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Allgemeine 99 Ratschläge - Teil 1

01

All dies, was Gottes Schöpfung ist, unterliegt Seiner Fügung. Er ist in ihr gegenwärtig und sie ist auch Er.
      In welchem Zustand Er jemanden hält und für wie lange, es ist immer zum Besten, denn alles ist tatsächlich von Ihm bestimmt und kommt von Ihm.
      Relatives Glück, also Glück, das von etwas abhängt, muss in Trauer enden. Es ist die Aufgabe des Menschen, über Gott zu meditieren, der Friede selbst ist. Ohne Zuflucht zu dem zu nehmen, was die Erinnerung an Gott unterstützt, kann man keinen Frieden finden. Hast du nicht gesehen, wie das Leben in dieser Welt ist? Gott muss unser Geliebter werden. In Ihm ist alles – du solltest versuchen, Ihn zu finden.

02

Wenn wir irgendetwas erlangen wollen – was auch immer und auf welchem Weg – dann sollten wir es nur von Ihm suchen.
     Es ist die Pflicht des Menschen, bei Seinen Füßen Zuflucht zu suchen.
     Die Tage gleiten dahin; du hast schon so viele davon vergehen lassen. Bemühe dich, die wenigen Tage, die noch bleiben, gegründet in Geduld zu verbringen.

 

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03

Jeder Augenblick gehört Gott. Lass deinen Geist jederzeit auf Ihn gerichtet sein. Gott, der Ozean der Gnade, der die Welt immer segnet, schüttet Seine Gnade zu allen Zeiten aus. Der Mensch sollte alles, was geschieht, für das Beste halten: ‚Für das Beste’ bedeutet das, was am meisten zur Verwirklichung des Göttlichen beiträgt, zur Verwirklichung der Fülle an Glückseligkeit.

04

Der unaufhörliche, niemals endende Fluss der göttlichen Gnade und des Mitgefühls fließt immer weiter; in diesem Fluss sollte man baden.

05

Wer ist denn wirklich reich? Nur wer den Höchsten Schatz besitzt, ist tatsächlich reich und lebt im Überfluss. Arm und bedürftig muss ein Mensch genannt werden, in dessen Herz nicht die ständige Erinnerung an Gott wohnt. Sich einzig und allein auf Ihn zu verlassen, ist die höchste und einzige Pflicht des Menschen.

06

Sorgen über Sorgen sind tatsächlich das charakteristische Merkmal des Lebens in dieser Welt. Richte deinen Geist fest auf Gott.

07

Das beste und universelle Heilmittel ist die Besinnung auf den Einen. Nur an Ihn zu denken und Ihm ständig zu dienen, ist wesentlich für jedes menschliche Wesen.

08

Lass Seinen Namen immer bei dir sein; unmerklich und unbarmherzig vergeht die Zeit.

09

Sich nur auf Ihn zu konzentrieren, dessen Erinnerung von aller Angst befreit, ist angemessen und richtig.
      Bemühe dich ständig, die Besinnung auf Gott und auf den Fluss Seines Namens zu richten. Mit der Kraft Seines Namens wird alles Leiden nachlassen.

10

Ohne die Wiederholung des heiligen Namens und die Erinnerung an Gott gibt es keine Hoffnung auf Frieden auf Erden. Die Pflicht sollte an erster Stelle stehen.
      In Rama, der der Zerstörer aller Sorgen ist, ist arama – Ruhe und Leichtigkeit; wo Rama nicht ist, ist vyarama – Beschwerden und Leiden.

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11

Gottes Name kann selbst unter den widrigsten Umständen wiederholt werden. Er verursacht alles, was geschieht und ist daher immer nahe.

12

Nur dann kannst du auf Frieden hoffen, wenn du alles Ihm überlässt, der die Quelle des Friedens ist.

13

Wenn sich dein Geist auf das richtet, was Frieden schenkt, und dein Blick auf dem weilt, was Frieden fördert, wenn dein Ohr dem lauscht, was dein Herz mit Frieden erfüllt, und ständig eine Antwort von Ihm, welcher der Friede selbst ist, kommt – nur dann kann wirklich eine Aussicht auf Frieden bestehen.

14

Es ist Verlangen, das Leid verursacht, aber der Wille, Gott zu erkennen, ist in sich selbst Glückseligkeit. Sei überzeugt davon, dass Er dich reinigen und erquicken und in Seine Arme nehmen wird.
      Kummer kommt, um dich zu Glück zu führen. Erinnere dich ständig an Ihn.

15

Dein Körper, der ein Teil dieser illusorischen Welt ist und von ihr abhängt, ist andererseits ein Ausdruck von einem verborgenen inneren Prozess. Du bist selbst die Vielfalt, die in unterschiedlichen Aspekten, Formen sowie Arten und Weisen erscheint. Sie alle existieren tatsächlich, um einen besonderen Nutzen zu erfüllen. Du nimmst teil am Geben und Nehmen des Universums, du empfindest Bedürfnisse und doch bist du selbst die Erfüllung. Dieser verborgene innere Prozess wird durch dich erzeugt.

16

Du bist unvollkommen, es fehlt dir etwas, und deshalb sehnst du dich nach Erfüllung. ‚Körper’[ 01] bedeutet das, was vergeht, was ständig im Wandel ist. Wenn kein Bedürfnis und kein Wunsch mehr vorhanden sind, dann existiert solch ein Körper, der ständig dem Prozess des Vergehens unterworfen ist, nicht länger.
      Daher kann nach der Gottverwirklichung nicht mehr von solch einem Körper die Rede sein, denn das Selbst ist offenbar geworden.

17

Das Gefühl eines Wunsches taucht spontan auf – es ist das Göttliche, das ihn erweckt.
      Alles zu verlieren, bedeutet alles zu gewinnen. Er ist gnädig und mitfühlend. Was auch immer Er zu einem bestimmten Augenblick tut, ist absolut heilsam, auch wenn es manchmal schmerzhaft ist. Wenn Er Sich Selbst als absoluter Verlust manifestiert, gibt es auch Hoffnung, dass Er Sich Selbst auch als absoluter Gewinn offenbart. Sich nach dem Einen zu sehnen, der uns zum Licht der Wahrheit verhilft, ist heilsam, denn das entzündet das Gewahrsein der Wahrheit.
      Er ist tatsächlich ständig überall gegenwärtig.
      Es ist die Aufgabe des menschlichen Wesens, sich zu bemühen, zu seiner wahren Natur zu erwachen.

 

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18

Im Bereich des göttlichen Spiels bedeutet sogar erhalten verlieren. Dies ist einfach die Natur der Bewegung des Spiels. Denke an Ihn, der nicht verloren werden kann. Meditiere über Ihn allein, über Ihn, die Quelle der Güte. Bete zu Ihm; verlasse dich auf Ihn. Versuche mehr Zeit mit Japa und Meditation zu verbringen. Übergebe deinen Geist zu Seinen Füßen. Bemühe dich, unaufhörlich Japa und Meditation zu üben.

19

Menschliche Geburt – ist sie gewöhnlich nicht gleichbedeutend damit, dass man Wünsche, Leidenschaft, Trauer, Leiden, Alter, Krankheit, Glück, Schmerz und so weiter erfährt? Dann ist es die Aufgabe des Menschen, sich daran zu erinnern, dass er nur für Gott existiert – um Ihm zu dienen und Ihn zu erkennen.
      Zu sagen „ich weiß nicht, ich verstehe nicht“ ist nur Unwissenheit. Es ist dieser Schleier von Unwissenheit, der zu Qual und Unglück führt.

20

Tatsächlich unterliegt alles Seinem Gesetz. Wie kann jemand, der dies annehmen konnte, dennoch so verstört werden? Es ist jedoch deine Aufgabe, alles als Ihn zu betrachten – was auch immer Er tun mag, versuche durch die Vergegenwärtigung Gottes in Frieden zu bleiben.
      Erscheint das Gefühl eines Wunsches nicht deswegen, weil das gewünschte Objekt nicht zu erhalten ist? Wenn ein Wunsch unerfüllt bleibt, fruchtlos, und man trotzdem weiter nach derselben Sache verlangt und immer wieder enttäuscht wird – dann ist das sicher nutzlos. Solange es einen Wunsch gibt, ist die Erfahrung von Mangel und Sorgen – von einer weltlichen Sicht aus gesehen – einfach natürlich. Wenn sich dein Wunsch auf etwas richtet, was dieser ständig wechselnden Welt angehört, so wird dir dies Kummer bescheren, auch wenn du zeitweilig momentanes Glück erfährst. Das zu suchen, an dem kein Kummer haftet und in dem alles gefunden wird, das ist die alleinige Aufgabe des Menschen.

