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Karma Yoga

Karma Yoga - Yoga der HandlungKarma Yoga heißt Abbau von Karma für Zugang zum Höheren Bewusstsein. Das Ziel des Lebens ist nach den Yogalehren nicht, gutes Karma zu erzeugen. Für einen weltlichen Menschen mag es gutes, schlechtes und gemischtes Karma geben. Für einen Aspiranten gibt es nur Aufgaben. 


Sukadev Volker Bretz, der Gründer und Leiter von Yoga Vidya, berichtet über seine Erfahrungen mit Karma Yoga in diesem  Video.

Yoga zum halben Preis

Datum: 02. Jul 2017 - 07. Jul 2017
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Karma Yoga intensiv mit Gartenarbeit

Datum: 09. Jul 2017 - 14. Jul 2017
Ort: Bad Meinberg
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Karma und Wunscherfüllung

Du könntest insbesondere die ersten drei Gesetze des Karmas nutzen, um in diesem und im nächsten Leben gesünder und wohlhabender zu werden und deine Wünsche zu erfüllen. Du könntest diese Gesetze nutzen, um zwischen zwei Leben in Himmelswelten Vergnügen zu genießen. Du müsstest dich geschickt verhalten, positive Gedanken aussenden und anderen Gutes tun, deine Gaben mit anderen teilen. Aber zur Befreiung würde dich all das nicht führen.
Gutes oder schlechtes Karma sind letztlich nur relativ. Alles unerledigte Karma ist eine Last auf dir, welche verhindert, dass du Zugang zum Überbewusstsein hast. Ob eiserne oder goldene Ketten, sie halten dich gefangen. Und jede vergnügliche Erfahrung kann neue Begierden und Ängste wecken, die dich dann doch zum unethischen Handeln oder negativen Denken veranlassen – so setzt sich das Rad von Geburt und Tod immer weiter fort.
Stattdessen gilt es, Karma abzubauen, Lektionen zu lernen und dabei kein neues Karma zu schaffen. Wie das geht, beschreibt Krishna in der Bhagavad Gita. Ich habe zur Bhagavad Gita einen recht umfangreichen Kommentar geschrieben.  Hier will ich nur in Kürze darauf eingehen.

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Karma und Motivation

Der Schlüssel für das Erzeugen von neuem Karma ist zum einen Buddhi, die Vernunft, freier Wille und Motivation, zum anderen Ahamkara, das Ego, die Identifikation. Aus diesem Grunde kann auch nur der Mensch neues Karma schaffen. Tieren fehlen Buddhi und Ahamkara. Bei ihnen läuft Karma nur im Sinne des Gesetzes der Evolution ab: Sie machen die Erfahrungen, die nötig sind, damit sich das Bewusstsein entwickelt, ohne dass sie selbstbestimmt Einfluss auf das Karma nehmen können.
Im Punkt „Buddhi“ folgt die irdische Gerechtigkeit in Gestalt des modernen Strafrechts den spirituellen Grundsätzen des Karma: Ob jemand zu bestrafen ist oder nicht hängt von der Zurechnungsfähigkeit und den Motiven ab. Ein geistig Gestörter, der ein Verbrechen begeht, wird dafür nicht bestraft (aber vermutlich in eine Anstalt gesperrt). Jemand, der in einem Autounfall, an dessen Zustandekommen er keine Schuld hat, einen anderen tötet, wird dafür weder von der irdischen noch von der karmischen Gerichtsbarkeit belangt. Wer allerdings unter Alkoholeinfluss einen Autounfall verursacht, mag nur eingeschränkt schuldfähig sein – aber er hat sich bewusst betrunken ans Steuer gesetzt. Das führt zu irdischen und karmischen Konsequenzen.

Wie wichtig die Motivation ist, wird aus einem weiteren Beispiel klar: Ein Räuber wie auch ein Chirurg können mit einem Messer jemandem die Haut aufschneiden – der eine um Geld zu rauben, der andere, um den Patienten zu retten. Es ist also immer das Motiv, das zählt.

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Karma und Erleuchtung

Das sind sicherlich hohe Ideale. Nur ein Selbstverwirklichter kann dem ganz gerecht werden. Als kleiner Aspirant kannst du dich darum bemühen. Wenn du engagiert und bewusst auf diese Weise lebst, wirst du viel Karma ausarbeiten, viel Neues lernen, spirituell wachsen und nur wenig neues Karma schaffen. So erleichterst du das Gewicht deines Karmas. Und wenn das Gewicht deines Karmas ausreichend geringer geworden ist, kannst du in der Meditation Nirvikalpa Samadhi und damit die Selbstverwirklichung erreichen.

Ein Selbstverwirklichter tritt aus dem Kreislauf des Karmas und dem Kreislauf von Geburt und Tod aus. Da ein Selbstverwirklichter nichts mehr zu lernen hat, wird der größte Teil des Sanchita Karmas (des Karmaspeichers) verbrannt. Da er sich nicht mehr als Individuum identifiziert, schafft er kein neues Agami Karma. Er lebt so lange weiter, wie sein Prarabdha Karma weiter geht und wie lange der Teil des Sanchita Karmas noch reicht, der die Mission seines Lebens bestimmt. Ein Selbstverwirklichter lebt also nicht wie normale Lebewesen weiter, um spirituell zu wachsen. Er lebt, um zu dienen, als Instrument Gottes, zum Wohl anderer.

