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Samadhi Yoga

Unterschiedliche Arten von Samadhi

1. Raja Yoga Samadhi

Im Raja Yoga spricht man von zwei Samadhi-Arten, nämlich von Samprajnata und Asamprajnata. Samprajnata Samadhi führt irgendwann zu Asamprajnata Samadhi. Bei ersterem sind die Samskaras (geistigen Eindrücke, auch Samen genannt), noch nicht zerstört. Bei letzterem lösen sie sich in toto auf. Das ist der Grund dafür, warum Samprajnata Samadhi auch "Sabija Samadhi" (sa - mit; bija - Samen) und Asamprajnata Samadhi "Nirbija Samadhi" (nir - ohne; bija - Samen) genannt wird. Neben der Bezeichnung „Sabija Samadhi“ ist Samprajnata Samadhi auch als „Savikalpa Samadhi“ bekannt. der Samprajnata-Zustand bringt vollkommenes Wissen über den Gegenstand der Meditation. der Geist wird unter Ausschluss aller anderen Dinge eins mit dem Objekt seiner Betrachtung, er nimmt dessen Natur an. Auf diese Weise erlangt der Yogi die Fähigkeit, die Elemente der Natur zu beherrschen.

Jede Stufe umfasst bestimmte Qualitäten. Alambana (innere Festigkeit, Standhaftigkeit) nimmt zu, ebenso die Fähigkeit, spirituelle Fragen und Argumente zu händeln. Diese Zustände bringen zwar große Freude, aber sie repräsentieren noch nicht den höchsten Samadhi-Zustand. Sie haben die grob- und feinstofflichen Elemente der Natur sowie die Sinnesorgane überwunden. Sie vermitteln direktes Wissen und auch etwas Freiheit.

Diese vier Phasen sind Stufen auf einer Treppe nach oben. Am Anfang sollte man über eine grobstoffliche Form meditieren. Wenn man in der Meditation fortschreitet, kann man sich abstrakte Dinge zum Meditieren vornehmen oder über feinstoffliche Dinge oder Ideen meditieren. Der Geist sollte schrittweise diszipliniert und in Meditation geschult werden. Er kann nicht mit einem Sprung in den höchsten AsamprajnataSamadhi eintreten bzw. in das, was die höchste feinstoffliche Essenz darstellt. Das ist der Grund dafür, warum Patanjali Maharshi (Autor des Yogasutra) das Üben verschiedener Arten niederer Samadhistufen empfiehlt. Wenn der Geist sehr stark an grobstofflichen Dingen hängt ist es nicht möglich, ihn sofort auf feinstoffliche Dinge zu heften. Auf der Yoga-Leiter muss man Schritt für Schritt nach oben steigen. Setze deinen Fuß achtsam auf jede Stufe. Durchlaufe die aufeinander folgenden Phasen bevor du den höchsten Asamprajnata (bzw.Nirvikalpa) Samadhi erreichst. Yoga Bhrashtas allerdings, die in Vorleben schon durch die niederen Phasen gegangen sind, können von Anfang an die höchsten Stufen erreichen, durch die Gnade Gottes. Wenn ein Yogi die höchste Stufe erreicht hat, braucht er nicht auf eine niedere Stufe zurückzukehren.

Alle Formen von SamprajnataSamadhi sind Salamkana Yoga (mit Unterstützung) und SabijaYoga. Die Yogis erleben eine Form von Freiheit. Dharma Megha bedeutet im Raja Yoga „die Wolke der Tugend“. So wie Wolken Regen schenken, so gießt auch dieser DharmaMeghaSamadhi Allwissenheit und alle Arten von Siddhis (übernatürlichen Kräften) über den Yogi aus. Er erlebt eine gewisse Form von Freiheit, ein erweitertes Bewusstsein von Gott.

