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21. Das Heldenhafte in uns

Heute ist der Jahrestag von Mahatma Gandhis Geburtstag. Gurudev soll gesagt haben, dass nur alle 500 Jahre ein solcher Mensch auf die Welt kommt. Vor fast zwanzig Jahren, als der britische Filmemacher Attenborough einen Film über Gandhis Leben drehte, hat er alle Academy Awards (Preise) dafür bekommen. Damals kommentierte jemand, dass es nicht so sehr der Film selbst war, sondern das Thema des Films, welches für die Auszeichnungen verantwortlich gewesen war.

Wie kommt es, dass Mahatma Gandhi eine weltweite Anziehungskraft ausübt? Wie kommt es, dass jemand wie Martin Luther King - der den Schwarzen in Amerika mehr geholfen hat als sonst jemand in der modernen Zeit - sein Leben und seinen Ansatz nach dem Vorbild von Mahatma Gandhi geformt hat? Wie kann eine Figur, die alles zu repräsentieren scheint, was wir nicht wollen, eine solche Resonanz in unseren Herzen finden?

Niemand von uns will ins Gefängnis. Niemand will riskieren, geschlagen zu werden. Niemand möchte ohne Eigentum leben. Wie kommt es dann, dass jemand, der das alles lebt, so universellen Anklang findet? Die einzig mögliche Antwort ist, dass es in jedem von uns etwas Heldenhaftes gibt - auch wenn wir in erster Linie an unserer Bequemlichkeit interessiert sind, auch wenn ein Teil von uns für nichts und niemanden etwas opfern will.

Wenn Mahatma Gandhi uns anspricht, muss etwas von ihm auch in uns sein. Wenn Gurudev uns erreicht, muss etwas von Gurudev auch in uns sein. Warum erkennen wir das Heldenhafte in uns nicht? Vielleicht sind wir zu beschäftigt mit unseren Wünschen nach Bequemlichkeit und unserem Wunsch, jemand zu sein. Was ist nun unsere beste Handlungsweise? Erstens müssen wir die gute Nachricht entdecken – das Heldenhafte in uns. Wir müssen entdecken, dass die Anziehungskraft von Gurudev, Mahatma Gandhi und den Geschichten der Heiligen darin gründet, dass wir den Helden in uns bergen und dass dieser für das Höchste alles geben will.

Also müssen wir in uns selbst hineinschauen und alle Dinge aufdecken, die unser Heldenhaftes verdecken und tarnen. Wir müssen erkennen, dass wir Dingen nachjagen und von ihnen vereinnahmt werden, welche nicht nur unheroisch sind, sondern auch niemals liefern können, was sie versprechen. Sie versprechen uns das Glück, das wir wollen, aber durch Selbstbeobachtung und Analyse müssen wir zugeben, dass sie ihre Versprechungen nie einlösen können. Wenn wir das eingesehen haben und einmal das Heldenhafte in uns erkannt haben, dann entdecken wir, dass es das ist, worum es im spirituellen Leben geht: Es geht darum, das Heldenhafte im Inneren zu nähren und für alles leidenschaftslos zu sein, was nicht heldenhaft ist

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22. Du willst nicht loslassen

Vor vielen Jahren als ich nur kurze Zeit hier war, hatte ich körperliche Probleme. Swamiji wusste davon und eines Tages sagte er: „Dein Problem ist zwar real, aber es ist ein grundsätzliches, denn Du willst nicht loslassen.“ Wie bei vielen Bemerkungen, die Swamiji macht, kann es Jahre dauern, bis man wirklich versteht, worauf er hinaus will.

Damals gab es für mich anscheinend eine Menge loszulassen - Besitz, Familie, Zuhause, Land und so weiter. Aber wenn Gurudev sagt: „Nichts gehört mir, ich bin weder Verstand noch Körper, unsterbliches Selbst bin Ich“, bekommen wir eine Idee davon, dass die äußeren Dinge loszulassen einfach eine Vorbereitung ist für das, was innen loszulassen ist. Das macht es einfacher, aber die wirklich schwierige, erforderliche Aufgabe hat damit noch kaum begonnen. Was bedeutet es, dass wir nicht loslassen?

