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Die Kraft der Gedanken

 

Muster der Gedankendisziplin

 

Unterscheidung und innere geistige Disziplin

Wenn Wünsche im Geist entstehen, versuche nicht, sie zu erfüllen. Weise sie zurück durch Unterscheidung, richtiges Fragen und Leidenschaftslosigkeit. Durch beständiges Üben wirst du Ruhe im Geist und  geistige Kraft erlangen. Der Geist dünnt sich aus. Der Geist wird direkt davon abgehalten zu wandern. Seine nach außen gerichteten Tendenzen werden gezügelt.
Wenn die Wünsche ausgerottet werden, werden auch die Gedanken von selbst absterben. Der Geist löst sich von den vielfältigen Sinnesobjekten, indem er ständig ihre Mangelhaftigkeiten beobachtet und sich in Brahman festigt.
In der Praxis von Sama werden auch die fünf Jñana Indriyas, die Wahrnehmungs- organe, nämlich, Ohr, Haut, Auge, Zunge und Nase kontrolliert. Sama ist Gelassenheit des Geistes, die durch ständiges Ausrotten von Vasanas oder Wünschen entsteht.

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Unzuträgliche Gedanken und eigene Kontrolle

Erkenne die schwerwiegenden und zerstörerischen Konsequenzen, die schlechte Gedanken auf dich haben. Das wird dich wachsam machen, wenn schlechte Gedanken kommen. In dem Moment, wo sie kommen, unternimm eine Anstrengung oder lenke den Geist ab zu einem anderen Objekt göttlicher Gedanken, zu Gebet oder Japa.
Die wirkliche Ernsthaftigkeit im Vertreiben von schlechten Gedanken lässt dich wachsam bleiben, in dem Maß, dass du auch sofort aufwachst, sollten sie im Traum auftauchen. Sollte der Feind auftauchen, wenn du wachst, ist es nicht sehr schwierig, mit ihm fertig zu werden, wenn du nur aufmerksam genug bist.
Du musst gerettet werden vor der Missbildung und Mangelhaftigkeit des Geistes. Der Geist ist wie ein verspieltes Kind. Die lärmenden Energien des Geistes müssen bezwungen werden, damit sie zu passiven Kanälen für die Übertragung der Wahrheit werden. Der Geist muss erfüllt werden mit Sattva (Reinheit). Er muss darin geschult werden, ständig an die Wahrheit oder an Gott zu denken.
Wenn man auf dem spirituellen Weg rasche Fortschritte machen möchte, muss man jeden Gedanken beobachten. Ein untätiger Geist leidet immer. Er ist die Werkstatt des Teufels. Sei gedankenvoll. Halte den Geist unter Kontrolle. Beobachte jeden Impuls und jeden Gedanken.
Vergeistige oder sublimiere die Instinkte. Ein schlechter Gedanke ist der gefährlichste Dieb. Erschlage diesen Dieb mit dem Schwert der Weisheit. Entwickle täglich neue göttliche Schwingungen oder Gedankenwellen im Geist. Mache die Gedanken rein, stark, erhaben und klar. Du wirst ungeheure spirituelle Kraft und Frieden erwerben.
Jeder Gedanke muss konstruktiv und edel sein. Gedanken sind nur Spiegelungen. Erschlage alle Gedanken. Gehe nach innen zum Licht aller Lichter. Wenn man Selbstverwirklichung erlangen möchte, müssen Vorstellung und Spekulation aufhören. Reinige und kontrolliere die Emotionen. Unterhalb des bewussten Lebens gibt es einen weiten Bereich des unbewussten Lebens.
Alle Gewohnheiten haben ihren Ursprung auf der unterbewussten Ebene. Das unterbewusste Leben ist stärker als das normale Leben des objektiven Bewusstseins. Durch Yogapraxis können die unterbewussten Tiefen verändert, beherrscht und beeinflusst werden. Nimm einen schlechten Charakterzug. Meditiere jeden Morgen über die entgegengesetzte Tugend. Übe während des Tages. Die schlechte Eigenschaft wird bald verschwinden. Meditiere morgens über Barmherzigkeit und übe sie während des Tages. Du wirst bald Barmherzigkeit entwickeln.
Wenn schlechte Gedanken einmal im Monat anstatt dreimal pro Woche in den Geist kommen (denke daran, dass schlechtes Denken der Beginn des Ehebruchs ist), wenn du einmal pro Monat zornig wirst anstatt einmal pro Woche, ist das ein Zeichen des Fortschritts, ein Zeichen für das Wachsen der  Willenskraft; das ist ein Zeichen der wachsenden spirituellen Kraft. Sei guten Mutes. Führe ein Tagebuch über deinen spirituellen Fortschritt.

