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Leben und Werk des Heiligen Arunagirinathar - Die Ansicht aus Schlussfolgerungen und Hinweisen in den Werken

Dies basiert auf dem tamilischen Werk „Arunagirinathar: Varalaarum Noolaaraychiyum“ – „Arunagirinathar: Leben und Forschung über seiner Werke“ von Rao Bahadur V.S. Chengalvaraya Pillai, das im Jahre 1947 veröffentlicht wurde. Der verehrte und gelehrte Herr Pillai hat eine enorme Arbeit geleistet, indem er auf die Idee gekommen ist, das „Murugavel Panniru Tirumurai“ entsprechend dem „Saiva Panniru Tirumurai“ zu kodifizieren, wofür wir ihm zu Dank verpflichtet sind. Gemäß seiner Forschungen, die auf Hinweisen aus dem Tiruppugazh und anderen Werken von Arunagiri basieren, schildert er das Leben des Heiligen so:

Abgesehen von der Tatsache, dass Arunagiri zur Zeit von Pravuda Deva Maharaja, der dieses Gebiet 1450 n. Chr. regierte, in Tiruvannamalai lebte, gibt es keine konkreten Hinweise über Arunagiris Kaste, seine Eltern und sein früheres Leben. Arunagiri war von Kindheit an mit den frühen tamilischen Werken wie dem Tevaram, Tirumantiram, Tirumurugaatruppadai, Tirukkural usw. vertraut. Er hatte die Begabung und Fähigkeit, Gedichte zu schreiben und er war ein Verehrer von Lord Murugan.

Wie es das Schicksal wollte, fiel er den Verführungskünsten von Kurtisanen zum Opfer und verlor all sein Eigentum in seinen Ausschweifungen. Er nutzte sein Talent Lieder zu komponieren, um Geld für seine Geliebten zu verdienen. Schließlich verarmte er völlig, Krankheiten nahmen ihn in Beschlag und er fühlte sich beschämt über sein Elend.

Als er seinen Zustand und auch die verdienstvollen Taten seiner früheren Leben erkannte, kam ein älterer frommer Mensch zu ihm und riet ihm, Buße zu tun und über Lord Shanmukha, den Herrn mit den sechs Gesichtern, zu meditieren. Aber er achtete nicht auf diese heiligen Belehrungen und verschwendete sein Leben noch eine Zeit lang weiter, nur um von seinen Verwandten und den Menschen der Stadt verspottet zu werden.

Aber die Zeit ist ein großartiger Heiler. Die Zeit für das Reifwerden seiner früheren verdienstvollen Taten näherte sich und seine geistige Haltung veränderte sich ebenfalls. Er bereute sein vergeudetes Leben und dass er nicht dem Rat des Weisen gemäß gehandelt hatte. Deshalb betete er zu Lord Murugan, setzte sich in die Nähe des großen Turmes (Gopuram), des Arunachaleshwarar Tempels in Tiruvannamalai und begann ernsthaft sein Sadhana, aber ohne eine Wirkung. Dann entschloss er sich, seinem Leben ein Ende zu setzen, stieg auf den Tempelturm und stürzte sich hinab.

Lord Murugan, dessen ewiger Diener er war, fing Arunagiri in Seinen Armen auf und rettete ihn vor dem Tod. Dann erschien ihm Murugan, umgeben von seinen Verehrern, unter dem Klang vedischer Hymnen erklang, und Sein Pfau 5 tanzte. Der Herr sprach ihn mit „Arunagiri-Natha“ (Meister) an, schenkte ihm Gnade mit seinem Blick, gewährte ihm, Seine Füße zu berühren, schrieb sein Mantra aus sechs Buchstaben auf Arunagiris Zunge und verlieh ihm das Wissen über die tamilische Sprache in ihren drei Aspekten als Prosa, Poesie und Drama. Er gab Arunagiri auch eine Japa-Mala (rosenkranzähnliche Perlenkette), befreite ihn von seinen Unreinheiten (Mala) und seiner Unwissenheit (Maya), gab Mowna-Upadesha (Unterweisung, Schweigen zu bewahren), lehrte ihn die verschiedenen Yoga-Pfade und -Techniken, gab ihm Upadesa (Unterweisung) über Jnana-Marga (den Yogaweg des Wissens) und offenbarte ihm das höchste Geheimnis des Om (Pranava oder Omkara).

