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6. Wir sind Rebellen gegen Gott

Wenn wir den spirituellen Ruf hören und in uns eine sehr starke Reaktion spüren, warum sind wir dann nicht fähig, ihm ganz und gar zu folgen? Swamiji macht das ziemlich deutlich. Er sagt, dass wir immer noch zu sehr an den Objekten der Sinne interessiert sind. Warum ist das so? Die Wahrheit ist, dass wir abhängig sind. Normalerweise denken wir an Abhängigkeit in Zusammenhang mit Tabak, Alkohol und Drogen, aber es ist nicht notwendigerweise so.

Wir müssen die Feinheiten der Abhängigkeit verstehen. Eine Abhängigkeit ist etwas, dem wir frönen, obwohl wir wissen, dass es uns schadet. Wir können zum Beispiel der Nahrung in einem Ausmaß frönen, das für uns nicht gut ist. Wir wissen es, aber wir wollen es nicht aufgeben. Wir können Tratsch und Klatsch frönen. Wir wissen, es verunreinigt unseren Geist, aber wir wollen es nicht lassen. Gurudev sagt: „Befreie uns von Egoismus, Lust, Gier, Hass, Zorn und Eifersucht.“ Wir wissen, diese Dinge sind nicht gut für uns, aber wir geben uns nicht wirklich Mühe, damit aufzuhören.

Schließlich sollten wir erkennen, dass alle diese Dinge ihre Wurzel in einer Grundabhängigkeit haben, die wir nicht wirklich aufgeben wollen: Wir wollen tun, was wir wollen und wann wir wollen. Wir sind Rebellen gegen Gott. Gott ruft uns in ein Leben des Gehorsams, ein Leben der Demut, ein Leben der Hingabe und des Vertrauens. Wir hören den Ruf, wir sagen, wir wollen Gott, und ein Teil von uns will das sicher, aber es gibt einen Teil von uns, der ein Rebell ist, der einfach tun möchte, was er will.

Das ist der getrennte Ich-Sinn; etwas in uns möchte unabhängig bleiben. Wir wissen, dass dieser Einzelsinn die Quelle von Leid ist, aber wir wollen ihn nicht aufgeben. Das ist das eigentliche spirituelle Problem. Man nennt es „Unwissenheit“, weil wir es nicht bemerken. Aber in Gurudevs Ashram, mit seinen Lehren und den Lehrern, die wir haben, gibt es keine Entschuldigung für unsere Unwissenheit. Deshalb ist es das, was man willentlichen Ungehorsam nennt.

Denn wir wissen es besser, genauso wie wir es bei Drogen, Alkohol und Tabak besser wissen, aber wir wollen uns nicht ändern. Und so werden wir weiter leiden, solange wir nichts ändern wollen. Schließlich, mit Gottes Gnade und wie Swamiji sagt „unserer eigenen Gnade“ – der Zusammenarbeit unseres Geistes - werden wir sagen: „Ich habe genug davon, auf mich selbst gestellt sein zu wollen; ich habe genug Rebellion gehabt. Jetzt ist es Zeit, nach Hause zu gehen und Teil von dem zu sein, was ich wirklich bin.“

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7. Der Weg zum Frieden

Große Lehrer lehren eher durch ihr Tun als durch das, was sie sagen. Swamiji ist keine Ausnahme. Manche sagen sogar, dass jede seiner Handlungen eine spirituelle Lektion ist. Neulich beim Satsang, als das Friedensmantra gesungen wurde, legte er besonderen Wert darauf, wie er Shanti (Frieden) sang. Er hat es absichtlich in die Länge gezogen, er verlangsamte das gesamte Tempo des Singens und somit der Atmosphäre.

Das ist eigentlich nichts Neues, sondern schon so, solange man ihn kennt. Denn immer wenn er ein Friedensmantra singt, wenn er “Shanti, Shanti, Shanti“ singt, ist es, als käme es aus einer anderen Welt, als ob sein Singen selbst eine Lehre ist. Diese feine Betonung stimmt genau mit ihm überein, denn er sagt auch, dass es ohne Frieden kein Glück gibt. Mit anderen Worten hängt unser Glück, das, wonach wir suchen, vom Frieden ab. Instinktiv wissen wir das.

