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4. Kapitel - Die Entsagung

Über Dr. Kuppuswamis Entsagung des weltlichen Lebens ist nicht viel bekannt. Er selbst war sehr verschwiegen und es gibt nur zwei Schilderungen aus erster Hand über die Ereignisse nach seiner Rückkehr nach Indien. Die folgende Beschreibung entstammt den Erzählungen von Narasimha Iyer.

Der Doktor überlegte: „Es gibt wirklich gute Gelegenheiten, mit dem mir zur Verfügung stehenden Geld, Menschen zu helfen. Trotzdem, der beste Dienst, den ich an der Menschheit leisten kann, ist der persönliche Dienst. Der einzig wahre Dienst ist spiritueller Dienst, mit dem ich den Menschen helfen kann, sich ein für alle mal von allem Leiden zu befreien. Aber bevor ich das anderen weitergeben kann, muss ich mich zuerst selbst mit spirituellem Reichtum ausrüsten.“

„Ich muss entsagen, ja, ja, ja. Ich fühle im tiefsten Inneren meines Herzen, dass ich entsagen muss. Es ist lange nach Mitternacht und da ist noch keine Spur von Müdigkeit. Ich soll meine Habseligkeiten zusammenpacken, meinen Wohnsitz verlassen und auf die Suche nach meinem unsterblichen Selbst gehen. Ich muss Gott verwirklichen – jetzt.“

Über seine seelische Verfassung zu diesem Zeitpunkt schrieb er: „Gibt es nicht eine höhere Aufgabe als die tägliche Routine offizieller Pflichten, Essen und Trinken? Gibt es nicht eine höhere Form immerwährender Glückseligkeit
als diese vorübergehenden und trügerischen Vergnügen? Wie unsicher ist das Leben hier. Wie unsicher ist die Existenz auf diesem Planeten mit den verschiedenen Arten von Krankheiten, Besorgnissen, Beunruhigungen, Ängsten und Enttäuschungen. Die Welt der Namen und Gestalten ist ständig in Veränderung. Die Zeit ist vergänglich. Alle Hoffnung auf Glück in dieser Welt endet in Schmerz, Zweifel und Sorgen.

Solcher Art waren die Gedanken, die ständig in meinem Geist auftauchten. Der Arztberuf führte mir reichlich die Leiden dieser Welt vor Augen. Für Menschen mit Urteilskraft und einem mitfühlenden Herzen ist diese Welt voll von Leiden. Wahrheit und beständige Glückseligkeit können nicht darin bestehen, Reichtümer anzusammeln.

Mit der Reinigung des Herzens durch das selbstlose Dienen entwickelte ich eine neue Denkweise. Ich war tief überzeugt, dass es einen Ort geben müsste - eine liebliche Wohnstätte ursprünglicher Herrlichkeit, Reinheit und göttlichen Glanzes, wo völlige Geborgenheit, vollkommener Frieden und beständige Glückseligkeit durch Selbstverwirklichung erreicht werden können. Der Tag, an dem ein Mensch die Leidenschaftslosigkeit erreicht, ist genau der Tag, an dem er der Welt entsagen sollte, um die Wahrheit zu erfahren – an dem er Sannyasin (Mönch) werden sollte.

Die Worte in den Schriften waren von großem Wert. Im Jahre 1923 gab ich das Leben in Bequemlichkeit, Komfort und Luxus auf und erreichte Indien auf der Suche nach einem geeigneten Ort zum Zweck des Betens, Nachdenkens,
Studierens sowie einer höheren Form des Dienstes an der Welt. Ich begann ein Leben als Bettelmönch, eines wahrhaft Suchenden nach der Wahrheit. Ich
verließ mein Heim in Malaysia mit einem Freund. Ein Lehrer aus Malaysia, der
1939 in den Ashram nach Rishikesh kam, erzählte mir: „Herr S. erwartet immer noch Ihre Rückkehr und bewahrt all Ihre Sachen sorgfältig auf.“

