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76. „Ich will“, „Ich weiß“ und „Ich bin“ aufgeben

Jeder Mensch in dieser Welt sucht Glück. Aber während der normale Mensch glaubt, dass das Glück darin liegt, etwas zu bekommen – durch die Befriedigung der Sinne und des Ego – werden wir uns als Suchende mehr und mehr der grundlegenden spirituellen Lehre bewusst, dass Glück nicht von Frieden getrennt werden kann. Außerdem ist der Friede, von dem unsere Lehrer sprechen, nicht unbedingt der Friede, der normalerweise gemeint ist, wenn von Friede, Freude und Befriedigung die Rede ist, sondern eher ein Friede, welcher über das Verstehen hinausgeht.

Es ist ein wenig so wie der Vergleich von Diamanten. Ein Diamant hat normalerweise eine Farbschattierung, wie fein sie auch sein mag. Aber der perfekte Diamant, der den höchsten Marktwert bringt, ist gänzlich ohne Farbe. Manchmal wird er als „vom ersten Wasser“ bezeichnet, was bedeutet, dass er absolut farblos, absolut rein ist. Das Glück, das uns im spirituellen Leben versprochen wird, ist, wenn unser Inneres mit dem in uns in Einklang kommt, das makellos und absolut rein ist, welches ein Frieden jenseits des Verstehens ist. Was hält uns davon ab, in diesem Frieden zu verweilen?

Letztlich gibt es drei Ebenen, die wir erkennen und an denen wir arbeiten müssen. Die ersteist die Ebene von „Ich will“, die Ebene der Wünsche. Wünsche, welche schließlich zu den Toren der „Hölle“ führen – Begierde, Wut und Gier. Die nächste äußerst feine, blockierende Ebene ist unser Wissen, „Ich weiß“. Wir haften an und sind gefesselt von dem, was wir wissen. Wir vertrauen auf unser Wissen, statt Zuflucht bei Gott zu nehmen. Und schließlich haben wir unseren Individualitätssinn, „Ich bin und ich will jemand sein“.

Das sind Ebenen, an denen wir in unserem Sadhana arbeiten sollen. Anstatt „ich will“, „ich will nichts“. Anstelle von „ich weiß“, „ich weiß nichts“. Anstatt „ich bin“, „ich bin niemand“. Das ist Reinheit. Das ist Zuflucht in Gott allein nehmen.  Krishna hat uns deutlich gemacht, dass wir den Ozean des Samsara (Kreislauf von Geburt und Tod) nicht überqueren können, ohne Zuflucht zu Ihm zu nehmen. Wir sollen unsere Wünsche, unser Wissen und unser Ego aufgeben und uns auf Ihn allein verlassen. Zuflucht bei Ihm zu nehmen bedeutet, dass wir Ihm in dieser inneren Reinheit begegnen, in dem Frieden, der das Verständnis übersteigt. Das ist unser Ziel und der einzige Ort, wo wir dauerhaftes Glück finden können.

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77. Unsere Einstellung zum Guru

In der Bhagavad Gita spricht Krishna zu Arjuna darüber, wie unsere Einstellung zum Guru sein sollte: Verneigung, Dienst und Nachfragen. Das erscheint nicht allzu anspruchsvoll. Natürlich verneigen wir uns vor einem Guru. Wir bieten unseren Dienst an, wo immer wir können, entweder als Gegenleistung für die materielle Versorgung, die er uns gibt oder als Erwiderung auf das, was er uns spirituell gibt. Und wenn wir die Möglichkeit haben, unsere Zweifel auszuräumen, werden wir glücklich sein, dies zu tun.

Aber Gurudev meint, dass viel mehr damit gemeint ist. Verbeugung ist mehr als eine physische Verbeugung. Es bedeutet, sich selbst aufzugeben. Es bedeutet, dem Guru unser Leben zu übergeben. Es bedeutet, dass es unser einziger Wunsch ist, den Willen des Meisters zu erfüllen und nicht unseren eigenen. Genauso ist es mit dem Dienen. Tatsächlich wollen wir auf die eine oder andere Art dienen. Ohne Arbeit fehlt unserem Leben eine gewisse Erfüllung. Aber Dienst für den Guru bedeutet, dass unser ganzer Geist darauf ausgerichtet ist, dem Guru gefällig zu sein. Es bedeutet eine Verneinung dessen, wie wir dienen wollen und eine Fokussierung unseres Geistes auf den Guru und die Weise, wie er möchte, dass wir dienen.