Ritambhara, Prajnaloka und Prasannavahita sind die drei Zustände (Bhumikas), des SamprajnataSamadhi. Im Ritambhara ist der Inhalt der geistigen Vrittis (Gedankenwellen) Satchidananda

Savitarka und Nirvitarka Samadhis

Savitarka Samadhi istdie Versenkung mit Nachdenken. Es ist ein oberflächlicher Versuch des Geistes, sich an irgendetwas zu heften. In diesem Samadhi sind Shabda (Klang, d.h. die Bezeichnung einer Sache), Artha (Bedeutung) und Jnana (Wissen um den Gegenstand)) vermischt.

Der Schüler kann über Virat (das manifeste Universum), über Vishnu mit den vier Händen, über Krishna mit der Flöte oder einen beliebigen Gegenstand meditieren. Er wird direkte Wahrnehmung all der besonderen Merkmale des Meditationsgegenstandes bekommen, der herausragenden Seiten (Gunas) wie auch der Mängel (Doshas). Er wird vollkommenes Wissen über den Meditationsgegenstand erlangen. Er wird mit allen nie gehörten, unvorstellbaren Merkmalen des Gegenstandes bekannt. All dies wird er durch SavitarkaSamadhi erlangen. Ein Yoga Schüler meditiert wieder und wieder über einen Gegenstand indem er ihn von anderen Gegenständen isoliert.

Man kann auch über die grobstofflichen Elemente meditieren. Durch intensive Meditation gewinnt man Macht über sie. Die Elemente werden dir ihre Wahrheiten offenbaren.

Genau wie ein neuer Bogenschütze nur auf große Objekte zielt und dann Schritt für Schritt auf kleinere, so konzentriert sich auch ein Anfänger im Yoga zuerst auf grobstoffliche Dinge, wie die fünf Mahabhutas339 , Gott Hari mit vier Händen und dann auf feinstoffliche. Auf diese Weise wird das Erfassen der Dinge durch den Geist feingestimmt. Ein Yogi erschaut die wahre Gestalt Vishnus in Vaikunthaloka340 unmittelbar kraft seiner Meditation, auch wenn er noch in großer Entfernung zu Gott bleibt.

Im SavitarkaSamadhi übt man Konzentration auf grobstoffliche Dinge und auf ihre Natur in Beziehung zu Zeit und Raum. Das ist eine grobe Form von Samadhi. Wenn ein Yogi über die Elemente meditiert so wie sie sind, indem er sie aus Zeit und Raum herausnimmt, nennt man das NirvitarkaSamadhi, d.h. Samadhi ohne Fragen, ohne Argumentieren und ohne Nachdenken. Das ist eine feine Form von Samadhi.

Im SavitarkaSamadhi gibt es Vikalpa, d.h. wenn Wort (Shabda), Ding (Artha) und Idee (Jneya)341 zusammenkommen. Im NirvitarkaSamadhi gibt es keine solche Vorstellung. Im Verständnis eines Wortes spielen drei Faktoren mit, z.B. Kuh, (1) kann 1. als ein Wort, 2. als ein Objekt und 3.  als eine geistige Idee betrachtet werden. Wenn der Meditierende diese drei Komponenten vereint, nennt man das Vikalpa - eine Fantasievorstellung von Wort, Gegenstand und Idee.

Savichara und Nirvichara Samadhi342

Wenn du über die feinstofflichen Tanmatras (Essenz der Elemente) und über ihre Natur in Bezug zu Raum und Zeit meditierst, dann ist das Savichara Samadhi mit Entschluss bzw. Unterscheidung. Er ist Sukshma, subtil. Er ist feiner als die Savitarka und Nirvitarka Samadhis. Tanmatras bezeichnet die Grundelemente, die Sukshma Bhutas (die feinstofflichen Elemente). Die fünf grobstofflichen Elemente leiten sich aus den Tanmatras durch den Prozess der Verfünffachung, des Vermischens, ab. In diesem Samadhi geht die Meditation noch einen Schritt weiter nach oben als im vorhergehenden. Der Yogi erhält Wissen über die Tanmatras. Er erlangt Kontrolle über die Tanmatras. Er erreicht eine direkte Wahrnehmung der verschiedenen feinstofflichen Formen des Meditationsgegenstandes, der in der Urmaterie, in Mula Prakriti, gründet.