Die Leute fahren gern in den Urlaub, um ein wenig Frieden zu finden. Manche Menschen sind so aus dem Gleichgewicht, dass Schlaf ihre einzige Zuflucht zu sein scheint. Dennoch finden die meisten von uns nicht den Frieden, den sie suchen. Es muss wohl so sein, dass wir am falschen Ort suchen. Swamiji sagt uns ziemlich klar, der Grund unseres Ashanti - dass wir keinen Frieden finden können - sei unser Ego. Wenn es einen Wendepunkt im spirituellen Leben gibt, wenn es einen Schlüsselfaktor für das spirituelle Leben gibt, ist es die Erfahrung und Entdeckung, dass das Ego das wirkliche Problem ist.

Es ist das Ego, das uns psychologisch von unserem wahren Selbst abschneidet und so in uns eine unterschwellige Spannung durch das Gefühl des Isoliertseins hervorruft. Das Ego trennt uns von unseren Nächsten und ist so die Quelle unserer Konflikte und Streitereien. Es ist das Ego, das in uns das Gefühl des Mangels erzeugt, das das unauf hörliche Verlangen nach den Objekten der Welt erhält. Das theoretische oder intellektuelle Wissen, dass das Ego das Problem ist, hilft uns nicht wirklich.

Wir müssen es selbst durch Erfahrung entdecken. Wir müssen erkennen, was wir tun. Wir müssen sehen, dass wir für die Vergrößerung des Egos leben und sogar unser spirituelles Leben so ausgerichtet ist, dass das Ego etwas erreichen kann. Deshalb ist es so ein Segen, in einer Umgebung zu sein, in der wir wirkliches spirituelles Leben gezeigt bekommen. Wir können sehen, dass das spirituelle Leben eine Sache des Nichtseins, des Leerseins ist.

Es bedeutet auch, den Frieden zu kennen, der daraus entsteht, dass wir nicht versuchen, uns selbst zu behaupten und zu bestätigen. Wir können entdecken, dass wir unser ganzes Leben dafür verwendet haben, unser Ego zu stärken; das zu verstärken, was unseren Frieden zerstört. Wenn wir das entdecken, haben wir die Gott gegebene Gelegenheit, das Gegenteil zu praktizieren, alles zu tun, um unser Ego umzugestalten und nach und nach zu löschen. Das ist der Weg zum Frieden.

8. Lebe heute

Einer der Schlüssel zum Erfolg auf jeglichem Gebiet ist, ein Ziel klar vor Augen zu haben. Ob es ein Student ist, der ein Stipendium will, ein Geschäftsmann, der Geld machen will oder ein Spezialist, der Hervorragendes auf seinem Gebiet leisten will. Ein Ziel klar vor Augen zu haben ist unerläßlich, um Erfolg zu haben. Die Schwierigkeit ist, wenn wir ein bestimmtes Ziel erreichen wollen, kann es sein, dass wir das Leben auf später verschieben. Das Ziel wird das einzig Wichtige, denn wir sind überzeugt, wenn wir das Ziel erreicht haben, werden wir glücklich sein.

Deshalb ist unser Geist an das Morgen gebunden, das Heute betrifft uns nicht so sehr. Aber selbst wenn wir unser Ziel erreicht haben, bringt es uns selten das Glücksgefühl, das wir erwartet haben. Deshalb sind wir entweder enttäuscht oder wir setzen uns ein weiteres Ziel, um unsere Enttäuschung zu umgehen. Und wieder sind wir davon überzeugt, glücklich zu sein, wenn wir das Ziel erreicht haben. Wir können unser ganzes Leben so verbringen: Für die Zukunft leben, das Heute ignorieren und eines Tages die Welt verlassen, ohne wirklich gelebt zu haben.

Vielleicht kann uns das sogar im spirituellen Leben passieren. Wenn wir im spirituellen Leben vorankommen wollen, brauchen wir ein Ziel, auf das wir hinarbeiten. Aber wir können möglicherweise so konzentriert auf unser Ziel sein, dass wir vergessen, heute zu leben. Swamiji hat uns neulich am Morgen deutlich darauf hingewiesen. Er verglich das spirituelle Leben mit einer Reise. Er sagte: „Es ist gut, das Ende einer Reise zu erreichen, aber in Wirklichkeit liegt die Freude in der Reise selbst.

