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Swami Krishnananda:

Antwort auf deine Fragen

Kapitel 49

Die Höhere Wirklichkeit und der ständige Impuls

Dr. Goel: Entwickeln sich die weltlichen Dinge auch in das Höhere Selbst hinein?

Swamiji: Wenn man akzeptiert, daß das Höhere Selbst auch diese weltlichen Dinge beinhaltet, so daß man nicht notwendiger Weise extra nach diesen weltlichen Dingen fragen muß, da ES alles beinhaltet, was man sich wünscht, - selbst Dein Fahrgeld für die Eisenbahn -, warum machst Du Dir dann über diese kleinen Dinge Gedanken, wenn sie bereits geregelt sind? Der Gedanke, etwas zu vermissen, ist schmerzlich, doch ich habe nichts davon gesagt, etwas zu vermissen. Das, was sich hier befindet, ist in besserer Art und Weise auch dort vorhanden.

Dr. Goel: Das, was hier ist, ist auch dort.

Swamiji: Warum solltest Du hierher kommen, wenn es bereits dort ist? Und es ist dort in einer weitaus größeren Dimension vorhanden, als Du es hier bekommen wirst; man bekommt hier nur einen Teil von dem, was man dort bekommt. Dort ist das Original; dies ist nur eine Reflexion. Warum möchtest Du also die Reflexion, wenn das Original vollkommen dort ist?

Dr. Goel: Das ist also der Grund, warum ich immer zum Höheren Selbst strebe.

Swamiji: Wenn Du ES möchtest, wird ES kommen. Eine Qualifikation ist nicht notwendig, Du mußt ES nur wünschen. Dies ist die einzige Qualifikation. Wenn ES nicht gewünscht wird, wird ES nicht kommen. ES kommt, wenn ES gewünscht wird, - doch ES muß vollkommen und nicht nur ein wenig gewünscht werden.

Was für eine Einstellung ist das, wenn ich Dich nur für einige Zeit mag? Ergibt das irgendeinen Sinn? Genauso verhältst Du Dich gegenüber Gott: „Ich mag Dich nur für einige Zeit, denn ich benötige Deine Hilfe; ansonsten schaffe ich es schon alleine.“ Was für ein Mensch bist Du?

Dr. Goel: Es gibt zu viel Selbstsüchtigkeit.

Swamiji: „Ich mag Dich, wenn ich etwas von Dir möchte. Wenn ich nichts mit Dir zu tun haben möchte, - auch gut, - dann gehe Deinen Geschäften nach.“ Solcher Art ist Dein Zwiegespräch mit Gott.

Dr. Goel: Ja. Es ist die Selbstsüchtigkeit.

Swamiji: Ja, wir verkaufen eine Menge an Süchten. Wie oft willst Du noch Deine Sucht verkaufen?

Dr. Goel: Ich möchte, daß alle meine Gedanken immer im Unendlichen und im Einklang mit der Allmacht stehen.

Swamiji: Wenn Du dort alles finden kannst, was ist dann das Problem? Das Problem liegt darin, daß Du nicht daran glaubst, alles dort zu finden. „Der Grund liegt im Herzen, das den Grund nicht kennt,“ ist eine alte Weisheit. Darum, was auch immer man spricht, das Herz wird sagen: „ Sei nicht zu optimistisch, sei vorsichtig,“ so ähnlich wird es von innen sprechen.“ „Am Ende verlierst Du Dich doch an einem unbekannten Ort. Sei vorsichtig.“ Und so verzögert sich Dein Aufbruch.

Gut, ich verstehe, wenn Du sagst, daß alles dort ist; doch das Herz hat einen Grund, der den Grund nicht kennt. Es wird Dir zuflüstern: „Sei nicht zu optimistisch; sei nicht dumm; gehe langsam.“ So wird es sprechen. Was soll man also tun? Auf welche Stimme soll man hören?