Das Wort „feinstofflich“ deutet generell auf Ursprung hin. Es steht für all solche Ursprungsprinzipien wie die Tanmatras, d.h. die Urelemente, die Ich-Identifikation, d.h. Ahamkara, für Mahat Tattva, d.h. den Intellekt, und für Prakriti.

Es gibt eine geheimnisvolle Kraft in der Meditation, Achintya Shakti,. Obwohl normale Meditation nur in einer Weise möglich ist, die schon einmal gehört oder gedacht wurde, so können doch Dinge, an die man noch nie gedacht oder von denen man noch nie gehört hat, durch die Kraft der Meditation direkt erkannt werden.

Es gibt keinen Unterschied zwischen der Ursache und ihren Wirkungen. Alle grobstofflichen Dinge sind ein Produkt der sechsundzwanzig Grundprinzipien. Sie sind in Wirklichkeit von derselben Natur wie die sechsundzwanzig Prinzipien.

Wenn du über die feinstofflichen Tanmatras meditierst, indem du sie aus Zeit und Raum herausnimmst und daran denkst wie sie sind, entsteht daraus Nirvichara Samadhi (ohne Entscheidungen und Unterscheidungen). Da der Geist dank der Überwindung von Rajas und Tamas dann nur von reinem Sattva erfüllt ist, erlebt der Yogi inneren Frieden und Zufriedenheit (adhyatmischen Prasada)

Sananda Samadhi, der wonnevolle Samadhi

Jetzt möchte ich den wonnevollen Samadhi beschreiben. Er ist der von Freude erfüllte Samadhi und schenkt wahrhaft große Freude. In diesem Samadhi hat man die grobstofflichen Elemente und die fünf Elemente hinter sich gelassen. Der Yogi meditiert über den sattvigen Geist selbst. Er denkt an den Geist der frei von Rajas und Tamas ist. Im Yogi steigt bei dieser Art von Samadhi eine besondere Wahrnehmung in Form intensiver Freude auf.

Asmita SamadhiFußnoten343

Bei diesem Samadhi ist der Geist Gegenstand der Meditation. Er vermittelt das Wissen von dem, das alle Erfahrungen erlebt. Das Selbst erkennt das Selbst. Nur der sattvige Zustand des Egos bleibt noch. Der Yogi kann sich nun als ohne seinen grobstofflichen Körper existierend denken. Er fühlt, dass er einen feinstofflichen Körper hat. Dieser Samadhi trägt den Yogi zur Wurzel der Erfahrungen und zeigt ihm den Weg in die Freiheit.

Der Yogi fühlt „Ich bin (Asmi) ein anderer als der Körper.“ Er erlebt, dass der grobe, der feine und der wonnevolle Samadhi nicht die höchsten Samadhis sind. Er findet auch an ihnen Unvollkommenheiten und ist ihrer überdrüssig. Er schreitet weiter voran und übt Asmita Samadhi. Er erlebt Ich-Bewusstsein (Asmita). Er erfährt ein Gefühl von „genug“ und entwickelt Leidenschaftslosigkeit in ihrer höchsten Form (Para-Vairagya). Das führt schließlich zur Entfaltung von Asamprajnata Samadhi.

Asamprajnata Samadhi bzw. Nirbija oder Nirvikalpa Samadhi

Das ist die höchste Form von Samadhi. Er kommt nach Viveka Khyati, der letzten Unterscheidung zwischen Prakriti (Natur) und Purusha (Bewusstsein). Alle Samen und Eindrücke sind im Feuer des Wissens verbrannt. Dieser Samadhi bringt Kaivalya (höchste Befreiung). Es ist der Gipfel des Yoga, der ultimative Prasankhyana, der einem höchsten ewigen Frieden und Wissen eröffnet. Der Yogi erlebt den transzendenten Glanz des Selbst und die völlige Freiheit vom geistigen Erleben. Das Zeitgefühl hat einem Gefühl der Ewigkeit Platz gemacht.