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Persönliche Entwicklung durch yogische Gedankendisziplin

Die überphysischen Phänomene, die in der Yogapraxis auftreten, und die Erfahrungen des Übenden auf subtileren Ebenen werden mit Argwohn betrachtet und als bloße östliche Zauberei angesehen. Yoga ist nichts Phantastisches und enthält auch nichts Abnormales. Yoga befasst sich mit der ganzheitlichen Entwicklung aller Fähigkeiten des Menschen.
Es handelt sich dabei um eine lang erprobte, rationale Methode zu einem erfüllteren und gesegneteren Leben, die in der Welt von morgen sicherlich ein jeder Mensch anwenden wird.
Die Grundlage aller Yogamethoden ist ethische Schulung und moralische Vollkommenheit. Das Ausrotten von Lastern und die Entwicklung bestimmter Tugenden sind der erste Schritt auf der Yogaleiter.
Das Disziplinieren des Wesens und die Entwicklung eines festen und reinen Charakters durch den Aufbau richtiger Gewohnheiten, und das regelmäßige tägliche Befolgen bestimmter Dinge sind der nächste Schritt. Auf dieser festen Grundlage eines stabilen und tugendhaften moralischen Charakters baut sich die weitere Struktur des Yoga auf.

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Gedankendisziplin durch die Methode der Substitution

Die Methode der Substitution ist sehr einfach und wirkungsvoll, wenn man schlechte Gedanken zerstören möchte. Pflege positive, tugendhafte Gedanken von Barmherzigkeit, Liebe, Reinheit, Verzeihen, Rechtschaffenheit, Großmut und Bescheidenheit im Garten deines Geistes.
Die negativen, bösen Gedanken von Hass, Lust, Zorn, Habgier und Stolz werden von selbst vergehen.
Es ist schwierig, die schlechten Gedanken durch direkten Angriff zu zerstören. Das beansprucht den Willen sehr stark und ist eine Verschwendung von Energie.

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Spirituelle Methoden zur Gedankendisziplin

Wenn man immer wieder an etwas Unreines denkt, gewinnt es neue Kraft. Es bekommt eine Triebkraft. Es muss sofort vertrieben werden. Wenn dies schwierig zu sein scheint, können die entgegengesetzten Gedanken an Gott gepflegt werden. Pflege erhabene und erhebende Gedanken.
Böse Gedanken sterben dann von selbst. Ein positiver Gedanke ist ein starkes Mittel, das gegen einen schlechten Gedanken wirkt. Das ist einfacher als die vorher besprochene Methode. Wenn man tausende Male den Namen Gottes wiederholt, erhalten gute Gedanken neue Kraft. Wenn man täglich tausendmal ›Aham Brahmasmi‹ wiederholt, wird der Gedanke, dass man das Selbst (Atman) ist, stärker. Der Gedanke, man sei der Körper, wird immer schwächer.
Wenn schlechte Gedanken in den Geist gelangen, vertreibe sie nicht mittels Willenskraft. Dabei geht nur Energie verloren. Es belastet nur den Willen. Man ermüdet. Je größer die Anstrengungen sind, die man macht, desto mehr kommen die schlechten Gedanken mit doppelter Kraft zurück. Sie kommen auch rascher zurück. Die Gedanken werden stärker. Sei unbeteiligt. Bleibe ruhig. Sie werden bald weg sein. Oder ersetze sie durch gute Gegengedanken (Methode von Pratipaksha). Oder denke immer wieder mit ganzer Kraft an das Bild Gottes und das Mantra. Oder bete.

