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Göttliche Erkenntnis


Brahman

Brahman

Brahman ist ein großes Geheimnis; und trotzdem ist Es die einfache, simple Wahrheit. Brahman ist die Seele unserer Seelen. Es ist unser wahres Selbst. Es ist der innere Lenker. Es ist das Innewohnende. Brahman ist der Lenker der Welt. Es ist das höchste Selbst. Es ist der Herr. Es ist unveränderlich. Es ist das kosmische Wesen. Es ist das Selbst des Universums. Es ist das große Ziel des Wissens. Es ist die höchste Zuflucht.

Das Wort Brahman stammt aus der Wurzel Brimh, was anschwellen bedeutet, groß werden, den Raum durchdringen, vollständig und vollkommen sein.

Es gibt eine bleibende Realität inmitten der Veränderung. Diese bleibende Realität ist Brahman, das Absolute. Brahman ist die Kette und der Schuß am Gewebe dieses Universums.

Der riesige Ozean schmeckt nur nach Salz. Genauso hat auch die ganze Welt nur einen Geschmack, den Geschmack des Atman.

Alle Musiknoten, egal ob sie auf einer Trommel oder auf einem Saiteninstrument angeschlagen werden, sind nichts weiter als Klangschwingungen. Ebenso ist alles, was man im Schlaf- oder Wachzustand sieht, nichts als Bewußtsein; und Bewußtsein ist Atman oder Brahman.

Brahman ist unendliche Intelligenz. Es ist eine Fülle von Wonnebewußtsein. Sein Name ist Sat-Chid-Ananda. Sein Sitz ist reines Bewußtsein. Seine Sprache ist das Schweigen. Sei still. Es spricht. Sprich. Es ist stumm. Du kannst Es nicht festhalten.

Der Ozean kann nur mit dem Ozean allein verglichen werden. Akasa kann nur mit Akasa verglichen werden. Genauso kann Brahman, das Absolute, nur mit Brahman allein verglichen werden.

Eine verbale Antwort betreffend das Absolute ist eine Illusion. Das Absolute liegt jenseits von Sprache und Geist.

Brahman übersteigt Zeit, Raum und Ursächlichkeit

Brahman kann nicht nachgewiesen werden. Es besteht vor dem Akt des Nachweisens. Es ist die Grundlage des Beweises. Es beweist sich aus sich selbst.

Brahman, das Absolute, ist die Ursache von allem, ist Selbst aber ohne Ursache. Es ist der Ursprung der gesamten Schöpfung.

Brahman, das Ewige, ist jenseits von Zeit, Raum und Ursächlichkeit. Zeit wird durch die Abfolge von Ereignissen verursacht. Sie ist eine Schöpfung des Geistes. Wie kann es in der Ewigkeit Zeit geben ? Raum ist der Abstand zwischen zwei Objekten. Wie kann es Raum geben, wenn Du das Selbst überall fühlst und wahrnimmst. In dieser Welt hat alles eine Ursache. Der Samen ist die Ursache für den Baum, usw. Wie kann es eine Ursache für Brahman geben, das die Ursache ohne Ursache ist, in sich selbst existiert und nicht die Folge von irgend etwas ist?

Die Lehre von Neti-Neti

Brahman kann nicht wirklich beschrieben werden. Es kann nur durch ‘Neti, Neti’, ‘Nicht dies, nicht das’ beschrieben werden. Das, was weder wie dieses noch wie jenes ist, ist Brahman, das Ewige.

Durch die Lehre von ‘Neti, Neti’ können alle Namen und Formen negiert oder verneint werden, aber man kann nicht Brahman, das Absolute, das Substrat, auslöschen. Das, was nach der Verneinung oder Negation zurückbleibt, Sesha, ist Brahman, das Ewige. Es gibt in dieser Welt nichts außer dem Selbst, dem Atman. Alles ist allein Brahman »Ich, du, er, dies, hier, dort, jetzt, dann« hat alles keine wirkliche Bedeutung.

Atman ist die Essenz von allem

Atman, das Selbst, ist nicht anderswo. Es ist dein eigenes innerstes Selbst.

Kleiner als klein und größer als groß ist der Atman, der im Herzen wohnt. Er ist die Seele der Ameise. Er ist die Seele des Elefanten. Er ist die Seele des Universums. Er ist auch die Überseele. Er ist die Seele des Sünders und auch des Heiligen. Er ist die Seele der Seele; er ist die höchste Seele. Er ist der höchste Purusha. Er ist Chaitanya.

Der Wissende und das Gewußte sind eins. Gott und ich sind eins im Wissen. Der Jiva und Brahman sind im Wesen eins. Die Seele einer Katze und einer Ratte sind eins. Das Wesen der Sonne und des Mondes ist eins. Es gibt nur die eine homogene Essenz in allen Formen. Diese Essenz ist das Absolute, das Unsterbliche. Diese Essenz ist Atman, Brahman, das Unendliche.