In diesem Samadhi gibt es weder Triputi344 noch Alambana345. Die Samskaras sind in toto verbrannt. Allein dieser Samadhi kann Geburt und Tod zerstören und einem das höchste Wissen und die höchste Wonne schenken.

Wenn du im Raja Yoga mit dem Eintritt in Asamprajnata Samadhi (den Nirvikalpa Zustand) vollkommenen Erfolg und Vollendung erreicht hast werden alle Samskaras und Vasanas, die Wiedergeburten verursachen, zur Gänze verbrannt. Alle Vrittis, die Ausformungen des geistigen Wirkens, die aus dem Geistsee aufsteigen, kommen unter Kontrolle. Die fünf Leiden, Avidya (Unwissen), Asmita (Egoismus), Raga-Dvesha (Liebe und Hass) und Abhinivesa (das Festhalten am Leben) werden zerstört und alle karmischen Bindungen werden gelöscht. Dieser Samadhi bringt das höchste Gut (Nihshreyasa)346 und Wohlergehen (Abhyudaya)347. Er schenkt Moksha (Befreiung aus dem Rad von Tod und Wiedergeburt). Mit dem Aufsteigen der Erkenntnis des Selbst verschwindet die Unwissenheit. Mit dem Verschwinden der Ursache, d.h. der Unwissenheit, verschwinden auch der Egoismus usw.

Im Asamprajnata Samadhi ist alles Formen und Wirken des Geistes unter vollkommener Kontrolle. Alle noch verbliebenden Samskaras werden verbrannt. Das ist der höchste Samadhi des Raja Yoga. Er ist auch als Nirbija Samadhi (Samadhi ohne Samen) und als Nirvikalpa Samadhi bekannt.

In diesem Samadhi sieht der Yogi ohne Augen, schmeckt ohne Zunge, hört ohne Ohren, riecht ohne Nase und berührt ohne Haut. Seine Sankalpas (Willensvorstellungen) können Wunder bewirken. Er lässt einfach seinen Willen vernehmen und alles kommt ins Sein.

„Der Blinde durchstach die Perle, der ohne Hände fädelte die
Schnur hindurch, der Halslose trug sie und der ohne Zunge sang
ihr Loblied." ["Krsnayajurveda" - Tattiriyaranyaka 1.2.5]

“Der Purusha erkennt schließlich seinen eigenen Urzustand göttlicher Herrlichkeit des alleinigen Seins bzw. vollkommener Unabhängigkeit (Kaivalya). Er hat sich vollkommen von Prakriti und ihren Wirkungen gelöst. Er spürt seine vollkommene Freiheit und erlangt Kaivalya, das höchste Ziel des Raja Yoga. Alle Klesha Karmas (Leiden verursachenden Karmas) sind jetzt zerstört. Die Gunas haben ihre Aufgaben Bhoga (weltliche Erfahrungen) und Apavarga (Erlösung vom weltlichen Dasein) erfüllt und hören nun gänzlich zu wirken auf. Der Yogi besitzt nun gleichzeitiges Wissen. Vergangenheit und Zukunft verschmelzen im gegenwärtigen Moment. Alles ist „jetzt“. Alles ist „hier“. Der Yogi hat Zeit und Raum überschritten. Das gesamte Wissen aller drei Welten und aller weltlichen Wissenschaften ist nichts, ist eine leblose Hülle im Vergleich zu dem unendlichen Wissen eines Yogis der Kaivalya erreicht hat. Ruhm, Ruhm solchen erhabenen Yogis! Möge ihr Segen über uns allen sein!

