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Das Yoga System

Disziplinen (Niyamas)

Neben den Yamas gibt es für jeden Schüler andere persönliche Regeln oder Gelöbnisse, die als Niyamas bekannt sind. Wir sollten uns, wenn irgend möglich, nicht zugestehen, körperlich oder psychisch krank zu werden, denn Krankheiten sind Hindernisse im Yoga. Saucha oder Reinheit in der inneren oder äußeren Führung ist Niyama. Die folgende Lehre, die durch drei Affen verdeutlicht wird, zeigt es, wobei einer die Augen, ein anderer die Ohren und der dritte Affe den Mund verschließt, d.h. nichts Übles sehen, hören oder sprechen. Man sollte nicht einmal üble Nachrichten übermitteln, denn auf diese Weise wird man zum Überbringer des Übels. Man sollte sich nicht zu Üblem äußern, indem man darüber spricht, darüber nachdenkt oder es anschaut. All dies ist innere Reinheit. Doch äußere Reinheit ist nicht weniger wichtig. Es gibt Leute die glauben, dass Yogis sich nicht reinigen. Es ist auch falsch zu glauben, dass man in fortgeschrittenen Yogastufen weder Kleidung tragen noch regelmäßig baden sollte. Die Situation ist völlig anders, wenn man unter der Bedingung der Meditation, wo man über sein Körperbewusstsein hinausgeht, dem Bad keine Aufmerksamkeit schenkt. Dies ist eine Folge spiritueller Ausdehnung. Als Yogaanfänger nicht zu baden oder nackt herumzulaufen, hieße, den Karren vor das Pferd zu spannen. Die Gesundheit ist ebenso wichtig, wie die Macht der Konzentration, denn eine schwache Gesundheit ist eine Behinderung der mentalen Konzentration. Saucha deutet auch das Vermeiden von Kontakten zu jenen Objekten, die mangelnde Reinheit kommunizieren oder eine ungesunde Ausstrahlung haben. Man sollte unerwünschte Gesellschaft meiden; gute Gesellschaft wahren oder jegliche Gesellschaft meiden.

Ein Yogaschüler ist immer zufrieden und kennt weder Kümmernisse noch Ärger. Yoga schreibt Santosha oder Zufriedenheit unter allen Umständen vor. Viele unserer Krankheiten haben ihre Ursache in einer Unzufriedenheit. Zufriedenheit ist das Ergebnis aus der Akzeptanz der Weisheit Gottes. Wenn Gott weise ist, dann gibt es keinen Grund zur Beunruhigung, denn in Seiner Weisheit bewahrt ER uns in den besten Umständen. In unseren Leben fanden und finden noch viele Veränderungen statt. Wir müssen darauf vorbereitet sein. Die Allwissenheit Gottes lässt kein Bedauern zu. Der Mensch sollte mit dem zufrieden sein, was er hat, obwohl er nicht damit zufrieden ist, was er hat. Ein Gefühl von Ehrlichkeit setzt voraus, dass Zufriedenheit und ein intelligentes Bemühen zusammenwirken.

Ein zufriedenes Leben mit einem Minimum an guter Gesundheit ist Tapas oder Entsagung. Entsagung ist jene Disziplin, bei der man sich innerlich mit den geringsten Möglichkeiten im Leben zufrieden gestellt fühlt. Der ‚goldene Mittelweg‘ bei allem ist Tapas. Im sprachlichen Sinne bedeutet Tapas etwas, was Hitze erzeugt und durch Handlung reinigend wirkt. Es lenkt die Energien oder die Kräfte im Yogi. Die Praxis von Brahmacharya und Yamas regt übernatürliche Kräfte an. Die Yamas bilden intensives Tapas. In weitesten Sinne ist ein moderates Leben Tapas. Die Kontrolle der Sinne ist Tapas. Freundliches Sprechen und das Nichtverletzen durch die Sprache sind Tapas. Wenig zu essen ist Tapas. Wenig zu schlafen ist Tapas. Wenn man animalisches Verhalten unterbindet, ist dies Tapas. Menschlich zu sein, ist Tapas. Gütig zu sein und Gutes zu tun, ist Tapas. Tapas ist mental, verbal oder körperlich zu betrachten. Ein ruhiger Geist und die Kontrolle der Emotionen ist Tapas. Sanfte aber wahrheitsgemäße Sprache ist verbales Tapas. Selbstloses Dienen ist körperliches Tapas.