21

Die Hoffnung zu verlieren bedeutet tatsächlich, alles zu verlieren. Aber hast du wirklich alles verloren? Sprudelt nicht das Herz immer noch über mit Wünschen und Hoffnungen? Dies ist nur natürlich – es ist die angeborene Neigung des Individuums.
      Vollständige Ergebung gibt die tiefste Freude von allem. Akzeptiere sie als deine einzige Zuflucht. Was auch immer Gott irgendwann tut, ist immer heilsam. Wenn du das beherzigen kannst, wirst du in Frieden sein.

22

Was du als deine Aufgabe betrachtest, wirst du in jedem Fall versuchen auszuführen, ja, du tust es ja bereits. Aber auf die besondere Aufgabe des Menschen, welche die Besinnung auf Gott ist und zu wissen, wer du wirklich bist, auf die solltest du dich konzentrieren; und es ist äußerst wichtig, eine besondere Bemühung in diese Richtung zu machen. Richte deine Aufmerksamkeit auf deine regelmäßige, tägliche Ausübung des Sadhana. Wenn Umstände keine anderen Übungen erlauben, lasse es nur die Erinnerung an Ihn sein – der Zweck von all dem ist die Verwirklichung des Einen, der in allen Formen und Seinsweisen manifestiert ist.

23

Durch die Suche nach Wahrheit kann sich der Mensch erheben. Dies sollte er im Lichte einer Pflicht sehen.

24

Das, worin die Frage nicht existiert, ob Form oder Formlosigkeit, ob jenseits von Form und Eigenschaften, ob selbst das Jenseitige transzendierend – Das allein ist für den Menschen erstrebenswert.

25

Der Mensch muss nach dem suchen, was hinter der Welt verborgen liegt. Er sollte einen Ort wählen, der es ihm leicht macht, zu seinem wahren Heim zu gelangen.

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26

Das Wort manush[ 02] (Mensch) selbst gibt den Hinweis darauf, was der Mensch tatsächlich sein sollte: ein Wesen, das seiner selbst gewahr ist. Sogar wenn er ausgerutscht und gefallen ist, ist es nicht seine Pflicht und Schuldigkeit, gerade die Erde, auf welche er gefallen ist, als einen Hebel zu benutzen, um sich selbst wieder aufzurichten? Außerdem fällt man nicht so oft. Die Aufgabe als Mensch besteht in ständiger Bemühung. Wenn man nicht zum Bewusstsein seines eigenen Selbst erwacht, was hat man dann erreicht? Man hat sein Leben nur verschwendet. Wie viele Leben sind Zeitalter hindurch in endlosem Kommen und Gehen vergeudet worden. Finde heraus, wer du bist! Entdecke die Bedeutung des Kreislaufs von Geburt und Tod, seine Ursache und wohin er führt. Wenn der Mensch zu einem Reisenden auf dem Weg zu seinem inneren Wesen wird, verschwindet die Entfernung, die ihn von seinem Ziel trennt, allmählich. Du wirst in jedem Fall diese Reise zur Unsterblichkeit unternehmen müssen, auf der du Hunderte von Hindernissen und Störungen bewältigen musst. So ein Heldenmut muss erweckt werden. Warum solltest du hilflos bleiben, als ob du gelähmt wärest? Du wiederholst immer und immer wieder, dass du es nicht kannst, dass du kein Sadhana machen kannst. Warum? Warum? Warum?

27

„Ich kann nicht“, musst du aus deinem Wortschatz streichen. Die Zeit vergeht so schnell: dieses Zusammensein mit Freunden und Verwandten dauert nur einige Tage. Schnür dein Bündel, Bruder, niemand kann dich auf deiner letzten Reise begleiten.

28

Der Mensch mag sich in allen möglichen Umständen befinden, jedoch darf er sich nicht erlauben, hilflos unter ihrem Einfluss hin- und hergetrieben zu werden. Es ist seine Aufgabe, unter allen Umständen seine Individualität und Charakterstärke unversehrt zu bewahren. Mit dem Fluss zu schwimmen ist wohl einfach, aber fest wie ein Fels zu bleiben ist schwierig. Wer das schafft, wird sein Haupt unbeirrt erheben, selbst wenn er von dutzend Menschen mit unterschiedlichen Standpunkten und Wegen umgeben ist. Das ist wirklich die Haltung, die ein menschliches Wesen haben sollte.

29

Schau, um eine Rose zu pflücken, muss man mit der Hand in die Mitte der Dornen greifen. Aber wenn die Rose das Ziel einer Person ist und sie einen tiefen Wunsch danach hat, sie zu pflücken, wird sie das nicht unterlassen, aus Angst gestochen zu werden. Außerdem arrangiert die Grosse Mutter, was auch immer für jeden notwendig ist: Sie weiß sicher um die wirklichen Bedürfnisse von jedem einzelnen. Wenn man zumindest so viel Vertrauen hat, gibt es überhaupt keinen Grund, sich besorgt zu fühlen.

30

Versuche dein Äußerstes, niemals dem Einfluss irgendeiner Person zu unterliegen. Um fest, ruhig, zutiefst ernst, voller Mut, integriert, rein und heilig aus eigener Kraft zu werden, muss man auf Gott ausgerichtet sein.

 

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31

Für ein menschliches Wesen sollte nur das edelste, einwandfreieste Verhalten akzeptabel sein. Man kann voller Freude sein, wenn jemand bestrebt ist, sein Leben so auszurichten. Für eine Frau bedeutet dies, ihre Integrität und Reinheit zu bewahren, indem sie ihrem Ehemann völlig treu ist. Sie sollte sich bemühen, einen anderen Mann noch nicht einmal flüchtig anzuschauen. Nur Handlungen, die die göttliche Natur des Menschen wecken, verdienen es, als Handlung bezeichnet zu werden, der Rest sind Nichthandlungen – ein Verschwenden von Energie. Jede Art von Verhalten, die es versäumt, das Göttliche im Menschen zu erwecken, sollte vermieden werden, egal wie verlockend sie erscheinen mag; aber alles, das hilft, die angeborene Göttlichkeit zu erwecken, sollte man sich entschlossen zu eigen machen, auch wenn es uns auf den ersten Blick nicht anzieht. Es ist die Bestimmung des Menschen, nach der Verwirklichung der Wahrheit zu streben, auf dem edlen Pfad zu schreiten, der zu Unsterblichkeit führt. Was für die Sinne köstlich erscheint, entwickelt sich später zu einer Brutstätte von Gift, indem es innere Unruhe und Unheil erzeugt, denn es gehört dem Vergänglichen an.

32

Charakterqualität ist eine große Stärke des Menschen. Wenn er sie im Umgang mit der Welt einbringt, wird er sicherlich in vielerlei Hinsicht erfolgreich sein.

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Weltliches Leben ist ohne Zweifel ein Schlachtfeld. Indem man sich seiner eigenen spirituellen Fülle bewusst wird, sollte man sich bemühen, siegreich aus dem Kampf hervorzugehen.

34

Du hängst an diesem runden[ 03], rollenden Ding, von dem du glaubst, dass es deinen Reichtum ausmacht; deshalb entsteht so viel Unruhe und Verwirrung. Was ist dieses ‚runde Ding’? Natürlich Geld. Versuche, nur an Ihm festzuhalten, der das Ganze ist, wo man weder von Form noch von Formlosigkeit sprechen kann und wo Unruhe und Verwirrung nicht existieren.

35

Wenn du deinen Gedanken nicht erlaubst, von Seinen Lotusfüßen abzuschweifen, besteht Hoffnung, dass du vor allen möglichen Versuchungen bewahrt bleibst. Es ist die Pflicht des Menschen, zu wirklichem Menschsein zu erwachen und seine tierischen Neigungen abzuschütteln, das wahrhaft Gute zu wählen und bloßes Vergnügen aufzugeben. Lass deinen Geist wie eine schöne Blume werden, die dem Herrn in Verehrung dargebracht werden kann. Die einzige Pflicht des Menschen ist in der Tat die Suche nach Selbsterkenntnis. Mein Freund, halte dich nur an den Einen Höchsten Freund, und versuche die Bindungen weltlicher Freundschaft zu meiden.