Brahman ist formlos. Bewußtsein ist formlos. Wonne ist formlos. Frieden ist formlos.

Das Substrat hinter allen Namen und Formen

In der sichtbaren Welt von Namen und Formen sind Farbe, Gestalt, Größe und Klänge notwendig, um Dinge zu unterscheiden; aber Brahman ist eine einheitliche Essenz von Wonne, Frieden und Weisheit. Es hat keine Teile und ist unteilbar. Es ist überall dasselbe. Es ist unendlich und bewegungslos; und so ist Es auch farblos, formlos und gestaltlos.

Brahman ist formlos inmitten aller Formen. Es ist körperlos inmitten aller Körper. Er ist namenlos inmitten aller Namen.

Die Leinwand ist das Substrat. Diverse Bilder sind nichts als Farben. Es gibt keine Bilder unabhängig von der Leinwand. Es gibt getrennt von der Filmleinwand keinen Film.

Brahman, das Ewige, ist das Substrat. Namen und Formen werden auf die Leinwand Brahmans gemalt. Es gibt nichts unabhängig von Brahman.

Vor Dir ist ein Tuch. Ein Tuch ist nichts als Fäden. Tuch ist nur ein Name. Es gibt kein Tuch unabhängig vom Faden. Wenn Du die Fäden entfernst, verschwindet das Tuch. Der Faden ist nur Baumwolle. Wenn Du die Fäden verbrennst, werden sie alle zu Asche. Tuch, Faden, Baumwolle und Asche existieren. Sein ist der Sat-Aspekt von Brahman. Sie alle strahlen. Das ist der Chid-Aspekt von Brahman. Du liebst ein Tuch, einen Faden oder Baumwolle. Das ist der Ananda-Aspekt, der Wonneaspekt, von Brahman. Sat-Chid-Ananda ist die einzige Wahrheit. Tuch, Faden und Baumwolle sind falscher Schein. Namen und Formen sind Illusion.

Brahman, das Absolute, ist eins, vollkommen und alldurchdringend. Es geht durch alle Namen und Formen. Es ist allumfassend. Es enthält in sich dieses gesamte Universum. Es ist das innere Licht, reines Bewußtsein.

Die Natur reinen Bewußtseins

Reines Bewußtsein ist reines Erkennen. Es gibt dabei weder Denken noch Wahrnehmung. Es gibt dabei weder ‘innen’ noch ‘außen’. Es ist eine homogene Essenz von Sein und Wonne. Das Erkennen von Tom oder von John kann nicht verschieden sein. Es ist eins.

Unterschiede gibt es nur bei Gegenständen, die im Raum bestehen. In reiner Erkenntnis gibt es weder Raum noch Zeit. Reines Bewußtsein ist unendlich, unveränderlich, jenseits von Ursache und Wirkung und jenseits von Gut und Böse. Es ist wunschlos und dadurch vollkommen, rein und frei. Reines Bewußtsein ist ewig.
Reines Bewußtsein ist weder physisches noch mentales Bewußtsein. Es ist das absolute Bewußtsein, von dem physisches und mentales Bewußtsein abhängen.

Es gibt kein Denken in reinem Bewußtsein. Dessen ist man sich kaum bewußt. Die Sinne arbeiten nicht im reinen Bewußtsein. Man sieht nicht und hört nicht. Es gibt keine Wahrnehmung. Es ist eine Fülle von Weisheit. Es ist Bhuma, das Unendliche, wo es weder einen Sehenden noch einen Wissenden gibt. Es ist eben das Ding selbst. Es ist reines Selbst-Bewußtsein, das Sinne, Geist und Verstand nicht erreichen. Das Ichgefühl ist hier völlig tot. Bewußtsein von Brahman strahlt aus sich selbst, in seiner eigenen ursprünglichen Herrlichkeit.

Turya, der vierte Zustand

Es gibt drei Bewußtseinszustände, Wachen, Träumen und Tiefschlaf. Es gibt ein gemeinsames höchstes Bewußtsein, das die drei Bewußtseinszustände miteinander verbindet und die Grundlage dieser drei Zustände ist. Das ist der Grund, warum man sich beim Erwachen der Wonne des Tiefschlafes erinnert. Dieses verbindende, immerwährende, ewige Bewußtsein ist Brahman, Turiya, der vierte Zustand, reines, absolutes Bewußtsein. Ansonsten wären der Schlafende, der Träumende und der Wachende verschiedene Menschen.

Der Wachzustand verschwindet während des Traumzustandes. Beim Aufwachen gibt es diesen Traumzustand nicht mehr. Im Tiefschlaf gibt es weder Wachzustand noch Traumzustand. Daraus folgt, daß diese Zustände Illusion sind. Sat oder Brahman besteht immer. Der eine verbindende Zustand dieser drei Zustände, nämlich Turiya, besteht immer als den dreien zugrundeliegend. Der Turiyazustand ist die einzige Wirklichkeit. Er ist der stumme Zeuge dieser drei Zustände. Er ist anders als die drei Zustände. Turiya ist Brahman, das Absolute.