Der nachstehende Bericht über Swami Sivanandas Entsagung stammt von einem alten Mann, den Narasimha Iyer 1924 in Südindien traf: „Dr. Kuppuswami kehrte vor ein paar Monaten nach Indien zurück. Er ging direkt in seinen Heimatort. An der Bahnstation ließ er die Sachen, die er mitgebracht hatte, mit Wagen nach Hause bringen. Er stand abseits als die Diener und die Hausbewohner die Sachen abluden und hineintrugen. Und plötzlich, auf höchst geheimnisvolle Weise, war er verschwunden. Wir dachten, er sei gegangen, um einige seiner alten Freunde zu begrüßen. Aber er war unbemerkt zum Bahnhof gegangen und mit einem Zug weggefahren. Wir warteten und warteten und warteten. Als er nach langer Zeit nicht zurückkam, gingen wir, um ihn zu suchen. Wir konnten ihn nirgendwo finden. Nun, wir warteten weiter. Tage und Wochen gingen vorüber und wir erhielten nicht ein Lebenszeichen von ihm. Wir waren höchst besorgt. Wir suchten überall nach ihm, ohne auch nur eine Spur von ihm zu finden.“

Dr. Kuppuswami verließ Madras mit dem Zug. Sein Ziel war Benares. Unterhaltung oder Sehenswertes interessierte ihn nicht auf seinem Weg. Tumult, geschäftliches Treiben und lautes Geschrei der ankommenden und abfahrenden Passagiere fiel auf taube Ohren, konnte ihn weder stören noch eine Woge in dem stillen See seiner Seele aufsteigen lassen. Er bewegte sich kaum aus seinem Sitz und dachte ständig über sein höchstes Streben nach.

Nach mehrmaligem Umsteigen erreichte Dr. Kuppuswami Benares. Er konnte
kein Wort Hindi und die meisten der Menschen hier – besonders jene, die von
Bedeutung für ihn waren, die zum Beispiel Speisen und Getränke verkauften,
Pilger und Sadhus – heilige Männer – konnten kein Wort in einer anderen Sprache sprechen. Seine große Leidenschaftslosigkeit sollte ihm auch an diesem Ort ausgezeichnet zustatten kommen. Er nahm kaum Notiz von dem, was der Händler ihm gab. Er bezahlte und aß es.

Die nordindischen Gewohnheiten und Bräuche waren ihm fremd. Einmal bekam er in einem Geschäft eine Keramiktasse mit Milch. Er glaubte, die Keramiktasse bedeutete für den nordindischen Milchverkäufer dasselbe wie eine Messingtasse für einen Südinder. Ruhig wusch er sie sauber und gab sie dem Händler zurück. Voller Widerwillen schrie der Verkäufer: „Wirf sie weg!“
Verblüfft folgte er der Aufforderung und ihm wurde klar, dass es noch eine Menge gab, was er für sein Leben in diesem Teil Indiens zu lernen hatte.

In Benares besuchte er den berühmten Vishvanath-Tempel und verwirklichte
somit eines seiner wichtigsten Lebensziele. Er stand lange Zeit still und betete: „ Ich bin gekommen, oh Herr, um Dein zu sein. Nimm mich und mache mit mir, was Du für richtig hältst. Dies zu tun ist meine Aufgabe, ohne dafür die Früchte zu erwarten. Das ist Dein. Ich werde zufrieden sein und wie ein trockenes Blatt im Sturm Deines Willens schweben. Ich bin Dein, alles ist Dein, Dein Wille geschehe - oh Herr.“ Tränen liefen dabei über seine Wangen und er war in einem Stadium höchster Ekstase.

In einem Brief an Maharishai Shuddhananda Bhavatiar schrieb er: „ Der Anblick von Lord Vishvanath gab mir neues Licht, ein neues Leben. Die Erinnerungen an das vergangene Leben lösten sich auf. Ich fühlte, dass Lord Vishvanath mein Guru wurde.“

Was er tun wollte, um sein Ziel, die Gottesverwirklichung, zu erreichen, wurde
im Verlauf eines Gespräches deutlich: „Ich wollte unter einem Baum sitzen und die Namen Gottes singen, Japa (Wiederholung des Mantras) und Meditation üben. Ich wollte von Almosen und von Essen leben, welches die Passanten mir geben würden und wandern. Ich hatte nicht das geringste Interesse, eine Einrichtung oder einen Ashram zu gründen.“

Als er Madras verließ, um der Welt zu entsagen, nahm er nicht mehr als eine extra Hose und ein Hemd in einem kleinen Handgepäck mit. In Benares gab er sein ganzes Geld für wohltätige Zwecke aus. Wo war die Notwendigkeit für Geld, wenn das Ziel erreicht ist? Er hatte zuerst geglaubt, Benares befinde sich im Himalaya. Nun fand er heraus, dass dem nicht so war und der Ganges, in dem er ein Bad nehmen wollte, seinen Ursprung hundert Meilen weiter nördlich hatte.