Gott befahl Arunagiri dann Sein Lob zu singen und, als Arunagiri sich auf seine Unwissenheit berief, gab ihm Gott selbst die erste Zeile als „Muttait Taru...“ und befahl ihm, in dieser Weise zu singen, was Arunagiri dank der Gnade Gottes auch sofort gelang. Es verdient der Erwähnung, dass unser verehrter und verstorbener Sri V.S. Chengalvaraya Pillai für jede einzelne seiner oben erwähnten Tatsachen, Zitate aus den hintersten Winkeln von Arunagiris Werken und auch aus anderen Quellen anführt, die alle seine hohe Gelehrtheit, sein tiefes Wissen und seine Hingabe an Gott zeigen. Es ist jedoch erstaunlich, dass er bestimmte Tatsachen ausgelassen hat, obgleich er sie natürlich im Vorwort erwähnt hat – im Vorwort sagt er: Da wir nicht mit Bestimmtheit sagen können, dass die gedruckten Tiruppugazh-Lieder Arunagiris eigene Worte sind, und da es unter den tamilischen Heiligen üblich war, sich so darzustellen, als seien sie in der Maya gefangen, um die Welt zu belehren, obwohl diese sie in Wirklichkeit nicht berührte, habe ich bewusst sogar belegte Zitate ausgelassen, um zu vermeiden, sie so zu zitieren, als würden sie sich auf Arunagiris eigenes Leben beziehen. Zum Beispiel:

1. In den Tiruppugazh Versen 392, 752 und 1301 sagt Arunagiri klar, dass er das Leben eines Grihastha („Haushaltsvorsteher“) mit Frau, Kindern, Schwieger - töchtern und anderen Verwandten führte. Da ich zögere, dies so zu behaupten, habe ich es weggelassen.

2. (a) Hinsichtlich Arunagiris Kaste bezeichnet er sich selbst in T. No. 26 6 als „einen Niedrigen, der Fleisch isst“. Kann man deshalb sagen, dass er zu einer fleischessenden Kaste gehört? Und noch einmal, im Vers 31 des Kandar Anthadi sagt er (Arunagiri) selbst „O Brahmanen, die ihr gnadenlos Ziegen tötet als Yagas (Opfer)!“ Gehört er, der die Brahmanen verdammt, weil sie Tiere töten, zu einer Kaste, die Fleisch isst?

(b) In seinem Werk „Sasanat Tamizhkavi Charitam“ bezieht sich Rao Saheb M. Raghava Iyengar auf Arunagiri als „Sarva-Bhauma Dindima Kavi“, „Ashta- Bhasha Paramesvara“ usw. Wenn wir nun behaupten, Arunagiri müsse ein Brahmane gewesen sein, weil viel Sanskrit in seinen tamilischen Werken vorkommt, (dann kann das nicht sein), dann müssen wir uns fragen, ob es für jemanden, der dank der speziellen Gnade von Lord Murugan „zahllose Kräfte“ erworben hat, schwierig sein soll Sanskrit zu verwenden. Um diese Verwirrungen zu umgehen, habe ich geschrieben, dass Arunagiris Kaste unbekannt ist; das Wichtigste ist, dass er ein großer Tapasvin (Asket) und Kenner der Wahrheit ist, schließt Sri V.S.C. Pillai 7. 

Nun wollen wir die obigen Punkte betrachten.

1. Eine freie Übersetzung von T-392 wäre: Die Frau macht sich lustig, alle Leute der Stadt machen sich lustig, alles Frauenvolk macht sich lustig, Vater und Verwandte, im Geiste bedrückt, auch ich im Herzen bedrückt, all die Leute, die gedankenlos verdammende Worte über mich sagen und schlecht von mir reden, Dunkelheit umgibt meinen grübelnden Geist, ich dachte „Ist dies das Glück, wofür ich geboren wurde?“ – Und während ich dies täglich dachte, als ich beschloss, die Seele von diesem Körper abzuwerfen – Diese Füße, die Du mir damals gewährt hast. O Herr, gewähre sie mir wieder.

Das Lied beginnt mit den Worten „die Frau macht sich lustig“. Das Sich lustig machen seiner Frau, seines Vaters, seiner Verwandten ist die Ursache dafür, dass sich Arunagiri entschließt, seinem Leben ein Ende zu setzen. Diese Wirkung hat Sri Pillai als authentische Information übernommen, aber er hat die Ursache dafür ignoriert. Es scheint weder vernünftig, noch bringt es der eigenen Forschung Stichhaltigkeit, wenn man bei einem Lied dieser Art manche Tatsachen als relevant übernimmt und andere als irrelevant verwirft, die ursächlichen Faktoren ignoriert und die Wirkung akzeptiert.

