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Tantra beschreibt die sieben Ebenen der Schöpfung als Manifestation der Shakti. Je höher die Ebene, umso schneller schwingt Shakti, umso machtvoller ist sie. Je niedriger die Ebene, umso langsamer schwingt Shakti, umso träger wird sie.

Der Mensch als Mikrokosmos im Tantra

Noch viel interessanter als die makrokosmische ist die mikrokosmische Betrachtungsweise: Tantra geht davon aus, dass jeder Teil des Ganzen ein Mikrokosmos ist, der alle Prinzipien des Ganzen, des Makrokosmos, in sich trägt. Der für den Menschen interessanteste Teil des Makrokosmos ist der Mensch selbst. Daher wird der Mensch als Mikrokosmos bezeichnet. Der Mensch als Mikrokosmos hat dabei alle Teile des Makrokosmos in sich: Er hat ein reines Bewusstsein, Shiva, das seinen Sitz im Sahasrara-Chakra (Scheitelzentrum) hat und als Sein, Der Mensch als MikrokosmosWissen/Bewusstheit und Glückseligkeit (Satchitananda) erfahren wird beziehungsweise erfährt. Shakti hat dabei die sechs weiteren Ebenen des Menschen geschaffen und ruht schließlich als Kundalini im untersten Chakra (Muladhara). Ajna-Chakra entspricht dem höheren Kausalkörper, Vishuddha-Chakra dem niederen Kausalkörper mit den Urprinzipien und der höheren Intuition. Anahata-Chakra entspricht dem höheren Astralkörper mit Selbstbewusstsein/Ego und Intellekt. Manipura-Chakra entspricht dem mittleren Astralkörper mit Emotionen, einfachem Denken, Unterbewusstsein und der Sinnesverarbeitung. Swadhisthana-Chakra entspricht dem niederen Astralkörper mit dem Prana, den Nadis und den Chakras. Muladhara-Chakra entspricht dem physischen Körper.

Tantra und die Evolution des Bewusstseins

Tantra spricht dabei von Evolution des Bewusstseins. Zwar ist Shiva, das eigentliche Bewusstsein, stets unendlich, ewig und gleich. Aber die Manifestation des Bewusstseins hängt vom Zustand der Shakti ab. Nachdem Shakti das physische Universum geschaffen hat, strebt sie wieder zu Shiva zurück. Der Prozess der Rückkehr als Ganzes dauert, wie oben beschrieben, sehr, sehr lange. Aber Shakti ist auch in jedem Teil der Schöpfung. So strebt auch jedes Teil der Schöpfung für sich zurück zu seinem Ursprung, zu Shiva – und so entsteht die Evolution des Lebens.

Evolutionstheorie des Tantra: Vom Stein zur Pflanze zum Tier zum Menschen

Laut der Evolutionstheorie des Tantra entwickelt sich das Leben vom Mineral zur Pflanze, weiter zum Tier, dann zum Menschen. Im Menschen kann die Shakti wieder zurückkehren zum Ursprung

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Mineralien und Tantra

Auf der physischen Ebene manifestieren sich Einzelstücke wie Felsen, Kristalle und Sandkörner. In ihnen ist der physische Körper manifest und sie haben eine Energieausstrahlung, Prana. Die Shakti treibt das Leben zur Entfaltung.

Charakteristika der Pflanzen aus tantrischer Sicht

Pflanzen aus tantrischer SichtSo entstehen Pflanzen. Pflanzen haben einen voll entwickelten Pranakörper: Sie haben eine Eigenenergie, die in Kontakt mit anderen Lebewesen treten kann. Pflanzen haben beschränkte Sinneswahrnehmungen, beschränkte Fähigkeiten, mit anderen Pflanzen in Kontakt zu treten beziehungsweise Signale auszusenden und zu empfangen. Sie wachsen, sie pflanzen sich fort, sie sterben. Eine Pflanzenart als ganzes kann sich verändern und sich an wechselnde Umwelteinflüsse anpassen. Shakti bringt das Leben auf eine höhere Stufe: Tierisches Leben entsteht.

Charakteristika tierischen Lebens aus der Sicht des Tantra

Tiere haben einen entwickelten physischen Körper und einen entwickelten Pranakörper. Sie entwickeln aber auch den mittleren Astralkörper: Tiere haben Emotionen, Gefühle, komplexere Wahrnehmungen, einfache Sprache und sie bewegen sich. Im Tier selbst beginnt dann die eigentliche individuelle Evolution:Tierisches Leben aus der Sicht des Tantra Im Tier ist der Astralkörper so weit ausgeprägt, dass er nach dem physischen Tod weiter existiert und sich dann zur weiteren Entwicklung in einem neuen Tierkörper wieder inkarniert. Es heißt im Tantra, dass die Seele sich in 8 400 000 verschiedenen Tierarten inkarniert, um sich zu entwickeln, bevor sie sich zum ersten Mal in einem Menschenkörper inkarniert. Diese Zahlenangabe ist umso bemerkenswerter, als die westliche Wissenschaft erst in den letzten Jahrzehnten begonnen hat, die Anzahl der Tierarten in Millionen zu schätzen. Sobald die Seelen sich durch Tierkörper nicht mehr weiter entwickeln konnten, manifestierte die Shakti den Menschen.

Charakteristika des Menschen aus der Sicht des Tantra

Der Mensch hat einen physischen Körper wie das Mineral, einen Pranakörper wie Pflanze und Tier, den mittleren Astralkörper wie das Tier. Zusätzlich hat der Mensch den höheren Astralkörper mit Buddhi (Intellekt) und Ahamkara (Ego, Selbstbewusstsein). Manche Tiere (Delphine, Schimpansen und andere Menschenaffen, vielleicht auch Papageien, Elefanten, Hunde und andere) zeigen auch Ansätze für kombinierendes, planendes Denken und für ein Selbstbewusstsein. Die Unterschiede zwischen Mensch und Tier sind daher fließend und nicht so gewaltig. Im Tantra ist es selbstverständlich, dass Tiere mit Respekt, Liebe und Achtung behandelt werden sollten. Sie sollten nicht gedankenlos als Versuchskaninchen gehalten oder gar in Massentierhaltung als Menschennahrung „produziert“ werden. Dennoch hat der Mensch Buddhi und Ahamkara sehr viel stärker entwickelt als die Tiere. Und der Mensch hat die Fähigkeit der bewussten Weiterentwicklung.

Aufgabe des Menschen: Weiterentwicklung

Der Mensch ist laut Tantra nicht die Krone der Schöpfung im Sinne eines Abschlusses oder Höhepunkts der Schöpfung. Der Mensch hat vielmehr die Aufgabe, die bisher automatisch ablaufende Evolution bewusst weiterzuführen und zu ihrem Abschluss zu bringen. Und dazu treibt ihn die im Muladhara-Chakra ruhende aufgerollte Kundalini. So wird der Mensch niemals ganz zufrieden sein: Was auch immer er im Relativen erreicht hat, wird ihm auf die Dauer nicht genügen. Die Kundalini regt sich immer wieder von neuem und führt den Menschen dazu, nach mehr zu streben.

Muladhara Chakra

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