Und die Welt wird Dir sagen: „Ich habe so viele Jahre für Dich gesorgt, und was ist das jetzt für eine Idee, mich hinaus zu werfen und so davon zu gehen? Bist Du undankbar? Was bist Du für ein Mensch? So viele Menschen haben Dich beschützt, umsorgt und das aus Dir gemacht, was Du bist, und Du willst sie einfach hinauswerfen und irgendwo hingehen? Ist dies das Benehmen eines Gentleman?“ Das ist die innere Stimme.

Hunderte von Fragen werden von innen kommen, und zwar nicht immer alle auf einmal, sondern eine nach der anderen; schließlich erhebt sich jene Stimme: „Es ist eine hoffnungslose Sache, eine hoffnungslose Angelegenheit; nichts ist gekommen und es wird auch nichts kommen.“ Dieser schreckliche Gedanke mag sich auch von innen erheben.

Vor Gericht gibt es einige intelligente Rechtsanwälte. Bevor irgendeine Frage von der Gegenpartei gestellt wird, können sie sich im Geiste vergegenwärtigen, welche Frage sich ergeben wird. Sie stellen alle Fragen der Gegenpartei selbst, so, als wären sie von der Gegenpartei gestellt worden und geben später die entsprechenden Antworten, so daß die andere Partei nichts zu sagen hat. Wenn es sich um einen sehr fähigen Rechtsanwalt handelt, weiß er bereits, welche Frage sich erheben wird, die seiner eigenen Position widerspricht und kann sie dann entsprechend beantworten. Die Gegenpartei wird dann den Mund halten müssen.

Shankaracharya’s Kommentare sind sehr polemisch. „Wenn Du das so sagst, mag dies die richtige Antwort für Dich sein. Doch genauso gut magst Du widersprechen und sagen, daß dies falsch sei; für diesen Fall widerspreche ich auf die gleiche Weise.“

Es muß klar sein, welche Fragen sich erheben werden. Normalerweise kennt der Verstand nur zwei oder drei Fragen, die sich als hunderte offenbaren, wie Licht, das durch ein Prismenglas hundertfach gebrochen wird. Im Grunde gibt es nur zwei oder drei Fragen. Die ganze Menschheit hat nur zwei oder drei Fragen, doch scheinen sie ein Vielfaches zu sein, da sich die Ergebnisse aufgrund des Ego-Prismas in viele Formen verwandeln, die dann für jedermann schmerzlich und schrecklich sein können. Stelle ein Bild auf und halte zwei Gläser auf beiden Seiten dagegen. Du wirst Millionen von Bildern sehen, die auf beiden Seiten reflektiert werden. Obwohl nur ein Bild da ist, sieht es wie Millionen aus; auf diese Weise gibt es letztendlich nur einen Wunsch, der hundertfach erscheint, da er durch das besondere Medium des Egos hindurchgeht, das von dem zentralen Wunsch ablenkt und ihn vielfach erscheinen läßt.

Dr. Goel: Du hast gesagt, daß nichts außerhalb existiert; alles ist in Dir. Wie können wir uns selbst davon überzeugen, daß nichts existiert?

Swamiji: Wer ist „wir“? Wo sind „sie“? Du hast Dir selbst eine Niederlage beigebracht, in dem Du sagst: „Nichts existiert außerhalb, doch ich existiere.“ Du hast bereits behauptet, daß Du außerhalb existierst, und zur gleichen Zeit sagst Du, daß nichts außerhalb existiert. Damit widerspricht sich Deine Aussage. Wenn es nichts außerhalb gibt, existierst Du auch nicht; warum willst Du Dich dann noch selbst überzeugen? Dies bedeutet, daß Du immer noch als ein außenstehendes Objekt existierst.

Irgendwie kommst Du durch die Hintertür zu demselben Punkt. An der Vorderseite sagst Du, daß nichts existiert; an der Rückseite dagegen: Hier bin ich. Was macht das für einen Sinn? Das ist der Trick mit dem Hintereingang. Du schließt zwar die Vordertür und öffnest dafür hinten. Genau das machst Du.

Dr. Goel: So geschieht es im Leben.