Außerdem werden die Behauptungen, dass Arunagiri sich entschloss, sein Leben zu beenden, dass er die früheren tamilischen Werke kannte u. a. nur von einigen wenigen Autoritäten unterstützt. Wenn man diese als relevant für Arunagiris Leben akzeptiert, warum sollte man dann nicht auch akzeptieren, dass Arunagiri verheiratet war, eine Frau, Kinder, Mutter, Vater und Verwandte hatte – eine Tatsache, die Arunagiri eindeutig an nicht weniger als 30 Stellen erwähnt, sowohl in seinen Tiruppugazh Gedichten als auch in seinen anderen Werken.

Weiterhin sagt V.S.C. Pillai, es sei die Gewohnheit der großen tamilischen Heiligen und Poeten gewesen, die Fehler der Massen auf sich zu nehmen, für niedere Handlungen Reue zu bekunden und die Gnade Gottes um Vergebung und Segen anzurufen; als wirksames Mittel zur Transformation der Menschen, weil Gedichte in der ersten Person geschrieben werden und in der Lage sind, die Herzen derjenigen zu berühren, die sie rezitieren. Viele behaupten daher, dass die Fehler, die Arunagiri in seinen Tiruppugazh Liedern besingt, sich nicht notwendigerweise auf ihn beziehen und nicht wörtlich genommen werden sollten.

Sri V.S.C. Pillai trägt zu dieser Ansicht bei und es ist etwas Wahres daran. Aber er scheint dabei vergessen zu haben, dass diese Ansicht vor allem deshalb vorgebracht wird, um Arunagiri von solchen Makeln wie Ausschweifungen usw.  zu befreien, und nicht so sehr um zu verleugnen, dass er ein Haushälter war; während Prostitution ein Übel und eine Sünde ist, ist Grihasthasrama, das Leben als Familienvater kein Übel, Verbrechen oder Mangel. Im Gegenteil ist Grihasthasrama eine lobenswerte Lebensstufe, besonders gemäß den tamilischen Schriften. Es ist daher wirklich unverständlich, dass Sri Pillai, während er zu der obigen Ansicht beiträgt, anscheinend akzeptiert, dass Arunagiri mit Prostitution zu tun hatte, aber nicht bereit ist einzugestehen, dass er Familienvater war.

Wenn vage Hinweise zitiert werden, um selbst geringfügige Tatsachen zu beweisen, was schadet es dann zu akzeptieren, dass Arunagiri ein Familienleben geführt hat, wenn es zigfache Hinweise darauf gibt? Würde das Arunagiris Größe schmälern? Oder können wir seiner Größe auch nur einen Zentimeter hinzufügen, wenn wir diese Tatsache ignorieren? Wenn wir davon ausgehen, dass er Frau und Kinder hatte, unterstützt das die Tatsache, dass sich Arunagiris Sohn in seinen Sanskritwerken auf Arunagiri bezieht und dass einer seiner Nachfahren einen Altar für ihn in seinem Geburtsdorf Mulla ndi ram gespendet hat – Tatsachen, die von Historikern aufgrund von Inschriften bewiesen wurden (wie oben erwähnt)

Ist es nicht seltsam, dass der Autor, der die traditionellen und historischen Erzählungen außer Acht lässt und das Leben von Arunagiri hauptsächlich auf inneren Hinweisen in seinen Werken beruhend, beschreibt, bestimmte wichtige Tatsachen ignoriert, die in eben diesen Werken so deutlich dargestellt werden! Hier bietet sich ein nützlicher Abstecher an, um zu sehen, in wie weit die Ansicht richtig ist, dass das, was Arunagiri von sich selbst in den Tiruppugazh Liedern erzählt, sich nicht auf ihn bezieht, dass er niemals ein übles oder sinnliches Leben oder Familienleben gelebt habe, sondern dass sein früheres Leben rein und makellos gewesen sei.

