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Ma‘s besondere Mission

Dr. Prafulla Chandra Datta beschreibt einen eintägigen Besuch in Ma‘s Ashram in Agarpara am 13. 2. 1959. Er fand Ma inmitten einer buntgemischten Menge von Männern und Frauen aus weit entfernten Ländern sowie von Bengalis aus der nächsten Nähe. Dr. Nalini Kanta Brahma erläuterte einer Gruppe von Ausländern Ma‘s Aufforderung, sich an einer gemeinsamen Anstrengung zur Wahrheitssuche zu beteiligen: »Ma sagt, so wie Kirtan für eine Anzahl von Tagen von sich mit einander ablösenden Sängern durchgeführt wird, genauso können sich auf Gott ausgerichtete Menschen einem ununterbrochenen, Tag und Nacht andauernden AkhandaJapa widmen. Ohne Ansehen von religiöser Ausrichtung, Beruf und Status in der Welt, Geschlecht, Alter und Herkunftsland können alle daran teilnehmen. Wer danach dürstet, die Wahrheit zu finden, kann seine Bemühungen mit denen anderer vereinen, ganz gleich, wie sehr sich ihre Ansichten, ihre Wege, die Namen, unter denen sie an Gott denken, unterscheiden. Jeder, der fühlt, daß er mit anderen eins ist, kann nach dem Einen streben, das sich in der Vielheit offenbart.«
      Ma nahm nun selbst das Wort, und als sie Daya Mata und Swami Kriyananda ansah, sagte sie spontan auf Englisch: »Special mission ...« Sogleich unterbrach sie sich, sah die Inder an und fragte lächelnd: »Was bedeutet ›special mission‹? Habe ich die Worte richtig benutzt? Ich bitte alle, die mich lieben, immer um einen Gefallen, und alle, denen ich gleichgültig bin, bitte ich um ein Almosen: ein Geschenk von 15 Minuten jeden Tag. Nur 15 Minuten am Tag zur selben Zeit. Ganz gleich, in welchem Zustand oder wo ihr euch befindet - in eurem Zimmer oder draußen, ob ihr krank seid oder gesund, ob ihr dient oder befehlt - denkt zur festgesetzten Zeit an Ihn. Es ist nicht wichtig, ob eure Kleider frisch gewaschen sind usw. Er ist immer heilig. Das Unreine berührt ihn nicht, denn Er reinigt alle Wesen. Setzt eine Zeit fest, zu der ihr mitten im vergänglichen Lärm der Welt an den Gesegneten denkt, um die Glückseligkeit der Erleuchtung zu erlangen. Das Land, die Religion oder Sekte spielen keine Rolle - es öffnet sich eine neue Dimension, die alle Pilger auf dem Weg der Gottverwirklichung vereint.«
      Dr. Brahma sagte: »Ma macht es uns leicht. In der heutigen Zeit hat man für eine asketische Lebensweise wenig Zeit, aber 15 Minuten kann jeder erübrigen!«
      Ma sagte: »Sprecht ihr nicht davon, ›ein Fundament zu schaffen‹? Wenn das Fundament nicht stark ist, kann das ganze Gebäude zusammenbrechen. Diese 15 Minuten sind wie der Grundstein zu vollkommenen Gottesbewußtsein. Genau das ist Akhanda [bruchloser] Sadhana: die tägliche Routine der 15 Minuten muß unerschütterlich sein.«
      Dr. Brahma sprach einen weiteren Punkt an: »Ma, alle Religionen haben Vorschriften über festgesetzte Zeiten. Wieso ist das also eine neue Dimension?«
      Ma: »Betrachte es so: Alle Religionen sind verschieden. Der Hindu hält sich - wenn überhaupt - an die drei Sandhyas [Morgendämmerung, Mittag und Abenddämmerung], der Moslem führt fünfmal täglich sein Namaz aus. Auch die Christen haben ihre bestimmten Zeiten, usw. Aber diese kurzen 15 Minuten durchschneiden alle Verschiedenheiten und Barrieren. Wo immer ein Sadhaka sich dem Sadhana widmet, könnt auch ihr euren kleinen Beitrag beisteuern und so eine Einheit schaffen. Eine individuelle Bemühung, sich mit der Ganzheit menschlichen Strebens in Verbindung zu setzen.«

