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Karma - Gesetz der Kompensation

Das dritte Untergesetz des Karmas ist das Gesetz der Kompensation. Manche Autoren verstehen unter dem Gesetz des Karma nur dieses Gesetz der Kompensation. Ich fasse den Karma-Begriff bewusst sehr weit, so dass alle Ursache-Wirkungsbeziehungen damit abgedeckt sind.

Was du nicht willst, das man dir tu…

Dieses Gesetz wird umgangssprachlich so formuliert: „Was du nicht willst, das man dir tut, das füg´ auch keinem anderen zu.“  Oder: „Wie du in den Wald rufst, so schallt es auch heraus.“

Karma und Gerechtigkeit

Das Gesetz des Karma ist die höhere Gerechtigkeit. Wenn jemand einen anderen betrügt, wird der Betreffende irgendwann auch selbst betrogen werden. Wenn jemand einen anderen willentlich umbringt, um einen Vorteil zu erlangen, muss er damit rechnen, ebenfalls irgendwann umgebracht zu werden. Wenn man mit seinen Handlungen die finanzielle Existenz anderer ruiniert, kann dies ebenso mit einem selbst geschehen. Dieses Gesetz der Kompensation ist auf der einen Seite wie Belohnung und Bestrafung. Es wirkt über mehrere Inkarnationen. Für manche Handlungen kommt die Konsequenz schon in diesem Leben. Für viele Handlungen kommt die Konsequenz erst in einem nächsten Leben. Das Gesetz der Kompensation ist aber nicht nur Belohnung/Bestrafung. Es hat auch einen höheren Sinn: Im Grunde sind alle Menschen miteinander verbunden, Ausdruck des einen unendlichen Gottes. Wenn man gegen diese Einheit verstößt und jemand anderem Leiden zufügt, muss man selbst erfahren, wie es ist, auf diese Weise zu leiden. Und wenn man selbst weiß, wie sich ein solches Leiden anfühlt, lernt man Mitgefühl und wird das nächste Mal hoffentlich anders handeln.

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Beim Karma zählt die Absicht

Für das Gesetz der Kompensation ist die Absicht entscheidend. Wer im Winter bei Glatteis einen Verkehrsunfall verursacht, obgleich er vorsichtig gefahren ist, wird wegen etwaiger Todesopfer kein neues schlechtes Karma ernten. Umgekehrt gilt: Wer einen Mordanschlag verübt hat, wird für sich selbst leidvolles Karma erzeugen, auch wenn der Betreffende überlebt hat.

 

 

Erfundene Geschichte um Karma

Eine kleine, erfundene Geschichte: Peter lebte in Los Angeles und lud seinen Freund Michael zu einer Wüstenwanderung in der Umgebung von Los Angeles ein. Sie hatten vor, in der Wüste zu meditieren und die ganz besonderen Sonnenauf- und Untergänge zu erleben. Sie verliefen sich. Langsam gingen ihre Wasservorräte zur Neige. Peter, der schon wüsten-erfahren war, hatte noch eine zusätzliche Wasserflasche, die er aber vor Michael geheim hielt und nur daraus trank, wenn Michael nicht hinschaute. So fiel Michael langsam zurück, bis er kaum mehr laufen konnte. Peter dagegen ging zügig weiter. Nehmen wir an, Peter fand ein kleines Restaurant in der Wüste, besorgte Wasser und konnte Michael vor dem Verdursten retten. Ist das Karma damit vorbei? Nein, Peter hatte Michael eingeladen. Als Gastgeber hatte er eine besondere Verpflichtung. Peter hätte es in Kauf genommen, dass Michael stirbt, nur damit Peter sich selbst retten konnte. Auch wenn Michael Peter für seine Rettung dankbar ist und nie erfährt, dass Peter geheime Wasservorräte hatte, wird das Karma wirken. Vielleicht wird Peter irgendwann eine Krankheit bekommen, bei der er nicht trinken kann oder ganz eigenartigerweise immer Durst hat. Oder er wird selbst in der Wüste einmal kein Wasser mehr haben.