Jeder Tag bringt neue Herausforderungen und Abenteuer. Wenn du also dein Ziel erreicht hast und zurückblickst, siehst du, dass die Reise selbst ein genauso wichtiger Teil war.“ Der große Poet Rabindranath Tagore hat ein sehr inspirierendes Gedicht zu diesem Thema geschrieben:

„Schaue auf das Heute. Es ist das Leben. Das Leben allen Lebens. In seinem kurzen Ablauf liegt alle Wahrheit und Wirklichkeit deines Seins: die Wonne des Wachsens, die Größe der Tat und die Herrlichkeit des Schönen. Denn das Gestern ist nichts als ein Traum und das Morgen nur eine Vision. Aber das Heute recht gelebt macht jedes Gestern zu einem Traum voller Glück und jedes Morgen zu einer Vision voller Hoffnung. Deshalb achte gut auf diesen Tag!“

Heute zu leben bedeutet, ein achtsames Leben zu leben, in jedem Augenblick ganz und gar präsent zu sein. Unsere ganze spirituelle Praxis soll uns dabei helfen: Japa (Mantrawiederholung), Verehrung, spirituelle Erforschung, Studien und Meditation - all das konzentriert unseren Geist.

Unsere spirituelle Praxis bringt uns zum gegenwärtigen Augenblick, und dieser gegenwärtige Augenblick ist Leben. Krishna sagte: „Gib alles Dharma auf. Nimm Zuflucht in mir allein.“ Gib all deine Vorstellungen über die Zukunft, die Vergangenheit oder darüber, wie Leben gelebt werden sollte, auf und nimm genau jetzt Zuflucht in Gott. Lebe in der Gegenwart. Lebe heute.

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9. Fußspuren

Seit fast vierzig Jahren reist Swamiji regelmäßig in den Westen. Und während er im Westen war, sammelte er spirituelle Botschaften, die ihn ansprachen. Oft hat er sie dann als kleine Heftchen zu Tausenden verteilt. Eines Morgens wiederholte er hier eine Geschichte mit dem Titel „Fußspuren“, die in seinem Buch „Erwäge diese Wahrheiten“ aufgezeichnet ist. Es ist die kurze Geschichte einer Frau, die träumte, dass sie mit Gott am Strand spazieren ging.

Während sie mit ihm sprach, blickte sie auf die Fußspuren im Sand zurück und sah, dass es immer zwei Paar Fußspuren waren, bis auf die Zeiten, in denen sie es wirklich schwer gehabt hatte. Da sah sie nur ein Paar Fußabdrücke. Also wandte sie sich an Gott und sagte: „Warum hast du mich verlassen, als ich dich am meisten brauchte?“ Gottes Antwort war sehr interessant, sagte Swamiji.

Ich bin nicht sicher, warum Swamiji uns an diesem Morgen die Antwort Gottes nicht erzählt hat. Vielleicht wollte er, dass wir darüber nachdenken, warum wir fühlen oder denken könnten, Gott sei in unseren schwierigsten Zeiten nicht da. Denken wir denn, Gott ist nur anwesend, wenn wir es fühlen? Ist unser Gott nur ein Gott unserer Gefühle? Ist unser Gott nur ein Gott der Sattva Guna (wenn in uns Reinheit und Durchlässigkeit vorherrscht)? Wir wissen alle, dass die drei Gunas (Eigenschaften der Natur) ständig wechseln.

Wenn Sattva (Reinheit, Klarheit) vorherrscht, haben wir kein Problem, an Gott zu glauben. Unser Glaube ist fest. Aber wenn Tamas Guna (Dunkelheit, Trägheit) vorherrscht, denken wir, Gott hat uns verlassen. Aber der Gott der Schriften ist ein Gott, der jederzeit gegenwärtig ist, ein Gott, der die drei Gunas transzendiert. Der Gott, den wir verehren sollen, der Gott, den wir suchen sollen, ist ein allgegenwärtiger Gott - in dem wir leben, uns bewegen und unser Sein haben - egal, welche Guna gerade gegenwärtig ist, egal wie wir uns fühlen.