Er suchte die Abgeschiedenheit, aber er fand in Benares ein Zentrum für Pilger und beinahe eine moderne Stadt. Es war Winter und die Kälte war mörderisch. Das hatte er nicht erwartet und er hatte auch keine Vorstellung davon. Doch seine Gedanken glühten hoch über der Erde und halfen seinem Körper, die Kälte und den Hunger zu ignorieren. Das erste Stadium seines Tapas (Askese) hatte begonnen. Für Kuppuswami war das Erreichen seines Ziels von weit größerer Bedeutung als Schwierigkeiten mit dem Körper.

Ein barmherziger Samariter hatte diesen wunderbaren Mann beobachtet. Er zitterte vor Kälte, war aber dem gegenüber so gleichgültig, dass er niemanden um eine Decke bitten wollte. Er gab ihm eine Decke. Diese Decke war die erste wohltätige Handlung, die Kuppuswami empfing. Dieser barmherzige Samariter erfuhr von Dr. Kuppuswamis Wunsch nach Entsagung. Er empfahl ihm Pandharpur und versorgte ihn mit einer Fahrkarte nach Poona.

 Nach der Ankunft in Poona gab Kuppuswami das Wenige, was er noch hatte, für wohltätige Zwecke und nahm sein Leben als Wandermönch auf. Ohne irgendeinen Besitz, allein in der Welt aber mit Gottes Hilfe, begann er seine Pilgerreise zu Fuß. Wohin er auch kam, es gab kein Problem, dass ihn beunruhigt hätte. Der geliebte Herr in seinem Herzen lenkte seine Schritte. 

Barhäuptig, barfuss und spärlich bekleidet wanderte er unter der glühend heißen Sonne von Maharashtra. Mit der Zeit holte ihn die Dunkelheit ein, während er sich entlang unbekannter Straßen schleppte. Er schlief auf der nackten Erde unter den Bäumen am Straßenrand. Manchmal hatte er nichts zu essen. Es gab Tage, da hob er vor Hunger wilde Feigen und Kirschen auf, die verstreut am Wegrand lagen und aß sie, nachdem er sie sorgfältig von Staub und Schmutz gereinigt hatte. Seine zwei Kleidungsstücke wurden zu Lumpen, aber er beachtete es gar nicht.

Die ernste Strenge dieses harten Lebens entfachte mehr und mehr die Glut der Leidenschaftslosigkeit, die allein in seinem Herzen brannte. Der strahlende Ausdruck dieser Haltung der Entsagung des jungen sonderbaren Pilgers in den bescheidenen Lumpen, die seinen prachtvollen Körper verhüllten, beeindruckte die Bewohner eines kleinen Dorfes. Sie kauften ihm ein paar neue Mönchsgewänder. Spärlich geschützt, ertrug er gelassen die harte Kälte, die mit Beginn des Winters einsetzte. Zu einer anderen Zeit war er starkem Regen ausgesetzt, der ihn bis auf die Haut durchnässte. Er ging vier Meilen im Regen. Bei Einbruch der Dunkelheit fand er einen kleinen Schuppen in einem winzigen Dorf, wo er auf einem Strohhaufen vor Kälte zitternd die Nacht verbrachte.

Jeder nach Wahrheit Suchende hat früher oder später ähnliche oder andere Schwierigkeiten zu durchlaufen. Er wird diesen Prüfungen mit derselben Stärke begegnen müssen wie Dr. Kuppuswami. Der spirituelle Weg fordert strikte Ernsthaftigkeit und heldenhafte Stand-festigkeit. Das ist die allgemeine Erfahrung aller ernsthaften Seelen, die sich angeregt durch die Ideale der Selbstverwirklichung von der Welt der Eitelkeit und Torheit abkehren. Die Verbindung von Mensch und Gott wird im Schmelzofen von Prüfungen und Not geschmiedet.