 

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36

Dem Vergnügen nachzugehen, bedeutet, das zu wählen, was an der Oberfläche angenehm und deshalb attraktiv erscheint. Unschickliche, unheilvolle und entartete Handlungen, die ein Ausdruck der tierischen Natur sind, führen zu Unglück, sogar wenn sie Vergnügen bereiten. Die Regeln und Vorschriften für den Lebensabschnitt des Familienlebens (grihastha ashrama) sollten so vollständig wie möglich eingehalten werden. Gemäß den höchsten Idealen zu leben, mag zuerst lästig sein, aber letztendlich führt es zu wirklichem Wohlergehen und Frieden. Man sollte lernen, Freude im Höchsten zu finden – nur dann verdient man es, ein menschliches Wesen genannt zu werden. Da man mit einem menschlichen Körper gesegnet ist, ist es nur recht, dass man sich auf angemessene Weise verhalten sollte. Warum sollte man den tierischen Instinkten nachgeben?
      Wenn du nicht ständig Japa machen kannst, dann mache zumindest zwei Runden mit der Mala jeweils morgens und abends. Die Suche nach Wahrheit ist die wirkliche Berufung des Menschen.

37

Es gibt verschiedene Lebensformen: Eine ist der Ashrama des Familienlebens; eine andere besteht im Dienen, indem man jeden, dem man dient, als einen Ausdruck des Höchsten Seins betrachtet; ein dritter Weg besteht darin, sich Selbstverwirklichung als das einzige Ziel zu setzen und mit ununterbrochener Geschwindigkeit und Entschlossenheit in diese Richtung zu gehen. Jeder wählt eine von diesen Lebensformen in Übereinstimmung mit seinen Neigungen und seiner Veranlagung. Bei einem Menschen, der sein ganzes Vertrauen auf Gott setzt, wird Gott Selbst sich um alles kümmern.

38

Der Mensch sollte kein geringeres Ziel haben, als nach der Verwirklichung der Wahrheit zu streben. Im Familienleben (grihastha ashrama) sollte keine belastende Atmosphäre herrschen. Wenn man sich durch geistige Unruhe aus der Fassung bringen lässt, führt das zu Belastung; das sollte man nicht zulassen, denn durch so einen Geisteszustand kann man sich den Weg verbauen.
      Indem man Zuflucht in jener Kraft sucht, die Glückseligkeit, Güte und Wohlergehen ist, und die Hindernisse zerstört, wird Frieden im Haus einkehren. Danach streben die Menschen vor allem und darin besteht auch ihre Aufgabe. Jene feinfühligen, intelligenten und weisen Männer und Frauen, die an Gott und den Guru glauben und sich voller Vertrauen mit einer Haltung der Entsagung bemühen, die Wirklichkeit zu erreichen, sollten jeden beliebigen Pfad gehen, der ihre Bestrebungen am meisten unterstützt, indem sie ganz ruhig bleiben und das wählen, was den Frieden unterstützt. In all seinen Handlungen sollte man danach streben, sein Dharma zu erfüllen.

39

Bleibe deiner Pflicht treu. In dem Heim zu leben, das er sich selbst geschaffen hat, entspricht dem Familienvater sicherlich. Vernachlässige jedoch niemals die Suche nach deinem tatsächlichen Zuhause. Nur wenn man jenes Zuhause gefunden hat, ist man tatsächlich nach Hause gekommen.

 

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40

In allen Formen, in aller Vielfalt und Verschiedenheit ist nur Er allein. Die unendlich zahlreichen Erscheinungen und Manifestationen, die Gestaltungen des Werdens und Zustände des Seins, die Arten und Gattungen, all die zahllosen Unterscheidungen und die Gleichheit sind nur Er Selbst. Mit wem bist du dann ärgerlich? Was auch immer jemand sagt entspricht seinem Zustand und seiner Konditionierung zu dem besonderen Zeitpunkt und ist demnach richtig für ihn. Er zeigt sicher nur, was er empfangen und zu dem Zeitpunkt seiner Entwicklung verstanden hat. Auch dies ist nur ein Ausdruck, eine Erscheinung des Einen.

41

Unter allen Umständen ruhig und in Frieden zu bleiben, ist die Aufgabe des Menschen. Es ist falsch, sich nur aufgrund irgendeines Geschwätzes, das man gehört hat, eine schlechte Meinung über eine Person zu bilden. Feindseligkeit, Verurteilung, Schimpfwörter, schlechte Gefühle und so weiter, selbst wenn man sie zurückhält, werden und müssen auf einen selbst zurückfallen. Niemand sollte sich selbst dadurch schaden, indem er solche Gedanken und Gefühle hegt.

42

Es ist die Bestimmung des Menschen, in der Freude zu verweilen, die aus der ständigen Beschäftigung des Geistes mit göttlichen Dingen entspringt. An irgendetwas anderes als an Gott zu denken, erzeugt Leid. Sei es MantraJapa, sei es Meditation, Verehrung, das aufmerksame Studium von heiligen Texten, das einfache Gewahrsein von Gott oder ein ähnliches Mittel, sei es Kirtana oder religiöse Musik – all dies sind verschiedene Formen, in der göttlichen Präsenz zu sein. Man sollte immer in einer dieser Übungen vertieft sein, ja, man sollte niemals ohne Ihn sein. Denk daran: darum bittet dieses kleine Kind seine Freunde und auch seine Väter und Mütter[ 04].

43

Wie sollte es nur möglich sein, dass dieses kleine Mädchen ihren Vater verlässt? Selbst wenn er es weit fortdrängt, wird dieses eigensinnige, kleine Kind immer noch bei ihm sein. Vater wird erkennen müssen, dass dies die Natur seiner kleinen Tochter ist: In der Tat sind alle Eigenschaften ihres Vaters auch in ihr zu finden, und er sollte sie veranlassen, gerade diese Eigenschaften im Dienst ihres leidenden Vaters zu nutzen. Wenn man von Dingen lebt, welche die Krankheit verschärfen, ist es nicht klar, dass die Krankheit schlimmer wird? Medizin muss eingenommen werden und eine Luftveränderung wird ebenfalls heilsam sein[ 05].

44

Sie stellen sich vor, dass dieser Körper[ 06] weit weg ist, aber tatsächlich ist er immer sehr, sehr nah. Wie könnte er überhaupt irgendjemanden verlassen? Die Frage von Distanz erhebt sich nur von ihrem Gesichtspunkt aus. Wann auch immer sie einen freien Tag bekommen können, lasst sie kommen und diesen Körper treffen.
      Egal welche Arbeit man verrichten mag, sie sollte gut gemacht werden. Wenn man sich angewöhnt, alles aufmerksam zu tun, ist es wahrscheinlich, dass man auch auf dem spirituellen Pfad so verfährt. Die Handlung ist Er, und auch der Ausführende der Handlung ist Er und niemand anderes. Bei allen Ereignissen sollte man versuchen, diese Geisteshaltung zu entwickeln. Die Wahrheit – in deren Gegenwart Illusion als Illusion erkannt wird – die Wahrheit, Das, was Ist, sollte man verwirklichen.

 

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45

Was diesen Körper betrifft, beleidigt niemand ihn jemals, und deshalb braucht niemand diesen Körper um Vergebung zu bitten. Nichtsdestotrotz wirst du sicher die Folgen deines Handelns erfahren müssen. Aber dieser Körper empfindet nicht einmal die geringste Spur von Ärger darüber.

46

Um die Wahrheit zu sagen: Auch wenn manche Menschen diesen Körper zweifellos aufsuchen, weil sie die Wirklichkeit finden möchten, kommen viele nur deshalb, um ihre Wünsche und Sehnsüchte erfüllt zu bekommen.
      Obwohl er so einen eindeutigen Beweis davon hat, was die wahre Natur der Welt ist, ist sein Herz nicht immer noch in sie verstrickt? An diesem Punkt sollte er sein Bestes versuchen, sich nur dem Dienen hinzugeben, indem er alle seine Handlungen als Dienst für Gott tut. Bitte ihn, er möge sich unbedingt bemühen, seinen Geist nicht von irgendetwas verwickeln zu lassen, was mit diesem Ozean des Leids zusammenhängt. Es ist Anhaftung an die Welt, die unglücklichen Menschen so ein tiefes Leid beschert hat. Nichts als Unwissenheit liegt an der Wurzel von all dem. Er sollte je nach seinen Möglichkeiten diesem Körper Nachrichten über sein Befinden zukommen lassen, denn er hat niemanden, dem er diese Probleme und Sorgen anvertrauen kann, welche – ausnahmslos – nur die Folgen seiner früheren Handlungen sind.
      Durch Kummer vertreibt Gott Kummer und durch Unglück zerstört Er das Unglück. Danach sendet Er kein Leiden mehr – das sollte man immer bedenken.
      Als Kinder des Ewigen müssen wir uns innerlich auf Ihn ausrichten. Getrennt von Ihm kann es keine Aussicht auf Frieden geben – niemals, niemals, niemals. Indem er mit seiner Aufmerksamkeit auf Gott ausgerichtet bleibt, wird der Mensch Frieden finden, der Schleier wird reißen, und der, der allen Kummer auflöst, wird offenbar. Er alleine ist der Sieger über das Böse, Er ist dein eigen, der einzige Schatz des menschlichen Herzens.

