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Die Kraft der Gedanken

 

Die Funktionen der Gedankenkraft

 

Gedanken fördern eine strahlende Gesundheit

Der Körper ist eng mit dem Geist verbunden, mehr noch, der Körper ist das Gegenstück des Geistes; er ist eine grobstoffliche, sichtbare Form des subtilen unsichtbaren Geistes. Wenn man Zahn,- Magen- oder Ohrenschmerzen hat, ist der Geist sofort davon berührt. Er hört auf, richtig zu denken; er ist gestört, aufgebracht und durcheinander.
Wenn der Geist deprimiert ist, kann auch der Körper nicht richtig funktionieren. Den Körper betreffende Schmerzen werden sekundäre Krankheiten genannt, Vyadhi, während die Vasanas oder Wünsche, die den Geist in Mitleidenschaft ziehen, geistige oder primäre Krankheiten genannt werden, Adhi.
Geistige Gesundheit ist wichtiger als physische Gesundheit. Wenn der Geist gesund ist, wird der Körper unbedingt auch gesund sein. Wenn der Geist rein ist, wenn die Gedanken rein sind, ist man frei von allen primären und sekundären Krankheiten. »Mens sana in corpore sano« - ein gesunder Geist in einem gesunden Körper.

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Gedanken entwickeln die Persönlichkeit

Ein erhabener Gedanke erhebt den Geist und öffnet das Herz; ein niederer Gedanken erregt den Geist und macht die Gefühle morbid und dunkel.
Ein Mensch, der schon ein wenig Kontrolle über Gedanken und Sprache besitzt, wird ein ruhiges, heiteres, schönes und bezauberndes Gesicht haben, eine süße Stimme, und seine Augen werden strahlenden Glanz haben.

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Gedanken haben eine Wirkung auf den Körper

Jeder Gedanke, jede Emotion und jedes Wort bewirken eine starke Schwingung in jeder Zelle des Körpers und hinterlassen dort einen starken Eindruck.
Wenn man die Methode kennt, wie man einen entgegengesetzten Gedanken entstehen lässt, kann das Leben glücklich, harmonisch und voll Frieden und Kraft sein. Ein Gedanke der Liebe wird unmittelbar einen Gedanken des Hasses auf- lösen. Ein Gedanke des Mutes wird sofort als ein starkes Gegengift gegen einen Gedanken der Furcht dienen.

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Gedanken verändern das Schicksal

Der Mensch sät einen Gedanken und erntet eine Handlung. Er sät eine Handlung und erntet eine Gewohnheit. Er sät eine Gewohnheit und erntet einen Charakter. Er sät einen Charakter und erntet ein Schicksal.
Der Mensch schafft sein Schicksal durch sein Denken und Handeln. Er kann sein Schicksal verändern. Er ist Herr über sein Schicksal. Darüber besteht kein Zweifel. Durch richtiges Denken und intensives Üben kann der Mensch zum Herrn über sein Schicksal werden.
Manche unwissende Menschen sagen: »Karma macht alles. Es ist das ganze Schicksal. Wenn es mir karmisch so bestimmt ist, so oder so zu sein, warum sollte ich mich dann anstrengen? Es ist ohnehin nur mein Schicksal.«
Das ist Fatalismus. Das führt zu Trägheit, Stagnation und Elend. Das ist ein vollkommenes Missverstehen der Gesetzte des Karma. Es ist ein falsches Argument. Ein kluger Mensch stellt sicher keine derartige Frage. Das Schicksal wurde durch Gedanken und Handlungen von innen heraus geschaffen.
Man hat jetzt den freien Willen zu wählen. Man hat Svatantrata im Handeln. Ein Schurke ist nicht auf ewig ein Schurke. Bringe ihn mit einem Heiligen zusammen. Er wird sich sofort verändern. Er wird jetzt anders denken und handeln und sein Schicksal verändern. Er wird einen heiligen Charakter entwickeln.
Der Schurke Ratnakar wurde zum Heiligen Valmiki. Jagai und Madai wurden verändert. Sie waren Schurken erster Güte. Man kann ein Yogi oder Jñani werden. Man kann sein Schicksal bestimmen. Man kann sein Karma in jeder beliebigen Weise schaffen. Nütze die Gedankenkraft. Denke richtig, denke edel. Du brauchst nur denken und handeln. Durch richtiges Denken, richtiges Wünschen und richtiges Handeln kannst du zum Weisen werden oder zum Multimillionär. Du kannst die Stellung Indras oder Brahmas erlangen durch gute Gedanken und gutes Handeln, durch gutes Karma. Der Mensch ist kein hilfloses Wesen. Er hat seinen freien Willen.