Es ist wahr, dass große Persönlichkeiten die Fehler der Allgemeinheit scheinbar auf sich beziehen, und auch Arunagiri hat dies in einigen seiner Tiruppugazh Liedern getan, um Menschen zu bilden und zu erziehen. Dies kann man aus Liedern wie T-121: „Seeralasadan“; T-180: „Thitamili“; T-183: „Pancha Paadagan“; T-576: „Pulaiyanaana“; T-611: „Avaguna Viraganai“; T-291: „Thaakkamarukkoru“; T-363 „Maalaasai Kopa“ etc. sehen, in denen er sich selbst in allgemeiner Form verdammt– als ein Sünder, als Egoist, als ein Narr, als ein zu nichts zu gebrauchen der Mensch, als Unkultivierter, Unbelesener usw. – und er betet um die Gnade Gottes. Solche Gedichte sind zweifelsohne allgemeine Schilderungen, weil die darin erwähnten Übel von allgemeiner Natur sind. Daneben gibt es z.B. Gedichte, die beweisen, dass er mit den früheren Tamil- und Sanskrit-Werken wohl vertraut war, dass er in früheren Leben Tapas (Askese) praktiziert hatte usw.; all dem würde widersprochen, wenn die obigen Verse wörtlich genommen würden.

Da die Verdammung in diesen Tiruppugazh Liedern von allgemeiner Natur ist, können wir diese Gedichte einfach als allgemeine Beschreibungen nehmen, statt sie wörtlich auf ihn zu beziehen. Aber nicht alle Tiruppugazh Gedichte sind so; man kann nicht sagen, dass Arunagiri nur die Übel, Mängel und Missetaten von anderen auf sich genommen hat, denn es gibt auch ganz andere Gedichte, worin er sich nicht in allgemeinen Begriffen als einen niedrigen Menschen, einen Narren usw. verdammt, sondern etwas Schlimmeres und gänzlich anderes, also etwas Persönliches, sagt.

In vielen seiner Tiruppugazh Lieder – und zwar in zahlreicheren als die allgemeinen Beschreibungsgedichte – beschreibt er anschaulich seine Erfahrungen mit Prostituierten – wie sie Männer verlocken, ihre privaten Gespräche, wie sie ihre Gunst gemessen (d.h. weniger oder freizügiger) schenken, je nach Höhe der Summe, die die Männer ihnen geben, wie sich ihre verschiedenen Körperteile vor, während und nach dem sexuellen Akt verändern, was für Töne sie von sich geben, welche Erfahrungen der Liebhaber selbst durchläuft etc. etc. Man kann klar erkennen, dass es ein Element der eigenen persönlichen Erfahrung in diesen Gedichten gibt. Während man allgemeines fehlerhaftes Verhalten anderer Menschen so darstellen kann, als beträfe es einen selbst, geht dies mit Erfahrungen nicht, außer man hat sie selbst gemacht. Gedichte wie T-46: „Angai Menkuzhal Aaivaar“; T-287: „Koonthal Avizhthu“; T-329: „Angai Neettiya“; T-336: „Kumatha Vaaikkari“; T-364: „Megamenum Kuzhal“;T-785: „Paadagach Chilambodu“ sind klare Zeugnisse von Arunagiris persönlichen Erfahrungen. Und nicht nur das.

In manchen seiner Tiruppugazh Lieder kritisiert und beschimpft Arunagiri Prostituierte vehement mit so durchdringenden, harten und schmutzigen Worten, dass sie nicht nur reine Beschreibungen sein können. Er muss durch sie solche Leiden und Schmerzen erlitten haben, dass er schimpft, beschimpft, kritisiert und sie nach Herzenslust verflucht, wie um sich für den Schaden zu rächen, den sie ihm zugefügt haben. Er scheint nicht damit zufrieden zu sein, sie in ein paar Gedichten anzugreifen; er kommt immer wieder darauf zurück. So groß muss sein Leiden gewesen sein, das er durch sie erfuhr, dass er sich nicht damit begnügen konnte, Gott dafür zu loben, dass er ihn aus ihren Fängen gerettet hat, sondern sie auch vehement, wie um Rache zu nehmen, angreift.

Dies ist aus T-267 ersichtlich: „Thodaththulakkigal“; T-269: „Thiruttu Naarigal“; T-677: „Kanavaalan Koovizhi“; 48 Kandar Anubhuti 01---KandarAnubhuti 09.12.2008 15:18 Seite 48 T-698: „Kadiya Vega Maaraatha“; T-884: „Kuritha Nenjaasai“ und anderen Versen. Darüber hinaus lässt eine genaue Prüfung solcher Lieder wie T-392: „Manaiyaval Nagaikka“; T-509: „Kumara Gurupara“; T-513: „Makara Merikadal“; T-916: „Tiruvuroopa Neraaga“ etc. keinen Raum für Zweifel, dass Arunagiri nicht nur Familien hatte, sondern dass auch seine maßlosen Ausschweifungen wirklich waren und nicht nur eine Beschreibung. Denn die besondere Gunst, die ihm von Gott gewährt wurde und die er in diesen Gedichten bestätigt, ist von rein persönlicher Natur.