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Die Wichtigkeit von Gedankendisziplin

Gedankendisziplin ist ein vitales Thema. Sehr wenige Menschen sind mit dieser Kunst oder Wissenschaft vertraut. Selbst sogenannte gebildete Menschen sind sich dieser fundamentalen Schulung nicht bewusst.
Jeder ist ein Opfer des Zufallsdenkens. Verschiedenste lose Gedanken kommen und gehen in der Geistfabrik. Es herrscht weder Rhythmus noch Überlegen. Es gibt weder Übereinstimmung noch Disziplin. Alles befindet sich in einem Zustand von größtem Chaos und Durcheinander. Es herrscht keine Klarheit der Gedanken.
Man kann nicht einmal zwei Minuten lang geordnet und systematisch an ein Thema denken. Man versteht nicht die Gesetze der Gedanken und nicht die Gesetzmäßigkeiten auf gedanklicher Ebene.
Im Inneren ist eine wahre Menagerie. Verschiedenste sinnliche Gedanken kämpfen untereinander, um in den Geist eines sinnlichen Menschen zu gelangen und die Oberhand zu gewinnen. Das Augen-Indriya bemüht sich, seine Gedanken einzubringen. Es möchte etwas sehen. Das Ohr- Indriya möchte nur niedrige Gedanken bringen, lüsterne Gedanken, Gedanken von Hass, Eifersucht und Furcht. Vielen ist es unmöglich, auch nur eine Sekunde lang einen einzigen erhabenen, göttlichen Gedanken zu haben. Ihr Geist ist so beschaffen, dass die geistige Energie in sinnlichen Furchen läuft.

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Der Kampf der Gedanken

Zu Beginn der Arbeit mit den Gedanken herrscht ein innerer Kampf zwischen reinen und unreinen Gedanken. Der unreine Gedanke versucht immer wieder, in die Geistfabrik einzudringen. Er sagt: »Oh kleiner Mensch, zu Beginn botest du mir Schutz. Früher hast du mich willkommen geheißen. Du hast mich herzlich empfangen. Ich habe das gute Recht, in den Tiefen des Geistes in deinem instinktiven und leidenschaftlichen Geist zu verweilen. Warum bist du grausam zu mir? Ich habe dir nur einen Impuls oder Anstoß gegeben, in Restaurants und Cafes zu gehen, in Diskotheken und Theater, auf Bälle und in Bars. Nur durch mich hast du eine Menge Vergnügen gehabt. Warum bist du jetzt undankbar? Ich werde Widerstand leisten, durchhalten und immer wiederkommen. Tue was du willst. Alte Gewohnheiten machen dich schwach. Du hast nicht die Kraft, Widerstand zu leisten.« Schließlich werden nur reine Gedanken den Sieg erringen. Sattva ist als Kraft stärker als Rajas und Tamas. Das Positive überwiegt über das Negative.

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Gute Gedanken - die erste Vollkommenheit

Der Gedanke ist ein guter Diener. Er ist ein Instrument. Man muss ihn gefühlvoll und richtig einsetzen. Das größte Hilfsmittel zum Glück ist Gedankenkontrolle.
Der Gedanke steht auf dem Gesicht geschrieben. Der Gedanke ist eine Brücke, die den Menschen mit dem Göttlichen verbindet. Körper, Geschäft, Heim - das sind nur Gedanken im Geist. Der Gedanke ist eine dynamische Kraft. Der gute Gedanke ist die erste Vollkommenheit. Der Gedanke ist wahrer Reichtum.

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Diszipliniere die Gedanken und werde ein Buddha