47

Verschließ nicht in dir, was deinen Geist beschwert. Wenn du mir alles frei und offen schreibst, wird dein Herz unbelasteter sein. Vater, warum hast du es so lange Zeit in dir unterdrückt? Es diesem Körper (Mataji) anzuvertrauen bringt Erleichterung, nicht wahr? Dieser Körper gehört tatsächlich allen; deswegen verhält er sich und spricht so weit wie möglich, so dass er die Wünsche der Menschen, mit welchen er jeweils zu tun hat, erfüllt.
      Wenn die Verehrung eines Bildes oder irgendeine andere Puja gemäß den Riten, die in den Shastras niedergeschrieben sind und von allen brahmanischen Priestern akzeptiert werden, durchgeführt wird, und wenn Kumari Puja einen Teil der durchgeführten Zeremonien bildet, dann müssen die Priester und andere Beteiligten entsprechend ihres Empfindens, was korrekt ist, eine Möglichkeit der Mitsprache erhalten. Schreibe ihm das! Aber wenn dieser Körper natürlich mit seinen Freunden, kleinen Mädchen und Jungen, spielt, achtet er nicht auf die Anweisungen der Priester – dann kann das Kind aus jeder Kaste sein! Hast du vor kurzem nicht gesehen, wie dieses kleine Mädchen, das gewiss nicht die Tochter eines Brahmanen ist, das Objekt der Verehrung wurde? Und doch opferte die Person, welche die Puja durchführte, ihr Kleidung, Nahrung und alles andere vorschriftsgemäß, stimmt’s? Für diesen Körper ist jeder und alles gleich.

48

Der Körper gehört Gott, der Verstand gehört Gott und die gesamte Menschheit gehört Gott.
      Jeder Dienst an jemandem ist nur Dienst an Ihm. Bemühe dich, deinen Geist immer auf einer höheren Ebene zu halten. Kann es jemals eine Zeit geben, wo Er nicht sichtbar ist? An dieser Einsicht allein mangeltes.

 

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49

Seine weltlichen Pflichten zu erfüllen ist gut. Gleichzeitig muss man sich an die wirkliche Pflicht des Menschen erinnern.

50

Egal, welche Arbeit jeweils verrichtet werden muss, versuche, ihr deine volle Aufmerksamkeit zu widmen, und mache sie gründlich. Verlasse dich unter allen Umständen auf Gott.
      Er ist alldurchdringend und deshalb kann er überall gefunden werden. Rufe den Herrn des Lebens mit deinem ganzen Wesen.

51

Es ist sehr gut, dass du deine Zeit damit verbringst, deiner Mutter zu dienen. Bemühe dich, deinen Geist in Hingabe auf Gottes heilige Füße gerichtet zu halten – nur dann können die Schatten der Rastlosigkeit allmählich weichen.

52

Durch Dienen werden Herz und Geist gereinigt – seid überzeugt davon! Sich im Dienen zu üben ist ein sehr machtvolles Sadhana. Werdet nicht ungeduldig, sondern dient allen Menschen mit äußerster Ruhe und habt für jeden ein freundliches Wort. Wann immer ihr etwas Unrechtes sagt oder tut, bittet um Verzeihung und tut euer Bestes, in Zukunft einen ähnlichen Fehler zu vermeiden. Auch wenn andere ungerecht zu euch sind, solltet ihr selbst nichts Ausfallendes sagen oder tun.

53

Indem du alle Wesen als Ausdrucksformen Gottes betrachtest, diene Ihm demütig und ganz ruhig, diene dem Herrn und nur Ihm. Je vollkommener deine Fähigkeit als ein Diener Gottes wird, desto mehr erwachen sowohl Zuneigung, Liebe und Hingabe für Ihn als auch bedingungsloses Vertrauen in dir.

54

Derjenige, der Gott dient, kann niemals hilflos sein. Je intensiver man die Einheit sucht, indem man sich mit Japa, Dienst an Gott und Versenkung beschäftigt, desto vollständiger wird Seine Offenbarung.

55

Ein Mensch, der nicht aus Liebe zu Gott und frohgemut die ihm zufallende Verantwortung erfüllt, wird das Leben äußerst schwierig finden und niemals fähig sein, etwas zu erreichen. Es ist die Pflicht des Menschen – insbesondere derjenigen, die das Höchste zu ihrem einzigen Ziel gemacht haben – voll Freude zum Wohl der Welt zu arbeiten, mit der Überzeugung, dass jeder Dienst Gottes Dienst ist. Arbeit, die mit einer solchen Einstellung getan wird, trägt zur Reinigung von Herz und Verstand bei.

56

Weltliche Tätigkeiten und Geschäfte führen zwangsläufig zu Sorgen; es kann gar nicht anders sein. Der einzige Weg, damit umzugehen, besteht in Ausdauer, Ausdauer und nochmals Ausdauer. Wenn man in den Wellen untergetaucht ist, muss man wieder auftauchen. Die Fähigkeiten und die Arbeit, die Gott dir anvertraut hat, sind nur für Seinen Dienst bestimmt und für nichts anderes – denk daran!

 

57

Viele fühlen das Verlangen, eine neue und bessere Welt zu schaffen. Anstatt deine Gedanken auf so etwas zu richten, solltest du dich auf Das konzentrieren, dessen Kontemplation Hoffnung auf vollkommenen Frieden verspricht. Es ist die Aufgabe des Menschen, ein Sucher nach Gott oder der Wahrheit zu werden.

 

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58

Was in dieser Welt wahrgenommen wird, ist ihrem Wesen nach ein Traum, ähnlich dem, was man in Träumen sieht. Der einzige Unterschied ist, dass der erstere im Wachzustand stattfindet und letzterer während des Schlafs. Dennoch bin ich immer bei dir, Mutter.

59

In Träumen können alle Arten von Dingen gesehen werden: etwas, womit sich der Geist beschäftigt hat; auch das, worüber noch nicht nachgedacht worden ist, aber in der Vergangenheit geschehen ist oder in der Zukunft kommen wird. Auf jeden Fall gehört alles, was geschieht, zum Reich des Traumes.

60

Du hast einmal nachdrücklich erklärt, wenn du nur die passende Anstellung finden könntest, würdest du sehr ernsthaft die spirituelle Seite des Lebens zusammen mit materiellem Komfort und Vergnügen pflegen. Dass du dein Wort gehalten hast, was weltliches Vergnügen betrifft, ist mehr als offensichtlich; aber in was für einer dunklen Höhle oder in was für einem unzugänglichen Abgrund hast du die ‚zarte Pflanze des spirituellen Strebens’ versteckt? Wann wirst du beginnen, eine Bemühung zu machen, um Licht in die dunkle Höhle zu bringen? Verliere keine Zeit! Der Tag, der vergangen ist, kehrt nie wieder zurück. Unschätzbare Zeit gleitet hinweg. Widme deine Tage der Bemühung, dich dem Herrn zu nähern. Wenn extrem altes Alter unerwartet eintritt, wirst du zu träge und zu schwach sein, um dich auf Gottes Namen zu konzentrieren. Wie willst du dann das wettmachen, was du in guten Zeiten versäumt hast?

61

Die gedankliche Aktivität, die den Menschen ablenkt und ihn von der Erinnerung an Gott wegbringt, wird schlechtes Denken genannt. Bemühe dich, all das zu pflegen, was deinen Geist hindern wird, diese Art von Gedanken zu hegen.
      All deine Lasten werden von Gott getragen. Sei davon überzeugt, und versuche immer, aufrichtig und heiter zu bleiben.

62

Nach all diesen Tagen hat sich ihm so eine Frage gestellt? Natürlich ist dies geschehen, weil er in einem Zustand ist, wo Fragen auftauchen, und es ist nichts falsch daran – denn ist nicht alles Gottes Schöpfung? Die Dinge sind unterschiedlich für verschiedene Leute. Es ist gut, sich daran zu erinnern, dass das, was als ein unlösbares Problem erscheint, manchmal auf eine sehr einfache Art und Weise gelöst werden kann, und so kann die weitere Frage auftauchen: War es letztlich ein unbedeutendes Problem? Der Schöpfer aller Dinge allein weiß es einzuschätzen; Er allein weiß, was bedeutend und was gering ist.

63

Der Strom auf Gott gerichteter Gedanken ist der Weg, der zur Auslöschung von Karma führt. Solange das Ziel nicht erreicht worden ist, muss man die Folgen von richtiger Handlung, falscher Handlung und Nichthandeln ernten – in Übereinstimmung mit dem Karma, dem Gesetz von Ursache und Wirkung.

