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Die Weisheit Gottes

Jede Schöpfung hat ein Ziel. Jede göttliche Handlung ist letztendlich zum Besten gerichtet. Acharya (Gelehrter, Lehrer an einer Universität) Sri (Ehrentitel von Heiligen) Ahankar Kehari war ein Mann von großem Wissen. Seine Zunge war wie ein zweischneidiges Schwert mit dem er seine Gegner in einer Debatte in tausend Stücke zerfetzen konnte. Er konnte durch seine wortreichen Ruhmesreden auf den Herrscher, an dessen Hof er als Lehrer diente, ihn in Blitz und Donner erbeben lassen. Der König überließ dem Acharya (Gelehrter, Lehrer an einer Universität) einen großen Garten in dem die zahlreichen verschiedenen köstlichen Früchte zu unterschiedlichen Zeiten reiften, damit der Gelehrte jederzeit seinen Gaumen erfrischen könne und dadurch sein messerscharfer Intellekt frei sei von dem Kneifen und Zwicken des Ungeheuers, das sich Hunger nennt.

Des Weiteren gab es viele Beete mit zahlreichen Blumen, die ihn für seine Monologe bei den Morgen- und Abendspaziergängen inspirieren sollten. Es war ein winterlicher Tag, ein Feiertag. Nach dem Mittagessen beschloss der Acharya einen Spaziergang durch den Garten zu machen. Wie er so an den verschiedenen obstbeladenen Bäumen vorbei schlenderte, sinnierte er über die Schöpfung Gottes. „Wie weit das Beet doch vom Kürbis bedeckt wird und doch sind seine Stängel so dünn! Frische, scharlachrote Äpfel, wie köstlich! Fürwahr der Baum ist gesegnet!“ So schlenderte er durch seinen Garten und sinnierte über die verschieden Arten von Früchten und die unterschiedlichen Farben der Blumen. „Endlich, eine Bank. Wie müde ich doch bin!“ murmelte er und ließ sich auf einer Bank unter einem mächtigen, altehrwürdigen Banyanbaum nieder. Als er aufschaute, sah er wie sich die ausladenden Äste und das dichte Laubwerk des riesigen Baums über einen weiten Bereich ausdehnten. „Wie Schade!“ dachte der Acharya, „solch ein riesiger, kräftiger Baum, solch eine Fülle an Blättern, aber wie schade! So kümmerliche Früchte. Wie töricht Gott doch war, einen solchen Baum zu schaffen, der fast keine Früchte trägt, wo doch dort drüben auf den Feldern Trauben glänzen, Äpfel lachen, Granatäpfel verführerisch winken und vor allem riesige Kürbisse an so schlanken Kriechpflanzen wachsen. Keine dieser Pflanzen rühmt sich mit der Größe dieses Baumes, doch ist jede von ihnen so ertragreich. Aber dieser Banyan Baum hier, der seine Krone in schwindelnder Höhe wie ein Baldachin über meinem Haupt ausbreitet, ganz ohne essbare Früchte – oh, dieser mächtige Banyan Baum – welch eine Schande!

In der Tat, eine sehr dumme Schöpfung!“ So vor sich hin sinnend, schlief der Acharya ein. Die Brise des Nachmittags war wohltuend und allmählich waren die Atemzüge des Gelehrten mit rhythmischer Grazie erfüllt. „Bums!“ Eine winzige Banyanfrucht landete genau auf dem glänzenden Schädel des Acharya. Er wurde jäh aus dem Schlaf gerissen. „Oh, welch ein Glück! Welch wunderbares Glück! Oh wie groß ist doch die Gnade Gottes! Wie groß ist doch sein Weitblick, sein Scharfsinn, seine Urteilskraft!“ rief Sri Ahankar Keshari. „Oh Herr! du bist allwissend. Wäre die Banyanfrucht nur ein wenig größer gewesen, so wäre mein Kopf in Tausend Stücke zersprungen; ich wäre jetzt tot, es wäre das Ende meiner körperlichen Existenz gewesen.“

Der neu bekehrte Mann hatte hierdurch einen neuen Weitblick erlangt. Er ging nach Hause und war äußerst dankbar, dass Gott sein Leben verschont hatte. Ein törichter Mensch fällt sein Urteil vorschnell über so manche göttliche Handlung, die ihm Tag für Tag begegnet. Alles ist jedoch aufs Beste ausgerichtet. Keine der Handlung Gottes ist ohne Ziel. Schüler sollten sich daher vor übereilten Entscheidungen hüten. Sie sollten Ruhe bewahren, einen heiteren Geist behalten und ihren Weitblick schärfen. Der Gott aller Barmherzigkeit könnte niemals unweise handeln, auch wenn im Moment seine Handlungen uns sinnlos und falsch erschienen mögen. Sie sind nur zu unserem Besten und verfolgen mit Sicherheit die größte Erkenntniss für uns. Vermeidet daher unbedingt ein vorschnelles Urteil.

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