Es ist schwierig, alles zu verstehen, was es beinhaltet. Aber eine einfache Weise, es auszudrücken, ist: Egal, was wir aufgeben, wir wollen die Kontrolle behalten. Auf einer groben Ebene wollen wir die Umstände und die Leute um uns kontrollieren. Auf einer feineren Ebene wollen wir die Kontrolle über unser Leben nicht aufgeben. Etwas in uns sagt: „Das ist mein Leben, es gehört mir.“ Das ist die Essenz des Egos. Das ist die Essenz des Getrennt-Seins.

Da liegt das grundlegende Problem, mit dem wir uns wirklich befassen müssen. Man könnte sagen, dies ist das Herz des Problems, alles andere Loslassen ist nur eine Vorübung. Wenn wir bereit sind, direkt zum Herzen des Problems vorzudringen, werden die zweitrangigen Vorbereitungen von selbst wegfallen. Darauf wollen uns die bekannten Sätze hinweisen: „Lass los und überlass es Gott“, „Gib auf und vertraue“, „Nimm Zuflucht zu Mir allein, indem Du alle Dharmas verlässt.“

Aber es gibt einen Punkt, den Swamiji sehr klar macht in seinem Buch „Erwäge diese Wahrheiten“ in dem Kapitel „Aufgeben“: Was geben wir auf oder lassen es los oder lösen es? Es ist das Ich-Gefühl oder wie wir es heute Morgen nennen, das Verlangen nach Kontrolle. Es bedeutet in keinster Weise, dass wir uns von der Verantwortung abwenden. Es heißt in keinster Weise, dass wir uns schlafen legen und alles andere machen lassen.

Tatsächlich bedeutet es genau das Gegenteil. Zum ersten Mal im Leben sind wir wirklich aufmerksam, wach und übernehmen die volle Verantwortung. Das ist ein Geheimnis, das jeder für sich selbst entdecken muss. Aber es ist das Herz des spirituellen Lebens und deshalb werden wir früher oder später Swamijis Worte hören müssen: „Es ist, weil du nicht loslassen willst.“

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23. Mit dem Herzen hören

Swamiji sagte gestern, wenn wir ihm zuhören wie einem Menschen, kann uns die Botschaft nicht erreichen. Wir müssen erkennen, dass das Universelle zum Universellen spricht. Oder wir könnten sagen, das Überpersönliche zum Überpersönlichen. Diese Aussage ist eine Erinnerung daran, dass wir tatsächlich immer das Universelle und Überpersönliche waren, sind und sein werden, egal, was unser Verstand uns sagt, wer wir sind. Das bedeutet, es ist wie jeder von uns jetzt und hier gegenwärtig. Warum ist das nicht verwirklicht?

Weil wir dem Persönlichen statt dem Unpersönlichen Aufmerksamkeit schenken. Der Zweck all unseres Sadhanas ist, unsere Aufmerksamkeit vom Persönlichen zum Unpersönlichen, zum Universellen, zu lenken. Gibt es eine Weise, das zu üben, so dass, wenn Swamiji spricht, die Botschaft wirklich eingehen kann? Es bedeutet: Wir müssen mit dem Herzen hören statt mit dem Kopf. Was bedeutet das, mit dem Herzen hören statt mit dem Kopf? Wenn wir mit dem Kopf hören, hören wir mit unserem Verstand, welcher voller Vorstellungen ist - manche dieser Vorstellungen sind relevant, andere ablenkend. Jedenfalls geht die Botschaft nicht weiter als bis zum Hirn.

Wenn wir mit dem Herzen hören, hören wir mit dem Verstand, der eine Nachahmung jenes „Verstandes ist, der kein Verstand ist“, den Gurudev beschreibt. Es ist ein Geist frei von kritischen, analytischen oder zerstreuten Gedanken. Es ist der frische Geist eines Kindes, das sehr aufmerksam ist, aber keine analysierenden, kritisierenden oder ablenkenden Gedanken hat. Das Hirn nimmt die Botschaft auf und das ist alles.

Deshalb kann die Botschaft direkt ins Herz gehen. Im Allgemeinen sind wir nicht fähig, mit dem Herzen zu hören, weil wir es nie geübt haben. Wir haben nicht bemerkt, wie unbeständig unser Geist ist, obwohl Swamiji und Gurudev uns oft darauf hingewiesen haben. Wir haben unseren Geist, seine Gedanken und die angenommenen Wahrheiten nicht überprüft und gefragt: „Sind sie wahr?“

Wenn wir das tun, kommen wir zu einigen schockierenden Entdeckungen. Wir werden entdecken, dass die meisten Gedanken unseres Geistes reine Fantasiegebilde sind, die auf ungeprüften Annahmen basieren. Tatsächlich werden wir eine unglaubliche Wahrheit finden, wenn wir unseren Geist tiefgehend prüfen - es ist fast alles ein Fantasiegebilde.