64

Alles geschieht im Einklang mit dem Schicksal des Einzelnen. Das wirst du akzeptieren müssen. Der Schöpfer hat das Universum so geordnet, dass jeder immer die Folge seiner Handlungen ernten wird; darin gibt es keinen Ausweg. Wenn du aufgrund deines materiellen Unglücks keinen Wunsch hast, dich regelmäßig auf den Namen von Ihm, der der Höchste Vater, die Mutter, der Freund und Gott ist, zu konzentrieren, meinst du, damit schaffst du gutes Karma – dass du immer wieder unter denselben Schwierigkeiten leiden musst? Dein Vater und deine Mutter arrangierten das, was sie nach sorgfältigen Überlegungen als das Beste für dich hielten. Wir sind selbst für Karma, die Folgen unserer vergangenen Handlungen,verantwortlich.

65

Nichts Böses kann über den Menschen siegen, der an Gottes Namen festhält. Was man erleidet, sind die Folgen der eigenen Handlungen. Wo der Fluss des Gottesnamens ständig aufrechterhalten wird, wird jede Handlung Gutes bewirken.

66

Wie viel Karma aus früheren Geburten muss noch ausagiert werden! Wenn sich jemand zum Beispiel seine Verdauung ruiniert hat, weil er übermäßig und unbeherrscht Essen gegessen hat und anschließend zu einer einfachen und gut abgestimmten Diät wechselt, werden die Ergebnisse dieser sinnvollen Maßnahmen nicht sofort bemerkbar werden. Egal wie man also in der Gegenwart handelt, muss man gleichzeitig die angesammelten Folgen seines früheren Verhaltens positiv und negativ erfahren. In Gottes Schöpfung herrscht perfekte Gerechtigkeit. In der Regel wird der Mensch in diese Welt geboren, um sowohl die angenehmen Ergebnisse seiner guten Taten zu ernten als auch die Folgen seiner schlechten Handlungen. Was ist mit den Folgen irgendeines Fehlverhaltens oder eines ungerechten Tuns, das er jetzt begeht? Er wird sie mit Sicherheit erfahren müssen. Der Mensch genießt die Früchte der guten Werke, die er früher getan hat, aber er wird auch die Auswirkungen seiner schlechten Taten erleiden müssen. Der Wille des Allmächtigen wird sich erfüllen. Der Mensch muss den Wunsch nach rechtem Handeln kultivieren. Sogar das Unmögliche wird durch Gottes Willen möglich. Lasse Seine Lotosfüße deine einzige Zuflucht sein!

 

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67

Der Mensch muss sich wie ein Held verhalten. In Unglückszeiten muss er stark und geduldig bleiben.
      Die Zeit steht nicht still. Selbstmord ist eine äußerst abscheuliche Sünde. Wem gehört der Körper, von dessen Zerstörung du sprichst? Darf ein Mensch so etwas sagen? Schäm dich!

68

Dies ist die Zeit, dich selbst zu formen. Entwickle Entsagung und innere Stärke. Um von den schlechten Neigungen, die man sich in früheren Leben angeeignet hat und die zu Schmerz und Leiden geführt haben, befreit zu werden, versuche dein Herz zu einem geweihten Schrein der Essenz des Guten zu machen, und strebe nach Wunschlosigkeit. Das Wichtigste ist, sich zu Gott hingezogen zu fühlen.
      Sei absolut zuverlässig in deinem Dienen. Was auch immer für jemanden getan werden muss, mache es in einer Geisteshaltung des Dienens.
      Da gibt es noch eine andere Angelegenheit, auf die man besondere Aufmerksamkeit richten muss: Faulheit muss gänzlich aufgegeben werden. Wenn es um gute Taten oder spirituelle Übungen (satkarma) geht, dann müssen Abneigung und Lethargie völlig ausgemerzt werden. Die Schwierigkeiten, die auftauchen mögen, wenn jemand einen Dienst tut, sollten fröhlich ertragen werden.

69

Keine zwei Tage sind sich gleich. Erlaube dir nicht, von Verzweiflung überwältigt zu werden. Habe trotz allem völliges Vertrauen in Ihn – Ihn solltest du in Glück und Leid anrufen. Wenn du zu Boden gefallen bist, benutze Ihn als einen Hebel, dich selbst wieder zu erheben, denn es ist die Aufgabe des Menschen, sich anzustrengen, egal was er tut.

70

Unglück muss nicht als eine Katastrophe angesehen werden. Das wäre eine Sünde, denn wer sendet das Unglück? Was Er tut, ist immer heilsam. Unter keinen Umständen, wie widrig sie auch sein mögen, sollte der Mensch die Niederlage akzeptieren. „Gurudeva, du tust nur das, was für mein wirkliches Wohlergehen ist“ – diese Einstellung solltest du immer haben. In dieser Welt gibt es zwangsläufig alle möglichen Schwierigkeiten. Wenn du Vermögen und Stellung verloren hast, lasse sie los. Bete zu Gott nur für das Leben deiner Familienmitglieder.

71

Schwierige Zeiten muss man geduldig durchstehen. Auch wenn Sorgen und Gefahr zum menschlichen Schicksal gehören, werden sie von dem, der ihnen mit Mut und Ruhe begegnen kann, überwunden. Die Umstände verändern sich. In schwierigen Zeiten muss man sich noch beharrlicher auf Ihn verlassen. Man kann nicht wissen, durch welches Unglück Er Gefahr abwendet. Manchmal wendet Er tatsächlich Gefahr durch Unglück ab. Aus diesem Grund wird Er Retter genannt.

72

Es ist bezeichnend für das menschliche Leben, dass es weder dauerhaft glücklich noch ständig leidvoll sein kann. Meinst du, dieses Unglück wird niemals enden, wo dein Glück doch auch nicht angehalten hat? Im Augenblick versuche, dich mit Geduld und Stärke zu wappnen, und begib dich voller Vertrauen auf Gott auf deinen Weg. Es ist der Wille des Allmächtigen, der ausschlaggebend ist. Sei unter allen Umständen bemüht, die Gedanken an Ihn deine ständigen Begleiter sein zu lassen.

73

Zu welchem Zeitpunkt und wohin auch immer Gott dich schickt, egal unter welchen Umständen, denk daran, dass alles zu deinem Besten ist. Bemühe dich, so durchs Leben zu gehen, dass du die Bürden in Seine Hände gibst. Er ist der Erhalter, Er ist der Führer, Er ist alles in allem.

 

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74

Es ist die Aufgabe des Menschen, sich um Vertrauen und Hingabe zu bemühen und diese zu pflegen. Schicksalsschläge sind ein charakteristisches Merkmal für das Leben in der Welt; auf diese Weise wird dem Menschen zu verstehen gelehrt, was die Natur dieser Welt ist – und daraus entwickelt sich Loslösung von Vergnügen und Genuss.

75

Versuche zu allen Zeiten Geduld zu üben. Sage dir: „Herr, was immer Du tust, ist das Beste!“ Bete um Durchhaltevermögen. Nichts geschieht, was nicht ein Ausdruck von Gottes Gnade ist; alles ist tatsächlich Seine Gnade.
      Bleibe geduldig, ertrage alles, halte an Gottes Namen fest, und lebe aus der Freude.

76

Was man an Glück oder Schmerz erfährt, hängt davon ab, woran man glaubt und wie man die Ereignisse sieht. Wenn man über Glaubensvorstellungen und Ansichten hinausgehen möchte, sollte man Vertrauen in den Allmächtigen haben.

77

Verlasse dich in allen Dingen nur auf Gott. An Ihn solltest du die Bitten und Sehnsüchte deines Herzens richten. Dein ganzes Leben muss sich um Ihn drehen, du hast keine andere Zuflucht. Auf dich alleine gestellt bist du gänzlich hilflos, denn schließlich bist du doch Seine Schöpfung, nicht wahr? Was auch immer Er tut, ist das Heilsamste. Du bist sicher nicht in der Lage das zu wählen, was für dich am günstigsten ist. Warum sollte er dir erlauben, der du ein Kind des Unsterblichen bist, in Richtung dessen abzuirren, was dem Tod angehört?
      Du kannst dich glücklich schätzen, denn wie du selbst sagst, hat Gott dich aus dem Rachen des Todes befreit und dich bis zu diesem Tag erhalten. Setze dein Vertrauen allein auf Ihn. Die Leiden und Hindernisse, die durch Verlangen entstehen, sogar diese sollten tatsächlich als aus Seinen gnädigen Händen kommend willkommen geheißen werden. Unruhig zu werden ist nutzlos. Wenn du ungeduldig sein musst, sei ungeduldig wegen Gott: „Bis heute habe ich keine Antwort von Dir erhalten und wertvolle Zeit ist vergebens verstrichen.“ Lass deinen Geist und Körper nicht von Ruhelosigkeit, die durch weltliche Wünscheverursacht wird, gequält werden.