Swamiji: Nein, das ist nicht in Ordnung. Die Benutzung des Hintereingangs ist nicht richtig. Dann sind beide, „Dr. Jekyll“ und „Herr Hyde“, Deine Freunde. Manchmal spricht der eine, manchmal der andere und Du weißt nicht, was Du tun sollst.

Dr. Goel: Ja, das ist richtig. Dies ist das Problem des Lebens.

Swamiji: Zwei Stimmen erzählen Dir unterschiedliche Dinge, genauso wie zwei Frauen einem Mann. Sie streiten sich und erzählen dann unterschiedliche Dinge, so daß sich der Mann sich hinterher verstecken muß. Er muß davonlaufen. Auf diese Weise erzählen Dir diese beiden Freunde zwei unterschiedliche Dinge. Entsprechend der Gefühlslage, den Erfordernissen und der inneren Stimme sieht manchmal dies und manchmal jenes richtig aus.

Dr. Goel: Doch was ist die Lösung? Das ist das Problem.

Swamiji: Du hast Dir bereits die Lösung gegeben. Das, was Du möchtest, ist überall; darum bist Du auch darin. Aus diesem Grund solltest Du keine Frage mehr stellen. Jegliche Fragestellung verdeutlicht, daß Du immer noch außerhalb stehst, womit Du die eigene Behauptung zunichte machst, daß es kein Außerhalb gibt. Die Frage vernichtet sich selbst.

Andrea: Swamiji, welches sind die beiden Kernfragen?

Swamiji: Ich wollte über all diese Dinge nicht sprechen, doch bist Du eine sehr gewitzte Person. Du hast verstanden, was ich gesagt habe. Du möchtest, bevor Du diesen Ort verläßt, alles wissen.

Andrea: Ja.

Swamiji: Möchtest Du wirklich alles wissen?

Andrea: Ja.

Swamiji: Sehr gut. Man sagt, daß nicht alles auf einmal erzählt werden sollte, denn es berührt den Kern einer Persönlichkeit sehr; solche Dinge sollten nur zwischen einem Guru und einem Schüler diskutiert werden; ansonsten ginge es über den Horizont der Leute hinaus oder könnte mißverstanden werden.

Der Kernwunsch des Menschen besteht darin, zu existieren, doch diese Existenz ist von verschiedenen Bedingungen abhängig. Der Hauptwunsch betrifft nur das Existieren: „Und wenn alles davongeht, ich möchte am Leben bleiben.“ Das Überleben ist der Kernwunsch. Wenn das Überleben bedroht ist, dann verschwinden auch automatisch alle anderen Wünsche. Wird ein Mensch, wenn er im Wasser ertrinkt, nach besserer Beschäftigung oder mehr Gehalt fragen? Wird er sich einen Bungalow wünschen? Wird er über all diese Dinge sprechen, wenn er im Wasser versinkt? Was geschieht mit seinem Wunsch nach einem Bungalow, nach mehr Gehalt und allem anderen? Warum sind diese Wünsche plötzlich verschwunden, wenn sie vorher vorhanden waren?

Dies bedeutet, daß die anderen Wünsche überflüssig sind und nur eine Hilfsfunktion zur Lösung der Kernfrage des Überlebens haben. Man möchte existieren und dieser Urinstinkt der Existenz, dieses Überleben, benutzt bestimmte Greifarme, Verzweigungen und Ausdrucksformen, um so viele Dinge wie möglich zu besitzen. Man braucht Besitz, der gewöhnlich als Wert bekannt ist. Durch den Wunsch nach Werten, versucht man sich selbst davon zu überzeugen, daß man in dieser Welt sicher ist.

Die Menschen fühlen sich sicher, wenn ihr Besitz groß ist. Ob diese Denkweise gerechtfertigt ist oder nicht, ist eine andere Sache. Es gibt immer Hunger nach immer mehr Besitz, denn man ist in das Gefühl verhaftet, dadurch persönlich große Sicherheit zu haben. Wenn kein Besitz vorhanden ist, vergeht die Sicherheit. Gleichzeitig gibt es noch ein anderes Bewußtsein darüber, daß dieser Körper nicht ewig überleben wird.