Vielleicht ist das ein Grund, warum der Geist eines Heiligen oft zum Kein-Geist wird: dadurch, dass er oder sie den menschlichen Geist so gesehen hat, wie er ist und ihn transzendiert hat. Heilige wirken von ihrem Herzen aus. Wie Swamiji einmal zu jemandem sagte: „Ich habe einen Intellekt, aber ich ziehe es vor, von meinem Herzen aus zu wirken.“

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24. Die Gegenwart Gottes sehen

Gurudev war ein sehr praktischer spiritueller Lehrer. Er verbrachte nicht allzuviel Zeit damit, über die feineren Wahrheiten des Vedanta zu sprechen. Er neigte mehr dazu, zu sagen: „Tue dies, tue das.“ Er kam genau dahin, wo wir lebten und sagte uns, was wir genau an diesem Tag in unserem spirituellen Leben tun sollen. Es kann sinnvoll für uns sein, von Zeit zu Zeit darüber nachzudenken, was wir tatsächlich zu erreichen versuchen und zwar nicht in edlen Begriffen des Vedanta, sondern in praktischer alltäglicher Terminologie, so wie wir denken.

Das erste, worüber wir nachdenken könnten, ist, dass spirituelles Leben eine totale Umkehr von dem bedeutet, wie wir uns selbst, die anderen und die Welt sehen. Egal, was wir selbst oder andere sagen, die Welt ist für uns eine solide Wirklichkeit. Im Allgemeinen ist sie eigentlich die einzige Realität, die wir kennen. Nun beschreibt sie Swamiji als Null und Nichts, einen Traum, eine vorübergehende Show.

Auf der anderen Seite beschreibt er die Realität als unsichtbar, unbekannt, undenkbar. So befinden wir uns scheinbar in einer Zwickmühle. Das, was uns wirklich erscheint, ist nicht wirklich und das, was die Realität ist, ist für uns nicht erkennbar. Wie können wir denn diese unbekannte Realität angehen, so dass sie wirklich für uns wird - und das, was jetzt real ist, als eine vorübergehende Vorstellung oder einen Traum erkennen? Eines der bevorzugten Sadhanas Gurudevs und Swamijis ist, Gott in allen Namen und Formen zu sehen.

Aber wenn wir in diese Welt hinausschauen, sehen wir unglücklicherweise einfach eine Welt, wir sehen nicht den unsichtbaren Gott. Gibt es einen praktischen Weg, damit wir den unsichtbaren Gott in der Welt, in den Leuten und Geschöpfen um uns herum sehen können? Warum schauen wir nicht hinter diese Welt und sehen den Prozess darin, der vor sich geht? Wir alle kennen Edelsteine, Diamanten, Rubine usw. Sind wir uns bewusst, dass alle Edelsteine in 6 Kategorien von Kristallen fallen?

Es gibt eine verborgene Intelligenz, die Kohlenstoff in achteckige Kristalle bringt, die Diamanten genannt werden und Silizium in einen ande ren Kristall namens Quarz. Wenn wir eine Blume sehen, sehen wir vom ästhetischen Blickwinkel aus manchmal die Pracht Gottes darin, aber wenn wir auf andere Art schauen, sehen wir eine Intelligenz, die Nährstoffe aus dem Boden in die Pflanze bringt. Wenn wir verletzt werden, gibt es eine unsichtbare Intelligenz, die daran arbeitet, uns zu heilen.

Wenn wir also auf die Prozesse in der Welt schauen, bekommen wir einen Hinweis und ein Gefühl für die unsichtbare Präsenz. Das erfordert keine spezielle spirituelle Erfahrung oder spirituellen Kenntnisse. Es ist etwas, was wir mit unserem Geist und mit unserem Herzen tun können, wenn wir es einfach anwenden. Unsere ganze Aufgabe ist es, die unsichtbare Gegenwart zu sehen und als real anzuerkennen. Wir können nicht darauf warten, dass sie sich von selbst offenbart. Vielleicht passiert es, vielleicht auch nicht. Ein fortgeschrittener Teil unseres Sadhana kann sein, die unsichtbare Präsenz, die unsichtbare Intelligenz im Prozess der Welt und in den Umständen, die uns während des Tages begegnen, zu sehen.