Befragung hat auch eine andere Bedeutung, als wir normalerweise denken würden. Viele Schüler denken, dass es genügt, in den Ashram des Gurus zu kommen und unser spirituelles Leben wird sich dann von alleine weiterentwickeln. Das entspricht nicht der Erfahrung. Wenn wir wollen, dass unser spirituelles Leben vorangeht, dann ist mehr gefordert, als sich dem Guru hinzugeben und ihm zu dienen. Wir müssen unser Verständnis vom spirituellen Leben hinterfragen.

Wir müssen alles über die höheren Aspekte wissen wollen. Diese Be- und Hinterfragung muss ständig in uns weitergehen. Swamiji sagte, der Guru ist nicht nur eine Person sondern auch seine Lehren. Wenn also der Guru selbst nicht anwesend ist, dann sollten wir uns konstant an seine Lehren halten und danach suchen, was der Guru zu sagen versuchte. Wir hören etwas; es kann sein, dass der Guru etwas anderes meint, vielleicht sogar etwas ganz anderes. Nur durch ständiges Suchen, Streben und Hinterfragen der Lehren verbessert sich unser Verständnis.

Wir erwerben die Gnade des Gurus durch Hingabe und Dienst. Aber letztlich schreitet unser spirituelles Leben in dem Maße fort, wie wir seine Belehrungen, das, was er uns mitzuteilen versucht, verstehen, also Verneigung, Dienst und Befragung. Aber das bedeutet mehr als nur die äußere Handlung. Es erfordert Hingabe von ganzem Herzen und das Hingeben unseres ganzen Lebens.

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78. Es braucht Beides: Selbstbeobachtung und Meditation

Bei dem Versuch, diese Welt zu erklären, benutzen die Schriften den Begriff Maya. Sie sagen, dass die Erscheinungen dieser Welt, uns selbst eingeschlossen, auf Grund von Maya bestehen. Alle Erscheinungen, einschließlich uns selbst, gehören zu Maya. Doch Swamiji weist häufig darauf hin, dass Maya zwei Aspekte hat. Es gibt Avidya Maya, die uns verzaubert, fehlleitet und abwärts führt.

Aber es gibt auch Vidya Maya, die uns zu unserer wahren Heimat zurückführen wird. Avidya Maya erscheint als Versuchung unserer Sinne und als Ego-Prinzip - das bestimmende Prinzip, welches sagt: „Ich will“ und „Ich will für mich.“ Vidya Maya erscheint als das Prinzip der Selbstopferung, welches will, was dem Ganzen dient, das Gott will. Vidya Maya erscheint auch in Form von Schriften, Gurus, Ashrams, als alles, was für unsere Befreiung hilfreich ist. Einer von Gurudevs berühmtesten Aussprüchen ist: „Loslassen, Binden.

Lass Avidya Maya los, all diese Dinge in der Welt, welche für unsere Sinne und unser Ego verführerisch sind und binde dich an Vidya Maya, all das, was hinauf führt, dich zu Gott führt. Swamiji benützt das Wort „muss“ selten, aber gelegentlich schon. Einmal sagte er: „Du musst deinen Geist verstehen“, ein anderes Mal: „Du musst meditieren.“ Warum müssen wir unseren Geist verstehen? Weil wir die Dinge verstehen müssen, welche uns von Gott wegziehen. Manchmal sind sie offensichtlich, aber meistens versteckt. Wir müssen die inneren Faktoren erkennen, die uns an die Welt binden. Wir müssen unsere Bindung an unseren Körper und Geist erkennen, an unsere Individualität, an unser Besonders sein.

Wir müssen meditieren, weil wir uns jenseits unseres Geistes kennen müssen. Wir müssen wissen, wonach wir suchen. Das können wir nur in der Meditation entdecken. Es bedarf einer Ausgewogenheit zwischen beidem. Wenn wir nur unseren Geist prüfen, könnten wir selbsteingenommener werden als zuvor. Es kann auch eine krankhafte Übung werden statt einer positiven. Andererseits, wenn wir unseren Geist ignorieren und nur meditieren – mehr und mehr die höheren Bewusstseinszustände verstehen – dann bemerken oder verstehen wir vielleicht nicht die versteckten Teile in uns, die uns an die Erde binden.