Sie wurden Arunagiri und niemand anderem gewährt, und da ihn diese göttliche Gunst von seinem Hang zur Prostitution, der Lächerlichkeit vor seiner Frau usw. rettete, müssen auch die anderen Tatsachen genauso wirklich sein und ihn wie die Gnadenbeweise betreffen. Es kann nicht sein, dass er die von ihm erwähnten Segnungen empfangen hat und die Übel, die damit geheilt oder entfernt wurden zu jemand anderem gehören, d.h. diese Verse können keine allgemeinen Beschreibungen sein. Vor allem sagt Arunagiri eindeutig, dass seine Verwicklung in die Netze von Prostituierten auf seine früheren Taten zurückzuführen und von Brahma bestimmt worden sei (T-584: „Vidhiyathaagave“; T-842: „Thodutha Naal Mudhal“).

So können wir also sehen, dass die Tiruppugazh Lieder unterschiedlich sind: Es gibt Gedichte der Selbstverurteilung, in denen er die Übel anderer sich selbst zuschreibt, um die Massen zu bilden und zu helfen, den Geist der Menschen auf Gott zu lenken; es gibt Gedichte der Beichte und Reue über seine vergangenes schlechtes Leben mit den Kurtisanen, und wo er Gottes Gnade sucht, um von ihnen befreit zu werden; es gibt Dankesgedichte, in denen er für die speziellen Gnadenbeweise, die ihm gewährt wurden, dankt; die ihn aus den Fängen der Prostituierten befreit haben; es gibt Gedichte mit schweren Angriffen und Kritik an Prostituierten, um sich für den ihm angetanen Schaden zu rächen.

Es gibt auch Gedichte, die zu keiner der oben genannten Klassifikationen passen. Es gibt Gedichte, die verschiedene spirituelle Erfahrungen enthüllen, die er nur durch die unendliche Gnade Gottes erlangte; es gibt Gedichte, die reine Lobpreisungen Gottes sind (T-100: „Naada Vindu“; T-270: „Arakara Sivanari“; T-366: „Saravana Jaataa“; T- 101: „Bodakantharu“; T-654-I: „Paramagurunaatha“; T-730: „Seethala Vaarija“); es gibt Gedichte, die Informationen über verschiedene Themen wie z.B. Krankheiten beinhalten (T-228: „Vaadamodu“; T-260: „Irumaluroga“; T-582: „Valivaada“), über Yoga (T-190: „Moolankilarodu“; T-647: „Naalu Sathuratha“; T-652: „Mathiya Manguna“; T-896: „Pancha-Pulanum“; T-1114: „Neerunila Mandaatha“), über Musik (Tala), etc.

Darum können wir nicht alle Tiruppugazh Lieder in eine einzige Kategorie, z.B.  der allgemeinen Beschreibung bringen, noch können wir eine Kategorie von Gedichten einer anderen zuordnen. Sie müssen sorgfältig gesichtet werden und Arunagiri in seiner wirklichen Perspektive verstanden werden, was natürlich keine einfache Aufgabe ist. Die Tiruppugazh Lieder unterscheiden sich meistens in ihrer ersten Hälfte, während die zweite Hälfte von fast einförmiger Natur ist, da sie in der zweiten Hälfte den Herrn mit den sechs Gesichtern auf unterschiedliche Weise preisen.

Darum der Name Tiruppugazh – Lieder des Lobes (Pugazh) Gottes, des Glorreichen (Tiru). Arunagiri ist so geschickt, dass er jedem in einem Tiruppugazh-Vers behandelten Thema Leben einflösst. Seine Fähigkeit ist par excellence und er ist Groß meister der Kunst, Tatsachen und seine Erfahrungen berührend und lebendig zu beschreiben – seien sie weltlich oder spirituell, sinnlich oder göttlich. Dies hat Arunagiri dem heiligen Thayumanavar so lieb gemacht, dass dieser ausruft:

Aiyaa Arunagiri Appaa Unnaippol

Meiyaaga Ore Sol Vilambinar Yaar?