Es gibt zwei Dinge, die gleichzeitig arbeiten: einmal der Wunsch, nicht zu sterben, und zum anderen das Gefühl, daß der Tod sicherlich kommen wird. Wer möchte schon sterben? Niemand. Und wer glaubt schon daran, morgen zu sterben? Niemand. Niemand wird daran glauben, morgen zu sterben. Jedermann wird sagen, daß das nicht morgen, sondern etwas später sein wird. Wir schieben es so weit wie möglich vor uns her. Gleichzeitig, zusammen mit dieser sonderbaren Hoffnung, daß der Tod nicht stattfinden wird, gibt es aber ein Gefühl, daß der Tod sicherlich kommen wird. Auf diese Weise gibt es in dieser Hinsicht sich widerstreitende Gefühle.

Aufgrund des Gefühls, daß der Tod nicht eintreten wird, fahren wir fort Land zu kaufen, machen wir Einlagen bei der Bank, bauen wir Bungalows, erwerben wir Grund und Boden und erobern wir Königreiche. Warum tun wir das, wenn es als sicher gilt, daß morgen der letzte Tag sein könnte? Leider gibt es auch da das dumme Gefühl, daß morgen nicht der letzte Tag ist, -„ich werde überleben“. Wer hat gesagt, daß Du morgen überleben wirst? Dies ist das Gauklerstück des Verstandes.

Wenn diese dumme Überzeugung nicht vorhanden wäre, würde niemand irgend etwas in dieser Welt tun. Die Menschen sind sehr geschäftig und unternehmen alle möglichen Dinge, weil sie niemals daran denken, daß morgen der letzte Tag sein könnte, - es wird noch fünfzig Jahre gut gehen, doch gleichzeitig ist die Furcht vorhanden, daß uns der Tod ereilen könnte.

Das Ego fühlt ebenfalls die Notwendigkeit, seinen Zustand zu erhalten. Selbstbewahrung und Selbstzeugung, - dies sind die beiden Urinstinkte. Wir möchten uns irgendwie durch die Anhäufung von Werten, Reichtum usw., wie ich bereits erwähnte, selbst erhalten. Doch das andere Gefühl, daß uns eines Tages der Tod ereilen könnte, erzeugt in unserem Ego eine Furcht, so daß es sich wünscht, sich fortzusetzen; wobei es sich durch die Zuneigung von Nachkommenschaft auf eine sehr dumme Weise fortzusetzen wünscht.

Aus diesem besonderen Drang heraus entsteht so viel Druck. Der Wunsch für immer fortzubestehen, ist tatsächlich der Druck der Ewigkeit in Dir. Das Ewige verbirgt sich auf verkehrte Art und Weise hinter dem Wunsch nach Nachkommenschaft. Dies ist der Grund, warum der Sexualtrieb so stark ist. Außerdem gibt es auch einen Wunsch nach Sicherheit, zu dem sich weitere dumme Wünsche nach Anhäufung von Werten, von Besitz, von diesem und jenem usw. hinzufügen, so daß es zwei Dummheiten gibt, in denen die Menschen unaufhörlich gefangen sind.

Unter dem Eindruck, daß alles schön sei, lebt die Welt ein idiotisches Leben. Dies ist der Grund, warum ich nicht über diese Angelegenheiten sprechen möchte. Es hat weitere Nachspiele, darum habe ich nur kurz etwas in Beantwortung Deiner Frage gesagt. Es ist ein sehr tief gehendes Thema.

Andrea: Vielen Dank.

Ein amerikanischer Besucher: Wie kann diese Liebe, die unaufhörlich fließt und alles überflutet, eingeschränkt und irgendwelchen Bedingungen unterworfen werden.

