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Goraksha Shataka - Version 2

 

Vers 13: Der feinstoffliche Körper

 

Wie können diejenigen Yogis, die die sechs Energiezentren, die sechzehn Stützen, die drei Arten von Meditationsobjekten, und die fünf Räume in ihrem Körper nicht kennen, ans Ziel gelangen?


    षट्चक्रं षोडशाधारं त्रिलक्षं व्योमपञ्चकम् |
    स्वदेहे ये न जानन्ति कथं सिध्यन्ति योगिनः || १३ ||


    ṣaṭ-cakraṃ ṣoḍaśādhāraṃ tri-lakṣaṃ vyoma-pañcakam |
    sva-dehe ye na jānanti kathaṃ sidhyanti yoginaḥ || 13 ||

    shat-chakram shodashadharam tri-laksham vyoma-panchakam |
    sva-dehe ye na jananti katham sidhyanti yoginah || 13 ||


Wort-für-Wort-Übersetzung

    ṣaṭ-cakram : die sechs (Shash) Energiezentren ("Räder", Chakra)
    ṣoḍaśādhāram : die sechzehn (Shodasha) Stützen, Konzentrationspunkte Adhara)
    tri-lakṣ(y)am : die drei Arten von Meditationsobjekten (Trilakshya)
    vyoma-pañcakam : die fünf Räume (Vyoma Panchaka)
    sva-dehe : im eigenen (Sva) Körper (Deha)
    ye : die (Yad)
    na : nicht (Na)
    jānanti : kennen (jñā)
    katham : wie (Katham)
    sidhyanti : sind erfolgreich, gelangen ans Ziel (sidh)
    yoginaḥ : (diejenigen) Yogis (Yogin)

Anmerkungen: Die sechzehn "Stützen" (Adhara) bzw. Konzentrationspunkte werden in der Hatha Yoga Pradipika (3.73) im Zusammenhang mit dem Vishuddha Chakra, das auch Madhya Chakra genannt wird, erwähnt:

    kaṇṭha-saṃkocanenaiva dve nāḍyau stambhayed dṛḍham |
    madhya-cakram idaṃ jñeyaṃ ṣoḍaśādhāra-bandhanam || 3.73 ||

"Allein durch das Kontrahieren (Sankochana) der Kehle (Kantha, d.h. Jalandhara Bandha) unterbreche man fest die beiden feinstofflichen Energiekanäle (Nadi, d.h. Ida und Pingala). Dieses mittlere Zentrum (Madhya Chakra) soll man (als ein Mittel zum) Kontrollieren (Bandhana) der sechzehn Stützen (Adhara) kennen." (HYP 3.73)

Brahmananda, der Kommentator der HYP, zitiert hierzu die folgenden beiden Verse aus einem Goraksha zugeschriebenen Werk ("gorakṣa-siddhāntāt"), in denen die 16 Adharas genannt werden:

    aṅguṣṭha-gulpha-jānūru-sīvanī-liṅga-nābhayaḥ |
    hṛd grīvā kaṇṭha-deśaś ca lambika nāsikā tathā ||
    bhrū-madhyaṃ ca lalāṭaṃ ca mūrdhā ca brahma-randhrakam |
    ete hi ṣoḍaśādhārāḥ kathitā yogi-puṃgavaiḥ ||

"Großer Zeh (Angushtha), Fußknöchel/Ferse (Gulpha), Knie (Janu), Oberschenkel (Uru), Damm/Perineum (Sivani) männliches Glied (Linga), Nabel (Nabhi), Herz (Hrid), Nacken (Griva), Kehle (Kantha), Zunge (oder Gaumenzäpfchen bzw. weicher Gaumen, Lambika), Nase (Nasika), Mitte der Augenbrauen/drittes Auge (Bhrumadhya), Stirn (Lalata ), Kopf/Scheitel (Murdhan), Fontanelle (Brahmarandhra) - diese 16 Stützen werden von den Vorzüglichsten unter den Yogis gelehrt."

Im Zusammenhang mit der vorliegenden Version des Goraksha Shataka ist ein ganz ähnlicher Vers aus der ebenfalls dem Goraksha zugeschriebenen Siddha Siddhanta Paddhati (2.31) besonders interessant:

    nava-cakraṃ kalādhāraṃ tri-lakṣyaṃ vyoma-pañcakam |
    samyag etan na jānāti sa yogī nāma-dhārakaḥ ||

"Einer, der die neun (Nava) Energiezentren (Chakra), die sechzehn (Kala) Stützen (Adhara), die drei Arten von Meditationsobjekten (Trilakshya, und die fünf Räume (Vyoma Panchaka) nicht vollständig kennt, der ist nur dem Namen nach (Namadharaka) ein Yogi."

Die einzelnen Energiezentren (Chakra) und Konzentrationspunkte (Adhara) werden im zweiten Kapitel (Upadesha) der Siddha Siddhanta Paddhati näher erläutert. Von besonderem Interesse für das Verständnis des Goraksha Shataka sind die Begriffe tri-lakṣyam und vyoma-pañcakam.

Im Falle von tri-lakṣyam (statt tri-lakṣam) handelt sich um drei Arten von Meditationsobjekten bzw. Visualisierungsweisen: "innerlich", innerhalb des Körpers (antar-lakṣyam Antarlakshya), "äußerlich", außerhalb des Körpers (bahir-lakṣyam Bahirlakshya) und "neutral, mittel" (madhyamaṃ lakṣyam Madhyama Lakshya), d.h. weder innerlich noch äußerlich: man visualisiere im Geiste eine bestimmte Farbe bzw. Form, ohne sie im Körper oder außerhalb desselben zu verorten.

Die "fünf Räume" (Vyoma Panchaka) werden wie folgt benannt: ākāśa (Akasha), parākāśa (Parakasha), mahākāśa (Mahakasha), tattvākāśa (Tattvakasha) und suryākāśa (Suryakasha). Es handelt sich dabei nicht um die im Advaita Vedanta bekannten "fünf Hüllen" (Pancha Kosha), sondern um bestimmte Weisen der Visualisierung des Raumes, der sowohl das Innere als auch das Äußere umfasst.

Die Lesung tri-lakṣyam wird auch von der Yogachudamani Upanishad (3cd-4ab), die diesen Vers in einer weiteren Variante überliefert, bestätigt:

    ṣaṭ-cakraṃ ṣoḍaśādhāraṃ tri-lakṣyaṃ vyoma-pañcakam |
    sva-dehe yo na jānāti tasya siddhiḥ kathaṃ bhavet ||

"Wie kann einem (Yogi), der die sechs Energiezentren, die sechzehn Stützen, die drei Arten von Meditationsobjekten, und die fünf Räume in seinem Körper nicht kennt, Erfolg (Siddhi) zuteil werden?" 



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