„O Arunagiri, mein (spiritueller) Vater! Wer hat, Dir vergleichbar, ein Wort der Wahrheit gesagt?”

II. (a) Hinsichtlich Sri Pillais Ansicht über T-26 und Kandar Anthadi-31 kann ich aus Sri Sadhu Anuvanandajis im „Sri Vallimalai Tiruppugazh Sacchidananda Swami Centenary Jayanti Souvenir“ 1970 veröffentlichten Artikel wie folgt zitieren: „Dies sind keine ernsthaften Einwände, weil es Arunagiri als einem Gowda Brahmanen nach den Regeln seiner Kaste erlaubt wäre, bestimmte tierische Nahrung zu sich zu nehmen. Aber selbst dann bedauert Arunagiri seine Neigung dazu. Selbst ein Brahmane könnte Tieropfer in Yajnas verdammen, da sie damals selten geworden sind, weil sie von der höheren Brahmanenschicht nicht befürwortet wurden.“ Also sind die Aussagen, dass Arunagiri Fleisch gegessen hat und gleichzeitig Brahmanen, die Fleisch gegessen haben, verurteilt hat, weder unvereinbar noch entkräften sie die Behauptung, dass Arunagiri ein Brahmane war.

Zusätzlich gibt es noch ein Argument von einem anderen Gesichtspunkt aus, das sogar noch passender und überzeugender erscheint: Arunagiris Geständnis, „gierig Fleisch gegessen zu haben“ weist nur auf die Tatsache hin, dass er (als Brahmane) von Geburt an nicht zu einer fleisch essenden Kaste gehörte und dass er das nur gelegentlich tat, d.h. in und durch die Gesellschaft von Kurtisanen (die normalerweise Alkohol trinken und Fleisch essen), T-391: „Soodu Kolai“; die anregende und berauschende Dinge zum Essen geben, T-677: „Kanavaalang-Koorvizhi“; die Morde begehen, die hochstehende, edle Menschen beflecken, die keinen Respekt für gesellschaft - liche Unterschiede haben, T-817: „Vangaara Maarpilani“ und deren Gesellschaft die Ursache für die fünf großen Sünden (Pancha-Mahapatakas) und viele andere Laster ist, wozu auch Fleischessen gehört.

Und dass Arunagiri die erbarmungslosen Handlungen von Himsa, Grausamkeit, der Brahmanen, Ziegen in Yajnas (Feuerzeremonien) zu töten verurteilt, weist wiederum nur darauf hin, dass er zur Brahmanenkaste gehörte, es aber trotzdem verdammte, weil es ein Akt der Grausamkeit ist, der Verdammung verdient, ob er nun von Brahmanen oder anderen begangen wird. In beiden Aussagen hat Arunagiri reine Tatsachen gesagt – Tatsachen wie sie sind, worin er einzigartig ist.

Ein Brahmane, der offen gesteht, dass er Fleisch gegessen hat und gleichzeitig das gnadenlose Töten von Tieren durch Brahmanen im Opfer verdammt – das steigert seine Größe, denn wer außer Arunagiri würde es wagen, die Dinge so offen zu benennen? Er ist ein außergewöhnlicher Mensch, für den es ganz natürlich und spontan ist, offensichtliche Tatsachen zu enthüllen. Während Arunagiri so die grausamen Akte der Brahmanen verurteilt, lobt er sie auf der anderen Seite für die Beachtung ihrer vorgeschriebenen religiösen Rituale in T-625 „Thaathu Maamalar“: „O Herr, der Du täglich, wie in den Veden vorgeschrieben, fehlerlos und zeremoniell von den 3000 glorreichen Brahmanen (in Chidambaram) verehrt wirst“; T-432 „Vilaikku Meniyil“: „O Herr, dessen Altar in Tirukkonamalai steht, wo herausragende Brahmanen leben, die mit den vier ewigen Vedas wohl vertraut sind.“; T-504: „Kuruthi Pulaal“; T-577: „Bhoga Karpakkadavul“ usw.

II. (b) Wenn Arunagiris Verwendung von Sanskritwörtern den „zahllosen Kräften“ zugeschrieben wird, die er durch die Gnade Gottes erlangt hat, können wir dann nicht im selben Atemzug sagen, dass sein Wissen über andere frühe tamilische Werke, auf die er sich im Tiruppugazh bezieht, auch auf dieselben „zahllosen Kräfte“ zurückzuführen ist, die ihm von Gott gewährt wurden? Warum sollten wir diese dann Arunagiri zuschreiben? Man würde richtig daran tun, alles, was an Arunagiri von Bedeutung ist, Gottes Gnade zuzuschreiben, anstatt bestimmte Aspekte Gott zuzuschreiben und andere Arunagiri, was zu behaupten sich Arunagiri selbst scheuen würde.