Kuppuswami wanderte hier und dort, in einem fremden Land und unter Fremden, die weder seine Sprache noch den Weg dieses gebildeten, starken jungen Mannes verstanden. Auf diese Weise besuchte er Dorf für Dorf. Geboren in einer Brahmanen familie, wusste er nicht, wie man um Almosen bettelt. Es war eine ungewohnte Erfahrung für ihn. Er ging zu einem Haus in dem Dorf, näherte sich dem Eigentümer ruhig und flüsterte: „Ich bin ein Brahmane aus Madras. Ich bin hungrig. Kannst Du mir etwas zu essen geben?“ Er konnte nur demütig annehmen, was ihm gegeben wurde. Leise segnete er den Geber und ging davon. Alle denen er so begegnete, waren erstaunt darüber, dass er, dessen Gesicht Wohlstand ausdrückte, um Almosen bettelte. Sie trauten ihren Augen und Ohren nicht. Manch einer grüßte ihn mit großer Zuneigung, geleitete ihn in sein Haus und bewirtete ihn liebevoll.

Nachdem dieser strahlende Sadhu(Wandermönch) sein Essen zu sich genommen hatte, verbeugte er sich tief vor seinen Gastgebern, segnete sie und betete für sie. Oft wurde er von frommen Familien eingeladen, länger zu bleiben, aber er wollte nirgendwo für eine zweite Mahlzeit bleiben. Er schlich sich leise davon und ging in das nächste Dorf. Er fühlte, dass er sonst zu einer Last für diese guten Menschen würde und das war für ihn undenkbar.

Nach einer Weile kam er zu einem Dorf namens Dhalaj am Ufer des Chandra Bhaja-Flusses. Am ersten Tag war der Postmeister sein Gastgeber. Dieser Postmeister war ein gottesfürchtiger Witwer von edlem Charakter und einem tiefen religiösen Verständnis. Er legte großen Wert darauf und zwang Kuppuswami fast, eine Weile bei ihm zu bleiben. Dieser willigte schließlich ein, aber nur unter der Voraussetzung, dass er dem Postmeister auf jede Weise dienen durfte. Der Postmeister sah keine andere Möglichkeit und stimmte zu.

Kuppuswami fühlte sich nun in der Pflicht. Er holte Wasser und Holz und kümmerte sich um die Kühe. Das war eine Freude für ihn. Sowie die Kühe von den Feldern zurückkamen, begrüßte er sie und gab ihnen eigenhändig Futter. Kuppuswami erledigte sogar die Hausarbeit für den Postmeister, welcher weniger Geld verdiente, als Kuppuswami damals seinem Koch in Malaysia gezahlt hatte. Der Postmeister befand sich in einer schwierigen Lage. Den Dienst abzulehnen würde bedeuten, Kuppuswami zu verlieren, aber sein Gewissen erlaubte ihm nicht, diese Situation so zu belassen. Aber als er die erstaunliche Begeisterung sah, mit der Kuppuswami seine Arbeiten erledigte, schwieg er. Doch nach einer Weile zog Kuppuswami weiter. Sein einziges Verlangen war es, sich an eine heilige Stätte in einer wenig besiedelten Gegend zurückzuziehen, um sich ganz in Gott zu versenken. Nachdem er die glühend heiße Ebene von Deccan und das untere Hindustan durchquert hatte, kam er an den Fuß des Himalaya. Eine gute Seele, Sri Dastar der Postmeister von Dixal, besorgte ihm eine Fahrkarte in die heilige Stadt Haridwar.

Von Haridwar ging er nach Rishikesh. Als er am Straßenrand ausruhte, kam eine Tonga, ein Pferdewagen, den Dschungelweg entlang geklappert. Der Reisende in dem Gespann warf ihm als Spende eine Münze zu. Der junge Asket befand sich in einer solch hohen Stimmung, Leidenschaftslosigkeit und spirituellen Sehnsucht, dass er nichts mit der Welt und ihren Geschenken zu tun haben wollte. Er ging weiter ohne auch nur einen flüchtigen Blick auf die Münze geworfen zu haben. Mit dieser Einstellung begann er sein neues Leben.