Verscheuche alle unnötigen, sinnlosen und missliebigen Gedanken aus deinem Geist. Sinnlose Gedanken hemmen das spirituelle Wachstum; missliebige Gedanken sind Stolpersteine im spirituellen Fortschreiten. Du bist von Gott weit entfernt, wenn du nutzlose Gedanken pflegst. Ersetze sie durch Gedanken an Gott.
Pflege nur hilfreiche und nützliche Gedanken. Nützliche Gedanken sind Sprungbretter zu spirituellem Wachstum und Fortschritt. Lasse den Geist nicht in alte Furchen laufen und seine eigenen Wege und Gewohnheiten haben. Sei stets wachsam.
Durch Innenschau müssen alle gemeinen, unnützen, wertlosen, unreinen und sexuellen Gedanken ausgerottet werden, wie auch Gedanken von Eifersucht, Hass und Selbstsucht. Alle destruktiven Gedanken von Zwietracht und Unstimmigkeit müssen ausgelöscht werden. Man muss immer reine, gute, liebevolle, erhabene und göttliche Gedanken entwickeln. Jeder Gedanke muss konstruktiv sein. Er muss stark, positiv und klar sein.
Das geistige Bild muss jenes eines eindeutigen und klar umrissenen Gedankes sein; er muss anderen Frieden und Trost bringen. Er darf niemandem den geringsten Schmerz oder Unglück bringen. Dann ist man eine gesegnete Seele auf Erden. Man kann vielen Menschen helfen, Tausende heilen und eine große Zahl von Menschen vergeistigen und erheben, so wie es Jesus oder Buddha taten.
So wie man Jasmin, Rosen, Lilien oder andere Blumen im Garten zieht, so pflege man auch die Blumen von friedvollen Gedanken von Liebe, Barmherzigkeit, Freundlichkeit und Reinheit im großen Garten des Antahkarana. Durch Innenschau muss dieser Geistgarten gegossen werden; durch Meditation und erhabenes Denken wird das Unkraut von unwichtigen, nutzlosen und unstimmigen  Gedanken ausgerissen.

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Vermeiden von Gedanken an Unzulänglichkeiten anderer

Der Geist ist so beschaffen, dass er zu dem wird, woran er intensiv denkt. Wenn man also an Laster und Mängel anderer denkt, wird der Geist wenigstens vorerst mit diesen Lastern und Mängeln beladen.

 

 

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Der letzte Gedanke bestimmt die nächste Geburt

Der letzte Gedanke eines Menschen steuert sein zukünftiges Schicksal. Der letzte Gedanke eines Menschen bestimmt seine nächste Geburt. Shri Krishna sagt in der Bhagavad Gita: »Wer bei seinem Ende den Körper aufgibt und an ein Wesen denkt, geht zu diesem Wesen, Oh Kaunteya, aufgrund seines ständigen Gedankens an dieses Wesen.« (Kap.VIII.6)

Ajamila verlor sein frommes Verhalten und führte ein abscheuliches Leben. Er fiel in die bösen Tiefen sündvoller Gewohnheiten und machte sich an Diebstahl und Raub. Er wurde zum Sklaven einer käuflichen Frau. Er hatte zehn Söhne und gab dem letzten den Namen Narayana.

Als er im Sterben lag, war er völlig gefangen in den Gedanken an seinen letzten Sohn. Drei furchterregende Boten des Todes näherten sich Ajamila. Ajamila schrie laut in großer Verzweiflung den Namen seines jüngsten Sohnes ›Narayana‹.

Als er den Namen ›Narayana‹ nur aussprach, kamen die Boten Gottes in der Form von Shri Hari (anderer Name für Narayana) rasch herbei und entrissen den Boten des Todes Ajamila aus ihren Armen. Sie brachten ihn nach Vaikunta, in die Welt Vishnus (anderer Name für Narayana).

Die Seele von Shishupala ging zum höchsten Herrn mit einem strahlenden Funken unaussprechlicher Herrlichkeit und Großartigkeit. Der schlechte Shishupala hatte sein ganzes Leben lang Shri Krishna geschmäht und dann ging er zum Herrn ein.

Der Wurm an der Wand nimmt die Gestalt der Wespe an, wenn er von ihr gestochen wird. So entledigt sich auch der Mensch, der seinen Hass auf Shri Krishna richtet, seiner Sünden und erreicht den Herrn durch regelmäßige Hingabe wie die Gopis es aus Kama (Leidenschaft) taten, Kamsa aus Furcht, Shishupala aus Hass und Narada aus Liebe.

Shri Krishna sagt in der Gita: »Jeder, der beständig, intensiv und mit einpünktigem Geist an Mich denkt, ist ein fester Yogi und kann Mich leicht erreichen; und wenn er Mich so erreicht hat und in Mir aufgegangen ist, wird er nicht in dieser vergänglichen Welt von Schmerz und Kummer wiedergeboren, Oh Arjuna! Während alle von Brahma geschaffenen Welten zeitlich begrenzt sind und sich eines Tages auflösen werden, gibt es keine neuerliche Geburt, wenn man zu Mir gelangt, dem höchsten Vasudeva, und wenn dein Geist und Verstand fest auf Mich gerichtet sind, wirst Du mich zweifellos erreichen.« (Kap.XVIII.14,15,16)

