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Das magische Sitzkissen

Es lebte einst ein alter Mann am Fuße der Vindhya Hügel. Sein Name war Vittal Jadhao. Er war sehr arm und besaß nichts außer einer strohgedeckten Hütte. Da er auch sehr faul war, hatte er auch viel im Leben zu leiden. Vittal Jadhao hatte gehört, dass Sadhus (heiliger Mann, Einsiedler oder Bettelmönch) Siddhis (übernatürliche Fähigkeiten) oder auch yogische Kräfte besitzen würden, mit denen sie viele Dinge entsprechend ihren Wünschen gestalten konnten. Eines Tages fiel ihm dies wieder ein, als er über einen Plan nachdachte, wie er ohne zu arbeiten leben könne. Er dachte bei sich: „Wenn ich zu den Höhlen der Vindhya Hügel gehen würde, begegne ich sicher einem Sadhu und bekomme von ihm, was ich will, und muss niemals mehr arbeiten“.

Mit dieser Absicht machte er sich dann auf den Weg zu den Höhlen. Nachdem er ein ganzes Stück gegangen war, begegnete er einem Sadhu. Er ging zu ihm und warf sich vor ihm nieder. Der Sadhu bewirtete ihn freundlich und fragte nach dem Grund seines Besuchs. Vittal Jadhao sagte: „Geliebter Guruji, ich bin ein armer Mann. Außer einer kleinen Hütte besitze ich nichts. Aber in meinem hohen Alter kann ich nicht mehr arbeiten und etwas verdienen. Hilf mir bitte, gib mir ein wenig Reichtum. Ich weiß genau, dass du mit deinen Yoga-Kräften sofort soviel Geld hervorbringen kannst, wie du möchtest.“ Der Yogi schwieg. Der alte Mann bedrängte ihn aber immer wieder mit seiner Bitte. Schließlich gab ihm der Sadhu ein Sitzkissen, und sagte ihm, er solle sich jedes Mal, wenn er sich etwas wünsche Hände, Füße und Gesicht waschen, sich auf den Sitz setzen und an das denken, was er zu haben wünsche. Welcher Gedanke auch in seinem Geist auftauchen würde, er würde sich sofort verwirklichen. So könne er alles ohne Mühe bekommen.

Der alte Mann bedankte sich bei dem Sadhu herzlich, nahm sein Sitzkissen und ging schnell nach Hause. Er wollte keine Zeit verschwenden, wusch sich sofort das Gesicht und setzte sich auf den Sitz. Da er Hunger hatte, dachte er als erstes an Essen. Sofort stand ein üppiges Mahl mit vielen schmackhaften Gerichten vor ihm. Er aß nach Herzenslust. Dann wünscht er zu ruhen und dachte an ein Bett. Er erhielt ein Bett mit Sprungfedermatratze und Seidenkissen. Er ruhte eine Weile, aber sein Geist war ruheloser denn je. Als er aufstand setzte er sich gleich wieder auf seinen Sitz. Jetzt wünschte er sich, dass seine Hütte zu einem großen Palast würde. Im Handumdrehen wurde aus der alten strohgedeckten Hütte ein wunderschöner Palast. Als er nun seinen Palast sah, freute er sich sehr. Aber, so dachte er, ein Palast ist nichts ohne den entsprechenden Reichtum. Sofort standen viele Säcke voller Gold, Silber und Diamanten vor seinen Füßen. Nun kannte die Freude des alten Mannes keine Grenzen mehr. Zum vollkommenen Glück meinte er jedoch, dass er noch ein paar Diener bräuchte, die ihm aufwarten sollten. Noch immer auf seinem Sitz dachte er daran und auch sie kamen und standen mit gefalteten Händen vor ihm. Der alte Mann freute sich sehr auf seinem Sitz, aber unerwartet kam ihm der Gedanke, was wohl ihm passieren würde, wenn es ein Erdbeben gäbe. Auch dieser Gedanke wurde wahr: Plötzlich zerstörte ein Erdbeben seinen Palast und der alte Mann und seine Diener kamen in den Trümmern um.

Wünsche sind ein großes Hindernis auf dem Weg zur Selbstverwirklichung. Kontrolle des Geistes heißt in Wirklichkeit, alle eigenen Wünsche aufzugeben. Wenn man seinen Geist wirklich disziplinieren will, muss man vorbehaltlos alle eigenen Wünsche aufgeben. Alle Sehnsucht nach weltlichen Dingen, alle Luftschlösser müssen ohne Ausnahme aufgegeben werden. Der Geist des Affen ist immer ruhelos, wünscht sich dies oder jenes. Wie der Fisch außerhalb des Wassers mit allen Mitteln versucht wieder ins Wasser zu kommen, so wird der Geist immer ruhelos sein und schlechte Gedanken hegen. Nur wenn man rücksichtslos alle Wünsche tötet, den Geist und die Gefühle unter Kontrolle hält, dann kann man Einpünktigkeit erlangen.

Der Geist muss von allen aufkommenden Emotionen und hervorsprudelnden Gedanken befreit werden, ehe stille Konzentration erlangt werden kann. Ein solcher Geist ist ruhig wie eine Lampe an einem windstillen Ort. Wer einen solchen Geisteszustand erreicht, kann so lange wie er will meditieren. Meditation kommt dann ganz von selbst. Erlaubt man jedoch dem Geist ganz nach seinen eigenen Wünschen sich weltlichen Dingen zu zuwenden und unheilige Gedanken und verwerfliche Wünsche zu haben, so endet alles mit Sicherheit mit Zerstörung des Selbst. Gib daher deine eigenen Wünsche auf. Hege nur den einen Gedanken an das Absolute, der Sitz aller Freude, Frieden, Wonne und Unsterblichkeit. Praktiziere richtiges Sadhana. Praktiziere regelmäßig Yoga. Sei bestrebt, dieses Lebensziel mit dieser Geburt zu erreichen. Deine Freude wird dann ewig sein.

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