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Da Ma immer wieder auf Entsagung und Selbstdisziplin verwies, entwickelte sich das Samyam Saptah Mahavrata zur beliebtesten Veranstaltung überhaupt. Es nahm allmählich seinen ganz unverwechselbaren Charakter an. Niemand hätte es für möglich gehalten, daß ein Mann oder eine Frau mehr als drei Viertel von vierundzwanzig Stunden der Wahrheitssuche widmen könnte. Gott war nie eine so hautnahe Wirklichkeit, daß man seinetwegen alle anderen Beschäftigungen des Tages hinten angestellt hätte. Aber es geschah. Männer und Frauen, die keineswegs an eine spartanische Lebensweise gewohnt waren, fasteten, hörten der Lesung aus den Schriften zu, sangen Kirtan und meditierten eine Stunde ohne Unterbrechung. Selbst die Küchenhelfer konnten daran teilnehmen, weil das Kochen auf ein Minimum reduziert wurde. Die opulenten Festmähler, die bei anderer Gelegenheit Ma‘s Anwesenheit verrieten, fanden in dieser Woche nicht statt. Ein Festessen gab es nach Abschluß des Samyam Saptah Mahavrata.
      Da Ma alle religiösen Feiern, Riten und Feste guthieß, wußte niemand, wo ihre eigenen Vorlieben lagen, falls sie welche hatte. Und da ihre Anwesenheit den Glanz aller Festlichkeiten steigerte, erschien jede als die wichtigste.
      Wie schon erwähnt, war es Yogibhai, der Prinz unter den Devotees, im wörtlichen wie im übertragenen Sinne, und der besondere Schüler von Bhaiji, der 1952 erstmals die Idee zu einem Samyam Saptah aufbrachte. Sein Vorschlag lautete: »Da Ma uns immmer erklärt, wie wir Sadhana üben sollen, während wir unseren weltlichen Pflichten nachkommen, Laßt uns in ihrer Gegenwart ein Programm ausarbeiten, um dieses Vani in die Tat umzusetzen. Sie wird uns leiten, und wir wissen dann genau, was von uns erwartet wird.
      «Aus bescheidenen Anfängen wurde daraus allmählich ein großes Unternehmen. Die Mahatmas waren davon besonders angetan, da es ihrem Lebensstil entsprach. Sie selbst veranstalteten eine Reihe von Samyam Saptahas an abgelegenen Orten, weit entfernt vom Gewimmel der Städte, aber auch in den Metropolen Bombay, Calcutta und New Delhi.
      Die Geschichte der Wiederentdeckung von Naimisharanya ist mit einer solchen Veranstaltung verbunden. Der aus Epen und Legenden bekannte Ort Naimisharanya liegt nahe der Gomati im Distrikt Sitapur. Im Oktober 1960 kam Swami Paramananda nach Naimisharanya, um Vorbereitungen für das Samyam Saptah Mahavrata sowie für ein Bhagavat Saptah zu treffen.
      Ganz unerwartet ließen schwere Regenfälle die Gomati über die Ufer treten. Die ganze Gegend stand schon unter Wasser, und es regnete immer weiter. Alle Behördenvertreter aus Lucknow und aus der Umgebung, die bereit waren, Swamiji bei den Vorbereitungen für das Zeltlager zu helfen, verloren den Mut und forderten ihn auf, einen anderen Platz zu wählen. Sie hielten Swamiji für unrealistisch und unnötig hartnäckig. Swamiji vertraute jedoch vollkommen auf Ma‘s Kheyala und hielt unerschütterlich an seinem Entschluß fest, das Lager an einer Stelle aufzuschlagen, wo das Wasser kniehoch stand.