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Sannyas – Bettelmönch

Am 8.Mai 1924 erreichte Kuppuswami Rishikesh, einen kleinen unbedeutenden Ort am Ganges völlig unbekannt für die meisten Menschen, bis auf die Wenigen die danach strebten Gott zu verwirklichen. Seine Freude kannte keine Grenzen. Der immerwährende Ganges und die majestätischen Berge mit ihren grünen Wäldern begrüßten ihn.

In der Nacht seiner Ankunft schlief er auf der Veranda des Charan Das Dharam sala, einer öffentlichen Pilgerstätte. Seine tägliche Routine bestand aus einem Bad im Ganges, Gebeten am Morgen und intensivem Tapas (spiritueller Praxis) für den Rest des Tages. Am 1. Juni 1924, als er gerade sein Bad im Ganges nahm, kam seine Heiligkeit Swami Vishvananda, welcher dem Sringeri Math, einem von Shankarcharya gegründeten Mönchskloster, angehörte. Der Doktor und der Mönch fühlten sich voneinander angezogen. Der Doktor sah in dem Mönch seinen Guru, seinen Meister und der Mönch sah in dem Doktor seinen Schüler.

Swami Vishvananda nahm Dr. Kuppuswami mit in sein Haus. Nachdem er sich etwas ausgeruht hatte, ging der Doktor zu der Kalikamliwala Choltry (einem Heim für Sannyasins) und bat um Almosen, welche ihm jedoch, da er noch kein Mönch war, verweigert wurden. Auf dem Rückweg traf Swami Vishvananda ihn erneut. Sie wechselten einige Worte. Anschließend wurde Doktor Kuppuswami in den Sannyasin-Orden seiner Heiligkeit Swami Visvanandas aufgenommen. Die offizielle Einweihungs-Homa (Feuerzeremonie) wurde von Sri Vishnudevananda Maharaj im Kailash Ashram durchgeführt. Er legte seine weltlichen Kleider (dhoti) ab und zog die Gerua (Mönchsgewand) an, welches ihm durch seinen Guru überreicht wurde. Er wurde eingeweiht in die Geheimnisse der Befreiung (kaivalya) und die Mahavakyas (die großen weisen Sprüche aus den Upanishaden). Doktor Kuppuswami wurde zu Swami Sivananda Saraswati aus dem Shankaracharya Orden.

Auf die Bitte von Swami Vishvananda ihm nach Haridwar und Benares zu folgen,
beschloss er zu bleiben und in sein Sadhana einzutauchen. Der Guru schrieb
ihm und gab Anweisungen für das Sadhana.

Sivananda Ashram am Ganges

Über die weiteren Aspekte schrieb Swamiji selbst in seiner Autobiographie: „Auf der Suche nach einem geeigneten Guru erreichte ich Rishikesh und bat Gott um Hilfe. Es gibt egozentrische Schüler, die sagen: ‘Ich brauche keinen Guru, Gott ist mein Guru.’ Sie wählten ihre eigene Kleidung und lebten unabhängig. Wenn sie mit Schwierigkeiten und Unruhe konfrontiert wurden, reagierten sie verwirrt. Ich liebe es nicht, die Regeln und Gesetze der Schriften, Weisen und Heiligen zu verletzen. Wenn eine Veränderung im Herzen ist, sollte auch eine Veränderung im Äußeren erfolgen.“

Die Herrlichkeit und Freiheit eines Sannyasin (Entsagten) können sich die Ängstlichen und Schwachen kaum vorstellen. Ein persönlicher Lehrer ist am Anfang notwendig. Er allein kann Dir den Weg zeigen, Gott, den Guru der Gurus, zu erreichen und die Fallen und Schlingen auf Deinem Weg zu umgehen. Selbstverwirklichung ist eine überirdische Erfahrung. Du kannst nur dann auf dem spirituellen Weg vorankommen, wenn Du bedingungslosen Glauben an die Worte der Weisen hast, welche die Wahrheit erkannt und die Erkenntnis des Selbst erreicht haben.