Wir mögen versuchen, uns an Gott zu binden, aber wir versagen darin, uns von der Welt zu lösen. Also, beides ist erforderlich. In den Worten Krishnas: Loslassen und Übung - wir müssen uns selbst beobachten, um unseren Geist zu verstehen, um zu wissen, was loszulassen ist. Wir müssen meditieren, um die Gegenwart Gottes zu praktizieren. Nur mit dieser Balance kann unser spirituelles Leben auf dem richtigen Kurs bleiben. Beide sind erforderlich. Sie helfen einander, nützen und befruchten sich gegenseitig.

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79. Warte nicht länger

Vor Kurzem besuchte ein junger Amerikaner, ein Schüler von Swami Krishnanandaji, den Ashram. Er kommt seit vielen Jahren immer wieder und jedes Mal, wenn er nach Amerika zurückkehrt, schreibt er: „Immer wenn ich in den Ashram komme, finde ich das Sadhana leicht; da ist ein bestimmter Geist, ein spiritueller Fluss im Ashram. Aber wenn ich nach Hause zurückkomme, bin ich jedes Mal von meinen Sorgen, Aufgaben und der Arbeit überwältigt.“

Als er dieses Mal kam, haben wir über das Problem gesprochen. Wenn er seine täglichen Aktivitäten aufzählte, war man wirklich erstaunt, wie beschäftigt er war, wie überwältigt er von den Notwendigkeiten seiner weltlichen Existenz war. Trotzdem, wenn er nach Hause ging, gab es die Erkenntnis, dass – egal wie wichtig diese Aktivitäten waren – die Frage war, ob sie wirklich das Allerwichtigste im Leben sind? Und wenn sie es nicht sind, sollte er nicht auf irgendeine Weise für das Zeit finden, was am wichtigsten ist? Wenn du also in die heutige Welt zurückgehst, was kannst du praktisch tun, um dein Sadhana aufrecht zu erhalten? Wenn man von Alltagspflichten überwältigt ist, wie kann man für die spirituelle Praxis Zeit finden?

Du kannst dir zum Beispiel eine Sache vornehmen: Wenn ich nach Hause gehe, mache ich eine konkrete und deutliche Veränderung in meiner Lebensweise. Ich mag nicht in der Lage sein, mein ganzes Leben zu ändern, aber es gibt wenigstens eine Sache, die ich ändern kann, um mehr Raum für spirituelle Praxis zu schaffen. Ich werde eine Sache verändern. Zweitens, ich werde mir darüber klar werden, was mein Ziel ist. Mein Ziel ist, näher zu Gott zu kommen. Um näher zu Gott zu kommen, muss ich mein Ego verringern. Was ist Ego? Ein Weiser gibt eine sehr einfache Antwort: „Ego ist Ich und Mein. Das Ego zu verringern oder aufzulösen bedeutet: Nicht-Ich und Nicht-Mein.“ Und vielleicht ist es noch einfacher, unser Ego mit den folgenden Worten zu identifizieren: „Ich will.“ Das Ego ist: „Ich will“ und natürlich: „Ich will nicht.“

Um also durch die Verringerung des Ego Raum für Gott zu schaffen, müssen wir danach streben, unser „Ich und Mein“ sowie unser „Ich will“ loszuwerden. Drittens müssen wir uns selbst beurteilen, ob wir Fortschritte zum Ziel machen. Swamiji hat uns einen wertvollen Bewertungsmaß - stab gegeben. Vor vielen Jahren in Seattle sagte er: „Du kannst genau sagen, wie viel Fortschritt du machst…“ – in anderen Worten, wie weit dein Ego verringert wurde und wie viel mehr du deinen Geist auf Gott fokussierst – „…indem du feststellst, wie viele Sorgen du dir machst.“ Und Swami Brahmanandaji, unser verehrter Vedanta-Lehrer, sagt oft: „Wie viel Fortschritt du machst, kannst du daran erkennen, wie viel du dich beklagst.“

Wenn wir also den Entschluss gefasst haben, wenigstens eine Sache in unserem Leben zu verändern, um mehr Raum für unsere spirituelle Praxis zu schaffen, das Ziel in unseren eigenen Worten gefasst haben – nämlich unser Ego allmählich abzuschleifen, so dass Gott mehr und mehr unser Leben erfüllen kann – dann sollten wir unseren Fortschritt messen: Sorgen wir uns weniger? Klagen wir weniger?