2. Bhakti Yoga Samadhi

Im Bhakti Yoga gibt es nicht ein Fünkchen Stolz oder Selbstbehauptung. Der Schüler gibt sich ganz Gott hin. Er übergibt sich ganz und gar Gott und erlangt Seine Gnade. Gnade ist eine große spirituelle Kraft. Sie transformiert das gesamte Wesen eines Gläubigen. Sie erfüllt ihn mit Inspiration und einem neuen göttlichen Leben. Selbsthingabe lässt den Schüler die Wirklichkeit der göttlichen Gnade spüren und Gottes unmittelbare Bereitschaft, ihm zu jeder Zeit zu Hilfe zu kommen. Allein durch die Gnade wird das ganze Sein des Schülers mit Energie und neuem Leben erfüllt. Durch die göttliche Gnade fließt göttliche Energie in sein gesamtes Wesen ein und sein ganzes Sein wird geformt, um das Göttliche zu verwirklichen und ein Werkzeug Gottes zu sein.

Es gibt neun Weisen des Navavidha Bhakti348. Das sind Shravana, Kirtana, Smarana, Padasevana, Archana, Vandana, Dasya Sakhya und Atma Nivedana. Shravana bedeutet, Gottes Lilas (Spiele) zu vernehmen, von Gott zu hören. Kirtana heißt, Seine Namen zu singen. Smarana ist Erinnerung (das Denken an Gott). Padasevana ist Dienst zu Seinen Füßen. Archana bedeutet, Gott Blütenopfer darzubringen. Vandana bedeutet, sich zu verneigen. Dasya ist die Einstellung eines Dieners gegenüber Gott. Sakhya ist Freundschaft mit Gott. Atmanivedana bedeutet Selbsthingabe bzw. Sharanagati, Zuflucht bei Gott nehmen.

Anbetung, Glauben, Hingabe, Ruchi (Freude daran, Gottes Namen zu wiederholen und zu singen), Nishtha (Ergebenheit), Rati (innige Zuneigung zu Gott), Sthayi Bhava (Beständigkeit in Liebe zu Gott) und Maha-Bhava (höchste Liebe - Prema Maya oder Param Prem) sind die acht Stufen auf der Leiter von Prem (überpersönliche Liebe) und Bhakti Yoga. Anbetung, Hingabe, Verehrung und Aufgehen in Gott sind die vier Stufen im Bhakti Yoga. Salokya, Samipya, Sarupya und Sayujya sind die vier Arten von Mukti (Befreiung) der Gläubigen.

Das Sich-Ergeben zieht Gnade auf sich. Durch diese Selbsthingabe wird das Individuum eins mit dem kosmischen Willen. Die Gnade vervollkommnet das Sich-Hingeben. Ohne Gnade ist keine vollkommene Vereinigung möglich. Hingabe und Gnade sind miteinander verbunden. Die Gnade räumt einem auf dem spirituellen Pfad alle Hindernisse aus dem Weg, alle Fallen und Schlingen.

Der Bhakta (Verehrer Gottes) erlangt Bhava Samadhi und Mahabhava. Er erlebt die Freude der warmen Umarmung des Göttlichen. Er erreicht göttliche Aishvarya (alle Kräfte Gottes). All der spirituelle Reichtum Gottes gehört ihm. Ihm wird göttliche Sehkraft zuteil, Divya Chakshus. Er besitzt einen göttlichen (Divya)349 feinstofflichen Körper und göttliche Sinne. Er möchte noch nicht völlig in Gott aufgehen, noch nicht vollkommen mit Ihm verschmelzen. Er bleibt lieber er selbst, getrennt vor Ihm, und genießt den göttlichen Honig der Liebe, Prem. Aufgrund der intensiven Liebe und Erfahrung des Bhakta geht er trotzdem zeitweise in Gott auf, obgleich es ihm nicht lieb ist. Er erreicht Ähnlichkeit mit Gott. Zu Anfang ist er gottgleich. Schließlich erreicht er Sayujya

3. Jnana Yoga Samadhi

Jnana Yoga Samadhi ist von zweierlei Art, Savikalpa und Nirvikalpa. Und Savikalpa Samadhi wiederum gibt es auch in zwei Formen - Drishyanuvid, wenn er an einen Gegenstand gebunden ist, und Shabdanuvid, wenn er an einen Klang gebunden ist.