Swamiji: Wenn Du ihr irgendeine Bedingung auferlegen möchtest, kannst Du es tun, doch wenn Du keine Bedingungen erschaffen möchtest, bedarf es keiner Bedingungen. Es hängt von dem eigenen Willen ab. Wenn man nur bestimmte Dinge und nicht alles lieben möchte, ist es eine Liebe, die auf Bedingungen beruht, doch wenn man alles gleichermaßen lieben möchte, ist es eine unbeschränkte Liebe. Es hängt von der individuellen Entscheidung ab.

Ein amerikanischer Besucher: Ich halte es mehr mit der unbeschränkten Liebe.

Swamiji: Denke sorgfältig darüber nach. Kannst Du Gott und den Teufel gleichermaßen lieben?

Ein amerikanischer Besucher: Es gibt keinen Teufel.

Swamiji: Die bloße Idee der Selbstexistenz steht im Gegensatz zur letztendlichen Wirklichkeit. Wer hat Dir gesagt, daß Du getrennt davon existierst? Diese Idee als solche ist der Anfang des Problems. Man muß es nicht unbedingt Teufel nennen, doch es ist etwas, das im Gegensatz zu Gott existiert. Man glaubt nicht, daß nur eine Sache existiert, da man denkt, daß man selbst auch existiert. Eine Aussage über etwas zu machen, erschafft Dualität. Wenn Du sprichst, dann sprichst Du nicht über Dich selbst, sondern Du sprichst über etwas anderes. Dieses „etwas“ und Du selbst erschaffen eine Dualität.

Wir müssen sehr sorgsam mit der Führung unserer Gedanken umgehen. Zu unterschiedlichen Zeiten fühlen wir unterschiedliche Dinge, und in verschiedenen Evolutionsstufen machen wir unterschiedliche Erfahrungen. Manchmal fühlen wir, daß wir alles selbst erledigen können und bedürfen keiner Hilfe. Ein anderes Mal fühlen wir, daß wir nichts selbst machen können, - alles geschieht sofort wie von selbst. Beide Gefühle entstehen in unserem Verstand zu unterschiedlichen Zeiten.

Manchmal scheint alles hoffnungslos zu sein: Nichts kann in dieser Welt erreicht werden. Diese entmutigende Verzweiflung kann sich auch unter bestimmten Bedingungen erheben. Es ist nicht so, daß jedermann so empfindet. Es gibt da Voraussetzungen, Umstände, die solche Gefühle hervorbringen können. Jene, die alles verloren haben, deren Verwandte verstorben sind und deren Leben an einem Wendepunkt angekommen ist, - was fühlen diese Menschen in dieser Zeit? Frage diese Menschen. Sie werden niemals glauben, daß es eine Gerechtigkeit in dieser Welt gibt. Obwohl deren Denkweise nicht richtig sein mag, so gibt ihnen die Tragödie, in der sie sich befinden, doch dieses Gefühl. Sie verfluchen selbst Gott. „Ich bin meiner selbst nicht sicher, denn alles wurde mir genommen, und solch ein Gott existiert.“

Existiert Gott? Diese Frage stellt Draupadi in der Mahabharata. Ich weiß nicht, ob Du Draupadi’s Geschichte kennst. Es ist ein interessantes Heldenepos aus Indien. Sie verflucht schließlich Gott Selbst. „ Ich weiß nicht, ob solch ein Gott existiert, DER uns in diese Tragödie gebracht hat,“ schrie sie. Dies ist die Situation, wo der Verstand zerbricht und die erlittenen Erfahrungen nicht mehr tolerieren kann. Es gibt Erfahrungen, die nicht tolerierbar sind, und viele Menschen gehen durch sie hindurch, als wären es Todesqualen.

Nicht jedermann ist mit einem silbernen Löffel im Mund geboren worden. Es gibt die unterschiedlichsten Erfahrungen, mit denen jeder rechnen muß. Große Könige wurden zu Staub zermalmt, Weltreiche dem Erdboden gleich gemacht. Machthaber, die die Erde regierten und glaubten, daß sie die Meister aller Dinge wären, haben sich in Luft aufgelöst. Warum geschehen all diese Dinge? Ist das nicht eine Tragödie?

