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Vers 33

Sinthaakula Illodu Selvamenum
Vinthaadavi Enru Vidapperuveen
Mandhaakini Thandha Varodhayane
Kandaa Murugaa Karunaakarane


Die den Geist in Unruhe bringende Familie, Reichtümer und Gold,
Aus diesem dichten Wald, wann werde ich befreit werden?
O von Mandakini geschenkte Inkarnation, glücksverheißend und heilig!
O Skanda, o Muruga, o Verkörperung des Mitgefühls!


„O Skanda! O Muruga! O Verkörperung des Mitgefühls! O Inkarnation des Guten, geboren von Mandakini! Wann soll ich aus diesem Vindhya-Wald wie (dem Samsara von) Familie und Wohlstand befreit werden, die den Geist bedrängen?“

Erklärung:

Samsara ist voller Schmerz und Leiden. Die Probleme des Lebens als Familien - vater/mutter sind zahllos. Haus, Frau, Mann, Kinder und Wohlstand sind Quellen von Sorgen. Und dennoch sind sie sehr anziehend und man wird leicht in sie hineingezogen. Sie scheinen angenehm und wünschenswert zu sein; sie wirken angenehm, so lange sie entfernt und nicht erreicht sind. Der Mensch müht sich ab, um sie zu bekommen und ist ruhelos, bis er sie besitzt. Aber in dem Moment, wenn er sie hat, verlieren sie ihren Zauber und werden zu Quellen von Ärger und geistiger Qual. Sie rauben ihm den inneren Frieden und machen ihn ruhelos. Die Leiden und Sorgen des Familienlebens, besonders heutzutage, sind zu gut bekannt als dass sie beschrieben werden müssten. Jetzt, nachdem er in sie verwickelt ist, will der Mensch sie wieder loswerden, aber er kann es nicht. Selbst wenn er sie verlassen möchte, werden sie ihn nicht verlassen. So verstrickt, stirbt er unglücklich. So quälend, so unentwirrbar, voller Sorge, so aufreibend sind Familie und Wohlstand, dass der Heilige sie mit den Wäldern der Vindhyaberge in Zentralindien vergleicht.

Der immergrüne Vindhya-Wald ist bezaubernd und anziehend. Wer ihn von seiner Schönheit angezogen betritt, vergisst sich selbst, während er seinen Zauber genießt, bis er tief hineingegangen ist. Aber er ist so dicht, dass es schwierig für ihn ist, wieder heraus zu finden und er wird schließlich von den wilden Tieren des Waldes gefressen. So ist dieses Leben mit Frau, Mann, Kindern und äußeren Gütern. Es ist anziehend, aber es schafft Problem um Problem und zieht einen Menschen in immer mehr Verwicklungen hinein, so dass er sich in ihnen verliert. Seine ganze Zeit vergeht, während er versucht, die Probleme zu lösen und sich von den Verwicklungen zu befreien. So hat er keine Zeit und Energie mehr übrig, sich Gott hinzugeben. Heim und Wohlstand stören den Frieden des Geistes und sind große Hindernisse für den spirituellen Fortschritt, behauptet Arunagiri.

Obwohl nichts falsch ist an einem Familienleben und Gott natürlich auch von Familienvätern/-müttern erreicht werden kann und erreicht wurde, ist die tatsächliche Situation, in der der Mensch sich normalerweise befindet, etwas anders. Er wird von allen Seiten gepeinigt. Arunagiri ist ein praktischer Heiliger. Er kann sich die Lage der Menschen vorstellen. Er ist begabt mit dieser besonderen Kunst, Wahrheiten auszudrücken wie sie sind – nicht nur die höchsten spirituellen Erfahrungen in einer mystischen Sprache, sondern auch das Elend des weltlichen Lebens in treffenden, lebendigen Worten. Weil das Kandar Anubhuti eine Abhandlung über „ Anubhuti“, Gotteserfahrung ist, muss der Heilige die Dinge so benennen, wie sie sind – ob es uns gefällt oder nicht – und wir müssen dies im richtigen Geist annehmen.

Ein Mann wird fast unwillkürlich zu Frauen und Geld hingezogen. Wenn er dann seine Torheit bemerkt und versucht sie loszuwerden, findet er dies unmöglich. Er ist bereit, sie zu verlassen, aber sie sind es nicht. Er verwickelt sich so sehr, dass er sich nicht von ihnen entwirren kann, genauso, wie man aus dem Vindhya-Wald nicht mehr herausfindet. Arunagiri sagt deshalb sehr bedeutsam: „Wann soll ich befreit werden?“ Man kann sich nicht durch eigene Anstrengung selbst von ihnen befreien. Je mehr man versucht, sie loszuwerden, desto mehr hängen sie sich an einen. Der einzige Weg ist, seinen Geist auf Gott zu heften. Um dich von anderen Verhaftungen zu lösen, entwickle diese Verhaftung – die Verhaftung an Seine Lotus-Füße (Gottes), der unverhaftet ist, sagt Tiruvalluvar. Nur Gott kann uns aus der Umklammerung von Beziehungen und Geld befreien. Darum betet Arunagiri darum „befreit zu werden“ und nicht „wegzugehen“. Er sagt nicht „wann werde ich gehen“ sondern „wann werde ich befreit werden“. Gottes Gnade ist das Mittel, um diesen Samsara (Kreislauf) loszuwerden. Der Gott voller Erbarmen und Mitgefühl, an den das Gebet dieses Verses gerichtet ist, muss seine Gnade auf uns regnen lassen.