Meditiere über das Bewusstsein als der Beobachter der Modifikationen des Geistes, der Wünsche etc., die man als wahrnehmbare Dinge ansehen kann. Das ist innerer Antar Drishyanuvid Savikalpa Samadhi.

Wenn du meditierst und wirklich fühlst: „Ich bin Asanga (unverhaftet), Satchidananda (Sein-Wissen-Wonne), selbsterstrahlend, Advaita Svarupa“ (nicht getrennt), ist das Antah Shabdanuvid Savikalpa Samadhi.

Jener ruhige Geisteszustand, der einer unbewegten Flamme an einem windstillen Ort gleicht, wo man völlig in der Verwirklichung des eigenen wahren Selbst (Brahman) aufgeht, vollkommen unberührt von Dingen und Klängen, wird Antar Nirvikalpa Samadhi genannt.

Wenn du im Herzen meditierst und den Sat Vastu Brahman allein in allen äußeren Dingen wahrnimmst, indem du Namen und Formen voneinander trennst, bezeichnet man das als Bahir-Drishyanuvid-Savikalpa-Samadhi.

Jene ununterbrochene Reflexion darüber, dass der unbegrenzte einheitliche Satchidananda Vastu Brahman ist, ist die mittlere Art von Samadhi, Bahir-Shabdanuvid-Savikalpa-Samadhi.

Durch das Üben und Erleben der oben genannten zwei Arten von Samadhi, entsteht ein beständiger Geisteszustand aufgrund der Erfahrung von Wonne (wie ein Ozean ohne Wellen). Dieser ist die dritte Art von Samadhi, Bahir-Nirvikalpa-Samadhi.

Man sollte sein Bewusstsein immer in einem dieser sechs Samadhi-Zustände halten. Dadurch löst sich die Identifizierung mit dem Körper und man erkennt das Höchste Selbst und der Geist ist immer in Samadhi, an welchem Ort auch immer man sein mag und auf welche Art von Gegenstand auch immer der Geist ausgerichtet wird.

Wenn der Samadhi mit dem Klang "aham brahmasmi“ („Ich bin Brahman") verbunden ist, dann ist das Shabdananuvid. Wenn er nicht mit dem Klang von „aham brahmasmi“ verbunden wird, ist es auch Shabdananuvid.

In Nirvikalpa Samadhi ist der Geist auf das Advitiya (einheitliche) Brahman geheftet, ohne jegliche Triputi, d.h. ohne eine Gedankenvorstellung von einem Wissenden, dem Vorgang des Wissens und einem zu wissenden Objekt, und ohne die Vorstellung von Subjekt und Objekt. Savikalpa Samadhi ist ein Mittel (Sadhana) zum Ziel, Nirvikalpa Samadhi ist die Frucht, das Ergebnis.

Obwohl es im Savikalpa Samadhi noch Dualität gibt, insofern als eine klare Unterscheidung von Subjekt und Objekt besteht, dient diese Dualität jedoch nur dazu, das Advitiya Brahman (alleinige Absolutes ohne ein Zweites) zu erkennen; in gleicher Weise wie man bei einem Tongefäß eine Wahrnehmung von Erde hat, obwohl man vor einem tönernen Krug o.ä. steht. So gibt es da eine Wahrnehmung des alleinigen nondualen Brahman, auch wenn Dualität noch im Anschein existiert.