      Als Ma dies alles berichtet wurde, trank sie gerade ein Glas Wasser. Sie sagte: »Wer weiß, vielleicht läßt Gott wunderbarerweise das Wasser abfließen!« Und so geschah es! Alle, die damit zu tun hatten, erklärten es für ein Wunder, daß dies Samyam Saptah wie geplant - und sehr erfolgreich - stattfinden konnte.
      Bei jedem Samyam Saptah wurde eins der 18 Puranas zur Lektüre und zum Vorlesen bestimmt. Eine Ausgabe des diesmal ausgewählten Brahma Vaivarta Purana war weder in Nimsar [Naimisharanya] noch irgendwo anders in Nordindien auffindbar.

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Der blinde Mahatma Gangeshwarananda ersuchte Ma, Nimsar wieder aufleben zu lassen und ein Purana-Haus zu errichten, in dem alle 18 Puranas für zukünftige Generationen aufbewahrt werden sollten. Ein schöner Purana- Mandir entstand und wurde 1968 zum Tempel der 18 Puranas geweiht. Einige Besucher fragten sich, wie wohl im Zeitalter des Mahabharata eine Zuhörerschaft von 88000 Rishis ohne moderne technische Hilfsmittel einem Vortrag zugehört haben könnte. An der Stelle, wo nach der Überlieferung die Rednertribüne gewesen sein soll, entdeckten sie eine seltsame Eigenheit dieses Ortes. Wenn man laut sprach, war die Stimme noch in weiter Entfernung zu hören. Vielleicht war der Ort wegen dieser Besonderheit für große Versammlungen ausgewählt worden.
      Der hochangesehene gelehrte Swami Akhandananda Saraswati sagte zu Ma, als er den Tempel sah: »Auch eine Statue des Purana Purusha sollte hier aufgestellt werden.« Er selbst beschrieb, wie dieser personifizierte Geist der Puranas aussah. Er hatte im Haus eines bekannten Pandits in Varanasi ein Bild (Pat) einer solchen Statue gesehen.
      Ma fragte, ob ein solches Bild irgendwo zu finden sei und ob danach eine Statue angefertigt werden könne. So lebte das heilige Naimisharanya, wo zahllose Rishis asketische Übungen, Yajñas und gelehrte Diskurse abgehalten hatten, in unserer Zeit allmählich wieder auf. 1975 wurde der Tempel des Purana Purusha eingeweiht. Auch eine Forschungsstätte zum Studium der Puranas und verwandter Texte wurde in dieser idealen Umgebung eingerichtet. Ma besuchte Naimisharanya weiterhin sehr oft. Es war einer der Orte, an dem sie sich ein wenig von ihrem normalerweise dichtgefüllten Tagesablauf erholen konnte. Swami Naradananda aus Nimsar war über diese Wiederbelebung und die steigende Beliebtheit der einst berühmten Pilgerstätte hocherfreut.
      Auch andere Orte von religiöser Bedeutung wurden durch Ma‘s Anwesenheit bei den Samyam Saptah Mahavratas verjüngt. Jahr für Jahr wuchs die Teilnehmerzahl. Vielbeschäftigte Männer und Frauen nahmen sich Urlaub von ihrer Arbeit und versammelten sich meist an abgeschiedenen Orten, um nach strikten Regeln wenig zu essen und zu schlafen. Sieben Tage vergingen so in fast ständiger Erinnerung an Gott. Der Höhepunkt des Tages war das halbstündige Gespräch mit Ma am späten Abend. In ihrer Gegenwart war nichts schwierig, niemand fühlte sich erschöpft oder gelangweilt oder auch nur hungrig und durstig.

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Ma‘s ›besondere Mission‹, die täglich 15-minütige Hinwendung zu Gott, war zu einem vollen Samyam Saptah aufgeblüht. In drei Jahrzehnten hatte sich das Mahavrata aus bescheidenen Anfängen zu einem großen Ereignis entwickelt. Die Äbte der bedeutenden Mönchsorden kamen täglich in Kontakt mit einem breiten Querschnitt unserer Gesellschaft - mit Lehrern, Professoren, Politikern, Bankiers, leitenden Angestellten, Verwaltungsbeamten, Fürsten, Künstlern, Musikern, Ärzten, Ingenieuren, Studenten, Hausfrauen und anderen.