Svadhyaya oder das Studium heiliger Schriften ist die vierte Niyama-Regel. Svadhyaya ist grundsätzlich ein diszipliniertes Studium von solchen Schriften, die sich mit dem Weg zur Befreiung der Seele befassen. Diese Niyama-Regel hilft den Schülern eine psychische Verbindung zu ihren Meistern aufrecht zu halten, die diese heiligen Schriften verfasst haben. Wenn jemand beispielsweise die Bhagavadgita liest, dann sammelt er nicht nur höheres Wissen an, sondern er stellt einen inneren Kontakt zu Bhagavan Sri Krishna und Maharshi Vyasa her. Svadhyaya ist das kontinuierliche Studium von Yogaschriften. Dieses Studium ist wie ein negativer Satsanga, wenn das positive Beisammensein mit einem Heiligen nicht möglich ist. Svadhyaya unterstützt das Meditieren, denn der Schüler denkt auf diese Weise in den Begriffen der Schriftgedanken oder an den Autor des Textes. Das Japa (Wiederholen) eines Mantras ist ebenfalls Svadhyaya zuzuordnen. Das Japa und das Studium sind beide der heiligen und göttlichen Vereinigung zuzuordnen. Unter Svadhyaya versteht man jedoch, das wiederholte Studium ausgewählter Bücher über das höhere Leben, und nicht das wahllose Lesen in einer Bibliothek.

Die Letzte der Niyama-Regeln ist Ishvara-pranidhana oder die Hingabe zu Gott. Was auch immer der Kommandeur befiehlt, die Armee folgt. Kein einzelner Soldat der Armee fängt selbst an, Befehle zu geben. Die Sucher der Wahrheit nehmen Ishvara als den absoluten Befehlshaber (Gott). Und wenn sie sich einmal dafür entschieden haben, „dein Wille geschehe“, wird ihr Leben zu einem Muster der Rechtschaffenheit. Die Hingabe zu Gott lässt auf eine göttliche Fügung schließen und die Eigeninitiative des Suchers dahingehend aufgeben, nur an sich selbst zu glauben, wobei er sich den gegebenen Umständen fügt, ohne in Geschehnisse einzugreifen. Im fortgeschrittenen Stadium fügen sich die Schüler in allem und wünschen auch keine Veränderung der Situationen. Sie unternehmen nichts, um die eigene Persönlichkeit in den Vordergrund zu stellen, sondern nehmen alles, wie es kommt. Sie wollen die Bedingungen nicht ändern, sondern alles tolerieren. Sie lassen die Dinge geschehen und wollen nichts verändern. Für sie ist alles Gott. Dieses ist das Wesen der Hingabe im Yoga. Die Yogadisziplin erfordert, dass ein Schüler letztendlich ein Minimum der Yama- und Niyama-Regeln erfüllt. Viele Schüler unterliegen dem Irrtum, diese fundamentalen Yogaregeln zu vernachlässigen, und gehen direkt zu den Asanas und / oder zur Meditation über. Viele Schüler glauben, dass sie die Yama- und Niyama-Regeln verinnerlicht haben, obwohl sie nicht eine Einzige dieser Regeln beherrschen.

Die Meditation ist die siebte Yogastufe. Sie ist wie das Anzünden eines Streichholzes. Wenn das Streichholz trocken ist und richtig angezündet wird, muss eine Flamme sichtbar sein. Doch das Herstellen eines Streichholzes ist ein lange Prozess. Es dauert seine Zeit, obwohl das Anzünden nur die Sache eines Augenblicks ist. Dass die Meditationsbemühungen nicht immer zum gewünschten Erfolg führen, liegt daran, dass man sich nicht immer genügend Zeit für die Vorbereitungen lässt. Die Meditation ist ein Fließen und kein Springen, Ziehen oder Schubsen des Bewusstseins. Ein ruhiger Fluss fließt mühelos in seinem Bett dahin. Genauso fließt die Meditation, wenn die vorhergehenden Stufen sorgfältig ausgeführt wurden. Wenn ein Gebäude fertig gestellt worden ist, sieht man den Grundstein des Gebäudes auch nicht mehr. Die unsichtbaren Kräfte aus den Yamas und Niyamas sind die Grundlage für das Yoga, und niemand sollte glauben, dass er die Regeln wirklich beherrscht. Vorsicht ist im Yoga die Mutter der Porzellankiste.

Die Yamas und Niyamas stehen am Anfang und sie dauern bis zum Ende des Yoga. Genauso wie die Grundschule als Grundlage für den weiteren Bildungsweg wichtig ist, so sind die Yamas und Niyamas das Fundament des Yoga. Der Schüler betritt erst das Feld der Meditation, nachdem er durch die Yamas und Niyamas zu Kräften gekommen ist, die notwendige Kraft und den Mut bekommen hat, um allen Hindernissen zu begegnen. Die Meditation ist nicht schwer zu erreichen, wenn zuvor die notwendigen Vorbereitungen getroffen wurden. Die Yama-Niyama-Prozesse beinhalten die Instruktionen der Yogapsychologie, die uns genügend Hinweise mit auf den Weg geben und zu wachsamen Pilgern für die spirituelle Reise werden lassen. Damit steigen wir eigenhändig auf die erste Stufe im praktischen Yoga, nämlich den Asanas.


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