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Gedanken verursachen physiologische Störungen

Jede gedankliche Veränderung schafft eine Schwingung im Geistkörper, und wenn sie an den physischen Körper weitergegeben wird, erzeugt sie Aktivität im Nervengewebe des Gehirns. Diese Aktivität in den Nervenzellen löst darin viele elektrische und chemische Veränderungen aus. Die Aktivität der Gedanken verursacht diese Veränderungen.
Starke Leidenschaft, Hass, lang andauernde bittere Eifersucht, nagende Angst oder Zornausbrüche zerstören tatsächlich die Körperzellen und führen zu Er- krankungen von Herz, Leber, Nieren, Milz oder Magen.
Es ist ein beachtenswertes Faktum, dass jede Körperzelle durch jeden im Geist auftretenden Gedanken leidet oder wächst, einen Lebens- oder einen Todes- impuls erhält, denn der Mensch hat die Tendenz, in das Bild hineinzuwachsen, an das er am meisten denkt.
Wenn der Geist auf einen bestimmten Gedanken gerichtet ist und bei ihm ver- harrt, wird eine ganz bestimmte Masseschwingung in Bewegung gesetzt, häufig wird diese Schwingung öfter hervorgerufen, hat desto mehr die Tendenz, sich zu wiederholen, und wird zu einer Gewohnheit und einem Automatismus. Der Körper folgt dem Geist und vollzieht seine Veränderungen nach. Wenn der Gedanke konzentriert ist, werden die Augen fest.

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Gedankenkraft schafft die Umstände

Es heißt oft, dass der Mensch das Ergebnis der ihn umgebenden Kräfte ist. Das stimmt nicht. Wir können das nicht glauben, denn die Fakten beweisen stets das Gegenteil. Viele der größten Menschen auf der Welt sind in Armut und misslichen Umständen geboren worden.
Viele, die in Slums und schmutziger Umgebung geboren worden sind, haben sich zum höchsten Status in der Welt erhoben. Sie erlangten den Lorbeer des Ruhmes und zeichneten sich aus in Politik, Literatur und Poesie. Sie sind strahlende Genies und Leuchtfeuer der Welt geworden. Wie ist das zu erklären?
Shri T. Muthuswamy Aiyar, Richter am Obersten Gerichtshof in Madras, wurde in absoluter Armut geboren. Er musste nachts im Licht der Straßenlaternen der Stadt lernen. Er hatte nicht genug zu essen. Er war in Lumpen gekleidet. Er kämpfte hart und wurde groß. Er erhob sich durch seine starke Willenskraft und seine eiserne Entschlossenheit über die Kräfte der Umgebung.
Im Westen sind Kinder von Schustern oder Fischern zu hohen Positionen auf- gestiegen. Jungen, die auf den Straßen Schuhe putzten, in Bars Bier verkauften oder in Hotels kochten, wurden berühmte Dichter und fähige Journalisten.
Johnson hatte recht ungünstige Voraussetzungen. Goldsmith war »überaus reich mit 40 Pfund pro Jahr.« Sir Walter Scott war sehr arm. Er hatte keinen Platz zum Wohnen. Das Leben von James Ramsay Macdonald ist wert, dass man darüber spricht. Er war ein Mensch mit großem Purusharta. Er stieg von Armut zu Macht auf - vom Arbeiterstand zum Status des Premierministers von England. Sein erster Job war das Frankieren von Briefumschlägen für 10 Schilling pro Woche.
Er war zu arm, um sich einen Tee zu kaufen; also trank er stattdessen Wasser. Seine Hauptmahlzeit war monatelang ein Beafsteakpudding für 3 Pennies. Er war Lehrer. Er interessierte sich sehr für Politik und Wissenschaft. Er war Journalist. Allmählich brachte er es durch große Anstrengung (Purusharta) zur Stellung des Premierministers.
Shri Shankaracharya, der Exponent der Advaita Philosophie, ein ungeheurer spiritueller Gigant und ein strahlendes Genie war arm geboren, in ungünstigen Umständen und Verhältnissen. Es gäbe Tausende derartige Beispiele. Es ist daher ganz klar, dass ungünstige Umstände nicht die potentielle Größe und das Hervorstechen des zukünftigen Genies auslöschen können, und das man durch fleißiges Bemühen, Geduld, Ausdauer, Wahrhaftigkeit, Ehrlichkeit, Integrität, Ehrlichkeit des Anliegens, festen Willen und starke Entschlossenheit über die Umstände hinauswachsen kann.
Jeder Mensch wurde mit seinen Samskaras geboren. Der Geist ist keine tabula rasa, kein weißes Stück Papier. Er enthält die Eindrücke von Gedanken und Handlungen aus früheren Geburten. Samskaras sind die latent vorhandenen Möglichkeiten. Diese guten Samskaras sind für den Menschen wertvolle Güter. Auch wenn er sich in misslichen Umständen befindet, geben ihm diese Samskaras den Schutz vor äußeren, unerwünschten und feindlichen Einflüssen. Sie helfen seinem Wachstum und seiner Entwicklung.
Versäume keine Gelegenheit. Nütze jede Gelegenheit. Jede Gelegenheit ist dazu da, dich zu erheben und zu entwickeln. Wenn du einen Kranken hilflos am Straßenrand liegen siehst, bringe ihn auf deinen Schultern oder in deinem Fahrzeug zum nächsten Krankenhaus. Pflege ihn. Gib ihm heiße Milch, Tee oder Kaffee. Massiere seine Beine mit göttlichem Bhava.
Fühle den alldurchdringenden, allerfüllenden, innewohnenden Gott in ihm. Sieh Göttlichkeit im Strahlen seiner Augen, in seinem Stöhnen, in seinem Atem, in seinem Pulsschlag und in der Bewegung seiner  Lungen.
Gott gab dir diese Gelegenheit, um Barmherzigkeit und Liebe zu entwickeln, um dein Herz zu reinigen und um Ghrina, Hass und Eifersucht zu beseitigen. Manchmal, wenn du sehr schüchtern bist, bringt Gott dich in Situationen, in denen du deinen Mut und deine Geistesgegenwart unter Einsatz deines Lebens unter Beweis stellen musst. Die bedeutenden Menschen in der Welt, die sich zu Außerordentlichkeit erhoben haben, haben alle Gelegenheiten bestmöglich genutzt. Gott formt den Geist der Menschen, indem Er ihnen Gelegenheiten gibt.
Denke daran, dass in deiner Schwäche die Stärke liegt, denn du bist immer aufmerksam, um dich zu schützen. Armut hat ihre Vorzüge. Armut macht demütig, stark und duldungsfähig, und Luxus führt zu Faulheit, Stolz, Schwäche, Müßiggang und allen möglichen schlechten Angewohnheiten.
Deshalb murre nicht über schlechte Umstände. Schaffe deine eigene geistige Welt und deine eigenen Umstände. Der Mensch, der versucht, sich in widrigen Umständen zu entwickeln oder zu wachsen, wird tatsächlich ein sehr starker Mensch sein. Nichts kann ihn erschüttern. Er wird aus härterem Holz geschnitzt sein. Er wird starke Nerven haben.
Der Mensch ist ganz gewiß nicht ein Geschöpf von Umwelt und Umständen. Er kann sie durch seine Fähigkeiten, seinen Charakter, seine Gedanken, seine guten Taten und sein richtiges Streben (Purusharta) beherrschen und verändern. Tivra (intensives) Purusharta kann das Schicksal verändern. Deshalb haben Vashistha und Bhishma Purusharta über ihr Schicksal gestellt. Deshalb, liebe Brüder, unter- zieht euch der Mühe. Überwindet die Natur und erfreut euch im ewigen Satchid- ananda Atman.