Nirvikalpa Samadhi kommt in zwei Arten: (1) Advaita Brahmanurupa Samadhi, der Vrittisahita ist, d.h. es ist eine Gedankenwelle da, nämlich Brahmakara Vritti (ich bin Brahman). (2) Advaita-Avastharupa Samadhi, der Vrittirahita ist, d.h. alle geistigen Aktivitäten kommen zum Stillstand. Hierbei hört Brahmakara Vritti auf. Advaita Bhavanarupa Samadhi ist Sadhana (Mittel) zum Ziel. Advaita Avastharupa Samadhi ist das Ergebnis, die Frucht.

Im "Vichara Sagara" findet man folgende Passage: „Man unterscheidet zwei Arten des Meditierens: In der Meditation, in der es die Vorstellung von einem Subjekt und einem Objekt gibt, gibt es eine Wahrnehmung von Dualität zusammen mit der Wahrnehmung von Brahman. In der Meditation ohne Subjekt- und Objekterleben gibt es keine bewusste Wahrnehmung der drei integralen Bestandteile Erkennender, Vorgang des Erkennens und Gegenstand der Erkenntnis. Zwischen dem Zustand des Tiefschlafs und letztgenannter Art von Meditation besteht folgender Unterschied:  Im Tiefschlaf gibt es keine Ausformung des Geistes in Brahman, wohingegen es bei der Meditation ohne Dualität keine Wahrnehmung (als Objekt) von ihm gibt. So ist also im Tiefschlaf das gesamte Organ mit seiner Funktion inaktiv, während bei der nondualen Meditation nur einfach die Wahrnehmung fehlt, obgleich das innere Organ und seine Aktivität die Form Brahmans angenommen haben. Nun hat diese Form ihren Ursprung ja in einer bewussten Form der Meditation (also mit Subjekt-Objekt-Wahrnehmung), die darum als eines der acht Hilfsmittel angesehen wird. Ihr Ergebnis ist der hier beschriebene Meditationszustand in dem es keine Wahrnehmung von Subjekt und Objekt gibt.

4. Konzentration

I. Bei allen Kämpfen und Unternehmungen des Menschen, irgendein äußeres Wunschobjekt zu erlangen, gibt es in Wahrheit keinerlei Notwendigkeit, Kräfte im Außen um Hilfe anzurufen. Der Mensch birgt in sich selbst unendliche Ressourcen; naturgegebene Kräfte liegen brach oder werden nur zur Hälfte genutzt.

II. Weil der Mensch seinen Fähigkeiten erlaubt, sich in Hundert verschiedenen Dingen zu verlieren, schafft er es trotz seiner innewohnenden Fähigkeiten nicht, etwas Großes zu erreichen. Wenn er diese mit Intelligenz reguliert und anwendet, stellen sich schnelle und konkrete Resultate ein.

III. Um zu lernen, wie man rational und effektiv mit seinem vorhandenen Potential umgeht, braucht man nicht auf irgendeine besondere neue Methode etc. zu warten, die erst noch erfunden werden muss. Seit Anbeginn der Zeit liefert die Natur lehrreiche Beispiele und Lektionen im Überfluss, um dem Menschen auf seinem Weg durch das Leben zu helfen. Genaue Beobachtung zeigt uns, dass jede Kraft in der Natur mit vergleichsweise weniger Kraft fließt, wenn man sie über ein breites Areal fließen lässt, als wenn man sie kompakt zusammengeführt und durch einen einzigen Ablauf lenkt.

IV. Dieses Zusammenführen einer Kraft auf einen einzigen Bezug, in einen Punkt, auf einen Gegenstand, eine Idee oder Handlung, macht den Prozess der Konzentration aus. Die konzentrierte Ausrichtung einer Kraft bringt maximale Wirkung bei minimalem Zeit- und Energieeinsatz.