Diese ständige Praxis des Fixieren des Geistes auf den Herrn, auch wenn man mit Angelegenheiten in der Welt beschäftigt ist, macht es möglich, intuitiv und automatisch an den Herrn zu denken, auch in der Stunde des Todes. Der Herr sagt: »Wenn der Geist so mit dem Yoga der ständigen Übung beschäftigt und nicht abgelenkt ist von anderen Hin- dernissen, erreicht der Mensch den höchsten Purusha der strahlenden Herrlichkeit.«

Weiter sagt der Herr: »Derjenige erreicht wahrlich zur Stunde seines Todes Mein Wesen, wenn er an Mein wahres Wesen als höchster Herr Shri Krishna oder Narayana denkend seinen Körper verlässt. Daran zweifle nicht! In jeder Form, in der der Mensch zur Stunde seines Todes an Mich denkt, zu dieser Form geht er, und diese Form wiederum ist das Ergebnis davon, dass dieser Gedanke in einer bestimmten Furche durch fortgesetzte Meditation genährt worden war.«

Auch sagt der Herr: »Wer weiter seinen Geist fest auf Mich heftet, auch zur Stunde seines Todes, wer in diesem göttlichen Zustand des Verzichts auf alles ist und in Brahman oder dem Zustand Brahmans ruht, ist frei von Täuschung.« (Bhagavad Gita, Kap.II,72)

Wer im Leben die starke Gewohnheit hat, Tabak zu schnupfen, ahmt den Vorgang mit den Fingern nach, wenn er kurz vor dem Tode bereits bewusstlos ist. So stark ist die Gewohnheit des Tabakschnupfens bei diesem Menschen.

Der letzte Gedanke des lasterhaften Menschen ist der Gedanke an sei- ne Frau. Der letzte Gedanke eines eingefleischten Trunkenboldes ist der an ein Glas Schnaps. Der letzte Gedanke eines habgierigen Geldverleihers ist der an sein Geld. Der letzte Gedanke eines kämpfenden Soldaten ist der, den Feind zu erschießen. Der letzte Gedanke einer Mutter, die sehr an ihrem einzigen Kind hängt, ist der an ihr Kind.

Raja Bharata zog aus Mitleid ein Reh auf und verhaftete sich daran. Sein letzter Gedanke war der Gedanke an das Reh. Daher musste er als Reh geboren werden; er hatte aber die Erinnerung an seine letzte Geburt bewahrt, da er eine fortgeschrittene Seele war.

Der letzte Gedanke eines Menschen wird der Gedanke an Gott sein, wenn dieser Mensch sein ganzes Leben lang seinen Geist diszipliniert und versucht hat, ihn durch ständige Praxis auf den Herrn zu richten. Das kann sich nicht durch die Praxis von einem Tag oder einem Monat entwickeln. Es ist ein lebenslanges Streben und Kämpfen.

Der letzte Gedanke bestimmt die nächste Geburt. Der letzte Haupt- gedanke im Leben eines Menschen beherrscht den Geist in der Stunde seines Todes. Der vorherrschende Gedanke in der Stunde des Todes ist derjenige, der im normalen Leben seine Hauptaufmerksamkeit gehabt hatte. Der letzte Gedanke bestimmt das Wesen des Charakters des Körpers, der als nächster angenommen werden wird. So wie ein Mensch denkt, so wird er.

 

Der Hintergrund sattviger Gedanken

Die allermeisten Menschen werden immer etwas Konkretes haben wollen, um sich daran zu halten, etwas um das herum sie gleichsam die Gedanken anordnen können, etwas, was zum Zentrum aller Gedankenformen im Geist wird. Das ist die eigentliche Natur des Geistes. Ein Hintergrund von Gedanken ist notwendig, um den Geist daran festzuhalten.

Habe einen sattvigen Gedankenhintergrund des geistigen Bildes. Der Geist nimmt die Gestalt jeden Objektes an, an das er intensiv denkt. Wenn er an eine Orange denkt, nimmt er die Form einer Orange an. Wenn er an Shri Krishna mit der Flöte in der Hand denkt, nimmt er die Form von Shri Krishna an. Der Geist muss richtig ausgebildet werden, und er muss die richtige geistige Nahrung erhalten, die er aufnehmen kann.