Geist und Brahman

Das Absolute ist immer das beobachtende Subjekt. Es kann nie zum Objekt der Wahrnehmung werden. Würde der Atman zum Objekt der Wahrnehmung, würde er zu etwas Vergänglichem. Atman ist immer der Wissende, Erfahrende und Beobachtende.

Der Geist kann nur äußere Objekte wahrnehmen. Wie kann der Geist den Wissenden erfahren? Man kann nicht auf seine eigenen Schultern springen. Feuer kann sich nicht selbst verbrennen.

Brahman ist die Ursache. Der Geist ist die Wirkung. Brahman ist unendlich. Der Geist ist endlich. Wie kann die Wirkung ihre Ursache wahrnehmen? Wie kann ein Teil das Ganze kennen? Wie kann das Endliche das Unendliche kennen?

Buchwissen und Verwirklichung

Man kann Brahman, das Absolute, nicht durch das begrenzte Instrument, den Verstand, erkennen. Der Verstand nimmt seine Kraft und sein Licht von seiner Quelle, Brahman, der höchsten Seele. Der Verstand kann nur die Natur und die Eigenschaften, Farbe, Form, usw. erkennen. Er kann jedoch nicht den Wissenden erkennen. Intellektuelles Begreifen der Natur Brahmans, bloßes Studium der Upanishaden oder theoretisches Wissen von Brahman kann nicht Selbstverwirklichung oder Freiheit geben. Der Verstand und die Sinne müssen aufhören zu arbeiten. Das Ego muß im Ozean der Wonne aufgehen. Die individuelle Seele muß sich mit der höchsten Seele vereinen. Nur dann erreicht der Aspirant die Errettung.

Brahman, das Absolute, kann nicht erreicht werden wie ein Dorf. Das Dorf liegt außerhalb; Brahman aber ist allgegenwärtig. Es ist überall. Es ist unser innerstes Selbst, Atman. Der Geist geht auf in Brahman. Die individuelle Seele wird eins mit der höchsten Seele, dem Absoluten, so wie der Tropfen eins wird mit dem Ozean.

Das Einssein von Jiva und Brahman

Die individuelle Seele und die höchste Seele sind im wesentlichen ein und dasselbe. Das ist die grundlegende Lehre der Vedanta. Diese Auffassung ist auf den ersten Blick nicht leicht zu begreifen. Maya, die verhüllende Kraft Gottes, verdeckt die wahre Natur des höchsten Selbst und läßt einen Teil davon als individuelle Seele, Jiva, erscheinen. Aber dieser Zustand ist nicht wirklich. Es hat keine wirkliche Veränderung stattgefunden. Es handelt sich nur um eine Erscheinungsform. Das ist ein großes Mysterium.

Ein Funke ist nichts anderes als Feuer. Eine Welle ist nichts anderes als Wasser. Ein Ring oder ein Armband ist nichts anderes als Gold. Ein Prinz ist nichts anderes als ein zukünftiger König. Genauso ist Jiva, das Individuum, nichts anderes als Para Brahman, das Absolute.

Du bist in Wahrheit eine Fülle von Weisheit. Aber Du denkst und fühlst: »Ich bin unwissend«. Das ist auf Avidya zurückzuführen. Du bist in Wahrheit das Schönste vom Schönen. Du verleihst allen Formen Schönheit. Du läßt Sonne, Mond und Sterne erstrahlen, aber Du fühlst Dich von eine wenig Farbe angezogen. Du wurdest zum Sklaven der physischen Form. Was für ein trauriger, beklagenswerter Zustand! Du bist in Wahrheit ein Kaiser unter Kaisern, aber Du wurdest zum Bettler aufgrund diverser Wünsche. Du bist in Wahrheit das Unendliche, aber Du fühlst: »Ich bin ein Meter fünfundsiebzig groß,«, weil Du Dich mit dem Körper identifizierst. In Wahrheit gehst Du über die Zeit hinaus. Du bist Ewigkeit, aber Du sagst: »Ich bin dreißig Jahre alt«. In Wahrheit gibt es für Dich keinen Tod. Gott Yama hat schreckliche Angst vor dir. Er läuft hierhin und dorthin, um deine Befehle auszuführen. Aber Du fürchtest Dich vor dem Tod. Erhebe Dich über alle Begrenzungen und erkenne: »Ich bin das unendliche Brahman.«

Erfülle deinen Geist mit Gedanken an Brahman. Denke über Brahman nach. Reflektiere über Brahman. Meditiere über Brahman. Sei nur Brahman ergeben. Suche Zuflucht in Brahman. Sprich immer mit Suchenden über Brahman. Gehe auf in Brahman. Verwurzle Dich in Brahman. Laß Geist und Prana in Brahman aufgehen. Das ist Brahmabhyasa, Jnanabhyasa, Brahma-Chintana, Vedanta Sadhana.

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