Die Menschen können alle diese Dinge nicht so einfach schlucken. Sie wissen nicht, was da vor sich geht. Kriege finden statt und niemand weiß, welche Konsequenzen sich daraus ergeben. Wer geht? Wer kommt? Niemand weiß es. Wer läßt alle diese Dinge geschehen?

Nur ein beteiligter Mensch weiß, welche Gefühle sich in dieser Zeit erheben. Man muß mit der Tragödie des Krieges vertraut sein, dann erst wird man sehen, welche Gefühle man in dieser Zeit hat. Wenn man weit davon entfernt ist, drehen sich die Gedanken um andere Dinge.

Angenommen, jemand ist Kriegsgefangener und wird in ein Konzentrationslager gesteckt. Welche Gefühle wird er wohl haben? Wird er jetzt an Gott glauben? Vielleicht, vielleicht auch nicht. Es zeigt die Situation, die der Verstand verarbeiten muß, und er ist nicht in der Lage, alle Situationen zu verarbeiten. Bestimmte Dinge kann er verarbeiten, andere Dinge wiederum nicht; er zerbricht.

Es ist für einen Menschen eine große Sache, alles in dieser Welt zu erwarten; sogar das schlimmste muß angenommen werden, weshalb man auch nicht überrascht sein sollte, wenn es kommt. Man sollte nicht sagen: „Oh, dies habe ich niemals erwartet.“ Es gibt nichts, auf das man nicht vorbereitet sein sollte, sogar auf das schlimmste, selbst die Hölle, - man sollte auf alles vorbereitet sein. Selbst auf das sollte man vorbereitet sein. Denn man erwartet sie bereits und ist ihrer angesichtig. Doch, wenn sie überraschend kommt, weißt man nicht, wie man damit umgehen soll.

Da wir nicht allwissend sind, und da wir nicht mit allen Ereignissen im ganzen Kosmos vertraut sind, können wir nicht wissen, was zu welcher Zeit geschieht, denn wir stehen außerhalb des handelnden Mediums.

Wir fühlen sehr häufig, daß bestimmte Dinge geschehen sollten; gleichzeitig fühlen wir, daß bestimmte Dinge nicht geschehen sollten. Manchmal haben wir auch zwiespältige Gefühle. Warum sagen wir, daß bestimmte Dinge nicht geschehen sollten? Wir haben selbst eine Dualität in der Schöpfung erschaffen, denn solche Dinge, von denen wir wünschen, daß sie nicht stattfinden, werden als nicht schmackhaft und sogar zerstörerisch für unseren wertvollen Körper und Verstand bezeichnet. Dinge, die im Gegensatz zu unserem Wohlergehen stehen, nennen wir schlecht, und jene Dinge, die zu unserem Vergnügen beitragen, bezeichnen wir als gut. Unsere Idee von gut und schlecht ist mit unserer persönlichen Wahrnehmung verbunden, - so wie wir es wahrnehmen.

Nicht alle Menschen können die verschiedenen Prüfungen, die Gott uns als Strafe für die Selbstbehauptung des Ego’ Tag für Tag auferlegt, glücklich überstehen. Unser Ego ist der Dämon. Dies ist Luzifer, falls es so etwas überhaupt gibt. Das Beharren auf der Individualität ist Luzifer, und Gott hat ihn kopfüber aus dem Paradies geworfen; doch genauso sehen wir die Dinge. Wir erkennen das Äußere als das Innere und das Innere als das Äußere. Dies geschieht mit uns allen.

Die Welt befindet sich nicht außerhalb von uns; und doch sehen wir sie so. Dies ist die Strafe, die Gott über uns verhängt hat: „Ihr seht alles seitenverkehrt, denn Ihr habt Euch alle als unabhängig von MIR betrachtet. Geht! Ich werde ein Flammenschwert am Tor des Himmels aufstellen, damit Ihr nicht eintreten könnt.“ Dies ist die Geschichte vom Ego; dem Gegenspieler Gottes.



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