Man muss einen sattvigen Gedankenhintergrund haben, der einen zum Ziel der Errettung bringt. Wenn man Shri Krishna verehrt, kann Sein Bild der Gedankenhintergrund sein, die Wiederholung Seines berühmten Mantras ›Om Namo Bhagvate Vasudevaya‹ und Seine Eigenschaften (Gestalt - Form - Eigenschaft). Ein Nirguna Upasaka (Vedantin) sollte einen Gedankenhintergrund von ›Om‹ und seiner Bedeutung haben (ein unendlicher Ozean von Licht, Satchidananda, Vyapaka, Paripurna-Atma). Wirke in der Welt, und sobald der Geist frei ist, beginne an den Gedankenhintergrund zu denken - ein Saguna oder ein Nirguna Hintergrund, je nach Geschmack, Temperament und Fähigkeit zum Sadhana. Durch ständiges Denken formt sich eine Gewohnheit im Geist, und ohne Mühe wird sich der Geist dem Gedankenhintergrund zuwenden.

Es ist bedauerlich, dass die meisten Menschen kein Ideal haben, kein Lebensprogramm und keinen sattvigen Gedankenhintergrund. Mißerfolg ist ihnen sicher. Der Gedankenhintergrund einer jungen verheirateten Frau ist gewöhnlich lustvoll. Der Gedankenhintergrund einer alten Mutter ist die Zuneigung zu ihren Kindern und Enkeln. Der Gedankenhintergrund der meisten Menschen ist Hass und Eifersucht. Auch sogenannte gebildete Menschen mit vielen Universitäts- zeugnissen und akademischem Wissen, das nichts als Spreu ist verglichen mit spiritueller Erkenntnis, haben kein Ideal, kein Lebensprogramm und keinen Gedankenhintergrund. Ein Steuereintreiber heiratet nach seiner Pensionierung zum dritten Mal und macht als Dekan einer Provinz weiter.

Ein weltlicher Mensch ist das Opfer von Gedanken an Geschlechtlichkeit und von Gedanken von Hass, Zorn und Rache. Diese zwei Arten von Gedanken bemächtigen sich in der Tat seines Geistes. Er wird zum Sklaven dieser beiden Gedankengruppen. Er weiß nicht, wie er seinen Geist ablenken und ihn auf einen anderen guten und edlen Gedanken richten kann. Er kennt nicht die Gesetzte der Gedanken. Er ist sich der Natur und des nutzbringenden Wirkens des Geistes absolut nicht bewusst. Seine Position ist überaus bedauerlich trotz seiner irdischen Besitztümer und seines Buchwissens, das er in Universitäten erworben hat. Viveka ist in ihm nicht erwacht. Er hat kein Shraddha an Heilige, Shastras und Gott. Er ist nicht in der Lage, einem schlechten Wunsch zu widerstehen, einer Sehnsucht oder einer Versuchung, weil sein Wille schwach ist. Das einzige wirklich effiziente Mittel zur Beseitigung der Berauschung durch die Welt, des Zaubers der Welt und der Täuschung durch die Welt ist ständiger Satsang oder die Gesellschaft von Sadhus, Sannyasins und Mahatmas.

Der Mensch sollte nach seiner Pensionierung einen Gedankenhintergrund besitzen und seine Zeit mit philosophischen Studien und Betrachtungen über das Göttliche zubringen. Die alten Gewohnheiten lockeren Denkens müssen ersetzt werden durch die Pflege frischer Gewohnheiten von guten Gedanken. Zuerst wird sich eine Tendenz entwickeln, gute Gedanken auszubilden. Durch die fortgesetzte Übung wird sich die positive, deutliche Gewohnheit entwickeln, tugendhafte, hilfreiche Gedanken zu haben. Man muss sich sehr darum bemühen.

Die alten Gewohnheiten werden immer wieder zurückzukehren versuchen. Solange man nicht fest geworden ist in der Gewohnheit, nur gute Gedanken zu denken, muss man den Geist immer wieder mit sattvigen Gedanken erfüllen, mit göttlichen Gedanken, mit Gedanken an die Gita, Shri Krishna, Gott Rama, die Upanishaden, usw. Neue Furchen und Wege werden sich so ausbilden. So wie die Nadel eines Plattenspielers eine kleine Furche in die Platte gräbt, so wird sattviges Denken neue gesunde Furchen in Geist und Gehirn eingraben. Neue Samskaras bilden sich.