78

Er, der dir alles gegeben hat, was du auf dieser Welt besitzt – Reichtum, Rang und Jugend – rufe nach Ihm um Seiner selbst willen. Du kannst nicht? Warum nicht? Du wirst es tun müssen! Tatsächlich kann der Mensch alles tun. Woher soll man wissen, was Er wem geben wird und wodurch? Alles gehört Ihm, vollkommen Ihm. Was brachtest du bei deiner Geburt mit? Waren deine Hände nicht leer? Und alles, was du erworben hast, gehört es wirklich dir?
      Alles gehört Ihm, und was immer geschieht, ist Sein Wille. Versuche diese Einstellung zu behalten. Wenn du sagst „es gehört mir“, greifst du damit nach allem – so wird Leid heraufbeschworen. Rufe Ihn, denn alles gehört Ihm. Sich so nach Ihm zu sehnen ist wirkliches Gebet.
      Alles, was die Welt dir geben kann – was ist es wert? Hast du nicht jahrelang den unausweichlichen Gang der Geschehnisse kennen gelernt? In Seiner Schatzkammer, in der sich Reichtum, Verwandte und Jugendkraft befinden, gibt es auch Armut, Krankheit, Alter und Tod. Du wirst sie alle erfahren müssen. In dieser Welt ist kein Platz für ungestörtes Wohlergehen – siehst du nicht die Schwierigkeiten bei jedem Schritt? Ahnst du jetzt immer noch nicht, wem du gehörst? Deine schwere Krankheit, leidet sie irgendjemand für dich? Kann jemand sie auch nur mit dir teilen? Weshalb all diese Sorgen?
      Alles gehört Ihm. Alles ist Er; alles Ihm zu überlassen muss dein einziges Bestreben sein. Rufe Seinen Namen an, meditiere über Ihn, erinnere dich ständig an Ihn. Bete um nichts, was von dieser Welt ist, und strebe danach, dich ohne Vorbehalte Ihm hinzugeben. In Ihm existiert kein Mangel, kein Schmerz, keine Qual – in Ihm ist alles, was erreicht werden kann, der Gipfel der Erfüllung, Ruhe, Gelassenheit und Stille.

 

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79

Als Mataji die Nachricht hörte, dass jemand erkrankt war, ließ Sie dem Leidenden Folgendes ausrichten: „Verlasse dich absolut auf Ihn. In was für Umständen du dich auch immer befinden magst, richte die Aufmerksamkeit ständig nur auf Ihn. Lasse dies dein Gebet sein: ‚Herr, es hat dir gefallen, in Form von Krankheit zu mir zu kommen. Gib mir die Kraft, sie zu ertragen, verleihe mir Geduld und lass mich verstehen, dass Du es bist, der in dieser Verkleidung bei mir ist.’“

80

Verlasse dich in allen Angelegenheiten auf Gott – ohne Ausnahme. Dies sollte deine Geisteshaltung sein: „Möge Er mit mir so handeln, wie es Ihm gefällt, denn ich bin nur ein Geschöpf aus Seinen Händen.“ Persönliche Wünsche sind der eigentliche Grund des Leidens. Warum lässt du dich von der Angst bedrücken, dass du von anderen abhängig sein wirst? Bist du es, der deinen Körper geschaffen hat? Demjenigen, dem du gehörst, steht es frei, entsprechend Seinem Willen damit zu verfahren; deswegen darf Er so handeln, wie es Ihm beliebt. Versuche dein Möglichstes, nicht verstrickt zu werden und geduldig wie ein Zuschauer zuzusehen. Wenn der Geist entspannt ist, erholt man sich schnell von Krankheit. In dieser sich ständig drehenden Welt, die von Ihm aufrechterhalten wird, der ihre Bewegung bewirkt, hat sich ein bestimmtes Unglück ereignet. Was soll man tun? Egal was geschehen ist, möge Sein Wille siegen – lebe in dieser Gesinnung. In deinem jetzigen Zustand solltest du ständig nur an Ihn denken.

81

Dass du dich bemühst, medizinische Behandlung zu arrangieren, ist auch ein Ausdruck Seines Willens. Tatsächlich ist Er, der Eine, alles. Du, Gott, bist in Wahrheit die Krankheit, Du bist die Medizin und die Kraft zur Heilung – in allen Formen und Gestalten bist Du allein.

82

Schreibe ihm, dass sein Zustand tatsächlich sehr oft das Kheyala dieses Körpers beschäftigt. Er selbst muss durch eigene Willensbemühung stark werden und seine negative Haltung loslassen, die dazu führt, zu meinen, dass er niemals erfolgreich sein wird. Im Gegensatz, er muss entschlossen sein, dass Erfolg möglich ist, dass ihm der Erfolg ganz gewiss ist. Er sollte zu sich selbst sagen: „In welchen Umständen Gott mich auch sein lässt, ich füge mich dem, indem ich diesen Körper, der Ihm gehört, Ihm hingebe.“ Einfach so. Er sollte die meiste Zeit damit verbringen, völlig ruhig und gelassen ausgestreckt auf seinem Rücken in der „Totenposition“ (savasana) zu liegen und still sein Mantra im Einklang mit seinem Atem wiederholen. Es gibt nur ein Brahman ohne ein Zweites – das ist es, was man verwirklichen muss. Schreibe ihm ganz klar, dass er keinen Vermittler braucht.

83

Als der Heilige Shri Triveni Puri Maharaj aus Khanna[ 07] seinen Körper aufgab, sandte Mataji folgende Botschaft an seinen großen Verehrer Shri Krishnanandaji Avadhuta: „Hinter scheinbarer Vereinigung und hinter scheinbarer Trennung verbirgt sich nur Er, der Höchste Selbst.“

84

Wer geht wohin, und von wo kommt jemand? Für diesen Körper[ 08] gibt es kein Gehen und kein Kommen. Das, was einmal existierte, existiert sogar noch jetzt. Was für eine Rolle spielt es, ob man stirbt oder lebendig bleibt? Man existiert sogar noch nach dem Tod, also warum sich aufregen?

85

Wer gehört wem in dieser Welt? Indem man sein jeweiliges Karma abträgt, sollte sich jeder bemühen, seine Lebensreise zur Vollendung zu bringen. Was du erfährst, sind die üblichen Umstände auf der Reise durchs Leben; erlaube dir deshalb nicht, so sehr beunruhigt zu sein! Wenn man, aufgrund der Anhaftung zu denjenigen, mit denen man in dieser Welt des Kommens und Gehens vereinigt gewesen ist, völlig im Schmerz des Verlusts versinkt, wie kann dann die Reise auf unserem eigenen Pfad fruchtbar werden? Mit unbändiger Kraft und Energie muss man sich seinen Weg zur Offenbarung des eigenen Selbst bahnen. Reisende auf dem Höchsten Pfad müssen sich bemühen, ihre Reise zu Ende zu bringen. Selbstverwirklichung ist ihr Zweck und Ziel.

 

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86

Es ist der Wille des Allmächtigen, der sich zu allen Zeiten durchsetzt; das ist wahrhaftig das Gesetz der Schöpfung. „Welt“ (jagat) bedeutet ein unaufhörlicher Kreislauf von Sorgen, zeitlich begrenztem Glück und Leiden. Der Mensch wird geboren, um das zu erfahren. Siehst du nicht, dass die Welt nur daraus in unendlicher Vielfalt besteht?
      Für denjenigen, der sich mit dem Namen ‚Durga’ auf seinen Lippen auf die letzte Reise seines Lebens begibt, sollte es weder Trauer noch Tränen geben; versuche auf jeden Fall dein Bestes, diese Haltung zu bewahren. Wenn du weinen musst, weine nach Gott. Gesegnet ist derjenige, der bei seinem letzten Atemzug Gottes Namen ausspricht. Man muss sich bemühen, seinen Geist immer auf Seine Füße konzentriert zu halten. Bete um die Gnade des Guru, und erinnere dich ständig an Seine Lotosfüße.

87

Die Lebensreise muss sich unweigerlich so entwickeln, wie du beschreibst. Suche in jedem Haus und prüfe, wie viele Menschen gefunden werden können, die noch nie einen Trauerfall erlebt haben. Deshalb ist der einzige Ausweg aus diesem Leid nur der Pfad der Selbstverwirklichung.

88

In jedem Haus ist Gott in einer unendlichen Vielzahl von Erscheinungen gegenwärtig.
      Allein, weil man geboren wurde, muss man das Leben auch wieder hinter sich lassen – sei es früher oder später. Während des Familienlebens ist dieser schreckliche, brennende Schmerz unvermeidbar; er ist in jeder Familie ähnlich. Gibt es irgendeinen Trost, um diese brennende Qual zu lindern, außer zu Ihm Zuflucht nehmen, aus Dem alle Wesen hervorgehen, von Dem sie erhalten werden, und in Dem sie sich letztendlich auflösen?