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Karma und Hingabe: Handle nicht aus dem Ego

Ich möchte hier eine kleine Begebenheit aus meiner Schülerzeit erzählen. Als ich etwa zwanzig Jahr alt war, bat mich Swami Vishnu, im Hauptashram einen Vortrag vor etwa 300 Teilnehmern zu halten. Ich antwortete ihm: „Swamij, erstens weiß ich zu wenig über das Thema. Zweitens habe ich noch zu wenig Erfahrung und drittens weiß ich überhaupt nicht, was ich sagen soll.“ Da schaute er mir in die Augen und sagte: „Du sollst ja auch nichts sagen. Solange du denkst, du gibst Vorträge, hast du vom Yoga noch gar nichts verstanden. Bereite dich vor, setze dich auf die Bühne und mache den Mund auf. Dann bitte Gott, durch dich zu sprechen.“ Diese Worte vergegenwärtige ich mir bis heute, wann immer ich einen Vortrag halte. Das darf man nicht missverstehen, in dem Sinn: „Swami Vishnu hat Sukadev gesagt, dass Gott durch ihn spricht…“

Letztlich hat Swami Vishnu das nämlich zu jedem gesagt: Gott ist allmächtig, allgegenwärtig, allwissend. Gott spricht sowieso durch jeden Mund. Man muss sich das bewusst machen – dann schafft man kein neues Karma; und fühlt sich mit Gott verbunden, ein großartiges Gefühl. Und wenn man dann Komplimente bekommt, dankt man und gibt innerlich den Dank an Gott weiter. Und wenn etwas schief geht, gibt man auch das an Gott weiter.

Wenn du aus dem Ego, aus der Identifikation heraus, handelst, schaffst du neues Karma. Wenn du alles, was du tust, Gott darbringst, schaffst du kein Agami Karma, hast aber ein unglaublich großartiges Gefühl von Freude, Verbundenheit und Liebe.

Im Video mit Sukadev erfährst du mehr über Karma und enthusiastisches Handeln:

Tamassiges, rajassiges und sattwiges Ego

Ego kann tamasig (träge, dunkel, traurig), rajasig (unruhig, wettbewerbsorientiert) und sattwig (rein, lichtvoll) sein.

Ein tamasiges Ego wird sagen: „Ich kann nichts, ich weiß nichts, ich bin zu dick, zu dünn, ich habe keine Stimme, ich habe kein Wissen, ich habe keine Erfahrung.“ Oder auch: „Es ist alles sinnlos, ich mache gar nichts mehr.“ Oder: „Ist mir alles zu anstrengend. Warum sollte ich mich bemühen?“

Das rajasige Ego formuliert in etwa so: „Ich bin besser als alle anderen, ich bin klüger als alle anderen, ich werde es denen schon zeigen.“ Oder: „Ich muss es noch besser machen. Das ist nicht ausreichend gut.“

Das sattwige Ego in Reinstform würde sagen: „Oh Gott, bitte wirke durch mich.“ Sattwiges Ego kann sich aber auch mit Tamas verbinden, die Verantwortlichkeiten halbherzig erfüllen und sagen: „Soll sich doch Gott darum kümmern. Mir ist es zu anstrengend.“ Sattwiges Ego kann sich auch mit Rajas verbinden und sagen: „Ich bin so demütig, keiner ist so demütig wie ich. Ich bin so ein toller Diener Gottes. Ich mache so toll Asanas und Pranayama, in der Meditation ist immer eine so schöne Wonne. Ja, ich öffne mich so sehr. Gott spricht durch mich, ich bin schon etwas Besonderes.“ So kann sich das rajasige Ego auf sattwige Eigenschaften etwas einbilden.

Das Ego kann sich überall einmischen. Es gibt keine einfache Weise, wie man das Ego überwinden kann. Überall klebt sich das Ego dran. Ich fragte daher einmal einen Schüler von Swami Sivananda, wie man das Ego transzendieren könne.
Er meinte: „Jeder in diesem Universum muss seine Aufgabe machen. Deine Aufgabe ist es, dein Karma zu erfüllen, deine Pflichten zu erledigen, selbstlosen Dienst zu tun, alles Gott darzubringen und zu Gott zu beten. Gottes Aufgabe ist es, dich von deinem Ego zu befreien. Daher mach dir nicht zu viele Sorgen, Gott wird schon dafür sorgen. Ab und zu kannst du Gott darum bitten, dich von deinem Ego zu befreien.“ Er warnte mich aber auch: „Wenn Gott an deinem Ego arbeitet, ist das nicht immer leicht.“ Swami Sivananda nannte das „Egodectomy“. Swami Sivananda war Arzt und Chirurg. Auf Englisch heißt „Blinddarmoperation“ „Appendectomy“. Ego-Operation ist dann „Egodectomy“. Egodectomy wird allerdings ohne Narkose ausgeführt. Wenn man einen lebenden Meister hat, ist es die Aufgabe des Meisters, am Ego des Schülers zu arbeiten. Ansonsten macht Gott das direkt – oft sind die unangenehmen Ereignisse des Lebens Segen Gottes, damit man sich von den Identifikationen und Wünschen des Ego löst.

Hilfe dazu findest du in den Yoga Vidya Seminaren zu Karma Yoga »

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