Wir sollen diesen unerfahrbaren, undenkbaren und unfühlbaren Gott entdecken, der immer mit uns ist. Swamiji gab uns Gottes Antwort an diesem Morgen nicht. Aber es ist wirklich eine sehr interessante Antwort. Denn Er sagte der Frau: „Mein liebes, geliebtes Kind, du solltest wissen, dass ich dich nie verlasse. Der Grund, warum du während deinen schwierigen Zeiten nur ein Paar Fußspuren siehst, ist, dass ich dich getragen habe, als du dachtest, ich hätte dich verlassen.“ Also egal, wie wir uns fühlen, Gott ist immer treu. Er ist immer bei uns. Wenn wir uns daran erinnern, wird Tamas Guna verschwinden und Sattva Guna wieder zurückkehren.

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10. Das Ziel ist jenseits von Gefühlen

Irgendwann in unserem Leben fühlten wir eine machtvolle Anziehung, einen Ruf zum spirituellen Leben. Vielleicht haben wir etwas gelesen, haben einen spirituellen Lehrer getroffen oder hatten eine spirituelle Erfahrung. Es war etwas, das uns sehr wirklich erschien. Wir fühlten die Anziehungskraft Gottes. Als Folge davon verbinden wir gedanklich unsere Suche, unser Ziel normalerweise mit einer gewissen Gefühlserfahrung.

Manchmal hat ein Suchender eine so tiefe spirituelle Erfahrung, dass er oder sie Jahre damit verbringt und unglaubliche Mühen auf sich nimmt, diese Erfahrung wieder zu bekommen. Oder wenn man sich von einem Lehrer angezogen fühlt, schließt man sich ihm oder seiner Institution an. In jedem Fall gibt es das starke Verlangen, diese Gefühlserfahrung wieder herzustellen oder eine Erfahrung zu haben, die wir uns als Gott vorstellen.

Wir suchen nach etwas Fühlbarem. Aber das ist es nicht, was uns die Schriften zeigen, noch ist es das, was wir im Lehrer sehen. Egal, wie unterschiedlich ihre Persönlichkeiten oder ihre Lehren sind, es gibt etwas, das die großen Gurus im Innersten alle gemeinsam haben und das ist eine Leere, eine Stille, eine Leichtigkeit. Es ist nichts, was wir greifen könnten, trotzdem ist es sehr real. Einige Schriften fordern uns auf, unseren Tiefschlaf zu analysieren, um uns zu zeigen, wonach wir suchen. Was weißt du vom Tiefschlaf? Wie kannst du den Tiefschlaf fühlen?

Alles, was du davon wissen kannst, ist, dass du gut geschlafen hast, und das ist die normale Erfahrung aller. Du kannst nichts darüber sagen, aber du kannst seine Existenz nicht bezweifeln. In der Beschreibung eines Heiligen heißt es oft, für ihn sind Erfolg und Misserfolg ein und dasselbe, für ihn sind ein Stück Gold und ein Klumpen Erde gleich. Können wir je dasselbe fühlen bei Erfolg und Misserfolg, einem Stück Gold oder einem Klumpen Erde?

Wir können uns vielleicht vorstellen, dasselbe zu fühlen, aber das ist einfach unsere Vorstellung. Wir können beides vielleicht nicht verfolgen oder meiden Vertrauen wie manch anderer, aber es wird immer eine Vorliebe geben. Wenn wir tatsächlich keine Vorlieben haben sollen, muss das also aus einem Bereich in uns jenseits von Fühlen oder Denken sein. Das führt uns dann zum Erkennen der größten Herausforderung des spirituellen Lebens: Was wir suchen ist jenseits allen Fühlens oder Verstehens.

Es ist ein Bereich des totalen Nichtwissens, jedenfalls soweit es den Verstand betrifft. Es ist dieses reine Bewusstsein, das sich selbst nicht kennen kann, aber alles andere weiß. Wenn wir denken, wir kennen es, dann kennen wir es nicht. Aber der Verstand kann wahrnehmen, dass es etwas gibt, das den Verstand wahrnimmt. Krishna sagt, das Geheimnis des Erfolgs ist Gleichmut und Übung. Wir müssen schrittweise Gleichmut gegenüber allem auf dieser Welt, einschließlich spiritueller Erfahrungen, entwickeln und die Gegenwart eines Gottes praktizieren, der sich nicht greifen lässt und dennoch da ist. Die Schriften sprechen von Moksha, von Befreiung, von Freiheit. Es ist die Freiheit von allem, das bekannt ist – sogar unserem „Wissen“ von Gott. Sie ruht im Absoluten.

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