89

Fühle dich nicht bekümmert, weil er körperlich nicht mehr anwesend ist. Es ist die Aufgabe der Menschen, die dem Verstorbenen nahe stehen, zu beten, dass er auf seinem Weg voranschreitet. Wenn dir Tränen in deine Augen schießen, weil er seinen Körper verlassen hat, dann weine, indem du Gott anrufst. Nach Gott zu weinen, ist die einzige Hoffnung für jeden Menschen. Vollziehe auch die in den Shastras beschriebenen Pflichten für Frau und Sohn des Verstorbenen so perfekt wie möglich.

90

Was kann von dieser Welt, deren Natur an sich beständiger Wechsel ist, erwartet werden? Die Zeiten ändern sich ständig. In der Zeit zu leben bedeutet, an sie gebunden zu sein – durch den Tod[ 09]. Wenn du dich nicht über die Zeit erhebst, wie kannst du den Krallen des Todes entkommen? Hätte Zeit nicht den Moment weggetragen, der dir solches akute Leiden und Qual brachte, würde dann noch irgendein. Leben in deinem Körper sein? So ist der Gang der Welt. Was du erfahren hast, geschieht ständig in jeder Familie in der einen oder der anderen Form. Tröste dich selbst mit dem Gedanken, dass die Welt so geschaffen ist.
      Wenn man in einem Land lebt, das nicht das eigene ist, wie kann man den Schwierigkeiten ausweichen, die eines Fremden Los sind? Deine Heimat ist da, wo das Problem von Kummer und Leid, von Gewalt und Hass, von Entfremdung und den Gegensätzen von Licht und Dunkelheit nicht existiert. Das Bemühen, sich selbst in seinem wirklichen Zuhause zu finden, in seiner wahren Natur, ist die einzige Aufgabe des Menschen und dafür bedarf es des Muts und der Beständigkeit.

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91

Als Mataji von dem Tod der Mutter eines Devotees erfuhr, sagte sie: „Schreibe meinem Freund: Diese glückliche, gesegnete Frau[ 10] hat sich zum Reich des Friedens begeben und hinterlässt ihren Ehemann, ihre Söhne und Töchter. Den Verlust ihres Körpers zu beweinen und zu beklagen ist nicht richtig, obwohl es auch natürlich ist, dass Tränen vergossen werden. Werde stark. Genauso wie Eltern sich ständig darum bemühen, das Glück und den Frieden ihrer Kinder zu sichern, ebenso besteht die Aufgabe von Kindern darin, eine ähnliche Haltung im Hinblick auf ihre Eltern einzunehmen. Menschen, die noch nicht das endgültige Ziel erreicht haben, sondern sich noch auf dem Weg abmühen und in dieser Welt leben und sich mit dem Körper identifizieren, fügen sich selbst großen Schmerz zu, indem sie aufgeregt werden und unter Qual weinen; es ist tatsächlich ein großes Leid. Die Verstorbenen können das nicht zum Ausdruck bringen, aber dieser Schmerz beeinträchtigt sie sehr. Niemand möchte denen, die ihm lieb sind, Leid verursachen. Bedenke: Deine Mutter ist wie dein Selbst, sie ist die, die dich geboren hat – ihr Frieden sollte dein Frieden sein. Was geschehen ist, ist Gottes Fügung, und alle Menschen gehören wirklich Ihm an. Wo und wie, auf welchem Weg oder in welchem Zustand der Allmächtige jemanden hält, hängt völlig von Seinem Willen ab.
      Lasse deinen Vater nicht bemerken, dass du deprimiert bist. Diene jedem auf eine liebevolle und schöne Weise. Fühle, dass Gott dir den Dienst an deiner Familie anvertraut hat. Lass nicht zu, dass dein Vater deprimiert wird. Den Schatten von Trauer auf den Gesichtern seiner Kinder zu sehen, wird sein Unglück bedeutend verstärken; denk daran und bemüh dich, in der Gegenwart deines Vaters gefasst zu sein.

92

Als sie die Neuigkeit über den unnatürlichen Tod des Sohnes eines Devotees erhalten hatte, sagte Ma: „Schreibe den Eltern, dass sie im Moment nichts tun müssen, außer stark zu bleiben und ihren tragischen Verlust mit heldenhafter Stärke und Fassung zu ertragen. So ist das Gesetz von Gottes Schöpfung. In manchen Fällen liegt in solchen Ereignissen ein gewisser Fluch. Der Lauf des Lebens besteht tatsächlich aus Freuden und Sorgen, und der Mensch wurde geboren, um die Folgen seiner vergangenen Handlungen zu erfahren. Da wir mit der Geburt in einen menschlichen Körper gesegnet wurden, ist es daher unsere Aufgabe, unaufhörlich den Weg, der jenseits von Vergnügen und Schmerz führt, zu verfolgen. Tatsächlich zieht Gott den Menschen oft zu Sich, indem er Unglück durch Unglück vernichtet.
      Dass du heute in ein Meer von Trauer durch diesen Tod gestürzt wurdest und auch alles, was der Verstorbene selbst hat erleiden müssen, sollte als Folge eines sehr schwerwiegenden Karmas verstanden werden. Nichtsdestotrotz solltest du daran denken, dass er sogar durch diesen schrecklichen Schlag weiter auf seinem Entwicklungsweg geht. Bete zu Gott für das Wohlergehen seiner Seele. Da er aus einer religiösen Familie ist, hat er das Privileg gehabt, ein bestimmtes Ausmaß an Satsang zu erfahren. Du weißt, Vater, dass das Selbst unzerstörbar ist, und dass nur der Körper Veränderung und Verfall unterliegt.
      Dass dieser Körper[ 11] gewöhnlich nicht über Vergangenheit und Zukunft spricht, ist euch bekannt, Vater und Mutter. Wenn sich die Gelegenheit ergibt, könntet ihr beide versuchen, für eine gewisse Zeit auf eine Pilgerreise zu gehen. Auch wenn ihr unerträgliche Qual durch den Verlust eures Sohnes erleidet, ist es unbedingt erforderlich, dass ihr euch bemüht, durch Erinnerung und Versenkung in Gott ruhig zu werden. Jeder von euch sollte regelmäßig jeden Tag ein kleines Stück vom Shrimad Bhagavatam lesen; wenn ihr das Ganze zu Ende gelesen habt, fangt wieder von Anfang an und so weiter. Während ihr lest, stellt euch vor, dass euer Sohn neben euch zuhört.“

 

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93

Die folgende Botschaft wurde jemandem gesandt, der seine heilige Schnur aus Trauer über den Tod eines geliebten Familienmitgliedes abgelegt hatte: „Du hast also deine heilige Schnur weggeworfen? Nun ja. Natürlich musst du das tun, was deinem Geist Frieden gibt. In dieser Welt begleitet eine Frau ihren Ehemann nicht, wenn er stirbt, noch geht der Ehemann mit seiner Frau, wenn diese stirbt, noch der Sohn mit seinem sterbenden Vater. Wie kann jemand aus eigenem Willen mit den Menschen, die ihm lieb sind, in den Tod gehen? Das ist doch klar! Jeder muss sein Leben gemäß den Auswirkungen seiner früheren Handlungen leben.
      Da dir nun dieses Unglück zugestoßen ist, hast du aufgehört zu essen, oder hast du auf deine Frau und deine Kinder oder auf deine Freunde und Verwandten verzichtet? Hast du aufgehört, Kleidung zu tragen oder zu schlafen oder mit Leuten zu sprechen? Es ist wahr, dass du in ein Meer des Leidens eingetaucht bist. Aber welcher Besitz von dir ist mit dem Verstorbenen gegangen? Nur deine heilige Schnur?
      Das Geschenk deiner Eltern von Liebe und Wertschätzung, das so kostbar ist als Hilfe auf dem Weg zum ewigen Ziel des menschlichen Lebens! Wenn du heute die heilige Schnur zu Ehren von ihm, der die Welt verließ, wieder umlegst, wird es Sein Gedächtnis in deinem Herzen lebendig erhalten. Du hattest sie um seinetwillen akzeptiert, dieses Symbol all dessen, was eine Hilfe auf dem Weg zur Unsterblichkeit ist.
      Die heilige Schnur abzulegen, nachdem sie einmal angenommen worden ist, ist bei einem gewöhnlichen Menschen sehr bedauernswert. Sicher könntest du sie, in Erinnerung an den Verstorbenen, behalten.Man sollte nicht für eine Person zu Gott beten, alle Gebete sollten einzig Dem gelten, wodurch Alles gefunden wird. Das Tragen der heiligen Schnur dient auch diesem Zweck.“