Die Würde des orangefarbenen Mönchsgewandes erklärte er folgendermaßen: „Das orangefarbene Kleid zu tragen ist unerlässlich, wenn man seinen Geist verändert hat. Wenn die Sinne dann wieder zu weltlichen Vergnügen wechseln wollen, schaust Du auf dein Gewand und die Kraft dieser Farbe wird Dich wieder daran erinnern, dass du ein Sannyasin bist. Es wird dir Halt geben und dich vor Rückfällen bewahren. Es hat seinen eigenen Glanz und Vorteil. Nur ein echter Sannyasin kann alle Verbindungen abschalten und sich vollständig von diesen Verhaftungen befreien. Freunde und Beziehungen können ihn nicht verwirren.
Das Gewand ist von großem Nutzen, wenn man einen öffentlichen Vortrag hält. In den Köpfen der Hindus hat es seine eigene Heiligkeit und Ansehen. Die Menschen werden die Gedanken eines Sannyasin besser verstehen. Manche Scheinheilige sagen: ‘Wir haben unseren Gedanken die Farbe gegeben, wir brauchen keine äußere Farbe in der Kleidung.’ Ich vertraue diesen Menschen nicht. Der berühme Mandana Misra, eine Verkörperung Brahmans, der mit Sri Shankaracharya einen Redewettkampf ausfocht, wurde Sannyasin. Der große Rishi (Seher, Weise) Yajnavalkya wurde ein Sannyasin. Nur jene, die Sehnsucht nach Anhaftungen und Leidenschaften haben, fürchten sich, offiziell die Kleidung zu wechseln und erfinden dafür falsche, schlechte Argumente.“

Warum er sich in Rishikesh niederließ, soll nun mit Swami Sivanandas eigenen Worten wiedergegeben werden: Rishikesh ist ein heiliger Ort mit vielen heiligen Menschen. Es gibt öffentliche Einrichtungen, die freies Essen für Mönche, Yogis und spirituell Suchende bereitstellen. Sie können in einem der Kutirs (Unterkünfte) bleiben oder haben abseits ihre eigenen strohgedeckten Hütten. In der Nähe von Rishikesh gibt es zahlreiche reizvolle Plätze wie Brahmapuri, Nilakantha, Vasishta Guha und Tapovanam. Mönche, die an diesen abgelegenen Orten bleiben, erhalten alle 2 Wochen eine Trockenration Verpflegung und bereiten sich daraus ihr eigenes
Essen.

Die Landschaft des Himalaya ist bezaubernd und erhebt die Seele. Der heilige Ganges ist ein Segen und man kann, auf einem Fels oder einer Sandbank am Ufer des Flusses sitzend, Stunden damit verbringen, in Beschaulichkeit zu versinken. Es gibt einige Bibliotheken mit bedeutenden Werken über Yoga und Philosophie in Sanskrit, Englisch und Hindi. Gelehrte leiten regelmäßig Klassen und geben verdienstvollen Schülern auch privaten Unterricht. Das Klima ist angenehm - im Winter nicht sehr kalt und im Sommer nicht zu heiß. Es gibt allopathische und ayurvedische Krankenhäuser. So finde ich, ist Rishikesh der ideale Ort für intensive und ungestörte spirituelle Praxis und für alle, die nach der Wahrheit suchen.“

Swami Sivananda war auf der Suche nach einer Unterkunft vor dem strömenden Regen. Um meditieren und Mantras rezitieren zu können, wollte er ein Dach über dem Kopf haben, aber es war wichtig für ihn, dass ein solches Dach weit entfernt von den Pilgern und anderen Menschen sein sollte. Kolgath in Rishikesh bot ihm die beste Gelegenheit dafür. Es lag fern vom Markt und der kleinen Ortschaft Rishikesh. Er hatte auch den besten Zeitpunkt herausgefunden, um Biksha (Almosen) als sein Essen zu bekommen. Zur geeigneten Zeit ging er jeweils in die Spendenhäuser und holte seine mageren Rationen ab. Den Rest des Tages konnte er dann mit intensiver Meditation verbringen. Der Platz war mehr als zwei Meilen von der Pilgerküche entfernt. Bei Sonne und bei Regen ging er diesen Weg für ein paar Stückchen Brot und eine Tasse Dhal (Linsensuppe). Er hatte völlig vergessen, dass er eine solche einfache Kost nicht gewohnt war, ganz abgesehen von der notwendigen Anstrengung, dafür täglich ein paar Meilen zu laufen.

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