V. Beispiele für die Kraft, die durch Konzentration aufgebaut werden kann, sind:

  1. Der zähe und gemächliche Fluss eines Stromes, der durch einen Staudamm gesammelt wird und mit erstaunlicher Kraft aus den Schleusen drängt.
  2. Das Phänomen tonnenschwerer Ladungen, die auf schweren Waggons durch die Kraft von Dampf, der im Motor konzentriert wird, gezogen oder geschoben werden. Das Scheppern und Springen eines Topfdeckels unter Dampf, wenn der Inhalt anfängt, stark zu kochen, ist ein ganz alltäglicher Anblick.
  3. Die sonst so warmen Sonnenstrahlen werden auf einmal derart heiß, dass sie Dinge verbrennen können, wenn sie durch eine Lupe gebündelt werden. Die einfachste und alltäglichste Handlung bei der man dieses Prinzip unbewusst benutzt, ist, wenn man seine Hände zu einem Trichter formt, um laut zu rufen.

VI. Dieses Gesetz lässt sich ebenso auf den Menschen und sein Tun in all seinen Lebensbereichen anwenden. Zum Beispiel wenn ein Chirurg mit absolut konzentrierter Aufmerksamkeit minutiöse Operationen durchführt. Tiefe Versunkenheit kennzeichnet einen Zustand, in dem Techniker, Ingenieure, Architekten oder Maler sind, wenn sie die feinen Details einer Tabelle, eines Plans oder einer Skizze einzeichnen, wobei Genauigkeit von größter Wichtigkeit ist. Eine vergleichbare Konzentration finden wir bei Schweizer Uhrmachern, die die filigranen Teilchen von Uhren und anderen wissenschaftlichen Geräten herstellen. Das gilt für alle Künste und Wissenschaften.

VII. Das trifft besonders auf den spirituellen Bereich zu, wo der Schüler mit inneren Kräften zu tun hat. Die Kräfte des Geistes sind immer zerstreut und sträuben sich gegen die Versuche, sie zu konzentrieren. Diese Tendenz zum Hin-und-Hergehen ist eine natürliche Charakteristik des Geist-Stoffes. Es gibt verschiedene Methoden, um das Wandern des Geistes einzudämmen und anzuhalten. Besonders wirksam sind vor allem jene, die mit Klang und Visualisierung arbeiten, da sie dazu in der Lage sind, die Aufmerksamkeit des Geistes einzufangen und ihn ruhig zu stellen. Man sieht, wie ein Hypnotiseur den Geist eines „Patienten“ unter Kontrolle bringt indem er ihn beständig in seine (des Hypnotiseurs) Augen schauen lässt und dabei monoton gezielte Suggestionen wiederholt. Ein weiteres Beispiel ist, wie eine Mutter sanft ihr kleines Kind in den Schlaf summt. Genauso das scharfe „Jetzt schaut her, Jungs!“ eines Lehrers, wenn er will, dass die Schüler besonders aufpassen. Er weiß, dass er die Aufmerksamkeit ihres Geistes auf den Lerninhalt ziehen kann, wenn er es schafft, ihren Blick auf sich zu konzentrieren.

Daher gibt es spirituelle Konzentrationstechniken in der Form,  dass man unbewegt auf einen Punkt schaut oder auf ein Symbol für om oder ein Mantra oder das Bildnis seiner Lieblingsgottheit. In anderen Methoden wird das über den Klang eines wiederholten Mantras, Gottes Namen, om oder Kirtan mit stetem Rhythmus und gleichmäßiger Betonung gemacht. So wird der Geist Stück für Stück nach innen gezogen und konzentriert sich. Wenn dieser Zustand sich vertieft, verliert der Übende langsam das Bewusstsein für seine Umgebung.

Wenn die Konzentration weiter andauert führt das zum Zustand von Dhyana, d.h. zu Meditation, in der Übende sogar jeglichen physischen Rahmen vergessen kann.

Wenn Meditation stetig durchgeführt wird und vervollkommnet wird, führt sie zur Erfahrung des überbewussten Zustandes (Samadhi), dem ultimativen Zustand des Selbstbewusstseins oder der Selbstverwirklichung.


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