Lord Skanda ist eine Inkarnation aufgrund einer Gabe an die Devas. Shiva schenkte ihn den Devas als Gabe. Die Devas konnten nicht gegen den Asura Surapadma kämpfen. Sie wurden von ihm besiegt und aus dem Himmel geworfen. Sie kamen zu Shiva und beteten um seine Hilfe, um die göttliche Geburt (Avatar) von Lord Skanda. Aus seinem Mitgefühl über ihre Niederlage heraus nahm Shiva seine ursprüngliche Gestalt mit sechs Gesichtern an und blickte lächelnd zu Parvati, die an seiner Seite saß. Auf einmal blitzte aus dem dritten Auge (dem Auge der Weisheit) jeden Gesichtes ein Licht (Tejas) von außergewöhnlichem Glanz. Es erfüllte den ganzen Raum von Ewigkeit zu Ewigkeit. Shiva zog es dann wieder zurück, übergab es dem Windgott und dem Feuergott und befahl ihnen, es in den Fluss Ganges (auch Mandakani genannt) zu werfen. Als Ganga es empfing, legte sie es in einen Teich, der Saravanappoigai genannt wurde, wo das Licht die Gestalt von sechs schönen Babys auf sechs Lotusblüten annahm. Dies ist der „Mandakani-Geschenkte“ und „als Gabe Geborene“ Avatar von Lord Skanda.

Der Skanda-Avatar symbolisiert die Manifestation des Absoluten auf der relativen Ebene der fünf Elemente von Äther (Raum), Luft, Feuer, Wasser (Ganga) und Erde, wie oben beschrieben. Er bezieht sich auf das Erwachen des spirituellen Bewusstseins in dem an die Elemente gebundenen Geist des Suchers, der von Familienbanden und Geldangelegenheiten gequält und in Beschlag genommen wird. Im Gebet dieses Verses wird darum gebeten, davon befreit zu werden. Ein anderer Name für Lord Skanda ist Murugan, was „Einer von ewiger Jugend, Schönheit und Göttlicher Natur“ bedeutet. Er ist die Schönheit der Schönheiten und die Göttlichkeit oder der wahre Wert hinter allen Dingen. Die Schönheit und der Wert, die in Gegenständen gesehen werden, sind nichts als Seine Widerspiegelung.

Unser Wunsch nach Heim, Familie und Wohlstand muss in höheres Streben nach Gott umgewandelt werden, indem wir Zuflucht bei Murugan nehmen. Egal ob der „Mandakini- Gegebene“, der „als Gabe Geborene“ Skanda oder Murugan, er ist eine Verkörperung und eine Folge von Mitgefühl. Zu diesem Gott betet Arunagiri: „O Skanda, die Devas konnten nicht selbst gegen den Dämonen Surapadma kämpfen. Sie beteten zu Shiva und Du wurdest als Gabe an sie geboren. Auch ich bin in einem ähnlichen Zustand, unfähig, die Verwicklungen des Alltags zu überwinden. Sei gnädig, werde in mir „geboren“ und befreie mich davon, O Ozean des Mitgefühls!“ Der heilige Arunagiri ist schon lange vorher davon befreit worden, an „diesem Tag“ selbst (Vers 30). Aus Mitgefühl, indem er sich unseren kläglichen Zustand vorstellt, hat er uns diesen Vers gegeben – ein unfehlbarer Vers, um das Mitgefühl Gottes anzurufen. Allein die Rezitation dieses Verses ist herzbewegend und zieht Gnade an.

*

Obwohl der Aspirant sich nicht auf eitle Diskussionen einlassen möchte (Vers 32), wird ihm das nicht gestattet. Gelehrte Menschen werden sich ihm nähern und ihm Probleme machen. Um diese Gefahr zu vermeiden, fühlt er die Notwendigkeit, seinem Zuhause und seinem Eigentum zu entsagen und in die Abgeschiedenheit zu gehen – d.h. wahrscheinlich an die Ufer der Mandakini, des Ganges, der nördlich der Vindhyaberge liegt – weil Zuhause und Eigentum, abgesehen davon, dass sie mentales Leiden verursachen, ihn an diesen Ort binden, wo Menschen ihn leicht finden und stören können. Aber wenn er ein Leben in Abgeschiedenheit beginnt, kann er sie vermeiden und lange ungestört meditieren, was auf dieser Stufe notwendig ist, um Gott zu erreichen. Er sehnt sich jetzt ernsthaft danach, dem weltlichen Leben zu entsagen, um Gott zu erreichen, und betet genau dafür zu Gott.

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