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25. Gehorsamkeit

Über das Wort „Gehorsamkeit“ hören oder lesen wir nicht viel im spirituellen Leben. Es ist anders als „Reinheit“, „Entbehrung“, „Nicht-Verletzen“ oder „Wahrhaftigkeit“, über die regelmäßig gesprochen wird. Gehorsamkeit wird natürlich angedeutet. Wenn wir uns als Diener Gottes oder des Guru betrachten, wenn wir uns Gott oder dem Guru hingeben, dann gehört dazu auch, dass wir gehorsam sein sollten.

Aber dies wird nicht groß erwähnt. Deswegen sollten wir genau zuhören, wenn Swamiji immer wieder Gurudev zitiert: „Gehorsam ist besser als Ehrfurcht“ oder indem auf das Ende des 18. Kapitels der Gita verwiesen wird: „Lies diese Verse, sie behandeln den Gehorsam gegenüber dem Guru.“ Wenn wir aber diese Verse wie vorgeschlagen lesen, scheint es, als ob Krishna zu Arjuna sagt: „Ich habe Dir das Geheimnis aller Geheimnisse verraten. Denke Du nun darüber nach und handle, wie Du es wünschst.“

Da hier Gehorsam gegenüber dem Guru oder Gott nicht klar ausgesprochen wird, gibt es vielleicht etwas, dem wir nachgehen müssen, wenn wir verstehen wollen, worauf sich Swamiji bezieht. Normalerweise meinen wir mit Gehorsam den Gehorsam den Eltern, älteren Menschen oder dem Chef gegenüber. Es ist etwas, das wir natürlicherweise tun oder weil wir das Gefühl haben, wir müssen es tun. Manchmal gibt es auch so etwas wie blinden Gehorsam.

Wir haben es satt, mit unserem Verstand und der eigenen Unentschlossenheit zu kämpfen. Wenn dann jemand Gehorsam verlangt, hören wir mit dem Kampf auf und sagen: „Ok, ich werde tun, was auch immer du sagst.“ Oder falls wir einen Guru haben, könnten wir sagen: „Er ist Gott, ich brauche nun nicht mehr zu denken, ich gehorche einfach.“ Aber ist das spiritueller Gehorsam? Ist es das, was Swamiji mit Gehorsam meint? Wenn dies spiritueller Gehorsam ist, warum sollte Krishna dann sagen: „Denke Du nun darüber nach und handle, wie Du es wünschst.“ Spiritueller Gehorsam entspringt tiefer Demut. Es ist eine  tiefe Anerkennung, dass es Dinge gibt, von denen wir einfach nichts wissen und dass die einzige Möglichkeit, sie herauszufinden, darin besteht, darauf vorbereitet zu sein, alle unsere Vorstellungen davon, was für uns am besten ist, aufzugeben.

Wenn man in diesem Ashram zu einem der Älteren geht und sagt: „Ich möchte gern dies oder jenes tun“, so könnte es eine kleine Diskussion geben, aber eigentlich, wenn man auf dem besteht, was man möchte, wird man wahrscheinlich feststellen, dass man es tun darf und obendrein oft noch einen Segen erhält. Später aber stellt man dann fest, dass er das gar keine gute Idee für dich fand.

So hast du vielleicht gedacht, dass Du dem Guru oder dem Älteren gehorcht hast, aber du hast dann gemerkt, dass man machen darf, was man will. Gehorsamkeit im spirituellen Leben ist also weder blinder Gehorsam, noch die Erlaubnis für etwas zu bekommen, was man tun möchte. Es ist eher ein Anerkennen, dass man nicht weiß, was im eigenen höchsten Interesse steht und dass niemand einen zum Gehorsam zwingen wird. Deswegen ist Gehorsam etwas, was du freiwillig und mit aller Intelligenz tust.

Tatsächlich ist es nicht nur freiwillig, sondern es ist etwas, worum man hart arbeiten muß. Alle unsere natürlichen Neigungen verbunden mit der Tatsache, dass niemand uns zum Gehorsam zwingen wird, machen es sehr leicht, ihn zu vermeiden. Deswegen müssen wir mit großer Demut und Weisheit tief nachforschen, was spiritueller Gehorsam wirklich bedeutet. Wenn wir das tun, werden wir entdecken, dass er die Macht hat, eine mystische Verbindung zum Guru und zu Gott zu erschaffen, die von unschätzbarem spirituellem Wert für uns ist.

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