mit dir. Wenn du Ihn sich ausdrücken lässt, wird Er Hindernisse beseitigen.

  • Schlechte Gedanken, wovon viele aus früheren Samskaras oder Neigungen stammen, werden quälend wiederkommen. Immer wieder müssen sie durch das andauernde Denken an das Positive und die Konzentration auf Gott unter Kontrolle gebracht werden. Das Positive siegt immer über das Negative. Das ist ein Naturgesetz. Mut überwindet Angst, Liebe überwindet Hass.

  • Furcht ist ein weiteres Hindernis auf dem spirituellen Pfad. Furcht ist eine nicht existierende Erfindung des Geistes. Sie nimmt konkrete Formen an und quält den Strebenden auf vielerlei Weise.

  • Gier ist ein mächtiges Hindernis in der Meditation. Sie ist unersättlich und nimmt verschiedene subtile Formen an. Ein Mensch, dem nach Ruhm und Macht dürstet, mag er nun ein Yogi sein oder nicht, wird vom spirituellen Fortschritt abgehalten werden. Zum Beispiel große Ashrams gründen zu wollen und Tausende ergebener Anhänger haben zu wollen, ist eine eigene Form von Gier. Man muss immer wieder seine Motive überprüfen.

  • Hass ist ein weiterer Feind des Schülers: Er ist ein tief eingewurzelter Gegner. Er kann die Form von Feindschaft gegen eine andere Religion annehmen, eine andere ethische Gruppe oder Nation. Andauerndes selbstloses Dienen verbunden mit Meditation hilft als Gegenmittel.

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Höhere Hindernisse

  • Ehrgeiz und Wünsche: Man muss bedenken, dass Vergnügen Schmerz verursacht; dass alles vergänglich ist. Entwickle Leidenschaftslosigkeit und Gleichgültigkeit gegenüber Sinnesvergnügen. Hänge nicht an Wünschen.
  • Moralischer und spiritueller Stolz: Das ist nichts Seltenes für spirituelle Aspiranten, die recht stolz sind auf ihre Askeseübungen oder Meditationserfahrungen. Unnötig zu sagen, dass man sich stets der Tatsache bewusst sein muss, dass man nur ein Wassertropfen im unendlichen Ozean Brahmans ist, und es wird schwierig sein, Stolz und Ego weiter aufrechtzuerhalten.
  • Religiöse Heuchelei: Manche Sannyasins, die tatsächlich den Pfad erst begonnen und ein paar psychische Kräfte erlernt oder gewonnen haben, beginnen als große Mahatmas usw. aufzutreten. Bedenke, dass der Weg lang und anstrengend ist, und dass die größte und hilfreichste Tugend die Demut ist.
  • Ruhm und Ehre: Wieder sehen wir eine Manifestation des Egos. Es ist offensichtlich ein großes Hindernis für Gottverwirklichung. Ein Aspirant muss sich stets zurückziehen oder Demut entwickeln, indem er sich der Gleichwertigkeit aller Wesen als Ausdruck des Göttlichen immer bewusst ist. Er muss in allen sichtbaren Aspekten ein normaler Mensch sein. Bevor er versucht, Ashrams zu errichten oder Anhänger zu bekommen, muss er sich selbst reinigen.
  • Elementarerscheinungen: Das sind seltsame, manchmal erschreckende Formen, die dem Schüler in der Meditation begegnen können. Sie kommen, um Kraft und Mut zu prüfen. Bedenke wiederum, dass das Positive immer das Negative überwindet. Mut verbannt Furcht.
  • Visionen: Wenn der Anfänger Fortschritte macht, wird er Visionen von höheren Wesen und Astralebenen haben. Sie können Hindernisse darstellen, wenn der Aspirant seinen Geist auf sie fixiert. Sie kommen und gehen, wie alle Gedankenformen. Verweile nicht bei ihnen. Denke daran, dass dein Ziel das ist, was jenseits aller Visionen und Formen ist. Du suchst kosmisches Bewusstsein und alles andere ist ein Unrecht dem höheren Selbst gegenüber. Erhebe dich über die Visionen, strebe weiter.
  • Siddhis: Es gibt Kräfte, die der Yogi erlangt, wenn er auf dem spirituellen Pfad voranschreitet. Wir warnen nochmals, dass diese eine Behinderung sein können. Manche Schüler kommen in der Hoffnung, solche Kräfte zu erlangen, und ihre Motive verursachen Verhaftung an diese Kräfte (auch das ist eine Art von Gier, nämlich spirituelle Gier). Meide solche Kräfte, denn sie werden unausweichlich zu Stolpersteinen. Wisse, dass jede zu starke Verhaftung letztlich ein Hindernis darstellt.
  • Kashaya: Das ist der subtile Einfluss von Vergnügungen auf den Geist, der dort zurückbleibt, um zu gegebener Zeit Frucht zu tragen und den Geist abzulenken. Es ist ein Hindernis, da es eine subtile Erinnerung an genossenes Vergnügen heraufbeschwört. Es ist ein Mittel, um den Geist buchstäblich zu verfärben durch die Veränderung in den Gedankenformen. Man kann dem durch dauerndes Denken an Gott und das Streben nach Selbstverwirklichung entgegenwirken.
  • Rasawada: Das ist die Wonne, die vom niederen Sarvikalpa Samadhi kommt. Der Strebende, der dieses übersinnliche Glück erfahren hat, glaubt, nun seine endgültige Bestimmung erreicht zu haben. Er darf hier nicht stehenbleiben, sondern muss seine Erfahrungen weiter mit Beschreibungen dieser Giganten und Heiligen vergleichen, die kosmisches Bewusstsein erreicht haben. Wieder darf der Strebende nicht stagnieren, sondern muss weiterstreben.
  • Tushim Avastha: Das ist ein Zustand, in dem der Geist ruhig bleibt. Der Strebende kann ihn fälschlicherweise für Samadhi halten. Es handelt sich tatsächlich um einen neutralen Zustand und sollte durch sorgfältige Selbstprüfung und intensive Meditation überwunden werden.
  • Stabdha Avastha: Dieser Geisteszustand ist einer Betäubung gleich, die durch Furcht oder Verwunderung hervorgerufen wird. Der Geist ist träge und nicht bereit zur aktiven Meditation.
  • Avyaktam: Das ist die Leere. Hier fühlt man ein großes Alleinsein. Man muss diese Leere alleine überwinden und viel Mut aus dem Inneren schöpfen. Fühle immer und überall das Innewohnende, Alldurchdringende, Gegenwärtige. Verwirkliche das Selbst. Mögen Freude, Wonne, Friede, Herrlichkeit und Glanz für immer mit dir sein.
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