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Konsequenzen aus dem Karma-Gesetz der Kompensation

Dieses Gesetz der Kompensation hat einige praktische Konsequenzen:

1. Man sollte selbst stets aus Mitgefühl handeln. Unethisches Verhalten mag kurzfristigen Gewinn bringen. Langfristig führt es zum Leiden. Die wichtigsten ethischen Prinzipien sind :

a.    Ahimsa bzw. Maitri Bhavana: Nichtverletzen bzw. Liebe und Mitgefühl
b.    Satyam: Wahrhaftigkeit
c.    Asteya: Nichtstehlen
d.    Brahmacharya: Vermeidung von sexuellem Fehlverhalten
e.    Aparigraha: Unbestechlichkeit, was Nichtannehmen und Nichtausführen von Bestechung mit einschließt

2. Wenn man etwas Falsches oder etwas aus einer schlechten Einstellung heraus getan hat, kann man probieren, es wieder gutzumachen: Am besten gesteht man seinen Fehler ein und macht den Schaden wieder gut. Wenn es nicht möglich ist, es gegenüber dem Menschen, den es betrifft, wieder gut zu machen, sollte man vor Gott bereuen und eine Sühnehandlung vollziehen.

3.    Rache ist vor dem Hintergrund des Gesetzes des Karmas unsinnig. Die Bibel drückt es so aus: „Mein ist die Rache, spricht der Herr.“ (5. Mose 32,35; Römer 12,19). Nicht ein menschliches Individuum muss sich rächen, sondern das Karma wird das Unrecht wieder gut machen.  Individuelle Rache schafft nur neues Karma für das betreffende Individuum.

4.    Andere können einem nur etwas zufügen, was im eigenen Karma angelegt ist. In Wahrheit kann niemand einem etwas Schlechtes zufügen. Das scheinbar Schlechte ist in Wahrheit hilfreich für die eigene persönliche Entwicklung. Jesus hat es so ausgedrückt: „Es muss ja Schlimmes kommen, aber wehe dem, durch den es geschieht.“ (Lukas 17,1). Mit anderen Worten: Wer dir aus schlechter Motivation bzw. aus Egoismus Schaden zufügt, tut dir einen Gefallen, schafft sich selbst aber schlechtes Karma. Bete daher für diejenigen, die dir Leid zugefügt haben. Du wächst an diesem Leiden. Nimm dieses Leiden, soweit es dir menschlich möglich ist, an. Bete für den Täter, dass er seine Tat noch rechtzeitig bereut und Buße tun kann, damit er/sie nicht selbst negatives Karma erfahren muss.

5.    Man sollte versuchen, andere davon abzuhalten, sich schlechtes Karma zuzufügen. So wird ein Yoga Aspirant sein Eigentum schützen, sein Geld wegschließen, sein Fahrrad sichern etc., nicht aus Angst um sein Eigentum (das wird er verlieren, wenn es im Karma so angelegt ist), sondern aus Mitgefühl, nämlich um andere nicht zu Dieben zu machen.


6.    Wenn du anderen etwas Gutes tust und sie dir nicht dankbar sind, dann freue dich: So schaffst du gutes Karma.


7.    Solange es dir gut geht, teile was du hast mit anderen. Tue anderen Gutes. Es heißt sogar: Die sicherste Investition ist, gute Werke zu tun, Spenden an karitative oder spirituelle Institutionen zu geben. Das wird noch nicht einmal mit dem Tod genommen. Was man freiwillig gibt, kann einem nicht genommen werden. Es kommt vielmehr wieder zurück.


Allerdings: Für einen Yoga-Aspiranten sollte die Aussicht auf gutes Karma nicht Hauptmotivation für ethisches Handeln sein. Ein Yoga-Aspirant sollte aus Liebe und Mitgefühl anderen helfen und dienen. Die Essenz von Karma Yoga laut Bhagavad Gita ist uneigennütziges Dienen ohne Anhaftung, ohne Wunsch nach Belohnung, ohne Erwartungen. Darauf will ich später etwas mehr eingehen.

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