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80. Einfach leben, einfach denken

Während der letzten Veranstaltung der gerade beendeten Konferenz wies Swamiji auf Mahatma Gandhis Lebensmotto hin: „Einfach leben, erhaben denken“ war sein Rezept für die Nation. Das war eine Zeit hoher Ideale. Die Welt war gerade durch eine schreckliche Depression gegangen und einen noch schrecklicheren Krieg. Die Menschen legten ihre Hoffnungen in Dinge wie den Sozialismus, die Vereinten Nationen und Freiheit für Indien. Jeder dachte, wenn wir nur frei sein könnten, wenn wir nur die Vereinten Nationen hätten, wenn wir nur den Sozialismus hätten usw., dann wäre das Leben besser für uns.

Das ist jetzt über 50 Jahre her. Aber anstatt dass das Leben einfacher wurde und das Denken erhabener, scheint das Leben unendlich viel komplizierter geworden sein. Und das Denken ist, gelinde ausgedrückt, verwirrter geworden. Tatsächlich, worin auch immer wir unsere Hoffnungen gelegt haben, scheint uns im Stich gelassen zu haben. Deshalb sollten wir als Suchende begreifen, dass unsere Hoffnung nicht auf etwas außerhalb von uns gerichtet sein sollte, sondern in uns selbst. Wenn wir ein einfacheres Leben, weniger Komplikationen, weniger Verwirrung finden wollen, dann liegt es an uns, dies zu tun.

Vielleicht können wir dabei mit dem Motto eines Suchenden beginnen: „Einfach leben und einfach denken.“ Wir können nie glücklich sein, wenn unser Lebensstil zu kompliziert ist. Einmal las ich einen Spruch in einem Immobilienbüro; der Besitzer muss ein Philosoph gewesen sein. Der Spruch sagte, der beste Platz zum Leben ist innerhalb deines Einkommens. So sollten wir unseren Lebensstil vereinfachen und im Rahmen unseres Einkommens leben. Aber mehr als alles andere müssen wir unser Denken vereinfachen. Heutzutage gibt es im Bereich der Philosophie so viele sich widersprechende Ideen. Unser Verstand ist verwirrt.

Wir müssen komplizierte Gedanken auf einfache Konzepte reduzieren. Gestern habe ich den Maßstab des spirituellen Fortschritts von Swamiji und Swami Brahmanandaji zitiert – die Anzahl der Sorgen und Klagen. Das ist zum Beispiel einfaches Denken. Warum reagieren wir darauf, warum weiß etwas in uns, dass dieses einfache Denken gut für uns ist? Weil einfaches Denken näher an dem ist, wo wir wirklich leben. Wir leben nicht wirklich in hohen philosophischen Gedanken. Philosophieren und Argumentieren bringt uns weg von unserem wirklichen Selbst und lässt uns verwirrt zurück.

Es hinterlässt einen Abgrund zwischen dem, wo wir wirklich leben und unseren Gedanken. Deshalb müssen wir unsere Gedanken auf einfache Ideen reduzieren. Wenn je ein Genie des einfachen Lebens und Denkens in diese Welt geboren wurde, dann war es Gurudev. Er lebte einfach und reduzierte seine ganze Lehre auf die einfachsten Konzepte: „Sei gut, tue Gutes.“ „Löse, Binde.“ „Stirb, um zu leben.“

So übergab er uns auf einem silbernen Tablett einfaches Denken, das unserem Herzen nahe ist, das wir verstehen können. Wenn wir des komplizierten Lebens und des verwirrten Denkens müde sind, hat uns Gurudev einen Ausweg gezeigt. Er sagt, vereinfache deinen Lebensstil und nimm diese einfachen Konzepte: Mache sie dir zu eigen, arbeite mit ihnen, meditiere über sie. Versuche zu verstehen, was ich dir mit diesen einfachen Gedanken sage. Dann wird dein Leben, anstatt kompliziert und verwirrt zu sein, nach und nach einfacher und voller Freude deines wirklichen Seins werden.

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