Arunagiri sagt in T-432 „Vilaikku Meniyil“: „O Lord Muruga, dessen Gestalt die Essenz der Lieder ist, die von Vasishtha, Kasyapa, Yogis die weit in ihrem Tapas waren, Agastya Muni, Idaikkadar und Nakkirar komponiert wurden!“ Während die von den Letzteren komponierten Lieder auf Tamil sind, sind diejenigen von Vasishtha und anderen auf Sanskrit. Es ist deshalb ziemlich offensichtlich, dass Arunagiri nicht nur mit den tamilischen Werken von Idaikkaadar und anderen wohl vertraut war, sondern auch mit den Sanskritwerken von Vasishtha und anderen. Auch Arunagiris Erwähnung von „Munis, die Tarpana darbringen, „Aadityaaya“ rezitieren (was „dem Sonnengott“ bedeutet), Gayatri Japa (Wiederholung des Gayatri-Mantras) und Archana (Opfer darbringen) am frühen Morgen verrichten, nach einem reinigenden Bad, mit dem Gesicht nach Osten“ (T-508: „Velaippol“), kann als ausreichender Beweis gelten nicht nur seiner Kenntnis der Sanskrit - sprache sondern auch seiner Zugehörigkeit zu einer Kaste, für die diese Rituale obligatorisch sind und mit denen er natürlich wohl vertraut war; denn ansonsten hätte er niemals eine so detaillierte Beschreibung geben können.

Eine kritische Studie seiner Tiruppugazh Lieder enthüllt uns auf der anderen Seite überraschenderweise, dass seine Kenntnisse der tamilischen Sprache ihm von Lord Skanda verliehen wurden, den er als den Tamilen-Gott preist. „O Herr, der mir die glorreiche tamilische Sprache gegeben hat, damit ich täglich das Lob Deiner strahlenden göttlichen Füße singen kann“, sagt Arunagiri in T-214: „Sarana Kamalaalayattai“. Wir finden nirgends in seinen Werken einen ähnlichen Hinweis in Bezug auf Sanskrit. Es scheint, dass Lord Murugan Arunagiri angewiesen hat, auf Tamilisch zu singen, obwohl er beide Sprachen kannte und ihm die besondere Kraft gab, Gedichte in tamilischer Sprache zu komponieren, als er ihm die erste Zeile vorgab, um damit zu beginnen. Wenn er nicht wegen dieses speziellen Auftrags und dieser Bestimmung, sein Lob in der tamilischen Sprache zu singen, gewesen wäre, hätte Arunagiri es wahrscheinlich auf Sanskrit getan, das er offensichtlich von Kindheit an viel besser konnte.

Aber seine Gewandtheit, seine Kenntnis in und seine Liebe für das Sanskrit sind so groß, dass er dem spontanen Überfließen und reichlichen Gebrauch von Sanskritausdrücken und Wörtern, ja selbst ganzer Stanzas in vielen Tiruppugazh Liedern und anderen Werken nicht widerstehen konnte. Dieser überschwängliche Gebrauch von Sanskrit in tamilischen Werken ist auch ein spezielles Merkmal von Arunagiri, das man in den tamilischen Werken anderer Heiliger kaum findet.

Daher können wir mit Nachdruck schlussfolgern, dass Arunagiris Kenntnis der Sanskritsprache nicht von den „zahllosen Kräften“ herrührte, die ihm von Gott gewährt wurden, sondern dass er sowohl mit der Sanskrit- als auch der tamilischen Sprache von Kindheit an vertraut war, da er in einer Brahmanenfamilie geboren wurde. Und wenn wir akzeptieren sollen, dass Arunagiri das Tirukkural und andere Werke kannte, nur weil sie direkt oder indirekt an ein paar Stellen in seinen Werken erwähnt werden, sollten wir auch so großzügig sein und akzeptieren, dass er die Veden kannte, die Upanishaden etc., auf die er sich auch an unzähligen Stellen bezieht.