94

Wenn du sowieso nicht Gott suchst, kannst du nach Belieben ja alles wegwerfen – warum nur die heilige Schnur? Der Wunsch, Impulsen dieser Art zu folgen, wird mit Sicherheit in den Menschen aufsteigen, die nicht nach Gott um Seinetwillen streben, die Ihn nicht lieben – so ist ihre Haltung gegenüber dem Leben, ihre natürliche Neigung. Wenn du die Kraft zum Zerstören hast, warum hast du mittlerweile nicht all die Hindernisse aus dem Weg geräumt, die dich behindern?
      Niemand hat aus sich heraus die Kraft, auch nur einen Grashalm zu heben. Es ist Sein Wille, der Wille des Allmächtigen, der allein bestimmt. Manchmal ist es wahr, dass der Mensch zu leiden hat. Aber auch dadurch tut Er, die Quelle der Güte, das, was dem wahren Heil des Menschen dient; doch dies zu erkennen ist für eine gewöhnliche Person verwirrend.
      Ohne die heilige Schnur und ohne das Gayatri zu sein, ist für einen Brahmanen nicht glücksverheißend, ja sogar schädlich. In welchem Ausmaß bist du fähig, zu beurteilen, welcher Pfad der richtige für dich ist? Alles, was Er tut, der die Güte Selbst ist, ist zum Guten.
      Richtig Sprechen bedeutet, nur über das Göttliche zu reden. Alles andere ist nur schmerzhaft und vergeblich.

95

So ist das Leben in der Welt. Stark wie ein Held musst du versuchen, wieder dein Gleichgewicht zu finden. Außer in der Versenkung in Gott besteht keine Hoffnung auf Frieden. Lasse dies deine feste Überzeugung sein.
      Es ist die Aufgabe des Menschen, unter allen Umständen bei Ihm Zuflucht zu suchen, dessen Gesetz alle Dinge bestimmt. Du solltest wirklich bestrebt sein, nicht nach der physischen Gegenwart des Verstorbenen zu jammern oder dich nach ihr zu verzehren. Dies ist eine Reise, zu der jeder ohne Ausnahme aufbrechen muss, und es ist für jeden notwendig, sich darauf vorzubereiten. Diejenigen, die von Seinen Armen aufgenommen worden sind, sollte man völlig seiner Fürsorge übergeben.
      Betrachte alle, denen du dienst, als das Höchste Wesen. Verlasse dich ganz auf Ihn.

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96

Es ist nicht ratsam zu versuchen, den Geist von Verstorbenen anzurufen. Sehr oft antwortet ein anderes Wesen, und der gewöhnliche Mensch ist nicht in der Lage, zwischen einer echten Erscheinung und einer Täuschung zu unterscheiden.
      Deshalb ist es gefährlich.
      Es ist schon einmal jemand, der an spiritistischen Sitzungen teilnahm, geisteskrank geworden. Trotz Warnung seiner Mutter hatte er weiterhin daran teilgenommen. Es ist schwierig für den Durchschnittsmenschen, sich wirklich mit dem Geist eines Toten in Verbindung zu setzen.
      Deine Gedanken sollten sich wirklich nicht mit solchen Dingen beschäftigen. Auf der Ebene des Selbst (Atma) bist du eins mit deiner verstorbenen Tochter. In dieser Welt wechseln Glück und Leid einander ab. Denk daran, dass sie als das Selbst (Atma) bei dir ist – in dir! Das ist die Wahrheit und kein schwärmerisches Denken. In Geburt und Tod erfüllt sich Göttlicher Wille. In allen Formen und Zuständen ist nur Er allein.

97

Gottes heiliger Name Selbst ist die Kraft, die unerwünschte Einflüsse auszutreibt. In Gegenwart von Gottes Namen können Gespenster und böse Geister nicht verweilen.

98

Gib nicht deiner Neigung nach, über Geister und Erscheinungen nachzudenken; halte deine Aufmerksamkeit vielmehr nur auf Gottes Namen gerichtet und meditiere über Ihn. In Gegenwart Seines Namens kann keine andere Macht wirksam sein. Das ist die Wahrheit, sei fest davon überzeugt. In dem Augenblick, wo du Zuflucht zu Gottes Namen nimmst, solltest du fühlen, dass dich keine geringere Macht beeinflussen kann. Wenn du dir dann irgendeiner physischen Unruhe bewusst bist, sei ganz sicher, dass es bloß eine körperliche Reaktion ist.

99

Wenn er sich nachts zur Ruhe begibt, sollte er den Namen des Herrn wiederholen und dabei einschlafen. Wenn er sogar dann noch furchtsam ist, mag er ein heiliges Buch wie die Bhagavad Gita, das Candi oder das Ramayana in die Nähe seines Hauptes legen. Außerdem sollte er unaufhörlich den Fluss des Gottesnamens aufrechterhalten und daran denken, dass dort, wo Heilige Schriften sind, Er Selbst ist, und keine Angst irgendeiner Art in Seiner Gegenwart existieren kann.

 

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Fussnoten

yoga-buch/anandamayi-ma/matri-vani/allgemeine-99-ratschlaege.html#16[⇑ 01]yoga-buch/anandamayi-ma/matri-vani/allgemeine-99-ratschlaege.html#16       Das Bengali-Wort für ‚Körper‘ ist ‚shorir‘ und das Verb ‚shora‘ be deutet, sich weiterbewegen, hinweggleiten.

yoga-buch/anandamayi-ma/matri-vani/allgemeine-99-ratschlaege.html#26[⇑ 02]yoga-buch/anandamayi-ma/matri-vani/allgemeine-99-ratschlaege.html#26       Mensch Geist, hus bewußt

yoga-buch/anandamayi-ma/matri-vani/allgemeine-99-ratschlaege.html#34[⇑ 03]yoga-buch/anandamayi-ma/matri-vani/allgemeine-99-ratschlaege.html#34       Der ganze Abschnitt basiert auf einem Wortspiel, das man nicht ins Deutsche übersetzen kann. ‚Gol‘ bedeutet rund, ‚mal‘ Besitz und ‚golmal‘ Unruhe und Verwirrung.

yoga-buch/anandamayi-ma/matri-vani/allgemeine-99-ratschlaege.html#42[⇑ 04]yoga-buch/anandamayi-ma/matri-vani/allgemeine-99-ratschlaege.html#42       Ma spricht oft von sich selbst als einem kleinen Kind und nennt Kinder und unverheiratete Menschen Ihre „Freunde“ und verheiratete Menschen „Vater“ und „Mutter“.

[⇑ 05]       „Bhava Roga“ ist die Krankheit jedes Menschen, sich für ein getrenntes Individuum zu halten. Die Medizin, um diese Krankheit zu heilen, ist Sadhana, d.h. spirituelle Übungen, und die Luftveränderung bedeutet eine Veränderung von weltlicher Umgebung zu Satsang, der Gemeinschaft von Weisen, Heiligen und Wahrheitssuchern.

yoga-buch/anandamayi-ma/matri-vani/allgemeine-99-ratschlaege.html#44[⇑ 06]yoga-buch/anandamayi-ma/matri-vani/allgemeine-99-ratschlaege.html#44       Gewöhnlich spricht Ma von Ihrer Person als „dieser Körper“.

yoga-buch/anandamayi-ma/matri-vani/allgemeine-99-ratschlaege.html#44[⇑ 07]yoga-buch/anandamayi-ma/matri-vani/allgemeine-99-ratschlaege.html#83       Khanna ist eine kleine Stadt im Ost-Punjab.

yoga-buch/anandamayi-ma/matri-vani/allgemeine-99-ratschlaege.html#84[⇑ 08]yoga-buch/anandamayi-ma/matri-vani/allgemeine-99-ratschlaege.html#83       Ma

yoga-buch/anandamayi-ma/matri-vani/allgemeine-99-ratschlaege.html#84[⇑ 09]yoga-buch/anandamayi-ma/matri-vani/allgemeine-99-ratschlaege.html#90       Kala bedeutet sowohl „Zeit“ als auch „Tod“

yoga-buch/anandamayi-ma/matri-vani/allgemeine-ratschlaege.html#91[⇑ 10]yoga-buch/anandamayi-ma/matri-vani/allgemeine-99-ratschlaege.html#91       entsprechend der Hindi Tradition ist es für eine Frau glücksverheißend zu sterben, während ihr Mann und all ihre Kinder noch leben.

yoga-buch/anandamayi-ma/matri-vani/allgemeine-99-ratschlaege.html#92[⇑ 11]yoga-buch/anandamayi-ma/matri-vani/allgemeine-99-ratschlaege.html#92       Ma

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