      1980 fand das vorletzte Samyam Saptah Mahavrata unter Ma‘s Leitung im angesehenen Kailash Ashram in Rishikesh statt. Pratibha Kundu, eine regelmäßige Teilnehmerin, schreibt: »Was läßt sich mit dieser Veranstaltung vergleichen? Hier denkt niemand an Essen, Schlaf, Ruhe und Müßiggang, hier ist keine Zeit für unnützes Geschwätz. Der ganze Tag ist ausgefüllt mit Japa, Kirtan, Lektüre, Meditation in Ma‘s Beisein, Lesungen aus den Schriften und Vorträgen von spirituell herausragenden Heiligen. Nirgendwo sonst in der Welt kann ein normaler Mensch, der sich nach spiritueller Bereicherung sehnt, eine so ideale Atmosphäre finden und eine so beglückende Erfahrung machen. Ma ruft uns alle zu dieser Woche der Hingabe auf und schenkt uns Erfüllung. Ihre Vani für diese Woche lautet: ›Was immer man zur Erinnerung an Gott tut, ist Selbstdisziplin (Samyam), was uns von Gott entfernt, ist Sichgehenlassen (Bhoga). Der Weg wird sich nicht öffnen, solange ihr kein diszipliniertes Leben führt‹.«
      Auf dem breiten Rednerpodium saß die Schar der berühmten Mahatmas in ihren feuerroten Roben. Auf einer Seite saß Ma in ihren reinen weißen leidern.
      Dieser Ashram nahe der Ganga in den Ausläufern des Himalaya war vor hundert Jahren von Swami Dhanaraj Giri Maharaj gegründet worden. Sein heutiger Leiter, Swami Vidyananda Maharaj, begrüßte am ersten Tag die ca. 600 Teilnehmer. Es war ein großartiges Schauspiel der Verbindung zwischen Asketen in ihren ockerfarbenen Gewändern und dem Laienvolk aus Wirtschaftsführern, einfachen Dorfbewohnern, Gelehrten, Vertetern verschiedener Berufe, Künstlern, Fürsten, und denen, die allen anderen als Köche und Gehilfen dienten. Inmitten dieser ganzen Vielfalt saß Ma in ihrem makellos weißem Gewand und hielt die Aufmerksamkeit der ganzen Gemeinschaft mit ihrer wunderbaren Ausstrahlung gebannt. Die Mahatmas zollten ihr auf vielerlei Weise Hochachtung. Swami Brahmananda Giri, der Leiter des Sannyasa Ashram in Bombay, erläuterte Ma‘s Worte über den unbedingten Gehorsam gegenüber dem Guru folgendermaßen: ›Die heiligen Schriften sind wie der Ozean; wenn man am Strand steht, kann man seinen Durst nicht löschen. Kommt dasselbe Wasser jedoch aus den Wolken herabgeregnet, dann kann es Erleichterung und Hilfe bringen. Ma‘s Vani ist die Essenz alles dessen, was die Schriften auf unendliche Weise darlegen.‹
      Shri Vidyananda, ein anderer prominenter Sannyasi, sagte, Ma habe die Lebensweise, die nach den Schriften nur den Asketen zugeordnet ist, ohne Ansehen von Religion, Herkunft und Geschlecht allen Menschen zugänglich gemacht. Ma habe gezeigt, daß alle das höchste Lebensziel erreichen können - dies demonstriere ihre grenzenlose Menschenliebe.
      Swami Chidananda sagte, mit dem Ende des Samyam Saptah solle eine neue Reise des Samyam im Leben beginnen. Ma sei das lebendige Inbild Gottes auf Erde, man werde in ihrer Gegenwart neu geboren und solle daher nicht in seine frühere Lebensweise zurückfallen.
      Swami Swatantranan-da sagte, Ma wolle uns in Satsang einbeziehen - gleich, ob nur zwei Leute da seien oder mehr als tausend. Der Kailash Ashram habe sich die letzten hundert Jahre dem Studium des Brahma.

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