Aber erstaunlicherweise hat Sri Pillai all diese Tatsachen nicht erwähnt, also dass Arunagiri wohl vertraut mit Sanskrit war und er die Veden, Upanishaden etc. kannte. Seine Forschung scheint nicht unparteiisch zu sein, da er bestimmte Tatsachen absichtlich weglässt. Aus der Untersuchung der obigen Punkte können wir von Arunagiris frühen Jahren wie folgt annehmen:

(a) Er wurde in Mullandiram in der Nähe von Tiruvannamalai geboren und war ein Nachfahre der Gowda Brahmanen, die große Gelehrte und Poeten waren. Er selbst war ein talentierter Sanskrit-Poet, der „Dindima Kavi“ genannt wurde (Sri Raghava Iyengars Forschung).

(b) Er war mit den frühen tamilischen Werken wie dem Thevaaram, Tiruk kural, Tirumantiram etc. wohl vertraut (Sri V.S.C. Pillais Forschungsarbeit).

(c) Er war hoch gelehrt in der Sanskritsprache und hatte tiefes Wissen der Sanskritliteratur, da er in seinen Werken Sanskritausdrücke und -sätze verwendet, und es gibt auch viele Bezüge auf die Veden, Upanishaden, Gayatri-Mantra, Tarpana etc. in seinen Kompositionen.

Man kann nicht damit argumentieren, der Gebrauch von Sanskritwörtern sei auf die „zahllosen Kräfte“ zurückzuführen, die Arunagiri von Gott gewährt wurden, denn das gleiche Argument würde dann auch auf den Punkt (b) oben zu - treffen. Daher müssen wir, wenn wir die aus den Werken resultierenden Hinweise in Bezug auf Punkt (b) als authentisch gelten lassen, auch Punkt (c) als gegeben annehmen. Die Punkte (b) und (c) legen nahe, dass Arunagiri aus einer hoch religiösen und kultivierten Familie stammen muss, die traditionell ihren Kindern sowohl die tamilische als auch die Sanskritsprache beibringt, d.h. er gehörte also zu einer Brahmanenfamilie.

(d) Geboren in Mullandiram, lebte er später in Tiruvannamalai. Vermutlich ging er entweder in seiner Kindheit wegen seiner Ausbildung dorthin oder nach seiner Heirat, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Dass er in Tiru - vanna malai lebte, wo Gott ihn segnete, als er versuchte, Selbstmord zu begehen, geht aus vielen Tiruppugazh Liedern hervor und ist unzweifelhaft.

(e) Selbst bevor er von Gott dazu bestimmt wurde, Seinen Ruhm zu besingen, hatte Arunagiri die Fähigkeit Gedichte zu komponieren, was er auch tat, um Geld für seine Geliebten zu erwerben (T-146: „Irukanaka“; T-494: „Arivilaap“ etc.)

(f) Er war verheiratet und hatte Frau, Kinder, Vater, Mutter und Schwäger (T-392: „Manaiyaval Nagaikka“) und dennoch wurde er ein Opfer der Köder von Prostituierten (T-132: „Thakara Narumalar“; T-436: „Seelamula Thaayaar“), aufgrund seines Prarabdha Karmas (Schicksal) (T-584, „Vidhiyathaagave“; T-842, „Thodutha Naal Mudhal“).

(g) Niedergeschlagen von dem erbärmlichen Leben der Verderbtheit, das dazu führte, dass er sich viele Krankheiten und Armut zuzog und der Lächerlichkeit seiner Frau, seiner Verwandten und selbst seiner Geliebten aussetzte, entschied sich Arunagiri, seinem Leben ein Ende zu setzen (T-392: „Manai - yaval Nagaikka“; T-394: „Kothi Mudhithu“); und (h) als Arunagiri Selbstmord beging, fing ihn Lord Skanda auf und verlieh ihm verschiedene Segnungen (T-392, T-513; T-515 etc.).

 

5.Der Pfau ist das „Gefährt“ von Skanda/Murugan

6.T. No. bezieht sich auf die Nummern des Tiruppugazh in dem Werk „Murugavel Panniru Tirumurai“ des Autors.

7.Anmerkung des Autors: Da ich vorher keine Gelegenheit gehabt hatte, die Tiruppugazh-Lieder zu studieren, war ich, als ich dieses Vorwort von S.C. Pillai gelesen hatte, begierig darauf, mich aus erster Hand zu informieren, was Arunagiri in den Liedern sagt, auf die sich das Vorwort bezieht, wie auch in all seinen anderen Tiruppugazh-Liedern. Daraufhin habe ich sie selbst im Original gelesen, wobei mir vieles klar wurde.

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