Man gelangt ohne große Mühe zu Konzentration. Wer seinen Geist unter Kontrolle gebracht hat, nimmt in seinem Selbst mit Hilfe seines reinen Verstandes das unsterbliche ewige Brahman wahr, das feiner ist als das Feinste und eine Verkörperung von Wonne, Freude und Weisheit. Der Kontakt der Sinne mit den Sinnesobjekten lässt eine geistige Wahrnehmung entstehen. Wenn aber die Sinne abgezogen werden und der Geist beruhigt wird, kommt eine Phase, wo es keine Berührung mit jeglichem Sinnesobjekt mehr gibt.

Es ist der Zustand von Wonne und reinem Bewusstsein, Nirvikalpa Samadhi, der alle Samskaras verbrennt, die zu Geburt und Tod führen. Verhaftung ist Tod. Man ist verhaftet an Körper, Handlung, Frau, Kinder, Eigentum, Haus, Ort und an Gegenstände, die Freude bringen. Da wo Verhaftung ist, sind Zorn, Furcht und Vasanas. Verhaftung führt zu Gebundensein. Wenn man nach Gottverwirklichung strebt, muss man sich aller Verhaftungen entledigen.

Der erste Schritt zu Verhaftungslosigkeit ist es, sich vom Körper zu lösen, mit dem man sich so sehr identifiziert. Das Sanskritwort für das Selbst ist Atman. Atman kommt aus der Wurzel ›At‹, was bedeutet ›immer gehen‹. Atman ist also das, was immer zu Namen und Formen der Universen wird, um Seine wahre, eigentliche Natur zu verwirklichen, absolutes Sein - Bewusstsein und absolute Wonne.

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Reines Bewusstsein und Freisein von Gedanken

Durch ständige, intensive Praxis von Yoga und Jñana Sadhana ist es möglich, wellenlos und frei von Gedanken zu werden. Der wellenlose Yogi hilft der Welt mehr als der Mann auf der Bühne. Für gewöhnliche Menschen ist dieser Punkt kaum zu verstehen. Wenn man wellenlos ist, durchdringt und erfüllt man in der Tat jedes Atom des Universums und reinigt und erhebt die ganze Welt.

Die Namen von wellenlosen Jñanis wie Jada Bharata oder Vamadeva sind noch heute bekannt. Niemals veröffentlichten sie Bücher. Sie hatten keine Schüler. Aber welch ungeheuer großen Eindruck haben diese wellenlosen Jñanis im Geist der Menschen hinterlassen.

Man kann Jñana nur erreichen, wenn man frei ist von Sinneswünschen und unmoralischen geistigen Zuständen. Das Fernhalten von Sinnesobjekten und das Fernhalten des Geistes von unmoralischen Geisteszuständen sind notwendig, um Jñana zu erlangen. Nur dann wird das göttliche Licht herabkommen. So wie zum Empfang des Premierministers das Haus von Spinnweben und der Garten von allem Unkraut gereinigt wird, muss der geistige Palast gereinigt werden von allen Lastern, Wünschen und unmoralischen Zuständen, um das heilige Brahman, den Premierminister der Premierminister, aufzunehmen.

Wenn ein Wunsch im Geist entsteht, heißt ihn der weltliche Mensch willkommen und versucht ihn zu erfüllen; ein Suchender jedoch verzichtet durch Viveka sofort auf ihn. Weise Menschen sehen schon den Funken eines Wunsches als großes Übel an. Daher pflegen sie keinerlei Wunsch. Sie schöpfen ihre Freude stets nur aus dem Atman.

Denken bringt den Schöpfungsvorgang in Gang. Denken bedeutet nach außen bringen und objektivieren. Denken bedeutet Differenzierung, Eigenschaft, Vielfalt. Denken ist Samsara. Denken schafft Identifikation mit dem Körper. Denken schafft die Vorstellung von ›Ich › und ›Mein‹.

Denken kreiert Zeit, Raum, usw. Beende das Denken durch Vairagya und Abhyasa und verschmelze mit dem reinen Bewusstsein. Wo kein Denken oder Sankalpa ist, ist Loslösung, Jivanmukti.

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