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Gedanken bilden den physischen Körper

Der Körper mit seinen Organen ist nichts als Gedanke. Der über den Körper nachsinnende Geist wird selbst zum Körper, und da er von ihm gefangen ist, wird er von ihm auch in Mitleidenschaft gezogen.
Dieser physische Körper ist sozusagen die Form, die der Geist bildet, um zu erleben, Energie freizusetzen und so Erfahrungen von dieser Welt zu machen mittels der fünf Wege oder Kanäle der Wahrnehmung, der fünf Jnana Indriyas (Wahrnehmungsorgane). Tatsächlich besteht der Körper aus objektivierten Gedanken, Launen, Überzeugungen und Gefühlen, die dem bloßen Auge sichtbar gemacht worden sind.
Alle Körper haben ihren Sitz einzig und allein im Geist. Kann ein Garten ohne Wasser existieren?
Der Geist vollführt alles und ist der höchste Körper. Sollte sich dieser grob- stoffliche Körper auflösen, wird der Geist sehr rasch nach Belieben einen neuen Körper annehmen. Wenn der Geist gelähmt ist, manifestiert der Körper keine Intelligenz mehr.
Bei den meisten Menschen steht der Geist sehr stark unter dem Einfluss des Körpers. Da ihr Geist sehr wenig entwickelt ist, leben sie hauptsächlich in der Manomaya Kosha. Entwickle die Vijnanamaya Kosha, und durch die Vijnanamaya Kosha (Buddhi) beherrsche die Manomaya Kosha (den Geist).
Der irrige Gedanke, man wäre der Körper, ist die Wurzel allen Übels. Durch falsches Denken identifiziert man sich mit dem Körper. Dehadhyasa entsteht. Man hängt am Körper. Das ist Abhimana. Dann entsteht Mamata (Besitzdenken). Man identifiziert sich mit Frau, Kindern, Haus, usw. Identifikation oder Verhaftung lässt Bindung, Elend und Schmerz entstehen.

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