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Swami Krishnananda:

Antwort auf deine Fragen

Kapitel 33

Das zehnte Hindernis

Swamiji an Bhavagrahi gerichtet: Wie willst Du die natürlichen Impulse kontrollieren und in dieser Welt leben? Du mußt, wie beim Laufen über die glühenden Kohlen, Deinen Kurs genau durch die Mitte wählen. Es gibt Leute, die über glühende Kohlen laufen, ohne sich dabei zu verbrennen. Die Welt ist wie eine offene Feuerstelle und man muß darin leben, ohne sich zu verbrennen. Man muß wie ein Wassertropfen auf der Lotusblüte leben. Auf dem Blütenblatt der Lotusblume gibt es immer Wassertropfen, die nicht anhaften; sie sind wie Öl, das nicht klebt. Genauso muß man in dieser Welt leben, - ohne daran zu kleben.

Wie ist das möglich? Der Verstand muß sich doch mit etwas beschäftigen. Man denkt über etwas nach und der Verstand hält daran fest. Wenn man dem Verstand ermöglicht, sich besseren Dingen zuzuwenden, wird er sich nicht mit etwas Schädlichem befassen. Swami Shivananda Maharaj pflegte zu sagen: „Hinwendung, Loslösung, Hinwendung, Loslösung“, - löse Dich von weltlichen Dingen und wende Dich hin zu Gott. Wenn man sich von etwas lösen möchte, dann muß man sich etwas anderem zuwenden. Wer sich z. B. vom Westen wegbewegt, wendet sich dem Osten zu, und wer sich nach Osten bewegt, entfernt sich automatisch vom Westen. Wer sich also dem Universellen zuwendet, entfernt sich automatisch vom Individuellen. Wer sich Gott zuwendet, entfernt sich damit von der Scheinwelt.

Aber schließlich hegt man größte Zweifel, indem man sich fragt: Selbst wenn ich Gott sehe, was wird ER mir geben? Was hat ER anderen gegeben? Zusätzlich zu den neun Hindernissen Patanjalis hat man als zehntes Hindernis folgenden allergrößten Zweifel: Selbst, wenn ich IHN sehe, was wird ER mir geben? Dies wird den Verstand quälen. „Selbst, wenn ich dorthin gehe, wie lange werde ich mit Ihm zusammensein?“ „Wenn ER mich zurückweist, dann werde ich wieder in der Welt sein. ER hat mich bereits einmal zurückgewiesen, welche Garantie habe ich, daß ER es nicht ein zweites Mal tun wird? Wenn ER es einmal gemacht hat, dann kann ER es auch ein zweites Mal geschehen lassen.“

Dies ist eine sehr ernste Angelegenheit. „Ich habe so viel Leid und Mühe auf mich genommen, um Gott zu sehen; ich gehe zu ihm, doch ER wird mich zurückweisen.“ Angenommen, ER macht es. Was wird geschehen? Wir werden zu allen Gurus laufen und aufhören zu meditieren, weil uns größte Zweifel gekommen sind, - Zweifel in Gott Selbst, in der Form, daß ER uns, wenn wir zu IHM gehen, Ärger bereitet. Dieser Zweifel kann bei den größten Gelehrten vorkommen. Es ist eine herzzerreißende Frage.

Dann kommt ein zusätzliches Problem. Irgend jemand wird sagen, daß diese Frage eigentlich überflüssig ist, da es niemanden mehr geben wird, der (im Angesicht Gottes) solch eine Frage stellen könnte. Doch, wenn ich dann nicht mehr „Ich“ bin, warum sollte ich dann überhaupt dort hingehen? Worin liegt der Sinn, überhaupt irgend etwas zu tun? Ich werde nichts bekommen, weil ich selbst nicht mehr sein werde! Warum sollte ich solche unnötigen Dinge tun und für einen Zweck leiden, der keine Bedeutung für mich hat?

Wer ist denn dort, wenn ‘Ich’ nicht dort bin? Gott allein ist dort. Laß IHN allein dort sein, doch was ist mit mir? Es wird mein Schicksal sein, dort nicht mehr „Ich“ selbst zu sein, oder, falls ich doch dort bin, den ganzen Tag vor Gott zu sitzen und IHN anzuschauen. Beide Male wird mein „Ich“ gefangen sein und das Hirn wird sich pendelartig hin und her bewegen.

Die größte Tapas liegt darin, diesen Punkt zu verstehen. Zu hungern, im kalten Wasser zu sitzen und Schlafentzug sind keine Tapas. Allein die Fähigkeit, dieses Problem zu verstehen, ist Tapas. Ein großes Problem hat sich in den Verstand eingeschlichen. Wenn man in der Lage ist, die tatsächliche Bedeutung zu verstehen, warum sich dieses Problem ergeben hat, dann kann es kein größeres Tapas als die Lösung dieses Problems geben.

Wie kam es zu diesem Problem? Ob „Ich“ dort bin oder nicht dort bin, beide Wege sind problematisch. Wenn „Ich“ vollständig ausgelöscht bin, ist das schrecklich; wenn „Ich“ dort bin, was soll „Ich“ machen, nachdem „Ich“ dorthin gegangen bin? Wer sich diese Frage selbst beantworten kann, hat die größte Sadhana getan, darüber hinaus ist nichts mehr erforderlich. Möge jeder diese Frage für sich selbst beantworten: Was wird mit mir geschehen, wenn „Ich“ vor Gott stehe? Das Herz wird vor Furcht hüpfen. Soweit zu der Frage, was Gott-Verwirklichung bedeutet. Diese Frage ist endgültig. Möge sich jeder selbst diese Frage beantwort



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